Marc Aurel – Selbstbetrachtungen – Selbstcoaching


Marc Aurel – Selbstbetrachtungen

Caesar Marcus Aurelius Antoninus Augustus wurde am 26. April 121 in Rom geboren und starb am 17. März 180. Als Adoptivsohn des Antoninus Pius folgte er diesem im Jahr 161 als römischer Kaiser nach. In seiner neunzehn Jahre dauernden Herrschaft führte er eine Reihe von Kriegen gegen eindringende Barbarenstämme. In der inneren Gesetzgebung sorgte er für die Verbesserung der Rechtsstellung der Schwachen und Benachteiligten der römischen Gesellschaft. In seinem letzten Lebensjahr verfaßte er die Selbstbetrachtungen, die zur Weltliteratur zählen. (SPIEGEL Projekt Gutenberg)

Ich lese die Selbstbetrachtungen des Marc Aurel und denke sofort an Coaching. Es ist ganz eigenartig, aber Coaching ist tatsächlich nichts vollkommen Neues. Ein Coach hat den einzigartigen Vorteil, dass er sich aus unterschiedlichen Quellen bedienen kann. Coaching ist ein Universalhandwerk. Sprache ist dabei ein wichtiges Werkzeug. Sie bedient aber nur einen Wahrnehmungskanal. VAKOG ist das Zauberwort. Ein Coach hat gelernt, alle Wahrnehmungskanäle zu beobachten, zu werten und zu bedienen. Eine Kollegin arbeitet mit Klangschalen, andere nutzen Farben und Gerüche um Assoziationen auszulösen. Selbst Ankern muss nicht immer nur kinästhetisch erfolgen. Es geht auch anders. Wir erinnern uns manchmal an unsere alte Schule, wenn wir nur den Bohnerwachs eines öffentlichen Gebäudes riechen. Dieser Sommer duftet wie manch ein Frühling unserer Kindheit und Jugend. Kein Wunder! Es ist sehr unbeständig und sehr feucht in diesem Jahr. Es ist nicht nur blauer Himmel und Sonne, es ist viel grüner und leuchtender, wenn die Sonne erst einmal zu sehen ist. Und es fühlt sich an wie Frühling, duftet, schmeckt wie Frühling.

Heute nehme ich mir ein Zitat aus den Selbstbetrachtungen des Marc Aurel vor und reflektiere einfach meine Gedanken zum Thema.

Es ist noch nie jemand unglücklich geworden, weil er sich nicht um das, was in der Seele eines andern vorgeht, gekümmert hat; aber diejenigen, die nicht mit Aufmerksamkeit den Bewegungen ihrer eigenen Seele folgen, geraten notwendig ins Unglück. (Wer sich nur um andere kümmert und nicht um sich selbst, lernt sich nie selbst zu erkennen.)

 Wenn wir uns um andere kümmern, so sagt das viel über uns aus. Manch einer lebt nur noch für die Anerkennung von Aussenstehenden und vergisst sich selbst dabei. Schlimmer noch, sich selbst vergessen, bedeutet sich selbst vernachlässigen und am Ende auszubrennen. Burnout. Das erinnert an eine ausgebrannte Raketenstufe, die ihren Dienst getan hat und am Ende nutzlos in der Atmosphäre verglüht. Coaching beginnt immer mit einer Anamnese. Die Selbstbetrachtungen eines Marc Aurel sind im Grunde pures Selbstcoaching. Fragen wir uns immer wieder wer wir sind, wer wir waren und wer wir sein wollen. Diese Fragen sollten wir uns jeden Tag stellen. Fragen wir uns wer von uns was erwartet und warum das so ist. Coaching bedeutet Fragen finden und Antworten provozieren. Wir müssen unsere eigene Balance, unsere Mitte finden. Wir können sehr zufrieden sein, wenn wir wissen, was wir erreichen wollen. Das funktioniert sogar, wenn wir dieses hohe Ziel, das wir uns gesteckt haben, niemals erreichen können. 

Wir können unsere Ziele gar nicht hoch genug stecken, solange wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Wenn wir diese Ziele im Auge haben, werden wir uns niemals verzetteln und in einer Sackgasse enden.
Was Marc Aurel meint, ist indirekt auch in dem Buch „Liebe Dich selbst, dann ist es egal…“ nachzulesen. Unser Glück finden wir nicht im Spiegel von anderen, sondern nur in uns selbst.
Es ist noch niemand unglücklich geworden, weil er sich um andere Menschen gekümmert hat. Auch diese Aussage ist richtig. Im Gegenteil!
„Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteiltes Glück ist doppeltes Glück!“, sagt der Volksmund.
Das ist Seelsorge im speziellen Sinn. Das beginnt im kleinen Kreis, in der Familie. Ehe und Kindererziehung bedeutet Verantwortung und ist Seelsorge im besten Sinne. Leider tritt diese Verantwortung im Alltag oft in den Hintergrund. Manch einer kümmert sich um alles mögliche, versucht andere glücklich zu machen und vergisst, sich selbst und sein direktes Umfeld. Das ist ein Fehler.
Was nützt es, wenn die ganze Welt und zu Füßen liegt und wir uns selbst verlieren würden? Manch ein berühmter Popstar kann ein Lied davon singen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und genau darum geht es. Viele Stars hatten nach ihrem Höhenflug eine lange und schmerzvolle Leidensphase zu überstehen. Nicht jeder war so klug sich einem guten Psychologen oder Seelsorger anzuvertrauen. Nur wenige kannten die Möglichkeit mit einem Coach zusammenzuarbeiten. Viele verbrannten, wie eine Raketenstufe und fielen dann, scheinbar nutzlos, auf die Erde zurück. Dabei hätten sie die ungewöhnlichen Erfahrungen reflektieren und darüber sprechen und schreiben können. Es ist eigenartig. Jeder will gerne berühmt sein und kaum jemand ahnt, wie stark man sein muss um diese Menge an Erfolg verkraften zu können.
Berthold Brecht sagt es ganz klar: „Man sieht nur die im Licht. Die im Dunklen sieht man nicht.“
Es ist besser seine eigenen Ideale und Ziele zu verfolgen, als ein kurzes und strahlendes Leben zu führen.  
Wie so oft gilt der Satz: Der Weg ist das Ziel. 

Reiterstandbild Marc Aurels, Kapitol, Rom

Reiterstandbild Marc Aurels, Kapitol, Rom (Photo credit: Wikipedia)

 

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