Treffen der Generationen – Business Coaching für Aufsteiger


Der demografische Wandel ist ein vielzitierter Begriff. Wenn ältere Manager und Politiker davon sprechen hat es einen anderen Klang, als wenn das die jüngeren tun. Dabei sitzen alle im selben Boot. Wenn wir nicht heute schon Klarheit darüber bekommen, was zu tun ist, dann verschenken wir wertvolle Zeit. Die jungen Leistungsträger werden älter und die Älteren nehmen ihr Wissen in den (vorzeitigen) Ruhestand mit. Was für eine Verschwendung von Wissen und Ressourcen!

Gerade ältere und erfahrene Mitarbeiter haben viel mitzuteilen. Die Erfahrung zeigt, dass die in Unternehmen vorhandenen Fähigkeiten nicht so genutzt werden, wie es möglich und sinnvoll wäre. Junge Leute wollen nach oben und fühlen sich durch die Älteren bevormundet und gebremst. Ältere Mitarbeiter fühlen sich sehr oft angegriffen und errichten einen Schutzwall um sich herum. Dabei war es zu allen Zeiten besser, eine gute Mischung zu finden.

In Russland gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass man immer ein junges und ein älteres Pferd für ein Gespann wählen sollte, wenn man das beste Gespann haben will.
Unerfahrene Reiter suchen sich ein erfahrenes älteres Pferd aus, wenn sie klug sind.

Wer wünschst sich nicht einen einflussreichen und erfahrenen Mentor um ganz nach oben zu kommen?

Es gibt Manager, die haben ihr Leben lang gegen diese Mauer der Generationen gekämpft. Junge Manager werden oft lange als Benjamin geführt um dann mit 40 festzustellen, dass sie immer noch nicht viel weitergekommen ist. Es ist kein Wunder wenn diese jungen Manager mit harten Bandagen gegen die Älteren kämpfen. Mit Ende 40 zählt man schnell zum alten Eisen. Die älteren Bremser verabschieden sich irgendwann in den Ruhestand und von den dann kommenden Managergenerationen wird man als “Teil des Problems” gesehen. Das gibt es viel öfter, als man glaubt.

Auch folgende Konstellation ist möglich. Ein Geschäftsführer, der nur noch ein paar Jahre bis zum Ruhestand hat, umgibt sich mit lauter jungen Leuten und gibt sich als großzügiger Mentor. Er hat kein Vertrauen in die Manager seiner eigenen Generation. Im Gegenteil. Er vertraut seinen erfahrenen Leuten nicht, weil er von sich selbst ausgeht. Warum ist das so? Vermutlich sind seine eigenen Defizite so groß, dass er sich und seiner Generation nicht viel zutraut. Der Verdacht liegt nahe und das gute alte “Cui Bono?” gilt auch hier. Es könnte sein, dass diese älteren ihm bei seinem Aufstieg begleitet und geholfen haben und die Leichen in seinem Keller kennen. Wie unangenehm!

Ein kluger Generationenvertrag der von beiden Seiten angestrebt wird kann über den Erfolg und Misserfolg einer Unternehmung entscheiden.

Die Generation 60+ ist eine kluge und erfahrene Managergeneration. Junge Aufsteiger sind gut beraten sich einen guten Begleiter in dieser Gruppe zu suchen.

Ich habe meinen Mentoren viel zu verdanken. Und noch etwas: Ich habe lieber erfahrene und erfolgreiche Manager im Boot, als Leute deren Ehrgeiz in keinem Verhältnis zu ihren Fähigkeiten steht. Ich bin nun wirklich kein Fan von Leuten, die nicht loslassen können. Aber Ehre, wem Ehre gebührt. Helmut Schmidt sei Dank! Er verließ aufrecht sein Amt um ein erfolgreicher Publizist bei der Zeit zu werden. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.