Ostmentalität passt nicht in westdeutsche Führungsetagen


Ost-Mentalität passt nicht in bundesdeutsche Führungsetagen

Hans-Joachim Maaz, ein Psychologe, hat wie kaum ein Anderer die Befindlichkeiten in der Bundesrepublik nach der Wende beobachtet. Seine Einschätzungen sind messerscharf und verdienen es, genau beachtet zu werden. Unter der Überschrift „Ostdeutsche Untertanen, westdeutsche Dominanz.“ ist ein interessanter Artikel im SPIEGEL-Online erschienen. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine provokante These. Die Überschrift täuscht. Ein zweiter Blick und ein genaues Lesen des Artikels lohnt sich.

Maaz beschreibt ganz einfach die Tatsache, warum Ostdeutsche nachweisbar keinen Platz in westdeutschen Führungsetagen gefunden haben. Er beschreibt auch, warum die westdeutsche Mentalität, nämlich sich permanent gegen andere Mitarbeiter durchsetzen zu müssen, zu Burnout-Krisen führen muss. Am Beispiel Merkel und Gauck wird deutlich, warum sich diese Ostdeutschen ausgerechnet an diesen markanten Stellen durchsetzen konnten. Angela Merkel hat auf unorthodoxe Art und Weise ihren Mentor Helmut Kohl beiseite geräumt und ihre Chance ergriffen, als es Zeit war. Joachim Gauck wirkt durch seine pastorale Art beruhigend auf das unruhige Volk. In Zeiten der grundlegenden Krise ist genau das seine Aufgabe.

Wenn man die Realität in deutschen Führungsetagen betrachtet, dann kann man sich nur wünschen, dass mehr pragmatisch denkende und handelnde Manager mit ostdeutscher Sozialisation dort ihren Platz finden werden. Bestimmen kann man das nicht. Allerdings gibt es eine Menge Ostdeutscher, die ganz pragmatisch im Ausland erfolgreich sind. Denn diese Manager setzen sich angenehm von ihren selbstverliebten westdeutschen Gegenstücken ab.

Wie wäre es, wenn wir alle mehr Energie für die Lösung von Problemen einsetzen würden, anstatt uns aufzuplustern und mögliche Konkurrenten in den „Leichenkeller“ zu schaffen?

Meine Erfahrungen zeigen, dass gerade die interessante Mischung unglaubliche Möglichkeiten eröffnet. Die beste Variante: Ein Coach aus dem Osten und eine Führungskraft aus dem Westen. Das ist das perfekte Team! Und das Beste: Ein Coach ist garantiert nicht auf den Posten scharf. Ein Coach ist einfach nur ein Coach. Und das ist auch gut so. Bei jüngeren Führungskräften spielt die Herkunft längst keine Rolle mehr. Ich kenne inzwischen eine ganze Reihe von exzellent ausgebildeten Nachwuchsmanagern, die aus dem Osten kommen. Sie haben ein paar entscheidende Vorteile zu bieten. Sie sind neugierig und sie sind vor allem hungrig auf Erfolg. Und sie haben sehr oft gelernt, althergebrachte Dinge zu hinterfragen und anders zu machen.
Auslandsaufenthalte in aller Welt, Work&Travel, Au Pair, Praktikumsaufenthalte und vergleichbare Angebote machen es möglich, was vor dem Mauerfall undenkbar war. Die Unterschiede lösen sich auf. Alles wird möglich.

Ostmentalität ist vor allem Flexibilität, Neugier und eine schnelle Improvisationsgabe. Ostmentalität passt nicht nur in deutsche Führungsetagen.

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