Cloud Computing? Lieber nicht!


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English: Cloud Computing Image (Photo credit: Wikipedia)

Cloud Computing? Lieber nicht! Oder vielleicht doch?
Jeder macht genau das, was er kann. Jedes Unternehmen bewegt sich in seinem ganz eigenen Universum. Der Blick über den Tellerrand ist oft nicht möglich. Der Teller ist manchmal so groß, dass ein derartiger Blick undenkbar geworden ist. Gerade in der IT ist es üblich, große Träume zu träumen und am Ende doch wieder das zu realisieren, was machbar ist. Jedes Projekt, das die Vorstellungskraft der Beteiligten sprengt, wird unkalkulierbar und neigt zum Scheitern. Jedes Unternehmen macht das, was es gelernt hat und was es bereits realisiert hat. Microsoft ist heute – 2013 – immer noch der Industriestandard. In den 1980er Jahren war IBM das Maß aller Dinge. Einige werden sich noch daran erinnern.
Wer heute über eine Collaboration-Lösung nachdenkt, denkt Microsoft Exchange Server. Man kann es drehen und wenden, wie man will. Jeder, der eine andere Idee hat, sitzt auf einem Pulverfass. Aber gibt es wirklich keine Alternativen? Ich stelle mir diese Frage seit über einem Jahrzehnt und beobachte doch immer wieder, dass am Ende Exchange Server eingesetzt wird. Inzwischen wird zusätzlich Sharepoint genutzt. Womit wir eine Lösung haben, die im Grunde auf Internettechnologie setzt. Eine App auf einem Smartphone, einem Tablet und neuerdings auf einem PC, ist ja nicht mehr als ein kleines Programm, das über das Internet auf Serverressourcen zugreift. Cloud Computing verspricht einen rasanten Kostenverfall und es ist völlig klar, warum die Kosten rapide verfallen werden. Das Stichwort ist die Automatisierung von Rechenzentren. Überall, wo nach dem Manufakturprinzip gearbeitet wird, kann man diesem Kostendruck nicht standhalten. Also blickt man nicht über den Tellerrand und macht genau das, was man sehr gut kann. Das hängt auch mit Marketing und Verkauf zusammen. Das Preismodell für IT ist einfach nicht durchsichtig genug. Im Grunde kann man es ganz einfach berechnen. Man nehme eine geeignete Serverhardware, die Betriebssystemsoftware und die nötigen Programme für den Betrieb. Für ein Unternehmen mit 50 PC-Arbeitsplätzen kommt man sehr schnell auf Investitionskosten von 30.000 EURO – nur für einen Collaboration Server, für eMail, Kalender und Dokumentenablage. Nach drei Jahren wird in der Regel die Hardware erneuert und die Softwarekosten durch Updates dürfen auch nicht vergessen werden. Rechnen wir also mit 10.000 EURO pro Jahr. Dazu kommen noch Aufwendungen für IT Personal oder ein externes Unternehmen. Ein guter IT-Spezialist kann mit mindestens 6.000 EURO pro Monat kalkuliert werden. Rechnen Sie mit 3000 EURO. Im Jahr kostet die Wartung und der Betrieb also 36.000 EURO. Macht 46.000 EURO. Bleiben wir auf dem Teppich und rechnen wir mit 50.000 EURO pro Jahr für unsere 50 Nutzer. Denken Sie nicht über die Kosten für Smartphones und den mobilen Betrieb dieser Systeme nach. Wir rechnen also mit 1000 EURO pro Nutzer und Jahr. Das ist eine Hausnummer. Die realen Kosten sind noch wesentlich höher. Sie können es auch billiger haben, wenn Sie keine Datensicherung oder Wartung betreiben und ihre eigenen Mitarbeiter dazu bringen, sich mit IT zu beschäftigen. Es gibt immer junge und hoffnungsvolle Talente in der Vertriebsabteilung, die schon immer von einer Karriere als IT Manager geträumt haben. Ein Tipp: Ich würde mich lieber nicht auf diese Leute verlassen. Am Ende gewinnen Sie einen schlecht ausgebildeten IT Mitarbeiter und verlieren einen guten Vertriebsmitarbeiter. Sie werden lachen, aber genau das beobachte ich seit Jahren in ganz realen Unternehmen.  Oft genug wird man auf diese Leute verwiesen, wenn es um Grundsatzentscheidungen für Unternehmen geht. Es ist keine Ausnahme, es ist eher die Regel. Aber das ist ein anderes Thema.
Wenn Sie diese einfache IT Lösung mit einer einfachen Cloud Lösung ablösen, können Sie eine Menge Geld sparen. Das funktioniert wunderbar und ist ganz leicht zu warten. Die neuesten Funktionen sind immer Up-To-Date und Viren sind auch kein Problem. Die Lösung verlangt allerdings ein wenig Mut, denn sie läuft auf US-Servern. Wir alle meinen ja inzwischen zu wissen, dass alles, was wir bei Google, Apple, Facebook und Co. Speichern direkt bei einem Nachrichtendienst landen. Also fällt diese unmöglich Lösung leider unter den Tisch. Erinnern wir uns an die Hausnummer mit den 1000,- EURO pro Nutzer für den Betrieb einer einfachen Collaboration-Lösung. Die Alternative ist die Nutzung von Google Apps für 40,- EURO pro Nutzer pro Jahr. Für unsere 50 Nutzer sind das immerhin 2000,- EURO pro Jahr. Aber das verbietet sich ja fast automatisch. Jeder weiß doch, dass man seine Daten nicht aus dem Haus geben darf. Cloud Lösungen sind zwar wesentlich billiger und auch besser und wahrscheinlich auch sicherer. Aber wer soll das glauben? IT Spezialisten warnen vor den Risiken und Nebenwirkungen der Cloud. Können Sie garantieren, dass Ihre Daten tatsächlich so viel sicherer sind, wenn sie auf einem eigenen Server gespeichert werden? Lesen Sie das Kleingedruckte! Da steht nichts dergleichen drin.

2 Kommentare zu “Cloud Computing? Lieber nicht!

  1. Servus Ralf,

    TCO-Berechnungen sind doch was wunderbares – je nachdem, was man braucht, kann man sie so oder so verbiegen…

    Aber für 50 Sitze?

    Server (HP ProLiant ML150 mit Small Business Server 2011 und 5 Benutzern): 3.000
    3 externe Platten für Datensicherung: 250
    45 Benutzer-Lizenzen á 150 €: 6.750
    Updates: keine kostenpflichtigen
    Setup: 2 Tage á 750 €: 1.500
    Support: 2 Tage p.m. á 750 €: 18.000 p.a (arg hochgeriffen für eine 50-Mann-Bude)
    Auf drei Jahre: 65.500
    pro User pro Monat: 36 Euro

    Sind die Daten sicher? Wenn Du sie ordentlich absicherst, ja. Dafür ist die Installationspauschale gedacht.
    Kann Google mitlesen? Nur das, was Du an GMail und Adressen schickst, die Google Apps nutzen
    Kann NSA mitlesen? Nur das, was aus dem Haus geht.

    Gruß

    Evgenij

    Liken

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