Führungsstile im Mittelstand


Steve Jobs while presenting the iPad in San Fr...

Steve Jobs while presenting the iPad in San Francisco 27th January 2010 (Photo credit: Wikipedia)

Welche Führungsstile gibt es im Mittelstand? Eigentlich gibt es nur drei Führungsstile: 1.) Den autoritären Führungsstil, 2.) den laissez faire Führungsstil und 3.) den kooperativen Führungsstil. Alle weiteren Führungsstile sind im Grunde Spielarten des kooperativen Führungsstils. In vielen Unternehmen werden durch strenge Vorgaben im Qualitätsmanagement autoritäre Bausteine festgelegt. Das genaue Abarbeiten von SOPs (SOP: Standard Operating Procedure) spielt heute in vielen Unternehmen eine große Rolle. Die Einbindung in komplexe IT-System lässt auch nicht viel Spielraum für die Art und Weise der Abarbeitung von Standardaufgaben. Es gibt übrigens keinen vernünftigen Grund von einem cholerischen Führungsstil zu sprechen, den gibt es schlichtweg nicht. Autoritäre Chefs müssen nicht zwingend Choleriker sein und Choleriker sind nur scheinbar gute Chefs. Sie mögen charismatische Führungspersönlichkeiten sein, aber nur in den seltensten Fällen ist es eine gute Idee einen Choleriker auf den Chefposten zu setzen. Wir beobachten leider oft, dass Personalentscheidungen in diese Richtung gehen. Aber das liegt nur am Mangel an anderen geeigneten Kandidaten. Echte Führungspersönlichkeiten sind nicht mit Gold auszuwiegen und seltener als seltene Erden. Die gute Botschaft ist auch hier: Coaching hilft bei der Auswahl und Ausbildung von echten Führungskräften. Denken wir nur an den bekannten Menschenentwickler, oder Führungskräfteentwickler Boris Grundl. Nach Grundl gibt es drei Säulen der Führung: Wie führe ich mich selbst? Wie lasse ich mich führen? Wie führe ich andere? Choleriker und Machtmenschen sind nicht das, was wir unter guten Führungspersönlichkeiten verstehen. Der autoritäre Führungsstil findet seine Anwendung bei der Bundeswehr. In einem Auslandseinsatz gelten Befehl und Gehorsam. Es geht um Leben oder Tod! Der Vorgesetzte entscheidet, was seine Leute wann zu tun haben. Das hat nichts mit Staatsbürger in Uniform und diesen ganzen Dingen zu tun. Im Endeffekt zählt Befehl und Gehorsam. Auch in mittelständischen Unternehmen kann der autoritäre Führungsstil Anwendung finden. Aber nur, wenn es um Leib und Leben geht! Wenn zum Beispiel das Gebäude brennt und Gefahr für das Leben besteht, dann gilt der Notfallplan und der Chef befiehlt die schnelle Evakuierung des Unternehmens. Es gibt sicher immer noch viele Chefs die glauben, man müsse autoritär führen und den Mitarbeitern ganz klare Anweisungen geben. Aber das funktioniert nicht. Vergessen Sie diesen Führungsstil ganz schnell wieder! Besuchen Sie ein Seminar! Lernen Sie wie man mit Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kunden und anderen Interessengruppen richtig kommuniziert. Der laissez faire Führungsstil ist eigentlich kein Führungsstil. Laissez faire – bedeutet: einfach mal locker laufen lassen. Dieser Führungsstil ist dann geeignet, wenn alles tatsächlich gut funktioniert und kein Eingreifen notwendig ist. Das kann ab und zu sinnvoll sein. Auf die Dauer ist es nicht sinnvoll laissez faire zu regieren. Das geht schief! Laissez faire ist besonders dann sehr zu empfehlen, wenn ein neuer Chef eingesetzt wird. So kann man die Mitarbeiter und Interessengruppen am besten kennen lernen. Nicht eingreifen und einfach nur beobachten, lautet die Devise. Aber irgendwann ist diese Phase vorbei und muss durch richtige Führung ersetzt werden. Der kooperative Führungsstil zeichnet sich im Wesentlichen dadurch aus, dass Führungskraft und Mitarbeiter sowohl in der Entwicklung von Ideen, als auch in der Umsetzung von Projekten eng zusammenarbeiten und sich in ihren Kompetenzen ergänzen. Verantwortlichkeiten und Aufgaben werden nach Konsensfindung aufgeteilt. Das Delegieren von Verantwortung und die Motivation seiner Mitarbeiter sind wichtige Bestandteile dieses auf Mitbestimmung ausgerichteten Führungsstils. Eigeninitiative wird gefördert, Kreativität freigesetzt. Durch die Verteilung der Verantwortung auf mehrere Personen und deren Kenntnis wichtiger Vorgänge wird der Ausfall eines Verantwortungsträgers besser bewältigt. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, dafür zu sorgen, dass alle „an einem Strang“ ziehen und möglichst schnell möglichst gute Ergebnisse erzielen. Der kooperative Führungsstil lebt durch offene Kommunikation, Zulassen von Kritik und eigenen Ideen und einer respektvollen Unternehmenskultur. Und dann gibt es noch den charismatischen Führungsstil. Aber der ist nur geeignet für wirklich große Persönlichkeiten wie Ghandy, den Dalai Lama oder Nelson Mandela. Vergessen wir einmal die großen Diktatoren und Verführer, Sektengurus und andere Scharlatane. Es wird klar, dass der charismatische Führungsstil nichts in mittelständischen Unternehmen zu suchen hat. Selbst in Unternehmen wie Apple und Microsoft ist dieser Führungsstil umstritten. Persönlichkeiten wie Steve Jobs hatten zwar Charisma und Anziehungskraft. Steve Jobs war aber eher ein genialer Marketingstratege als ein guter Manager. Am Ende überstrahlt sein Genie alles andere. Apple scheint ein vollkommen anderes Unternehmen zu sein, seit Steve Jobs gestorben ist. Barack Obama schien vor seiner Wahl auch so ein Führer zu sein. Der Alltag scheint ihn längst eingeholt zu haben.

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English: own picture taken with own camera at Gandhi Museum Delhi4 (Photo credit: Wikipedia)

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