ein Coach coacht nicht ungefragt


Gespräche und Verträge

Immer wenn wir mit anderen Menschen kommunizieren, werden unwillkürlich Verträge miteinander geschlossen. Vereinbarungen werden lautlos getroffen, Urteile gefällt und Vertrauen wird aufgebaut. Es sind kurze Augenblicke in denen diese Abstimmung passiert.

Flying apparatus of Carl Friedrich Meerwein.

Flying apparatus of Carl Friedrich Meerwein. (Photo credit: Wikipedia)t. Dann werden diese Verträge wieder gebrochen und das Vertrauen ist schnell wieder dahin. Beim Coaching betritt man einen relativ sicheren Hafen, weil zumindest einer der Vertragspartner diese Zusammenhänge kennt und den Prozess beherrschen kann. Ein Coach weiß, wie das geht. Davon wollen wir einmal ausgehen. Die Rede ist von einem echten Coach, der tatsächlich weiß wie das alles funktioniert. Ganz abgesehen davon, dass auch der beste Coach der Welt immer wieder etwas dazulernen wird. Auch das ist übrigens ein guter Grund, um Coach zu werden.

Es ist ein sicherer Hafen, wenn man sich mit einem Coach unterhält. Coachees merken das und stellen sehr schnell fest, dass es eine völlig andere Qualität hat sich mit einem Kommunikationsprofi zu unterhalten. Es fühlt sich gut und sicher an. Man kann sich darauf verlassen, dass ein Coach in der Lage ist, ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Allerdings ist ein Coach auch nur ein Mensch und nicht immer Coach. „Du coachst mich schon wieder!“, höre ich oft, wenn ich mich mit Menschen unterhalte, die wissen was ich mache. Das stimmt nicht ganz. Ich coache niemand ungefragt. Dazu ist dann wieder eine andere Art Vertrag nötig. Ein Coachingvertrag beinhaltet immer die Bereitschaft des Klienten und eine Reihe von grundlegenden Voraussetzungen. Ein Coaching funktioniert ein wenig anders als ein normales Gespräch. Voraussetzung ist die Bereitschaft des Coachee in einen Coachingprozess einzutreten und die Bereitschaft des Coach ein Coaching durchzuführen. Das geht nicht so einfach, nebenbei. Also keine Angst vor der Begegnung mit einem Coach. Glauben Sie mir: Der coacht nicht den lieben langen Tag so einfach vor sich hin. Er sagt Bescheid, wenn das Coaching beginnt.
Ein ganz normales Gespräch mit einem Coach verläuft immer ein wenig anders als mit jemand, der keine Ahnung vom Coaching hat. Aber gestatten wir es doch auch den Meistern der Zunft einmal ganz entspannt ein Gespräch zu führen. Ich persönlich coache nicht mein persönliches Umfeld. Es kann aber durchaus hilfreich sein, wenn man weiß wie Konflikte entschärft werden und wie man achtsam und aufmerksam mit seinen Mitmenschen umgeht. Das ist kein Coaching. Es ist einfach nur erwachsene Kommunikation.

Vor einigen Tagen hatte ich das zweifelhafte Vergnügen mich mit einem – gelinde gesagt – einfach gestrickten Menschen zu unterhalten. Ich habe überhaupt nichts gegen Leute, die nicht die akademischen Weihen von Hochschulen und Universitäten genossen haben. Ich habe etwas gegen dumpfen Fremdenhass. Spätestens wenn lautstark „allgemein bekannte Wahrheiten“, mit dem Brustton der Überzeugung repetiert werden, dann stelle ich Fragen wie: „Ich das wirklich immer so? Gibt es Ausnahmen?“ Ich traf einen entfernten Verwandten, den ich seit vielen Jahren nicht gesehen hatte und ich bin wirklich nicht neugierig auf eine weitere Begegnung. Es tut mir Leid! Das muss ich nicht haben. Aber es war eine Erfahrung für mich. Wir unterhielten uns ungefähr 10 Minuten und dann beendete ich die Kommunikation diskret und endgültig, ohne dass der Mensch es bemerkte. Ich bin kein Freund von Schubladen. Aber primitiver, dumpfer Fremdenhass hat keinen Platz in meiner Welt. Es gibt tatsächlich Menschen, mit denen auch ein Coach nicht reden mag. Man kann schon, aber es gibt Grenzen des guten Geschmacks.
Menschen, die zumindest wissen, was Coaching ist, haben einen entscheidenden Vorteil. Jeder Blog hat sein eigenes Publikum.