Coaching? Brauche ich nicht!


Eine Frage schwebt immer im Raum, wenn es um das Thema Coaching für Führungskräfte geht. „Wozu brauche ich einen Coach? Ich bin doch bisher auch ganz gut ohne Coach ausgekommen und weiß ziemlich gut, wie es geht!“ Unternehmer und leitende Angestellte stecken in einem begrenzenden Glaubenssystem fest. Sie glauben, dass sie keine Unterstützung brauchen und alles selbst schaffen können. Kommt Ihnen das bekannt vor? Mir schon! Ich kenne diese Denkweise sehr genau und ehe ich mich einem Coach anvertraue, muss auch ich ein paar Hürden überspringen. Die erste Hürde ist schnell definiert. Der Coach muss mich interessieren und ich möchte gerne, dass etwas dabei herausspringt, wenn ich mich einem professionellen Coaching unterziehe. Ich habe einen gewaltigen Vorteil. Ich weiß, dass Coaching funktioniert und ich weiß auch, dass ich mit einem Profi meine Ziele schneller erreichen kann. Coaching funktioniert tatsächlich, auch wenn Sie es im Augenblick noch noch für pure Propaganda halten. Ich weiß, wovon ich rede, wenn ich behaupte, dass Unternehmer sehr ungerne die Hilfe eines Coachs in Anspruch nehmen. Die meisten Unternehmer mit denen ich arbeite, unterhalten sich sehr gerne mit einem Coach. Ich habe sehr oft mit Führungskräften zu tun und die Gespräche sind auch für mich sehr interessant. Ich interessiere mich sozusagen aus Berufung für die Themen meiner Gesprächspartner. Ein beliebtes Thema ist natürlich Coaching. Ganz allgemein finden meine Gesprächspartner das ganz interessant und wollen wissen wie das alles funktioniert. Aber Geld dafür ausgeben oder Zeit investieren? Das hätten sie nicht nötig, sie wüssten schon selbst am besten was zu tun sei. Die Hürde ist vorhanden und wenn ein Unternehmer es vermeiden kann, macht er es doch lieber selbst.
Ich habe es oft genug erlebt, dass ich mich mit einem Unternehmer über ein bestimmtes Thema unterhalten habe. Das Gespräch war sehr interessant und ich habe Fragen gestellt und eine fruchtbare Atmosphäre hergestellt. Probleme kamen auf die Tagesordnung und alles lief hervorragend. Wir verabschiedeten uns und ich wiederholte mein Coaching-Angebot. Eine Woche später rief ich wieder an um mich in Erinnerung zu bringen und nachzufassen. Inzwischen war ein Wunder geschehen. Der Unternehmer erzählte mir eine geschlagene Stunde, dass er nach unserem Gespräch jede Menge neuer Ideen gehabt hätte und nun genau wisse, wie er es machen müsse. Für ihn war klar, dass er alles ganz alleine gelöst hätte. Er brauche eben keinen Coach um weiterzukommen. Für mich war klar, dass wir wieder einmal ein durchschlagendes Kurzzeitcoaching erlebt hatten. Coaching funktioniert. Ich weiß es! Insgesamt habe ich ungefähr 6 Stunden mit dem Klienten verbracht. Für mich ist es reine Akquisearbeit. Allerdings werde ich jedes weitere Gespräch in Rechnung stellen. Wenn ich so weitermache, dann muss ich mir wirklich bald einen neuen Job suchen…. 😉

Coaching – Interessengruppen


Coaching – Interessengruppen

  • Coaching als neuer Beruf
  • Coaching als Werkzeug für Psychologen und Therapeuten
  • Coaching als Beratungsformat von Psychologischen Beratern (Supervision, Mediation, Seelsorge)
  • Coaching als Führungsstil
  • Coaching als Grundhaltung
  • Coaching als Werkzeug zur Persönlichkeitsentwicklung
  • Coaching für Teams
  • Coaching für Führungskräfte und Entscheider
  • Coaching für Coachs als Nachweis von beruflicher Kompetenz

Bei der Suche nach Artikeln und Informationen über Coaching kommt es immer darauf an, aus welchem Blickwinkel das Thema behandelt wird. Führungskräfte und Entscheider sind oft eher an Coaching als Führungsstil interessiert, als an externen Beratern. Externe Berater haben es schwerer sich am Markt zu etablieren, als allgemein angenommen wird. Weiterbildungsakademien argumentieren mit anderen Zahlen und Trends oder ignorieren das Thema komplett. Stillschweigend wird davon ausgegangen, dass sich der Bedarf an professionell ausgebildeten Coachs in den kommenden Jahren enorm erhöhen wird. Theoretisch mag das stimmen. Praktisch ist es sehr schwer für einen Coach, ständig neue Kunden zu finden und regelmäßig Aufträge zu bearbeiten. Die meisten Coachs arbeiten in anderen Kerngebieten und bieten Coaching als Zusatzkompetenz an. Life-Coaching für private Problemstellungen spielt eine eher untergeordnete Rolle. Im privaten Bereich wird eher nach dem Grundsatz verfahren. „Coaching! Interessant! Coach mich mal!“ Geld ist damit nicht zu verdienen. Frisch ausgebildete Coachs, die ihre Familie und ihre Freunde versuchen zu coachen, vereinfachen das Thema nicht unbedingt. Das Thema scheint mehr zu verwirren, als zu klären. Esoterische Strömungen tragen nicht gerade zu einer Klärung bei. Der Mittelstand ist eine interessante Zielgruppe für alle möglichen Anbieter von Beratungsdienstleistungen. Ausgehend von einem fast nicht wahrnehmbaren Markt für externe Beratung und Coaching, wird regelmäßg von enormen Wachstumspotentialen ausgegangen. Steigerungsraten von mehreren hundert Prozent lassen sich so leicht herleiten. In der Praxis spielt reines Coaching kaum eine Rolle. Coaching wird hauptsächlich von größeren Organisationen als Werkzeug für die Personalentwicklung eingesetzt. Freie Mitarbeiter bewerben sich und werden in einem Coachingpool zusammengefasst. Bei den freien Mitarbeitern handelt es sich oft um studierte Psychologen, die eine völlig andere Reputation mitbringen, als Quereinsteiger aus kaufmännischen oder technischen Berufen. Coaching ist das neue Werkzeug für Psychologen. Potentielle Kunden vertrauen sich einem Coach an und vermeiden so das Stigma, sich bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten, „auf die Couch zu legen“.

Anders sozialisierte Coachs müssen sich besondere Alleinstellungsmerkmale suchen. Genau an dieser Stelle beginnt eine Gratwanderung. Coaching hat mit Sicherheit eine große Zukunft. Allerdings braucht es etwas Geduld und Ausdauer um diese Zukunft zu erleben.