Wege aus der Ausweglosigkeit


Was treibt Manager in die Ausweglosigkeit?

„Ich war noch nie wirklich relaxed!“
„Entspannung kam in meinem Vokabular nicht vor.“
„Wer stehen bleibt, hat schon verloren.“

Die Geschichte von Swisscom-Chef Carsten Schloter (49) war eine offensichtliche Erfolgsgeschichte, bis er am Ende Suizid beging. Er hätte es besser wissen können. Aber es gab für ihn scheinbar keinen anderen Ausweg. Sein tragisches Ende führt uns vor Augen, wie mörderisch Erfolg heute sein kann.

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Ein Journalist der Schweizer Sonntagszeitung führte im Mai 2013 ein Interview mit dem damaligen Chef der Schweizer Swisscom. „Irgendwann kommt der Punkt, sie sie das Gefühl haben nur noch von einer Verpflichtung zur nächsten zu rennen. Das schnürt Ihnen die Kehle zu“, erzählte Schloter dem Journalisten. Zwei Monate später war er tot. Die Polizei geht von einem Suizid aus. Der Manager hatte am Ende getrennt von seiner Frau und seinen Kindern gelebt. Der Mann war ein bekennender Workaholic, jemand der es allen vormachte, wie Erfolg funktioniert. Aus dieser Rolle fand er nicht mehr heraus. Er war ein Mann, der niemals sein Smartphone ausschaltete um nichts zu verpassen und immer erreichbar zu sein.
„Ich stelle bei mir fest, dass ich immer größere Schwierigkeiten habe, zur Ruhe zu kommen und das Tempo herunterzunehmen“, gab der Manager offen zu. Das ist nicht selbstverständlich. Viele Manager mit ähnlichen Problemen bestreiten oft vehement, dass das ein Problem sei. Im Gegenteil! Es gehört längst zum guten Ton und zur festen Rolle erfolgreicher Manager, immer auf der Überholspur unterwegs zu sein. Stillstand ist für sie gleichbedeutend mit Rückschritt und Versagen. Sie befinden sich in einem Teufelskreis. Sie haben es nicht gelernt mit einer solchen Situation umzugehen.
Wenn ein Manager diese Symptome an sich erkennt, kann ein Gang zum Arzt notwendig werden. Es ist aber auch ein perfekter Ansatz für ein Coaching. Solange der Zustand nicht pathologisch ist, kann ein Coach der geeignete Partner sein.
Der Anlass und das Ziel des Coachings kann dann etwa so formuliert werden: „Ich will lernen mich zu entspannen und ganz bewusst Ruhepunkte zu setzen.“
Das Coaching kann beginnen! Wenn ein Manager erkennt, was ihn belastet, dann kann es eigentlich schon losgehen. Doch vor dem eigentlichen Coaching erfolgt ein ausführliches Vorgespräch, die Anamnese, wenn man so will. Der Coach kann sich jederzeit dazu entschließen, das Coaching abzubrechen und dem Klienten zu empfehlen, einen Arzt aufzusuchen.
Die meisten Coachings haben andere Ziele. Die erfolgreichen Manager, die bemerken, das ihr Leben ihnen aus dem Ruder läuft sind eher seltene Klienten für einen Coach. Allerdings kann man anhand solcher Fallbeispiele leichter erkennen, was Coaching ist und was man damit erreichen kann. Coaching kann lange vor einem Hörsturz, einem Kreislaufzusammenbruch, Schlaflosigkeit, Depression und chronischer Erschöpfung praktiziert werden. Ein Coach ist ein erfahrener und ausgeglichener Begleiter in einer Lebensphase in der Die Balance zwischen Verantwortung und Entspannung neu justiert werden muss. Was den meisten Menschen fehlt, ist ein Vertrauter, dem man wirklich alles anvertrauen kann. Früher gingen die Menschen zu Beichte oder suchten einen Seelsorger auf, um mit ihm über alles zu reden. Heute wird das eher als Schwäche gedeutet. Die Ursache ist häufig in der schlichten Überforderung von Menschen zu finden, die so etwas anbieten. Lebenserfahrung und eine professionelle Ausbildung auf diesem Gebiet ist eine gute Grundlage um Coaching als Dienstleistung anzubieten. Am Anfang steht immer professionelles und aktives Zuhören. Es geht immer darum, das Vertrauen des Klienten zu erringen. Vertrauen ist der Anfang von allem.
Es ist leichter einen guten Coach zu finden, als man glaubt. Mein Tipp: Suchen Sie sich einen Coach, den Sie kennen, oder der Ihnen empfohlen wird und probieren sie es einfach aus. Sie werden schnell merken, ob es Coaching funktioniert. Und wenn nicht bei diesem Coach, dann beim nächsten. Das ist genau so leicht oder so schwer wie einen guten Psychologen zu finden. Es kann unter Umständen Leben retten.

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