Google „Hosted in Germany“


Map of Germany with EU flag

Map of Germany with EU flag (Photo credit: Wikipedia)

 

Made in Germany hat einen guten Klang. Die Ursprünge für dieses Gütesiegel wurden im England des 19ten Jahrhunderts gelegt. Das aufstrebende Deutsche Kaiserreich war gerade dabei ein wirtschaftliches Schwergewicht in Europa zu werden. Ein Siegel musste her. Großbritannien zwang Deutschland dazu seine eigenen Produkte eindeutig als „Made in Germany“ zu brandmarken. Das Brand: Made in Germany – etablierte sich schnell als Synonym für Qualität. Es war Gründerzeit. Deutsche Unternehmen bauten, ähnlich wie heute die Chinesen, schamlos britische Technologie nach. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Geräte waren oft viel besser als die Originale. Deutsche Wertarbeit war nicht nur besser, sondern auch preiswerter zu haben. Das sprach sich herum.

 

2013 Wir leben in einer unsicheren Zeit und suchen verzweifelt nach neuen Märkten und neuen Produkten. Wir glauben an Silicon Valley und Redmond und vergessen, dass wir hier in Deutschland die besten Voraussetzungen haben um erfolgreich Software zu entwickeln und zu vermarkten. Prism und die rechtliche Unsicherheit von Daten in den USA haben uns eine Steilvorlage geliefert. Wenn wir die Standortvorteile richtig nutzen und ausserdem noch clever mit OpenSource-Software umgehen, werden wir einen Boom in Deutschland erleben. Ein bloggender Kollege wurde auf meinen PRISM-Artikel aufmerksam. Hier Auszüge aus einer eMail:

 

Sie werden lachen. Ich selbst nutze Google Apps sehr intensiv. Das ist die Technologie der Zukunft, die tatsächlich wunderbar funktioniert. Das rechtliche Problem ist die andere Seite der Medaille. Aber denken wir mal darüber nach, wie was funktionieren kann. Fakt ist, dass es unabhängige Software – OpenSource – gibt. Fakt ist auch, dass die Google Serverfarmen auf UBUNTU aufbauen. Ausserdem ist Google Lichtjahre von allen vergleichbaren Anbietern entfernt. Ich meine Google Apps, als Plattform für eMail, Kalender, Shared Documents und Videokommunikation. Google ist in dieser Richtung wegweisend und kaum jemand kommt daran vorbei. Microsoft versucht es gerade wieder mit seinem Office365. In Deutschland gibt es große Anbieter von Kollaborationsplattformen UNITED INTERNET ist so ein Schwergewicht. GMX, Web.DE, 1&1 und weitere erfolgreiche Unternehmen sind bereits sehr stark am Markt vertreten. Keines dieser Unternehmen kann sich mit Google messen. Das wird wohl auch in Zukunft so sein. Das könnte sich ändern, wenn Deutschland und die EU durch den Gesetzgeber zu einem sicheren Hafen für Daten werden würde. Und genau hierauf sollte sich eine Petition an den Bundestag und an das EU-Parlament konzentrieren. Es gäbe ja auch die Möglichkeit, dass es eine Art EU-Google gibt. Google Rechenzentren auf dem Boden der EU unter dem Rechtssystem der EU. Dann könnten wir auch in Zukunft von dieser einmaligen Technologie profitieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich dabei um ein sehr interessantes Modell handelt. Selbst wenn Freunde oder Feinde sich dieser Daten bemächtigen sollten, hätten sie keinerlei Rechtsanspruch auf die Daten. Das ist so wie eine Zeugenaussage aus dritter Hand: nicht rechtswirksam. Fragen wir einfach mal die Juristen.
Ein weiterer Aspekt ist die Datensicherheit für Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern. Wenn wir hier höchste Datenschutzstandards zur Verfügung stellen, dann sollten auch fremde Unternehmen diese Standards in Anspruch nehmen wollen. Und genau das meinte ich. Es wäre ein riesiger Erfolg, wenn Europa und insbesondere Deutschland auf sehr hohen Datenschutzstandards bestehen würde. Dann wäre sogar ein Google „Hosted in Germany“ oder der „Safety in EU“ möglich…..

 

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