Great Depression


„Brauchen wir ein AntiStreßGesetz?“ „Der Druck im Job raubt vielen Deutschen den Schlaf.“ Diese und ähnliche Überschriften sind heute in den Zeitungen zu lesen. Burnout und echte Depressionen begleiten uns auf Schritt und Tritt. Ein Gespenst geht um, das Gespenst einer nicht greifbaren und unheimlichen Angst. Nein, es ist nicht das Gespenst des Kommunismus. Das kann niemand mehr schrecken, seit es kraftlos in sich zusammengesunken und einfach verschwunden ist. Die Angst, die heute nach uns greift, ist das Wissen, dass wir uns in einer Zeit des Umbruches befinden. Nichts bleibt wie es war und alles wird sich ändern. Alte Gewissheiten sind der Ungewissheit zum Opfer gefallen. Niemand kann uns sagen, wo wir morgen stehen werden. Die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin hat es auf den Punkt gebracht. „Nächstes Jahr wird nicht einfacher, sondern schwieriger“, sagte die Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache. „Das sollte uns jedoch nicht mutlos werden lassen, sondern – im Gegenteil – Ansporn sein.“ Die Zeiten werden härter und niemand nimmt uns an die Hand und nimmt uns unsere Ängste. Der Staat kann es nicht leisten und der Markt auch nicht. Es ist völlig verrückt. Jeder stöhnt über die bleierne Ungewissheit. Unternehmer schauen unsicher in die Zukunft. Die vergangenen Monat waren für viele sehr schwierig. Aufträge lassen auf sich warten, Lieferanten verschärfen die Zahlungsbedingungen und Entscheidungsprozesse schleppen sich ewig hin. Dann muss auf einmal alles ganz schnell gehen. „Wollen Sie den Auftrag? Oder sollen wir uns einen anderen Partner suchen?“ Schnell, schnell! Alles muss schnell gehen. Die Mitarbeiter werden von einem Extrem in das andere gedrängt. Erst sah die Auftragslage nicht so rosig aus und plötzlich sind es die Termine, die alles in Frage stellen. Brauchen wir ein AntiStreßGesetz? Die Frage ist falsch. Was wir brauchen ist Planungssicherheit. Und zwar auf allen Ebenen. Wir wollen wissen, dass wir auf einem richtigen Weg sind. Wir wollen nicht ständig auf einer heißen Herdplatte tanzen. Alles was wir wollen ist ein optimistischer Blick in die Zukunft. Negative Zukunft haben wir genug. Klimawandel, Bankenkrise, Eurokrise, Angst vor Absturz und Angst vor dem eigenen Versagen rauben uns die Kräfte. Dabei leben wir in einer großartigen Zeit. Warum sagt uns das Niemand? Warum verunsichern uns alle und jeder? Was soll das?
Vielleicht ist es Zeit, dass wir lernen Chancen zu erkennen und zu ergreifen. Vielleicht sollten wir lernen unsere Perspektive zu wechseln. „Wenn du ein totes Pferd reitest, steige ab und suche dir ein neues!“, lautet eine alte Indianerweisheit. Wir reiten ein totes Pferd, wenn wir glauben, dass uns AntiStreßGesetze weiterhelfen können. Was wir brauchen ist eine verlässliche Politik und ein neuer Gesellschaftsvertrag. Wir alle brauchen Entspannung und Planungssicherheit. Wir Unternehmer, wir Politiker, wir Beamte und Angestellte, wir Rentner und Pensionäre, wir prekär Beschäftigte und wir Arbeitslose, wir Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund, wir Europäer, wir Bürger. Wir brauchen Optimismus und Ziele. Wir alle sind auf der Suche nach einer positiven Zukunft. Vielleicht ist es Zeit das und nicht weniger zu verlangen: Wir brauchen eine sichere Zukunft! Es wird nicht leichter? Nein, es wird nicht leichter! Aber wir sind stark und können es schaffen. Die Zukunft gehört uns! Und wir werden es sehen, wenn wir in zehn Jahren zurückblicken. Wir leben in einer Zeit in der uns niemand vorschreibt was wir denken und tun sollen. Wir sind frei und uns stehen alle Möglichkeiten offen! Lassen wir uns nicht von der Angst lähmen. Packen wir es an! Ein AntiStreßGesetz hilft uns nicht weiter, sondern nur ein Wechsel der Perspektive. BER ist überall. Zu kurze Planung, falsche Entscheidungen und völlig falsche Zielstellungen. Etwas mehr professionelle Gelassenheit bedeutet auch die Gelassenheit einen Auftrag abzulehnen und deutlich zu kommunizieren, warum das nicht funktionieren kann. Das kostet zwar den Auftrag, aber nicht die Reputation. Das ist es, was wir uns leisten müssen. Und wenn es den Job kostet.

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