Unbequeme Wahrheiten


Ein Lied von zwei Menschen

Ein Lied von zwei Menschen (Photo credit: Emm Enn)

“Macht und Dummheit sind eine gefährliche, explosive Mischung.” Das ist kein Zitat, aber Sie dürfen es gerne verwenden, wenn Sie die Quelle angeben.
Es gibt Jobs die kaum jemand machen will, der bei klarem Verstand ist. Betriebsräte in kleinen und mittelständischen Unternehmen sind solche Jobs, die eigentlich niemand wirklich haben will. Betriebsräte arbeiten hauptsächlich ehrenamtlich. Verstehen Sie mich nicht falsch. Es macht durchaus einen Sinn, einen Betriebsrat einzusetzen. Allerdings wissen die wenigsten Menschen, worauf sie sich da einlassen, wenn sie sich wählen lassen. Wer sich zur Verfügung stellt, hat mit einem Schlag eine ganze Reihe von Problemen auf der Tagesordnung. Diese Männer und Frauen werden sofort anders wahrgenommen und sie kommen aus der Nummer nicht mehr so einfach raus. Sie sind entweder erbitterte Gegner der Geschäftsführung und werden an der Nase herumgeführt oder sie lassen sich auf eine enge Zusammenarbeit ein. Auf der anderen Seite stehen die Mitarbeiter, die ihre eigenen Interessen haben und durchsetzen wollen. Einfach strukturierte Menschen glauben an das, was ihnen vom Betriebsrat und der Gewerkschaft gesagt wird. Es ist sicher sinnvoll, hinter die Interessen der einzelnen Gruppen zu schauen. Der Betriebsrat ist entweder klug und integer oder er ist einfach nur korrupt und gefährlich. Mein Tipp: Traue keinem Gutmenschen! Ich persönlich habe noch nie einen Betriebsrat erlebt, der nicht am Ende auf der ganzen Linie gescheitert wäre. Das war immer dann der Fall, wenn man mit zu hohen Erwartungen an die Sache herangegangen war. Dumpfe Bosheit und primitive Machtlust gehören leider so zusammen wie eineiige Zwillinge. Die Allerschlimmsten haben das nicht einmal gemerkt und schwören immer hoch und heilig, dass sie niemals einen Vorteil angenommen haben. Das stimmt vermutlich sogar. Sie waren einfach nur naiv und würden niemals Geld und Vorteile anzunehmen. Das ist ja an sich eine lobenswerte Eigenschaft. Aber wenn man genau hinschaut, erkennt man wo die Bedürfnisse dieser Leute oft liegen. Ihnen reicht es oft, einfach nur vom Geschäftsführer gebauchpinselt zu werden, wahrgenommen zu werden und sich über ihre relative Unkündbarkeit zu freuen. Nicht selten haben sich Leute, die berechtigte Angst um ihren Job hatten, in den Betriebsrat wählen lassen. Aus purer Not griffen sie nach dem letzten Strohhalm und fanden sich plötzlich auf der Seite der Mächtigen wieder. Das schmeckte unerwartet süß. Ab und zu war man sehr wichtig und wurde in die Zentrale eingeladen um sich mit den anderen Betriebsräten zu treffen. Man durfte sich als etwas Besonderes fühlen. Vielleicht ist das ja auch alles vollkommen falsch, was ich hier schreibe, vielleicht ist es ja ganz anders. Aber ich bin nun mal in der komfortablen Situation, eine eigene Meinung haben zu können, ohne Rücksicht auf mir bekannte oder nicht bekannte Amtsinhaber nehmen zu müssen. Ich glaube ja gerne, dass nicht alle Betriebsräte so ticken, wie ich das beobachtet habe. In mir ist immer noch eine sehr naive Hoffnung auf das Gute im Menschen. Nein, ich bin kein hoffnungsloser Zyniker.  Jedenfalls lasse ich mich nicht allzu sehr herunterziehen. Ich glaube durchaus an das Gute im Menschen. Allerdings bin ich ein Realist. Wenn es um gute Ziele und Ideale geht, wenn es um Politik und Interessen geht, dann ist immer auch die Lust an der Macht im Spiel. Wer das verneint ist entweder extrem unwissend oder extrem gefährlich. Wobei wir wieder bei Macht und Dummheit wären. Wir sind gut beraten wenn wir verantwortungsvoll damit umgehen lernen. Ein erster Schritt ist es, offen darüber zu reden. Ein guter Coach ist sich durchaus bewusst, dass es nicht nur das Gute im Menschen gibt. Er glaubt aber auch nicht nur an das Schlechte. Auch der schlimmste Übeltäter hat seine Gründe und Ziele. Es ist interessant herauszufinden, was einen Menschen wirklich antreibt. Coaching ist nicht zuletzt deshalb so ein interessanter Beruf, weil ein Coach wirklich alles zur Sprache bringen kann, was Menschen bewegt und sie in ihrem Inneren antreibt. Vor einem guten Coach muss man sich nicht verstecken, man muss ihm nichts vormachen. Auch das ist ein Zeichen von Empathie. Der Coachee fühlt sich verstanden und gut aufgehoben. Er kann auch seinen Ängsten und negativen Gefühlen Ausdruck verleihen und über Dinge sprechen die er noch nie einem anderen Menschen sagen konnte. Ein guter Coach nimmt ihn genau da auf, wo er ist und behält es für sich. Keine Angst vor unbequemen Wahrheiten! Coaching kann helfen.

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