Rede vor IT-Spezialisten – Begrenzende Glaubenssätze


Rede – Storytelling – Begrenzende Glaubenssätze zerstören

Webmontag 47 - Ignite

Webmontag 47 – Ignite (Photo credit: wmfra)

Guten Abend, meine Damen und Herren! Ein ganzer Saal voller gut gekleideter Männer. Schade! Ich sehe kaum Frauen. Würden die Damen bitte kurz aufstehen, dass wir sie alle sehen können? Danke! Wunderbar! Nur schöne und vor allem kluge Frauen hier! Warum eigentlich gibt es nicht mehr von Ihnen in diesem erlesenen Publikum? Danke, meine Damen! Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen, dass Sie mitgemacht haben!

Ich denke immer noch darüber nach, warum hier so viele Männer und so wenig Frauen anwesend sind. Das wäre doch viel angenehmer, wenn es eine bessere Mischung geben würde. Aber wir sind hier bei einer IT-Veranstaltung und es scheint so zu sein, dass Frauen sich eher für andere Dinge interessieren.

Merken Sie was? Ich reite eine altes Pferd namens Cliché. Vorurteile und anerzogene, begrenzende Glaubenssätze sind ein äußerst interessantes Thema. Eines der besten Beispiele für mich ist der Managementcoach und Menschenentwickler Boris Grundl. Ich hoffe, dass er nichts dagegen hat, wenn ich ihn als Vorbild nehme und erwähne. Nehmen Sie es als Werbung und Aufforderung seine Impulsvorträge zu besuchen und seine Bücher zu kaufen. Der Mann ist wirklich eine Offenbarung! Und natürlich ist er viel besser als ich! Ich verneige mich vor seiner Leistung und seiner Art die Dinge anzusprechen!

Boris Grundl hatte sich kurz bevor er sein Sportstudium abgeschlossen hatte, bei einem Sprung von einer Klippe eine Querschnittslähmung zugezogen. Niemand hätte gedacht, dass er jemals irgendeine Form von Karriere machen würde. Heute ist er der vielleicht bekannteste Redner und Coach für Führungskräfte. Seine Leadership-Akademie ist wegweisend in der Branche. Es ist beeindruckend! Vergessen Sie, das Offensichtliche! Setzen Sie sich Ihre Ziele höher, als sie erreichbar scheinen! – Dieser Satz ist übrigens von Konrad Adenauer. Naja….. 😉

Was sind Ihre begrenzenden Glaubenssätze? Sie sind IT-Spezialisten. Ich nehme an, dass Sie sich sehr wohl fühlen, wenn Sie programmieren, Netzwerke entwerfen, neue Systeme aufsetzen und alles sicher zum Laufen bringen können. Alles Dinge, die für den Rest der Welt „Böhmische Dörfer“ sind. Sie wissen sehr viel mehr, als wir Normalsterbliche uns vorstellen können. Respekt! Aber machen Sie sich auch mal Gedanken darüber, was Sie noch alles erreichen können? Ich kenne diesen Glaubenssatz sehr genau. „Einmal IT, immer IT!“ ist so ein begrenzender Satz. Ich habe es selbst erlebt. Nach 25 Jahren als IT-Manager habe ich versucht dem Fluch zu entfliehen und bin immer wieder an unsichtbare Wände gelaufen. Ich wollte aus diesem Hamsterrad raus und begann, mich immer mehr um die Gestaltung und Optimierung von Geschäftsprozessen mit Hilfe der mir zur Verfügung stehenden Technologie zu befassen. Ich erkannte, dass die beste IT nichts nützt, wenn das Management nicht damit umzugehen weiß.

Sie schmunzeln und nicken wissen! Sehr gut! Unter uns: Kennen Sie einen einzigen Spitzenmanager in Ihrem Unternehmen der nur 30 Prozent von dem versteht, was alles möglich ist und wie man das am besten umsetzt?

Also ich glaube das nicht. Denn wenn es so wäre, wenn diese allmächtigen Manager eine Ahnung davon hätten, was man tun kann und was sie bisher nicht getan haben, dann würde mein Beratungsunternehmen sich nicht mehr vor Aufträgen retten können und ich würde meine Headhunter aussenden um Sie einzustellen! Aber Spaß beiseite. Sie wissen es längst. Sie sind mehr als nur der IT-Fuzzy in ihrem Unternehmen. Sie sind die Führungskräfte von morgen! Ihre Fähigkeiten, das Spezialwissen zu ERP-Systemen, EDV-Netzen, ClientServern, Virtuellen Clustersystemen, Datensicherheit und die Funktionalität von komplexen Virtuellen Systemen im Zusammenhang mit Führungsstärke ist genau das, was gebraucht wird.

Sie sind heute bestimmt nicht hier um ein neues Gadget oder eine paar Tipps zum Programmieren von Apps zu erhalten. Sie sind heute hier um einen Blick in Ihre Zukunft zu werfen.

Sie wissen, was möglich werden wird und welche Gefahren damit verbunden sind. Sie kennen aber auch die Chancen. Wer sagt denn, dass sie immer nur in der zweiten Ebene vor sich hinwerkeln werden?

Wer von Ihnen ist Geschäftsführer in einem IT fremden mittelständischen Unternehmen?

OK. Das sind nicht so viele.
Wer von Ihnen ist direkt der Geschäftsführung unterstellt?

Auch nicht so viele.

Aber nun kommt es: Wer von Ihnen ist der Finanzabteilung direkt unterstellt?

Das habe ich mir gedacht! Der überwiegende Teil.

Ganz klar. Und jetzt lassen Sie mich raten, was Ihr Chef immer wieder gebetmühlenartig wiederholt: „Müller! Denken Sie an die Kosten!“

/allgemeine Heiterkeit/ Zustimmung/ heftiges Nicken/

Ich kenne das! Mein persönlicher Hit war der Spruch eines Controllers mit eindeutig schwäbischen Wurzeln: „Zöbisch! Denken Sie an die KOSCHTEN!“

Was der Mann nicht einmal ahnte: Ich dachte schon damals an nichts anderes. Das war mein Verständnis eines IT Managers. Ich bin mir sicher, dass viele von Ihnen genau so denken. Und genau so viele werden sich über die Ignoranz der Finanzleute, Ihnen gegenüber, ärgern.

Ich verrate Ihnen ein offenes Geheimnis. Die Finanzler stehen im direkter Konkurrenz zu Ihnen. Sie tun alles, um Sie dort festzunageln wo Sie nach deren Meinung hingehören: In die IT-Fuzzy-Ecke.

Raus da! Sie haben es in der Hand!

„Einmal IT, immer IT!“ ist ein tolles Beispiel für begrenzende Glaubenssätze. Er stimmt und er stimmt nicht. Es ist eine Frage des Blickwinkels. Gehen Sie mal davon aus, dass es ohne IT nicht mehr gehen wird. Und dann gehen Sie davon aus, dass immer mehr dieser IT-Prozesse automatisiert und ausgelagert werden können. Wo finden Sie sich dann wieder?

Die Antwort ist ganz einfach: Im Zentrum des Unternehmens. Sie sind immer noch eine kleine Gruppe von Leuten die etwas von ihrem Geschäft verstehen.

Wenn Sie nun noch Management- und Führungskompetenz dazulernen, dann ist das ganz sicher eine richtige Entscheidung! Willkommen in der Zukunft!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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und nun der BlaBlaMeter-Check

Ihr Text: 6155 Zeichen, 940 Wörter
Bullshit-Index :0.23
Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau.
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