Mein Selbstverständnis als Coach


McStudy Hausaufgabe innerhalb der Life Coach Ausbildung 2010-2012

Mein Selbstverständnis als Coach: Warum will ich Coach werden?

Ein Coach ist ein Taxifahrer, der einen Passagier sicher an ein Ziel bringt,
das zu Beginn der Reise noch nicht bekannt sein muss. (Ralf Zöbisch, 2011)

Einleitung

Während meiner Ausbildung bei der X-Group von Daniel Schäfer in Berlin habe ich einige erstaunliche Entdeckungen gemacht. Zu Beginn der Life Coach Ausbildung glaubte ich ziemlich genau zu wissen, was Coaching ist und wie es funktioniert. Ich war mir sicher, dass ich das Zeug zu einem guten, ja hervorragenden Coach bereits mitbringen würde. Nun käme es für mich nur noch darauf an, die notwendigen Voraussetzungen für ein Zertifikat zu erlangen, um dann als vollwertiger Coach arbeiten zu können. Ich erkannte sehr schnell, dass ich mich geirrt hatte und schreibe es meiner unbewussten Inkompetenz zu. Ich habe sehr schnell gelernt, dass ich noch viel zu lernen habe. Ich bin ein neugieriger, wissbegieriger Mensch. Mich interessiert die Zukunft und zwar eine positive Zukunft. Diese Zukunft muss erarbeitet werden. Es ist kein Spaziergang. Als Coach habe ich die Fähigkeit, die Möglichkeit und die Berufung eine bestmögliche Zukunft zu erarbeiten und zu gestalten. Coach zu sein bedeutet für mich “Von der Zukunft her führen”, wie es einer meiner Vorbilder Otto Scharmer in seiner “Theorie U” beschreibt. Coaching ist für mich die Öffnung des Denkens, Fühlens und des Willens. Coaching ist eine Mischung von individueller Beratung, persönlichem Feedback und praktischem Training. Coaching ist ein Kommunikationsprozess zwischen einem, für Veränderung offenen, echten Klienten, dem Coachee und einem erfahrenen und engagierten Coach.
Ich fühle mich wohl in meiner Rolle als Coach. Dadurch wird es mir auch möglich, selbst Coachee bei einem erfahrenen Kollegen zu werden, um meine Kompetenzen und meinen Horizont zu erweitern. Ein Coach behandelt Fragestellungen mit seinem Klienten, die sowohl berufliche Herausforderungen und Veränderungen, als auch private Bereiche und die Persönlichkeit betreffen. Im Coaching werden Fragen gestellt, die den Coachee in die Lage versetzen, gemeinsam mit dem Coach, geeignete Problemlösungen und Umsetzungsstrategien zu entwickeln, das eigene Verhalten zu analysieren und weiterzuentwickeln. Es werden Rollen geklärt und Positionen bestimmt.  Komplizierte Entscheidungsprozesse werden möglich. Coaching hilft bei der Entwicklung von Visionen und Zielen.

Definitionen

Coaching ist inzwischen ein inflationär benutzter und teilweise irreführender Begriff. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Begriff Coach und Coaching klar zu definieren.

Nach Babak Kaweh ist Coaching – anlassbezogenes Lernen. Der Klient nennt einen Anlass, oder auch ein Problem, das er lösen will. Der Coach übernimmt den Prozess und hilft bei der Neupositionierung und Neuorientierung. Ratschläge wird ein guter Coach niemals geben.

Auf der Webseite des DBVC ist Coaching wie folgt definiert:

“Coaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- / Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen / Organisationen. Zielsetzung von Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bzgl. primär beruflicher Anliegen. Als ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform dient Coaching der Steigerung und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit. Als ein auf individuelle Bedürfnisse abgestimmter Beratungsprozess unterstützt ein Coaching die Verbesserung der beruflichen Situation und das Gestalten von Rollen unter anspruchsvollen Bedingungen.“

Durch die Optimierung der menschlichen Potenziale soll die wertschöpfende und zukunftsgerichtete Entwicklung des Unternehmens / der Organisation gefördert werden.

Inhaltlich ist Coaching eine Kombination aus individueller Unterstützung zur Bewältigung verschiedener Anliegen und persönlicher Beratung. In einer solchen Beratung wird der Klient angeregt, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Coach ermöglicht das Erkennen von Problemursachen und dient daher zur Identifikation und Lösung der zum Problem führenden Prozesse. Der Klient lernt so im Idealfall, seine Probleme eigenständig zu lösen, sein Verhalten / seine Einstellungen weiterzuentwickeln und effektive Ergebnisse zu erreichen.

Ein grundsätzliches Merkmal des professionellen Coachings ist die Förderung der Selbstreflexion und -wahrnehmung und die selbstgesteuerte Erweiterung bzw. Verbesserung der Möglichkeiten des Klienten bzgl. Wahrnehmung, Erleben und Verhalten.”

# Definition Coaching DVBC

Für mich ist ein Coach ein professioneller Gesprächspartner, ein einfühlsamer Beobachter und ein guter Zuhörer. Der Coach führt durch Fragen und holt seinen Klienten dort ab wo er ist. Ein Coach stülpt dem Klienten niemals eine Meinung über oder versucht ihn in eine bestimmte Richtung zu drängen. Ein Coach hilft bei der Formulierung von Zielen und der Entwicklung von Visionen. Ein guter Coach verliert aber niemals das Ökosystem seines Coachees aus den Augen. Als Coach kann ich in schwierigen Entscheidunsgssituationen bei der Positionsbestimmung und Klärung von Rollen die der Coachee einnimmt, helfen. Coaching ist für mich eine fortgeschrittene Form der Beratung mit mehr oder weniger starken Berührungspunkten zu anderen Formen der Beratung wie zum Beispiel Mediation, Supervision, philosophische Lebensberatung, Seelsorge und Mentoring. Im Gegensatz zur Psychotherapie werden im Coachingprozess keine Störungen mit Krankheitswert behandelt. Mein Verständnis als Coach ist eine positive Sicht auf die möglich werdende Zukunft des Coachees und nicht das Wiederholen von Problemen und deren Ursachen. Als Coach habe ich die Möglichkeit dem Klienten neue Perspektiven zu eröffnen und ihm neutraler Feedbackgeber zu sein. Viele Unternehmer vermissen zum Beispiel in ihrer Umgebung diese Art der Kommunikation. Offenes Feedback von Untergebenen ist in den meisten Fällen nicht zu erwarten. Um so wichtiger ist ein neutraler Partner, der in der Lage ist genau diesen Part zu übernehmen. Der Klient gewinnt im Coachingprozess Klarheit, neue Perspektiven und die Kompetenz zu handelt und Probleme zu erkennen und zu bewältigen.

Ein guter Coach erarbeitet gemeinsam mit seinen Klienten neue Perspektiven. Er zeigt Rollen auf, die der Coachee eingenommen hat und klärt mit ihm die möglichen Rollen, die er unbewusst eingenommen hat oder zunehmend bewusst einnehmen kann. Er erweitert gemeinsam mit seinem Klienten dessen Perspektiven und Möglichkeiten und führt ihn so aus einer begrenzten Sicht heraus. Ein Coach führt durch Fragen.

Ich habe Coaching als Führungsinstrument und wichtiges Kommunikationswerkzeug schätzen gelernt. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Gespräch automatisch ein Coaching ist. Ganz im Gegenteil. Bevor man einen Coachingprozess einleitet, müssen die Rahmenbedingungen geklärt werden, Erlaubnis für offenes Feeback eingeholt werden. Nichts ist schlimmer, als ungefragt einen Coachingprozess zu starten.

Ich möchte ein professioneller Coach werden, weil mich die Idee des Coaching fasziniert und ich festgestellt habe, dass ich alle meine in mir wohnenden Fähigkeiten und Ziele in diesem Tätigkeitsumfeld weiterentwickeln und perfektionieren kann. Es ist mir ein Bedürfnis Menschen bei ihrer Entwicklung zu helfen und deren Fortschritte zu beobachten. Ein Coach stößt Prozesse an, die Menschen helfen zu sich zu finden und neue Ziele zu erkennen und zu erreichen.

Vor einigen Wochen fand ich bei Barnes&Noble in Baltimore ein interessantes Buch:
LEARN FROM THE BEST – JESUS – Life Coach von Laurie Beth Jones.

In diesem Buch wird Jesus von Nazareth in seiner Rolle als Coach dargestellt. Der Einfluß einer einzigen Persönlichkeit auf die gesamte nachfolgende Geschichte ist beeindruckend. Die Prozesse, die sich aus dem Wirken von Jesus, als Coach ergeben haben, sind überzeugend und nachvollziehbar. Er tat genau das, was ein Coach tut. Er öffnete den Menschen eine mögliche Zukunft und stieß so Prozesse an, die die gesamte Geschichte bis zum heutigen Tag beeinflussen. Jesus als Coach, eine interessante Idee!

Als ich vor einigen Jahren nach meiner beruflichen Tätigkeit gefragt wurde, lautete die Antwort ungefähr so: “Ich bin IT-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen”. Mir war klar, welches Bild sich bei meinem Gegenüber dabei aufbaute. IT-Profis sind in den Augen der Mitarbeiter oft elitäre “Fachidioten”, Mitarbeiter die mit modernster Technologie hantierten und nicht mit Menschen umgehen konnten. Diesem Klischee konnte und wollte ich irgendwann nicht mehr entsprechen. Wenn ich mich heute um einen Job als Manager und Berater bewerbe, wird immer zuerst nach dem Profil gefragt. Mit Profil ist in den allermeisten Fällen der Blick zurück gemeint. Ausbildung, Abschlüsse, berufliche Stationen und Weiterbildungen ergeben das Bild eines IT Managers. Aus dieser Rolle wollte ich heraustreten. Ich fühlte instinktiv, dass ich etwas anderes wollte als es mir mein erlernter und ausgeübter Beruf ermöglichte. Ich wollte Menschen und Organisationen bewegen Neues zu denken und Zukunft zu entwerfen.
Das war der Ausgangspunkt meiner persönlichen Entwicklung bis zum heutigen Tag und weit darüber hinaus. Ich erkannte damals, dass es für mich persönlich keine entscheidende Rolle spielt, mit IT-Spielzeugen zu hantieren, obwohl mir das immer noch sehr viel Spaß macht. Viel wichtiger war der menschliche Faktor. Ich lernte Projektgruppen zu führen und hatte Spaß daran Menschen zu begleiten und voranzubringen. Besonders herausfordernd war es Skeptiker zu überzeugen und alle Aspekte zu beleuchten. Wir können die perfektesten Technologien einsetzen und scheitern, wenn es um die Umsetzung vor Ort mit realen Menschen geht. Fast ohne es zu bemerken, wechselte ich in die Rolle eines Coaches. Ich hatte eine Mannschaft unterschiedlichster Charaktere zum Ziel zu führen. Das war mir damals nicht klar. Ich hatte keine Ahnung was ein Coach ist. Aber die Grundlagen für meine Entwicklung hin zum Coach sind dort zu finden. Bei der Entwicklung der komplexen IT übernahm ich immer mehr die Rolle einer Führungskraft, die alle Aspekte komplexer Unternehmen berücksichtigt und nicht nur die Technik betrachtet. Der Umgang mit unterschiedlichen Interessensgruppen erweiterte meinen Horizont. Es ist ein Unterschied ob man sich mit einem angestellten Geschäftsführer, einem Shareholder, Abteilungsleiter, Entwicklungsingenieur, IT-Anbieter, Programmierer, Controller, Fibu-Mitarbeiter oder Personalmanager auseinanderzusetzen hat. Ein Perspektivwechsel in die jeweilige Rolle erleichtet die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Interessengruppen und ist eine der zentralen Fähighkeiten eines Coaches. Ich hatte mich längst über die Rolle eines IT-Spezialisten hinaus entwickelt. Ich arbeitete an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Interessengruppen. Geschäftsführung und Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, Projektteams und Mitarbeiter, die möglichen Veränderungen eher skeptisch gegenüberstehen. Bei der täglichen Arbeit mit diesen Gruppen wurden Themen der Kommunikationspsychologie und Führungskräfteentwicklung zu meiner täglichen Arbeit. Eine wichtige Grundlage dafür ist der Ausgleich zwischen den Interessengruppen und eine ausgeprägte Zielorientierung. Veränderungsmanagement und Projektmanagement wurden zu meinen Kernkompetenzen. Diese Fähigkeiten müssen meiner Auffassung nach immer mit einem professionellen Umgang mit Menschen gepaart sein um nachhaltigen Erfolg zu generieren.

Konfliktmanagement, Supervision und Mediation

Ein Wochenendseminar zum Thema Konfliktmanagement war für mich der Auslöser mich mit Themen wie Supervision und Mediation, Training und Beratung näher zu befassen.

Den Begriff Coach kannte ich lange Zeit nur aus dem Sport. Ein Coach war für mein Verständnis immer der Trainer einer Mannschaft oder eines einzelnen Spitzensportlers.

Wie oft im Leben sind es Kontakte zu anderen Menschen, die dazu führen neue Perspektiven zu erkennen und sich neue Ziele zu setzen. In meinem Fall war es die Empfehlung eines Kollegen, der mich mit einem Coach zusammenführte. Es handelte sich um eine junge Frau, die Führungskräftetrainings organisierte und durchführte. Sie stellte sich dem Team als Business-Coach vor und erklärte, was das bedeutet und wie sie arbeitet. Coaching, das begriff ich instinktiv, war genau das, was ich in Zukunft machen wollte. Ich wollte ein Coach werden, denn ich erkannte, dass ich bereits viele Voraussetzungen für einen guten Coach mitbrachte. Berufserfahrung und Lebenserfahrung sind eine wichtige Grundlage.

Ich will Coach werden, weil ich es als meine Berufung erkannt habe, Menschen durch professionelle Gesprächen voranzubringen. Ich möchte nicht nur einem Trend folgend eine neue Berufsbezeichnung adaptieren. Ein Coach ist ein Mensch, der sich permanent weiterentwickelt und niemals aufhört zu lernen. Das gehört bereits lange zu meinem Leben, eine gute Voraussetzung um ein guter Coach zu werden.

Ich fing damit an Gespräche zu führen, im Internet zu recherchieren und Bücher zum Thema Coaching zu lesen. Ich stellte überrascht fest, dass die Grundlagen, Ziele und Techniken des professionellen Coaching sehr viel mit meiner bisherigen Tätigkeit an der Schnittstelle der unterschiedlichen Interessengruppen zu tun haben.
Bei einem Gastbesuch im Rhetorikclub Toastmasters in Berlin-Adlershof traf ich Sven Albinus, der sich selbst als Coach vorstellte. Ich sprach ihn in einer Pause an und fragte ihn, was ich zu tun hätte um dorthin zu kommen, wo er bereits war. Ich wollte Coach werden. Sven Albinus stellte den Kontakt zu Daniel Schäfers X-Group her und ich besuchte das erste Wochenendseminar “Life Coach”. Damit begann die professionelle Ausbildung bei der X-Group.

Im ICF Ethik Code fand ich ein Regelwerk und ein Leitbild, das meinen Zielen entspricht.

Auf der Webseite der Coachfederation ist Folgendes zu lesen: “Die International Coach Federation (ICF) ist die weltweit größte Ressource für professionelle Coaches und Klienten, die Coaching-Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten. Die ICF ist eine gemeinnützige Organisation für individuelle Mitglieder, die professionelle Managercoaches, Führungscoaches, Lebenscoaches und Coaches zahlreicher weiterer Fachrichtungen aus der ganzen Welt vereint.
Die 1995 gegründete International Coach Federation (ICF) ist heute mit über 16.000 Mitgliedern die führende internationale Organisation zur Förderung des Berufsfelds Coaching durch die Festlegung höchster Standards, Vergabe unabhängiger Zertifizierungen und den Aufbau eines Netzwerks zertifizierter Coaches. Unser Ziel ist es, den Berufsstand des Coaches durch Programme und Standards, die von unseren Mitgliedern unterstützt werden, zu stärken und zu fördern sowie der Öffentlichkeit eine verlässliche Quelle für Informationen und Forschungsergebnisse zum Thema Coaching zu bieten.

Was ist Coaching?
Die ICF definiert Coaching als eine partnerschaftliche Beziehung mit Klienten, die sie zum Nachdenken anregt und ihnen mit kreativen Verfahren hilft, ihre persönlichen und beruflichen Potenziale bestmöglich zu nutzen.”

(Quelle http://www.coachfederation.org/deutsch)

Es ist mein erklärtes Ziel den hohen Ansprüchen der Coachfederation gerecht zu werden und als erfahrener Coach aktiv daran beizutragen, diese Grundsätze und Anschauungen zu vertreten und zu verbreiten.

Coaching und andere Formen von Beratung

Coaching ist eine beratende Tätigkeit, wobei Beratung nicht im Bereitstellen von fertigen Lösungen oder dem Verteilen von Ratschlägen zu verstehen ist.

Folgende Beratungsformen haben eindeutige Schnittstellen zum Coaching:

Mediation, Training, Supervision, Philosophische Lebensberatung, Seelsorge, Mentoring und Freundschaft. Darüber hinaus überschneidet sich Coaching mit der Moderation, der Begleitung von Gruppen oder Teams.

Coaching erfordert die Freiwilligkeit des Klienten, einen definierten Anlass, die Lernbereitschaft und das aktive Engagement des Coachees, eine Zielorientierung, den Blick in Richtung Zukunft und eine zeitliche Begrenzung.

Coaching sollte niemals eine längerfristige Abhängigkeit zwischen Coach und Coachee hinauslaufen. Das wäre dann kein Coaching mehr, sondern eher eine beratende Begleitung. Sollten sich derartige Konstellationen und Wünsche des Klienten ergeben, so ist dieser auf die notwendige zeitliche Begrenzung des Coachings hinzuweisen.

Coach für Unternehmer und Manager

Seit 2009 bin ich als selbständiger Unternehmensberater speziell im IT-Umfeld tätig.
Ich sehe in meiner Tätigkeit einen engen Zusammenhang mit den Prinzipien des Coaching. Marketingstrategien und Verkaufgespräche beginnen mit dem ersten Eindruck. Ich betrete einen Raum und muss mich blitzschnell auf den Gesprächspartner einstellen. Der Geschäftspartner entscheidet sich in den ersten Sekunden ob er eine weitere Zusammenarbeit anstreben wird.
Es erfolgt eine Anpassung an den Gesprächspartner als Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. Die Kenntnis dieser Prozesse und ihrer souveräne Beherrschung gehört ganz klar zu den Kompetenzen eine guten Coaches. Dabei sind meine Gesprächspartner nicht automatisch mein Klient oder Coachee. Aber auch bei ganz normalen Gesprächen mit Menschen kommt es zu kommunikationspsychologischen Prozessen, die wir vom Coaching kennen.
In Unternehmen können Werkzeuge des Coaching eingesetzt werden um Führungskräften geeignete Werkzeuge an die Hand zu geben. Der Umgang mit der wichtigsten Ressource in unserer modernen Dienstleistungsgesellschaft ist der Mensch. Dank der zunehmenden Automatisierung ist der Mensch nicht mehr nur ein hilfloses Glied in einem komplexen Produktionsprozess, sondern ein bewusster Gestalter seiner Umwelt geworden.
Die zentrale Aufgabe eines Managers ist es, Organisationsstrukturen und letztlich Mitarbeiter zu mobilisieren und Ergebnisse zu produzieren. In den letzten Jahren ist im Bereich Management ein Wechsel der Perspektive zu beobachten. Die erste Änderung ist der Wechsel vom reinen Wie auf das Was. Nicht was Manager tun rückt in den Blickpunkt, sondern wie sie etwas tun. Der zweite Perspektivwechsel erfolgte vom Wie hin zum Woher? Es geht hier um die Frage nach dem inneren Ort, aus dem heraus Manager und Systeme handeln. Die Konzentration aus dem inneren Ort der Beweggründe des einzelnen Managers wird immer wichtiger. Es genügt nicht mehr etwas zu tun, sondern herauszufinden, warum man etwas tut? Diese Form der Wahrnehmung verbessert Gesamtprozesse in Unternehmen entscheidend. Menschen zu diesem inneren Punkt zu bringen, kann eine interessante Aufgabe eines Coaches sein. Es geht um den inneren und wahrhaftigen Antrieb von Menschen, die mit Menschen arbeiten. Wenn der innerste Antrieb nur aus harten Fakten wie Karriere und persönlichem Erfolg besteht, dann wird die Organisation insgesamt nicht die optimalen Ergebnisse erzielen. Eine Führungsmannschaft die nur aus egozentrischen Managern besteht, wird sich in den allermeisten Fällen höchstwahrscheinlich mit sich selbst beschäftigen. Was das für Unternehmen, Mitarbeiter und für die Kunden bedeutet, liegt auf der Hand. Wäre es nicht von Vorteil herauszufinden, dass es über die reine Karriere hinaus noch andere Werte und Ziele gibt, die es zu kultivieren gilt? Nachhaltigkeit und eine zukunftsfähige Weiterentwicklung von Unternehmen ist da eine mögliche Motivation. Allerdings muss es sich um eine tiefe Grundüberzeugung der führenden Persönlichkeiten handeln. Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein modernes Konzept.

Coaching als Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeit ist der einzig mögliche Weg in eine positive Zukunft. Nachhaltigkeit ist ein Synonym für eine positive Zukunft. Wir leben in einer Welt, die vorhandene Ressourcen ausbeutet und nicht über die Zukunft nachfolgender Generationen nachdenkt. Wenn wir darüber nachdenken, dann erkennen wir eine düstere, aussichtslose Endzeitwelt ohne Happy End. Wir sägen an dem Ast auf dem wir sitzen. Es handelt sich um ein Szenario, das als genaues Gegenteil einer nachhaltigen Handlungsweise betrachtet werden muss. Nachhaltigkeit bedeutet verantwortliches Wirtschaften mit vorhandenen Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen. Wenn wir erkennen, welche Möglichkeiten uns zur Verfügung stehen, werden wir nachhaltig mit allen unseren Ressourcen umgehen. Ressourcen sind nicht nur Öl, Gas, Kohle, Stahl, Beton, Nahrung, Kleidung und ein Leben in materiellen Wohlstand. Die wichtigste Ressource, die wir haben ist der Mensch. Es sind die Menschen um uns herum und die Mitarbeiter und Kollegen in den Unternehmen, unsere Kunden und Zulieferer. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Gesellschaft. Wir müssen zurückfinden zu einem Weltbild, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Das erscheint besonders schwierig im Angesicht eines global agierenden, rücksichtslosen und seelenlosen Wirtschaftssystems, in der Wachstum und maximale Ausbeutung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen ein nicht beherrschbarer Prozess geworden ist. Wir sind in den vergangenen Jahren mehrfach Zeuge von katastrophalen Beinahe-Katastrophen in der Finanzwelt geworden. Gigantische Spekulationen gefährden heute nicht mehr nur Unternehmen und Nationen, sondern den ganzen Planeten. Wir müssen heute einen neuen Weg finden um wieder den gesunden Menschenverstand in den Mittelpunkt zu stellen. Dieser Weg ist gekennzeichnet durch einen offenen Dialog und eine wertschätzende Haltung dem Nächsten gegenüber. es geht nicht nur um Friede, Freude, Eierkuchen. Es geht letztendlich um den Bestand der menschlichen Zivilisation. Es geht um uns und unsere Kinder und Enkel.
Die Möglichkeiten, die wir haben sind beeindruckend. Wenn wir sie vernünftig – nachhaltig! – nutzen, dann können wir einen unglaublichen Sprung in der Entwicklung der Menschheit erleben. Wenn wir es nicht schaffen, dann wird unser Scheitern mindestens ebenso grandios und furchtbar zugleich sein. Wir haben es in der Hand!
Nachhaltigkeit ist für mich eine ganz konkrete und handhabbare Größe. Unternehmen arbeiten mit Rohstoffen und Arbeitsplänen, sie haben Maschinen, Computer und Büros. Die wichtigste Ressource ist der Mensch. Es ist bemerkenswert, dass genau diese wichtige Grundlage erfolgreichen Denken und Handelns sehr oft Zielen unterworfen wird, die den Interessen der Menschen entgegengesetzt sind. Eine nachhaltige Gesellschaft stellt den Menschen in den Mittelpunkt allen Handelns. Eine nachhaltige Gesellschaft ist eine Bürgergesellschaft in der die Gewinnmaximierung des Einzelnen durchaus akzeptiert wird, der Wohlstand des Gesamtsystems aber immer eine Rolle spielen muss. Eine Gesellschaft, die nur darüber nachdenkt, was dem Anderen nicht zusteht, wird nicht überleben können.
Ich habe einen großen und sehr allgemeinen Bogen geschlagen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass nicht jeder meinen Ideen folgen wird, ist doch unsere Wirklichkeit wesentlich komplexer als man das hier mit wenigen Strichen aufzeigen kann.
Wenn wir aber begreifen, dass wir bereits einen Weg in eine nachhaltige Zukunft gefunden haben und ihn auch gehen können, werden wir Erfolg haben.

Der Coach als Wegweiser in einer immer komplexer werdenden Welt

Wachsende Komplexität in der Wirtschaft, Globalisierung, Fachkräftemangel und Schlagzeilen über die Unsicherheit von Daten in Unternehmen sind Dinge mit denen sich jeder Unternehmer heute beschäftigen muss. Das geht an niemand spurlos vorüber. Wie sicher ist mein Unternehmen aufgestellt? Wie zufrieden und dementsprechend effektiv sind meine Mitarbeiter? Stimmen meine Ziele und Visionen noch mit den Möglichkeiten die sich ergeben überein? Wo stehe ich als Unternehmer und Mensch? Was kann ich tun um mir mehr persönliche Sicherheit in einer sich ständig zu ändernden Welt zu verschaffen? Was ist mit der Informationstechnologie? Das ist ja offensichtlich immer noch die Schlüsseltechnologie des neuen Jahrhunderts. Was ist möglich und wo sollte man sich zurückhalten? Wie steht es mit den Sicherheitsstandards? Was ist möglich und was ist sinnvoll?

Als Coach möchte ich ein Wegweiser in dieser komplexen Welt sein. Ich möchte Menschen helfen Klarheit und Übersicht zu schaffen und ihren Platz zu finden.

Wie steht es mit Freunden und Verwandten? Wie gut sind wir in unserer Familie integriert und was bedeutet uns die optimale Entwicklung unserer Kinder? Wo sind unsere Wurzeln und wo stehen wir selbst?

Ein Coach kann und wird ein Wegbereiter und Begleiter in einer immer komplexer werdenden Welt sein. Jeder Mensch braucht einen Halt, einen Menschen auf den er sich verlassen kann. In diesem Sinne wird Coaching zu einem wichtigen Faktor werden. Es gibt aber den entscheidenden Unterschied zu klassischen Beratungsformen der aus meiner Sicht darin zu sehen ist, dass der Coach keinesfalls die MeinungsHoheit an sich reißen darf. Ein professioneller Coach bewegt sich in einem ökologischen Umfeld und ist sich durchaus seiner moralischen Funktion bewusst. Er wird unter keinen Umständen den Klienten in eine Richtung drängen oder ihm die eigene Meinung aufzwingen. Sollte sich im Coachingprozess ergeben, dass der Coachee Dinge vertritt, die der Coach nicht teilen kann und darf, dann muss das Coaching abgebrochen werden

Persönlichkeit

Der vielleicht wichtigste Grund, ein Coach zu werden, ist die einmalige Möglichkeit der permanenten Selbstreflexion. Coaching bedeutet nicht zuletzt Persönlichkeitsentwicklung par Excellence. Das gilt für mich, meine Umwelt und insbesondere meine Coachees und Gesprächspartner. Ein Coach zu werden bedeutet Identität und Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen, die in der Lage sind andere Menschen voranzubringen. Persönlichkeit wird als Kunst sich selbst zu erkennen beschrieben. Das ist genau der Punkt auf den es ankommt. Das ist der Punkt auf den es für mich ankommt. Ich möchte eine sich selbst erkennende Persönlichkeit sein und weiterentwickeln und ich will anderen Menschen dabei helfen eine Persönlichkeit zu werden und zu sein. Genau in diesem Sinne: Selbsterkenntnis und gesunde Selbstreflexion.

(Auszüge aus einem Focus-Artikel)

Was macht den menschlichen Charakter aus? Welche Persönlichkeitstypen gibt es? Und wie kann ich an meinem Charakter arbeiten? „Erkenne dich selbst“ stand schon auf dem Fries des Tempels von Delphi.

Wie wir sind, hängt auch mit unseren genetischen Anlagen zusammen. Der Charakter eines Menschen wird jedoch in den ersten Lebensjahren durch Erziehung in der Familie geprägt. Und zwar nachhaltig. „Es ist eine Tatsache, die mir in meiner praktischen Arbeit immer wieder überwältigend entgegen tritt, dass der Mensch nahezu unfähig ist, einen anderen Standpunkt als seinen eigenen zu begreifen und gelten zu lassen“, stellte der Psychoanalytiker C. G. Jung, ein Zeitgenosse von Sigmund Freud, fest. Eine Langzeitstudie der Universität Otago aus dem Jahr 2000, die Kinder aus der Stadt Dunedin vom dritten bis zum 21. Lebensjahr begleitete, kam zum Ergebnis, dass der Mensch schon mit drei Jahren charakterlich festgelegt ist und seine Lebenskurve einer Art innerem Programm folgt.

Die moderne Neurowissenschaft geht davon aus, dass unsere neuronale Architektur bestimmt, was wir fühlen und wer wir sind. Das Gerüst, die neuronalen Bahnen, verzweigen sich seit dem Kleinkindesalter. Über die Nervenzellen werden wichtige Informationen zum Gehirn transportiert. Ein bestimmtes Denken, das durch Erziehung und Umwelt beeinflusst wird, bahnt sich oft dieselben neuronalen Wege durch das Gehirn – gern werden immer wieder die ausgetretenen Pfade genommen. Wir können uns aber dennoch verändern „Das Gehirn ist ein permanent lernendes System“, sagt Joachim Bauer, Professor für Psychoneuroimmunologie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum Freiburg. „Jede markante Erfahrung verändert die synaptischen Verschaltungen im Nervenzellen-Netzwerk“, sagt der Neurobiologe. Diese Verschaltungen beeinflussen dann, wie wir uns beim nächsten Mal verhalten. Neue Erfahrungen führen zum weiteren Ausbau der Netzwerke. „Dieser Prozess, den man ,neuronale Plastizität’ nennt, geht lebenslang weiter“, erklärt Bauer. Der Mensch kann also durch Erfahrung und Lernen an seiner neuronalen Architektur permanent bauen.

„Wir können unseren Charakter auch noch später formen“, ist der Psychotherapeut Mathias Jung überzeugt. Einerseits sei der Charakter zwar Schicksal – weil man sich sein Elternhaus nicht aussuchen könne. Andererseits sei es in einem Entwicklungsprozess die große Aufgabe des Menschen, sich zu erkennen und zu verändern. Zurückzuschauen und zu fragen: Wie bin ich das geworden, was ich bin? Aber auch sich von Altem zu verabschieden, um Neues zu beginnen: „Eine Schlange, die sich nicht häutet, stirbt“, sagte Friedrich Nietzsche.

Wie erkenne ich meinen Charakter? Meistens im Spiegel des anderen. Fragen Sie nur Ihren Partner. Sie bekommen eine präzise Schilderung, was er an Ihnen mag, aber auch, was ihm auf die Nerven geht. Und gerade in Beziehungen wird es oft nötig, sich über das eigene Selbst klar zu werden, um zu verstehen, worüber sich der andere aufregt. Vor allem unterschiedliche Charaktere haben hier größere Reibungsflächen. Aber auch im positiven Sinne – mehr Spannung.

Oft helfen uns die anderen dabei, unsere Schattenseiten zu erkennen, wenn sie uns den Spiegel vorhalten. Schatten sind nach Persönlichkeitszüge, die wir nicht an uns mögen und verleugnen. Deshalb sollten wir genau hinhören, wenn uns andere versuchen, etwas über unsere blinden Flecken zu erzählen. Die Bedeutung der Schatten für die eigene Persönlichkeit hat Verena Kast, Dozentin am C.G. Jung Institut in Zürich und Professorin an der Universität Zürich, tiefenpsychologisch untersucht. Ihre Ausgangsthese: Wer die eigenen Schatten erkennt und akzeptiert, kann in seinem Charakter reifen. „Schattenakzeptanz und Schattensensibilität bringen meistens auch einen Zuwachs an Selbsterkenntnis, Vitalität, Toleranz sich selber und den anderen gegenüber“, schreibt Kast. Beispiel: Wenn es mich ärgert, dass sich eine Person in den Mittelpunkt stellt – und ich mich selbst eher bescheiden gebe – dann liegt vielleicht der Grund der Ablehnung darin, dass das eigene Bedürfnis nach mehr Beachtung ein Schattendasein fristet. Hinter der Verachtung steckt also oft das Begehren.“

Können wir unsere Persönlichkeit aktiv verändern? Unsere Identität wird ständig neu gebildet, in allen unseren Beziehungen wird daran gebaut, in all unseren Bezügen zur Welt wird sie umgebaut – und bleibt im Kern doch auch konstant.Ein Umbau der Identität, eine Veränderung, findet vor allem statt, wenn zwei große Triebfedern im Spiel sind: „Leid und Liebe“. Wird ein Mensch bereits zum dritten Mal von Partnern ausgenutzt und verlassen, wird er sich fragen: Wieso gerade ich? Was sind meine eigenen Anteile daran? Durch unsere Krisen machen wir Reifungsprozesse durch. Wenn wir uns gegen die Entwicklung stemmen, verkalkt unser Charakter. Die Charakterformung in der ersten Lebensphase leisten Eltern, Geschwister, Freunde und Lehrer. Die “zweite Erziehung” geht von uns selbst aus. Sie macht uns reif und souverän.

Als Coach kann ich selbst bewusst von dieser Entwicklung profitieren, indem ich mich selbst diesen Möglichkeiten der Charakterformung stelle,meine eigene Persönlichkeit erweitere und mir so neue Möglichkeiten schaffe. Ich kann und werde anderen Menschen dabei helfen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Es geht um eine Erweiterung von Möglichkeiten und das Heraustreten aus der Box.

Ein Coach ist kein Psychologe – Coaching vs. Psychotherapie

Wenn von Coaching die Rede ist, dann kommt es automatisch zu der Frage, wie sich ein Coach von einem Psychotherapeuten unterscheidet.

Die Unterscheidung ist eindeutig. Der Coach darf im Gegensatz zu Therapeuten nicht heilen oder Heilung versprechen. Coaching und psychologische Beratung weisen große Überschneidungen auf. Man kann diese Begriffe kaum voneinander trennen. Das gilt sowohl für den Denkansatz als auch für bestimmte Werkzeuge die bei beiden Schulen identisch sind. Coaching ist für mein Verständnis durchaus psychologische Beratung, allerdings ohne Erfüllung therapeutischer Anliegen.

Demografischer Wandel – Fachkräftemangel

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Das klassische Modell von der Altersrente mit 65 ist längst nicht mehr aufrecht zu erhalten. Auf der einen Seite fehlen den Unternehmen kompetente Fachkräfte. Auf der anderen Seite suchen Unternehmen permanent gut ausgebildete junge Mitarbeiter und vergessen die Menschen, die zu Verfügung stehen. Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Bedeutung des demografischen Wandels auf unser Leben wird in den kommenden Jahren zunehmen. Wie gehen wir damit um? Wie kann es uns gelingen die älteren Arbeitnehmer fit für die Zukunft zu machen und gleichzeitig in der Gesellschaft einen grundlegenden Wandel bei der Wahrnehmung der vor uns liegenden Herausforderungen zu erzeugen?

Angesichts der aktuell aufgeflammten Diskussion um den Mangel an qualifizierten Fachkräften kann ich mir vorstellen auch in diesem Bereich als Coach tätig zu werden. Unternehmer möchten gerne neue Mitarbeiter einstellen. Stichwort: Fachkräftemangel.
Wie werden die neuen Mitarbeiter rekrutiert und welche Voraussetzungen erfüllen diese Mitarbeiter? Wie werden die fachlichen Voraussetzungen an die Forderungen des Unternehmens angepasst? Wird der neue Mitarbeiter gezielt an die Standards und Abläufe des Unternehmens herangeführt und schnell eingearbeitet? Die Erfahrung zeigt, dass neue Mitarbeiter oft sehr lange Einarbeitungszeiten benötigen um alle Feinheiten des operativen Geschäfts zu beherrschen.

Ein interessanter Nebeneffekt, der sich immer wieder einstellt, ist ein anderer Blickwinkel auf die Geschäftsprozesse. Bei der Begleitung neuer Mitarbeiter kommt es immer wieder zu erstaunlichen Beobachtungen. Etablierte und scheinbar notwendige Prozesse werden durch neue Mitarbeiter immer wieder in Frage gestellt. Man kann einfach eine Strichliste führen um genau die Prozesse im Unternehmen zu finden, die auffällig werden. Aber dazu später, an anderer Stelle.

Unternehmen klagen heute zunehmend über Fachkräftemangel. Nach dem Fall der Mauer und der politischen Wende in Ostdeutschland gab es einen Effekt, der sich auf die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften negativ ausgewirkt hat. Es gab einen Überschuss an motivierten und gut qualifizierten Facharbeitern. Der Maschinenbau hat davon überdurchschnittlich profitieren können. Die Ausbildung von Fachkräften in den Unternehmen wurde in den vergangenen 20 Jahren sehr oft vernachlässigt und ausgelagert. Dabei ging wertvolles Wissen verloren. Viele Unternehmer, die zunehmend über den Fachkräftemangel klagen, haben den Wunsch, fertig ausgebildete Fachleute einzustellen und sofort einsetzen zu können. Das ist ein Wunschtraum, der nicht mehr realistisch ist. Neue Mitarbeiter kommen als Rohdiamanten in ein Unternehmen. Sie müssen veredelt, also spezialisiert und weiter ausgebildet werden. Die Entwicklung guter Mitarbeiter hört im nie auf. Die ständige Begleitung von Mitarbeitern bei ihrer Aus- und Weiterbildung ist ein wichtiges Instrument in modernen Unternehmen. Die Begleitung durch einen Coach ist eine Möglichkeit, den Prozess der Entwicklung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern optimal zu gestalten. Diese Arbeit wird heute noch sehr unterschätzt. Es genügt nicht, Mitarbeiter einzustellen und dann zu hoffen, dass sie ihr Bestes geben. Mitarbeiter benötigen eine starke Führung. Das gilt sowohl für die Kollegen, die einfach nur ihre Arbeit machen wollen, als auch die diejenigen die selbst gute Ideen mitbringen und sich einbringen wollen. Dabei können die Werkzeuge und Fähigkeiten des Coachings hervorragend eingesetzt werden. Unternehmen sind gut beraten, wenn sie das erkennen und die Potentiale ihrer Mitarbeiter optimal nutzen. Ein guter Mitarbeiter weiß was er an seinem Unternehmen hat und das Unternehmen weiß was es an seinen Mitarbeitern hat. Wenn Mitarbeiter optimale Bedingungen für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung vorfinden, entsteht eine Win-Win-Situation. Beide Parteien profitieren voneinander.

Das Zusammenspiel von Erfahrung älterer Arbeitnehmer und der Neugier und dem Tatendrang der jungen Mitarbeiter und Manager ist eine ganz besondere Herausforderung.
Ein russisches Sprichwort sagt, dass ein perfektes Pferdegespann aus einem jungen und einem alten Pferd zusammengesetzt werden sollte. Das ist eine weise Entscheidung. Tatendrang und Erfahrung werden dazu führen, die angespannte Kutsche sicher und zügig ans Ziel zu bringen. Kutsche, Kutscher, Coaching. Das ist Coaching pur!

Coach, Journalist und Schriftsteller

Als Coach kann ich meine Fähigkeiten und Interessen voll entfalten. Es geht beim Coaching darum, Dinge voranzubringen und Menschen und Organisationen zu bewegen. Es geht mir um Nachhaltigkeit und das Wissen um lebenslanges Lernen, und es geht mir um die innere Weisheit anderen Menschen helfen zu können. Ich habe etwas zu sagen und das möchte ich möglichst in die Tat umsetzen. Als Coach habe ich die Möglichkeit auch journalistisch und publizistisch arbeiten. Die Fähigkeiten als Coach ermöglichen mir einen intensiven Zugang zu anderen Menschen. Interviews und Gespräche, das Beobachten von Interaktionen zwischen Menschen und das Erkennen von Emotionen haben für mich bereits heute einen völlig anderen Stellenwert, als das vor meiner Ausbildung der Fall war. Ich kann heute wesentlich professioneller damit umgehen, wenn andere Menschen sich unbeherrscht oder gar verletzend verhalten. Sie zeigen damit lediglich ihren inneren Zustand und ein guter Rapport zu dieser Gruppe von Menschen wirkt sehr oft Wunder.

Coaching hat mir die Tür zu einem neuen Leben aufgetan. Ich gehe durch diese Tür und komme in einem neuen Leben an. Dafür bin ich froh und dankbar. Ich glaube, dass jeder Mensch eine grundlegende Wende in seinem Leben vollziehen kann und werde diese Botschaft verbreiten und anderen helfen diesen Weg zu erkennen und zu gehen.

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung: Mein Verständnis von Coaching, warum will ich Coach werden?
  • Definitionen
  • Konfliktmanagement, Supervision und Mediation
  • Coaching und andere Formen von Beratung
  • Coaching ist eine beratende Tätigkeit, wobei Beratung nicht im Bereitstellen von fertigen Lösungen oder dem Verteilen von Ratschlägen zu verstehen ist.
  • Coach für Unternehmer und Manager
  • Coaching als Nachhaltigkeitsstrategie
  • Der Coach als Wegweiser in einer immer komplexer werdenden Welt
  • Persönlichkeit
  • Ein Coach ist kein Psychologe – Coaching vs. Psychotherapie
  • Demografischer Wandel – Fachkräftemangel
  • Coach, Journalist und Schriftsteller
  • Fokussierung, USP
  • Inhaltsverzeichnis

Ein Kommentar zu “Mein Selbstverständnis als Coach

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