Wie ein Coaching abläuft – Klären – Clearing


(Left to right) Robert B. Sherman, Richard M. ...

(Left to right) Robert B. Sherman, Richard M. Sherman and Walt Disney sing „There’s a Great Big Beautiful Tomorrow“ (Photo credit: Wikipedia)

Contacting – Contracting – Clearing – Chunking – Concepting – Changing – Controlling

Clearing – Klären

Fragen – Zugänge – Hinweise – Problem – Ziel – Lösungsansatz

In dieser Phase des Coaching kommt der Detektiv im Coach zum Einsatz. Er beobachtet den Klienten, stellt Fragen und sucht nach Zugangshinweisen. Der Coachee erzählt dem Coach ganz zwanglos woher er kommt, wer er ist und wohin die Reise gehen soll. Der Coach ist in dieser Phase ein Beobachter. Was ist der wichtigste Zugangskanal des Klienten? Ist er ein visueller oder eher ein auditiver Typ? Spielt schmecken und riechen eine große Rolle oder beschreibt der Coachee „wie es sich anfühlt“? Dann ist der Zugangskanal kinästhetisch. „Das schmeckt mir gar nicht!“ deutet auf einen gustatorischen Zugang, also den Geschmackssinn hin. Beschreibt der Coachee Landschaften und Bilder, dann ist er ein visueller Typ. Die meisten Menschen fühlen und denken auf unterschiedlichen Ebenen. Wie in allen Phasen eines Coaching spielen gezielte Fragen des Coach eine entscheidende Rolle. Es geht darum Metaprobleme im Ansatz zu erkennen, ohne sie weiter zu vertiefen und zu klären welche Ziele tatsächlich erreichbar sind oder was zuerst geschafft werden muss. Ein unsicherer Klient, der über keinerlei Selbstvertrauen verfügt, hat keine Chance weit entfernte Ziele zu erreichen. Vorher müssen andere, kleinere Ziele erreicht werden. Der Coach ist auch ein Feebackgeber und Mentor. Offene, wohlformulierte Kritik ist seine Spezialität. Es nützt nicht, jedem Coachee zu erklären, dass „alles kein Problem!“ sei. So wird jeder Veränderungsprozess bereits im Ansatz erstickt. Wenn für den Coach „alles kein Problem ist“, dann hat er wahrscheinlich nicht aufmerksam zugehört. Eine interessante Strategie für Fragen ist die „Disney-Strategie“. Hier wird der Klient in unterschiedliche Rollen eingeführt. Walt Disney hat seine Kreativen in „kreative Träumer“, „handelnde Realisten“ und „kritische Denker“ eingeteilt. Wenn man den problembewussten Coachee in diese Welt der Lösungsfindung einführt, so wird er schnell erkennen, das man keine kreativen Lösungsanansätze finden kann, wenn man gleichzeitig an der Realisierung oder gar an die Probleme die dabei auftreten können, denkt. Die Trennung von kreativer Planung und Lösung ist grundlegend für einen erfolgreichen Prozess.

An dieser Stelle kann auch ein Werkzeug zum Einsatz kommen, das durch Steve de Shazer beschrieben wurde. Shazer benutzte die sogenannte „Wunderfrage“. Der Coach stellt dem Klienten eine Frage, die darauf abzielt zu erkennen, was die Lösung des Problems bei ihm auslösen würde. „Stellen Sie sich vor, dass Sie durch ein Wunder plötzlich alle Probleme gelöst hätten und Ihr Ziel erreicht hätten! Wie fühlt sich das an? (wie sieht es aus, wie klingt das, wie würde es ihnen schmecken oder wie riecht das?)“. Der Coachee wird in die Lage versetzt sich in eine Situation hineinzuversetzen an der alle Probleme tatsächlich geklärt sind. Er hat die Fähigkeiten und die Ressourcen, alles hat gut funktioniert und das Ziel ist erreicht. Der Coach beobachtet den Zustand seines Klienten und kann relativ leicht feststellen, ob das angepeilte Ziel tatsächlich das Richtige ist.
Weitere Fragen wirken klärend und der nächste Schritt sind Lösungsansätze.

Auf dem Weg zum Ziel muss natürlich geklärt werden, ob genügend Ressourcen für die Lösung der Probleme vorhanden sind. Zeit, Geld, Kontakte, Freunde und Bekannte, spielen eine große Rolle. Ein Klient ohne abgeschlossene Berufsausbildung muss anders angefasst werden, als ein promovierter Wissenschaftler, Arzt oder Apotheker.
Zum Clearing gehört es, die Ursachen für das Problem des Klienten heraufzufiltern. Die Ursachen liegen im Umfeld und in der Vergangenheit. Oft ist es wichtig mehr über die private Umgebung, Lebensbedingungen und Überzeugungen zu erfahren. Aktuelle Partner, vergangene Beziehungen, Kinder, die Eltern und die Geschwister liefern immer sehr wertvolle Informationen über Metaprobleme. Jede Frage löst Reaktionen aus und die Art und Weise des Klienten zu antworten, ergibt Hinweise und neue Aspekte. Manchmal behindern komplexe Verstrickungen in alte, verdrängte Probleme die Lösung neuer Aufgaben. Viele Mandanten neigen dazu Fehler in der Vergangenheit auf die Gegenwart und Zukunft zu projizieren. Es ist durchaus interessant zu erfahren, wo der Klient in der Transaktionsanalyse steht und welche Position er in einem Drama-Dreieck einnimmt. Ist er Opfer, Retter oder Verfolger?
In dieser Phase ist noch nicht die Zeit für Lösungsansätze des Coach gekommen. Aber es kann durchaus interessant sein die Lösungsversuche des Klienten zu erfragen. „Was haben Sie bisher versucht? Woran ist das gescheitert?“
Welche Ressourcen stehen dem Coachee zur Verfügung? Was kann er tun um neue Ressourcen zu erschließen? Worauf wartet er noch? Was kann er sofort tun? Hier bieten sich neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit an. Coaching bedeutet zielorientiertes Lernen. Wenn festgestellt wird, dass es noch an Ressourcenreichtum fehlt, dann ist es Zeit zum Lernen.

Das Clearing ist ein wichtiger Schritt im Coaching. Hier lernt nicht nur der Coach seinen Klienten besser kennen. Clearing bedeutet vor allem auch Aufklärung des Coachee über seine eigenen Möglichkeiten und seine Ziele. Diese Coachingphase geht direkt in das sogenannte Chunking über. Das ist eine weitere Phase im Coaching.

Ein Kommentar zu “Wie ein Coaching abläuft – Klären – Clearing

  1. Pingback: Wie ein Coaching abläuft / The 7 C Of Coaching | MacCoach

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