Rhetorik für Führungskräfte


Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens sein mittleres Management zu einem Tagesseminar in ein 5-Sterne Hotel eingeladen hatte. Er wurde vom Hauptgeschäftsführer der Unternehmensgruppe begleitet, der ihm vor versammelter Mannschaft das Zepter übergab. Sein Vorgänger war in den Ruhestand verabschiedet worden. Es war kein Geheimnis, dass der Nachfolger ihn nicht besonders gut leiden konnte. Alle Mitarbeiter waren gespannt, wie es nach dem Machtwechsel weitergehen würde.
Der oberste Chef hielt eine ausgezeichnete und kompetente Rede in der er die Unabhängigkeit des Unternehmens innerhalb der Firmengruppe unterstrich und die versammelten Manager zu neuen Anstrengungen und Erfolgen aufrief. „Sie sind das Wichtigste in diesem Unternehmen! Vergessen Sie bitte niemals, dass Sie für unsere Kunden arbeiten!“ Die Rede war gut und der Mann war ein ruhiger und ausgeschlafener Manager der alten Schule. Er musste nicht drohen und schimpfen. Wenn er Fragen stellte, wurde es oft still im Raum. Dann kam der neue Geschäftsführer zu Wort. „Ich kann nicht so gut reden!“, begann er seine kurze Rede und lächelte seine Unfähigkeit mit einem Glas Sekt in der Hand tapfer weg. Nach drei weiteren Sätzen meinte er nur „In diesem Sinne: Prost!“ und das war es dann. Ich stand damals fassungslos daneben und meine Gedanken drehten sich nur um diesen Satz: „Ich kann nicht so gut reden!“ Ich dachte nur: „Was kannst Du überhaupt?“ Leider habe ich am Ende Recht behalten. Diese Veranstaltung markierte den Anfang vom Ende des Unternehmens.
Die Kunst der Rhetorik ist das wichtigste Werkzeug eines Managers. Es ist seine Aufgabe Mitarbeiter zu führen und sie in die Lage zu versetzen effektiv zu arbeiten. Mit der Peitsche mag das eine Weile gut gehen. Aber auf die Dauer genügt das nicht.
Ein ganz ähnlicher Fall ist bezeichnend für die Situation in ganz kleinen Unternehmen. Ein Unternehmenschef ärgerte sich regelmäßig über die mangelhaften Leistungen seiner Mitarbeiter. Für ihn war es völlig klar, was zu tun war und er war der Ansicht, dass seine Leute es genau so sehen müssten wie er. Er erteilte seine Anweisungen und wunderte sich, wenn es Probleme gab oder die Mitarbeiter keine gute Arbeit ablieferten. Kunden beschwerten sich über nicht abgestimmte Leistungen und Rechnungen mussten korrigiert werden. Der Unternehmer nahm sich seine Leute persönlich vor seinen Kunden vor und es war nicht angenehm für alle Beteiligten. Als Beobachter der Situation wurde mir nur eines klar. Der Mann war unfähig klare Anweisungen zu erteilen und seine Kommunikation war mangelhaft. Er merkte nicht einmal wie schief er lag und redete sich so in Rage, dass nicht nur seine Mitarbeiter sauer auf ihn waren. Er vermittelte seinen Kunden einen weiteren Beweis seiner Inkompetenz. Aber das merkte er erst später, nachdem er sie längst verloren hatte.
(wie immer gilt auch hier: Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig!)

Deutsch: Steinhöfel, Ortsteil Heinersdorf in B...

Deutsch: Steinhöfel, Ortsteil Heinersdorf in Brandenburg. Das Gut in Heinersdorf steht unter Denkmalschutz. Das Haus ist baufällig und nicht bewohnt. (Photo credit: Wikipedia)

Ein sehr konkretes Angebot


Lotus competences

Lotus competences (Photo credit: Wikipedia)

Kennen Sie das Problem? Sie wollen ein konkretes Angebot und bekommen nur allgemeine Informationen und Stundensätze. Oder Sie werden ganz offenkundig falsch informiert. Dabei wollen Sie doch nur Kosten vergleichen und sich so auf eine geeignete Strategie einigen. In der IT ist das ein großes Problem. Niemand kann Äpfel mit Birnen vergleichen und oft verursachen falsche Entscheidungen Nachfolgekosten in ungeahnter Höhe. Die aktuelle IT-Revolution hat einen Namen. Cloud Computing bedeutet das Verschwinden von physischen Serverlandschaften in virtuelle Serverfarmen. Virtuell, weil in Zukunft alle Server auf virtuellen Maschinen laufen werden. Aber darüber brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Für Ihr Geschäft spielt es keine Rolle, wo Ihre Daten sich befinden, wenn sie nur sicher vor Industriespionage und dem unerlaubten Zugriff von Behörden sind. Im Internet ist es egal, wo Daten gespeichert sind. Immer, wenn Daten transportiert werden, können sie auch von Fremden gespeichert werden. Wenn diese Datenpakete stark verschlüsselt sind, so können sie trotzdem auf fremden Servern gespeichert und bei Bedarf entschlüsselt werden. Jedem IT-Spezialisten ist längst klar, was der neueste Whistleblower Edward Snowden, (allein die Nennung dieses Namens wird mich verdächtig machen ;-/ liebe Grüße an die Kollegen von der NSA!) aufgedeckt hat. „Sie ahnen nicht, was alles möglich ist!“ Wir wissen längst, was alles möglich ist.

Wir waren aber bei einem anderen Thema. Worauf kommt es an, wenn man IT-Projekte miteinander vergleichen möchte? In den 1980er Jahren lautete ein geflügeltes Wort, dass man nichts falsch machen konnte, wenn man „Blue“ kaufte. Blue stand für IBM und es war sehr teuer IBM Technik zu erwerben und zu betreiben. Eine Alternative war die Firma DIGITAL mit seinen MicroVAX-Minicomputern und dem ausgezeichneten Betriebssystem VMS. Dann kamen die PC-Netze mit MS-DOS, Novell, Windows, Apple etc. Die 1990er waren geprägt durch das uneingelöste Versprechen, das man mit vernetzen Computern einfach alles realisieren könne. Im Grunde stimmt es auch. Tatsächlich ist eine Menge erreicht worden. Wer genau hinschaut wird erkennen, dass Computernetzwerke in den 1990er Jahren eine Revolution in den Verwaltungen von Organisationen und Unternehmen ausgelöst haben. Kosten und Nutzen standen in keinem Verhältnis. Der Nutzen war viel höher als die erheblichen Kosten der IT. Erinnern Sie sich noch daran, wie eine Verwaltung am Ende der 1980er Jahre aussah? Aktenablage und unendliche Papierberge bestimmten das Bild. Wir haben zwar heute immer noch kein papierloses Büro und es heiß, dass immer mehr Papier bedruckt wird, weil es so einfach ist. Fakt ist aber, dass heute alles elektronische abgewickelt werden kann. Aber das ist ein anderes Thema.
Trotz aller unübersehbaren Fortschritte sprechen heute alle davon, wie man diese ausufernden IT Kosten endlich in den Griff bekommen könne. Das war schon immer so. Aber ohne IT geht es eben nicht. Allerdings mangelt es an wirklich konkreten Angeboten. So kann es schnell passieren, dass ein scheinbar günstiges Angebot sich als wesentlich teurer als das Angebot der aktuellen Marktführer darstellt. Viele Unternehmen glauben am besten zu sparen, wenn sie ihre IT Budgets so niedrig halten, dass es nicht weiter auffällt. Das geht ganz einfach, indem IT Kosten auf andere Kostenstellen verlagert werden. Da wird ein Vertriebsmitarbeiter gerne mal zum internen IT-Spezialisten. Am Ende zahlt der Vertrieb die Zeche. Eine IT-Abteilung kann sich schließlich niemand leisten. Es kommt ganz auf die Unternehmenspolitik an. Wenn Kosten gespart werden müssen, werden unbeliebte Posten aufgeweicht und verschoben. Das ist zwar nicht im Sinne des Controlling, aber es ist durchaus üblich. Beraterkosten werden übrigens oft nicht einmal eingeplant. Schließlich zahlt das Unternehmen jeden Monat viel Geld an Lohn-und Gehaltskosten. BABs und Bilanzen werden auf diese Art und Weise sehr schwer lesbar und schwer vergleichbar. Da hilft eigentlich nur externe Beratung um Licht in das Dunkel zu bringen. Man kann es natürlich auch selbst machen, aber wer hat schon die Zeit dazu?
Oft werden IT Kosten ins Feld geführt um nachzuweisen, dass man ja alles beim Alten bleiben kann um nicht „noch mehr Geld“ auszugeben. Interne IT Abteilungen neigen zudem dazu viele Arbeiten selbst zu übernehmen. Die Politik die dahinter steht, liegt auf der Hand. Es handelt sich durchaus um joberhaltende Maßnahmen. Andererseits schwingt das Pendel zwischen Outsourcing und Insourcing ständig hin und her. Es ist immer wieder das selbe Spiel. Alles kommt auf die Perspektive an. Viele Geschäftsführer wollen eigentlich nur, dass alles funktioniert. Probleme im IT Bereich sind nicht ihre Sache. „Wir haben gute Leute! Klären Sie das doch mit denen!“ Dabei ist der Geschäftsführer direkt verantwortlich für IT-und Datensicherheit. Er kann zwar seine EDV-Abteilung rauswerfen, wenn etwas schief geht. Allerdings haftet er persönlich. Das ist den Managern oft nicht bewusst. Ein gewisser Mut gehört eben einfach zu einer solchen Tätigkeit dazu. Ein Grund mehr, sich mit einem externen Berater zu unterhalten.
Nur so werden gravierende Probleme schneller bekannt und Gegenmaßnahmen können eingeleitet werden.
Das Beraterhonorar ist ein indirekter Nachweis der Sicherheitsaktivitäten des Unternehmers. Eine gute Beratung ist unverzichtbar, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so aussieht.

Und das ist das konkreteste Angebot, das ich Ihnen machen kann. Meine Stunden- und Tagessätze teile ich Ihnen gerne mit.

Alleinstellungsmerkmale


Bauhaus, Dessau, Germany

Bauhaus, Dessau, Germany (Photo credit: Rashunda)

Jedes Unternehmen, jeder Mitarbeiter, jedes neue Produkt hat ein Alleinstellungsmerkmal. Je klarer dieses Merkmal ausgebildet ist um so wertvoller ist die Marke. Apple hat lange von seinem ausgezeichneten Design und der berühmten leichten Bedienbarkeit und Zuverlässigkeit seiner Computer gelebt. Apple war die erste Wahl bei den Kreativen, die Computer einfach nur nutzen wollten und sich nicht als IT Fachleute verstanden. Apple waren die „Guten“ und Microsoft war der Inbegriff der dunklen Macht. Die Zeiten haben sich wieder einmal geändert. Apple ist immer noch eine Designikone, ähnlich wie die deutsche Firma BRAUN, deren Formensprache die Amerikaner übernommen haben. Dahinter stehen auch Designbewegungen wie das berühmte BAUHAUS.

Vor Jahren hatte ich mir Gedanken über den Wert von Design und den daraus resultierenden Produkten gemacht. Damals war es noch wichtig ein Auto zu besitzen. Am besten von einer bestimmten Marke. Heute ist es wichtiger das richtige Smartphone mit den richtigen Programmen zu nutzen, als ein Auto zu besitzen. Vor wenigen Jahren war das unvorstellbar. Ein iPhone steckt man in die Tasche und mit dem Auto muss man in der Großstadt lange herum fahren, bis man endlich eine Parklücke findet. Außerdem weiß man nie, ob das Auto am nächsten Tag noch an seinem Platz steht.

Braun-SK6-Dieter-Rams

Braun-SK6-Dieter-Rams (Photo credit: D68 design+art)

Jedes Unternehmen hat seine spezifischen Alleinstellungsmerkmale. Manche Unternehmen sind einfach nur billiger als die Konkurrenz. Andere bestehen auf Luxus und Nachhaltigkeit. Wieder andere Unternehmen begeistern ihre Kunden durch die sprichwörtliche Zuverlässigkeit ihrer Produkte.

Auch Berater und Coaches brauchen ein Alleinstellungsmerkmal. Ich habe lange darüber nachgedacht, bis ich darauf kam, was mich antreibt. Ich verfüge über eine ausgesprochene Menschenkenntnis und ich bin ein freundlicher Mann. Vieles habe ich von meinem Vater geerbt. Dafür kann ich nichts, es ist angeboren. Er ist ein sehr freundlicher Mann. Manchmal viel zu freundlich. Ich bin wie er und zusätzlich noch mit einem stark ironischen Zug ausgestattet, manche nennen mich einen Zyniker. Aber ich habe es im Griff. Ich habe gelernt mich nicht durch entgleisende Gesichtszüge zu verraten und auch dann noch freundlich zu bleiben, wenn ich auf ganz und gar unangenehme Leute treffe. Meine liebsten Klienten sind griesgrämige Manager und Unternehmer, die glauben alles besser zu machen als der Rest der Welt. Sie sind meine wahre Herausforderung. Solche Menschen haben immer ein Problem. Tief in ihrem Inneren wissen sie das auch. Ich kann mich ganz besonders gut mit ihnen unterhalten. Wenn sie es einmal erkannt haben, dann wollen sie in der Regel auch weg davon. Diejenigen, die sich in ihrer cholerischen Art gefallen, sollen das ruhig weiter machen. Sie sind durchschaubar und arbeiten nicht gerade effektiv auf konkrete Ziele hin. Die anderen wissen es zu schätzen sich im Griff zu haben und sich vor allem nie wieder zu undurchdachten Reaktionen provozieren zu lassen.
Es lohnt sich und das ist mein Alleinstellungsmerkmal: Ich habe dem Arschloch-Managegement den Kampf angesagt. Ich hasse es, wenn kleine Unternehmer ihre Mitarbeiter zusammenfalten und sinnlos beschimpfen. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Ich finde es nur dumm und völlig geistlos, sich so aufzuführen. Das ist kein guter Stil und darum tue ich was dagegen. Management muss ein Ziel und einen Sinn haben. Schlechte Laune auf die Mitarbeiter abzulassen, finde ich persönlich, unreif.
Ich arbeite mit Managern, die ihre cholerische Ader in den Griff bekommen wollen um die wirklich wichtigen Entscheidungen mit einem klaren Kopf treffen zu können. „Cool down!“ ist das Motto. Das bedeutet nicht, dass ich ausdruckslosen Zombies das Wort rede. Authentizität und ein offenes Wesen sind immer noch eine wichtige Grundlage für eine gesunde Geschäftsbeziehung. Business darf Spaß machen! Warum sollten wir sonst arbeiten? – Nur für Geld? Ich bitte Sie! –