Alter Wein in neuen Schläuchen


English: Diagram showing overview of cloud com...

English: Diagram showing overview of cloud computing including Google, Salesforce, Amazon, Microsoft, Yahoo, Zoho, Longjump and WorkXpress (Photo credit: Wikipedia)

Der CCC hat es ausgesprochen, was längst alle wissen. Deutsche Rechenzentren arbeiten mit Technologien, die bereits in den 1990er Jahren zur Verfügung standen. Hier soll Uralttechnologie als etwas ganz neues verkauft werden. Die großen IT-Konzerne sind alle Amerikaner und sie sind technologisch viel weiter, als man denken mag. Anwender, die bereits mit Google Apps gearbeitet haben, wissen wovon die Rede ist. Die Plattform ist genial, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so aussieht. Das Entscheidende ist die Technologie, die dahintersteht. Multi-Tenant ist das Stichwort. Es ist bei Google Apps vollkommen egal, ob ein Unternehmen 5 oder 50.000 Clients hat. Das macht ihnen so schnell niemand nach.  Selbst Unternehmen wie Microsoft haben Schwierigkeiten, Google als Plattformanbieter zu folgen. Wer einmal intensiv mit Google Mail, Docs und Calendar gearbeitet hat, wird erkennen, wie Unternehmen und Privatkunden in Zukunft arbeiten werden. Das Problem der Datensicherheit und des Datenschutzes ist eine Seite der Medaille. Dieses Problem kann aber derzeit durch die deutschen Unternehmen nur ansatzweise gelöst werden. Die Politik könnte weiterhelfen. Aber auch das ist nur ein unzureichender Ansatz. Unternehmen sind nicht mehr auf Nationalstaaten beschränkt. In dem Moment, wo es ein Tochterunternehmen in den USA, Kanada oder Großbritannien gibt, gibt es auch direkte Internetverbindungen. Und noch etwas: Das Internet ist so angelegt, dass sich die Nachrichten in Form von Datenpaketen immer den schnellsten Weg suchen. Theoretisch nehmen alle Informationen gerne den Umweg über die USA um schnell beim Empfänger anzukommen. Das zu regulieren dürfte die Fähigkeiten der deutschen Politik bei weitem überschreiten. Selbst Europa kann sich nicht abschotten. Warum auch? Das geplante Freihandelsabkommen zwischen Nordamerika und Europa ist der richtige Schritt. Alle gegenteiligen Meinungen werden sich im Sande verlaufen. Wir leben in einer globalisierten Welt. Wir werden in Zukunft die Debatten der US-Senats und der Europäischen Union sehr aufmerksam verfolgen müssen. Was die Bundesregierung tun kann liegt auch immer im Interesse Europas und der transatlantischen Partner. Die gute Zusammenarbeit des BND mit der NSA und anderen Geheimdiensten sollte uns eher beruhigen. Wir sollten daran interessiert sein auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Wenn man das mal von den deutschen Internetprovidern sagen könnte.  Wer heute die Vorteile digitaler Spitzentechnologie geniessen will, schaut sich ganz genau an, was Google&Co. zu bieten hat. Moderne Maschinenstürmerei oder Totalverweigerung bringt überhaupt nichts.

4 Kommentare zu “Alter Wein in neuen Schläuchen

  1. Nun, Deutschland setzt eben auf Bewährtes 😉

    Gegen grössere Strukturen hötte ich nichts einzuwenden, leider scheinen diese aber eher Kontrollstrukturen zu werden. Und wir sollten – bei der düsteren Stimmung – nicht vergessen, dass der NMD noch lernt und kopuert, PRISM in USA …

    Liken

  2. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Europa-traeumt-vom-IT-Airbus-article11151961.html

    Wenn das tatsächlich versucht wird, dann werden die Jungs und Mädels dort oft umdenken müssen, da werden viele Weltbilder neu zu ordnen sein.

    Solche Aufgaben reizen mich immer, es kommt aber darauf an, dass die Ziele näher definiert werden. Wenn es heisst: Wir machen ein (abhör-) sicheres Netz, ermöglichen Ermittlungen, Daten beilben im Privatbesitz … sollte möglich sein, bleibt aber ein Rennen und ob man hippere Software machen kann als Google – die haben bislang nur umgesetzt, über was schon lange geredet wird, da gibt es schon noch Luft nach oben.

    Das ist aber nichts für Hierarchiker und „ist doch alles gut“ Denken. Das braucht Biss und die Möglichkeit, beissen zu können.

    Möglich ist vieles, wenn man sich nicht an alten Wegen festhält nur um das Neue zu verlieren – was wir zur Zeit (und schon sehr lange) leider machen.

    Liken

    • Der N-TV Artikel ist absolut super! Danke für den Link! Übrigens können wir das mindestens genau so gut machen wie Google&Co. Das einzige Problem ist, dass am Anfang Verluste in Millionenhöhe generiert werden müssen um den Markt zu durchdringen. AMAZON macht genau das.
      Und das funktioniert in Deutschland nicht, weil die Mentalität eine andere ist. Die meisten Unternehmer gehen auf „Nr.Sicher“ und wollen Gewinne sehen. Klein Klein. Politik kann die Rahmenbedingungen setzen. Aber auch dann ist der Erfolg nicht garantiert.

      Liken

  3. Also ich bin der Meinung „wir könnten das mindestens genauso gut wie…“. Die Einschränkung kommt, weil ansatt mit mehreren kleinen Teams Ideen zu produzieren und zu testen, wiedermal Wenige die Köpfe zusammenstecken und über mehrere Urlaube hinweg die Ideallösung, die 1000 Jahre hält, machen wollen. Software, die unter Laborbedingungen gebaut wurde, war bislang schon immer veraltet, bevor und falls sie auf den Markt kam. So wird es also nicht gehen. Es braucht schnelle Lösungen zu denen die hier angewendeten Arbeitsprozesse nicht führen können.

    Aus Erfahrung heraus (Spezialist für Arbeitsprozesse in der IT) sage ich wir „könnten“, weil die Art, wie vermutlich an die Sache herangegangen werden wird, die Sache zumindest in die Länge ziehen würde. Gebraucht wird aber eine schnelle Lösung, denn wenn die Leute erst mal über eine längere Zeit so weiter gemacht haben und nichts passiert ist, dann kann das Interesse schnell einschlafen, auch wenn die Gefahren weiter bestehen bleiben. FAnNet und DailyTool sind die besseren Konzepte und Werkzeuge für diese Aufgabe und überholen Google & Co gleich auf den ersten Schritten, einsetzbare aber noch experimentelle Prototypen sind binnen weniger Monate und kleines Geld machbar, es wäre auch schnell genug.

    Die benötigte Software könnte also zeitnah erstellt werden. Viele werden das bezweifeln, viele, die wissen wie das in der IT so läuft. Aber Hand aufs Herz: Wie lange dauert es nur den Kern, für den es Beispielprogramme gibt mit ein paar Enthusiasten (Spezialisten für Programmiersprachen, Werkzeuge und Betriebssysteme zu erstellen? Es gilt, dass diese die bisherige Arbeit auf die Bedürfnisse ihres Fachgebiets abklopfen, wahrscheinlich nur minimale Änderungen abgesprochen und eingarbeitet werden, damit ist eine Schnittstelle geschaffen, die alle Fremdprodukte, die sich von aussen steuern lassen, zugegriffen werden kann. Die Welt steht offen und bietet einen neuen sehr einfachen Zugang.

    Das Produkt ist zusammen mit Dokumentation und Schulungsmaterial zu erstellen? 3 bis 6 Monate sollten reichen und die meiste Zeit kämpfen die Leute mehr, mit den 3 bis 7 neuen Pattern und Denkweisen. Bis zum Jahreswechsel wäre das machbar. Harte Arbeit, aber machbar für ein knapp 10 köpfiges Team.

    Auf welcher Hardware soll das laufen? Leider wird es hier politisch. Aber von welcher Politik reden wir hier? Internet politisch sollten alle beteiligt sein und sicherheitspolitisch sind geschlossener Code heute nicht mehr verkaufbar? Darf nur inländisch Hardware verwendet werden und sind Franzosen, Italiener oder Griechen Ausländer? Sind alle benötigten Bauteile unter diesen Aspekten verfügbar? Welche Abstriche kann man machen?

    Wenn die Daten der Bürger zu schützten sind, kann man dann ausländischen Firmen erlauben, die Daten zu transportieren oder reichen gesetzliche und die Prüfmöglichkeiten aus? Hier wird es politisch sehr eng ….

    Man könnte beim Endbenutzer Geräte aufstellen, die Verschlüsseln und FAnNet Clients, vielleicht sogar Server sind. Damit müsste man nur entsprechende PC / Server auswählen, mit einem geeigneten (und geprüften Betriebssystem ausstaten, die Software aufspielen und gut verschlossen – nur Netzwerk keine lokale Datenträger …- verschicken. Die Hardwarekosten würden sich auf viele verteilen und könnten von der Steuer absetzbar gemacht werden (auch für Privatpersonen?).

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s