#182 Das Flow-Konzept


The Flow of Things

The Flow of Things (Photo credit: Wikipedia)

Mitte der 1990er Jahre definierte der gebürtige Ungar Mihalyi Czikszentmihalyi das Konzept des Flow. Er fand heraus, dass Menschen bei der Arbeit glücklich und produktiv sein können, wenn sie sich in einem ganz bestimmten Zustand befinden. Schriftsteller kennen den Zustand, wenn sie nicht gerade eine Schreibblockade haben und jedes Wort mühevoll zu Papier oder in den Computer bringen müssen. Künstler, die lange ihre Fähigkeiten vervollkommnet haben, befinden sich plötzlich im Flow. Ihnen wachsen Flügel und sie gehen weit über das bekannte Maß hinaus. Jede handwerkliche, künstlerische und wissenschaftliche Tätigkeit kann in den Flow-Zustand übergehen, wenn wir es zulassen. Selbst scheinbare Routineaufgaben im wissenschaftlich, medizinischen Bereich können in den Flow-Zustand wechseln, wenn sie mit professioneller Hingabe getan werden. Voraussetzung ist die Liebe zum Beruf und das professionelle Beherrschen der Werkzeuge. Flow stellt sich ein, wenn Menschen, bei der Erfüllung ihrer aktuellen Aufgabe, mit sich selbst Eins sind. Jeder, der schon einmal die Zeit und den Raum bei der Arbeit vergessen hatte, kennt das Flow-Gefühl.
Czikszentmihalyi beschreibt den Flow wie folgt: „Beeing completely involved in an acrivity for its own sake. The ego falls away. Time flies. Every action, movement an thought follows in inevitably from the previous one, like playing jazz. Your whole beeing is involved and you’re just using your skills to the utmost.“ Aufmerksamkeit, Hingabe und professionelles Handeln führen direkt in den Status von produktiver Harmonie. Das ist der Zustand, den Mitarbeiter als produktive und zutiefst zufriedenstellende Arbeitsumgebung wahrnehmen. Organisationen und Unternehmen die in der Lage sind, eine derartige Umgebung zu schaffen, werden auch von ihren Kunden und Auftraggebern als attraktive Partner wahrgenommen. Das ist eine wichtige Grundlage von erfolgreicher Arbeit. Eine Flow-Situation tritt auf, wenn folgende Punkte gegeben sind:

  • Man ist der Aktivität gewachsen und beherrscht sie.
  • Man ist fähig, sich voll auf die Aktivität zu konzentrieren.
  • Man ist in der Lage sich völlig auf das Ziel der Aktivität zu konzentrieren.
  • Die Aktivität hat ein unmittelbares Ergebnis. Die Rückkopplung ist gegeben.
  • Man hat das Gefühl der vollständigen Kontrolle über die Aktivität.
  • Alle störenden Gedanken und Selbstzweifel sind verschwunden.
  • Man verliert das Zeitgefühl. Alles läuft von ganz alleine.

Die Tätigkeit wird automotorisch und man wird Eins mit ihr.
Grundlegend für einen Flow-Zustand sind zum einen die Fähigkeiten des Ausführenden und ein Gefühl der Herausforderung. Eine feine Balance zwischen Herausforderung und Fähigkeiten ist extrem wichtig um einen Flow zu erreichen. Eine wichtige Aufgabe von Arbeitgebern ist es, die Mitarbeiter und Führungskräfte zu fördern und ihnen den Begriff des Flow-Konzepts nahe zu bringen. Wie man eine geeignete Arbeitsumgebung schafft und wie Mitarbeiter und Manager an den Flow herangeführt werden, soll später betrachtet werden. Das Wissen um das Flow-Konzept ist der Einstieg in eine fruchtbare und produktive Arbeitsumgebung. Das gilt ganz besonders für kreative Berufe.
Flow: Das Geheimnis des Glücks