Refraiming


Sean Connery at the private party after the pr...

Sean Connery at the private party after the premiere of the movie Seems like old times. Cropped and slightly enhanced from the original, removed some noise and scratches. (Photo credit: Wikipedia)

 

“Nicht die Dinge an sich sind es, die uns beuruhigen, sondern vielmehr ist es unsere Interpretation der Bedeutung dieser Ereignisse, die unsere Reaktion bestimmt.” (Mark Aurel)

 

 

 

Refraiming ist ein wichtiger Bestandteil in allen Beratungsformaten. Wenn man es schafft einen anderen Standpunkt zu finden und eine andere Sicht auf Erlebnisse und Ereignisse, dann ist ein großer Teil der Arbeit schon getan. Eine Glatze kann einen Mann entweder zu einem Verlierer machen – oder zu einem besonders männlichen Mann. Bruce Willis sieht doch mit Glatze viel besser aus, als mit Haaren. Eine Lesebrille deutet auf die verloren gegangene Jugend eines Menschen hin, oder ist ein Zeichen von großer Bildung. Denken wir nur an Sean Connery in “Im Namen der Rose”. Jugendliche benutzen heute immer öfter eine Woody Allen Brille mit Fensterglas, als modisches Accessoire. Die Hornbrille eines Schriftstellers bei einer Lesung und die Art und Weise wie er sie einsetzt, hat eine ganz eigene Bedeutung.

 

“Wenn eine Tür zugeht, dann öffnen sich andere Türen! Man muss sie nur finden und durch sie hindurchgehen.” (keine Ahnung von wem das ist)

 

 

 

Coaching hat sehr viel mit NLP und positiver Psychologie zu tun, aber nicht mit süsslicher Schönfärberei. Manchmal geht es auch hart zur Sache, wenn man den Problemen auf die Spur kommen will. Ich habe schon Coachings als Klient erlebt, in denen ich mir vorkam wie auf einem heißen Stuhl. Niemand hält es lange aus einem guten Coach etwas vorzuenthalten. Es ist ja auch Unfug! Ein Coaching ist keine reine Wohlfühlveranstaltung. Erst wenn es gelingt, die Knackpunkte zu finden, kann man sich an die Lösungsfindung heranwagen. Das ist ein wichtiges Thema für die ersten Coachingsitzungen. Vertrauen aufbauen und den Klienten aufzeigen, dass Coaching keine Spielerei ist, sondern harte psychologische Arbeit. Erst wenn man den Punkt findet, wo es wehtut, “wo der Schuh drückt”, kann man richtig zusammenarbeiten. Leider sind wir heute derart an Schönfärberei und “Friede, Freude, Eierkuchen” gewöhnt, dass wir vergessen, das es nicht immer so ist.
Wenn wir jemand treffen, den wir lange nicht gesehen haben, dann lautet die Antwort auf die Frage “Geht es Dir gut?” oder “Wie geht es Dir?” schablonenhaft “Gut! Mit geht es sehr gut!” Kaum jemand will es wirklich wissen, wie es uns geht. Und manchmal gefällt den Fragestellern die Antwort überhaupt nicht. “Mir geht es sehr gut! Ich habe gerade einen tollen Auftrag an Land gezogen! Ich mache große Fortschritte in meiner freiberuflichen Tätigkeit!” Die Reaktion auf diese Antwort kann ich sofort an den Gesichtern ablesen: Es ist eine Mischung aus Unglauben, Desinteresse und sogar Neid. Ein Freiberufler passt nicht in die geordnete Welt der sozialversichungspflichtig Beschäftigten. Andererseits weiß jeder, dass die Rente in unserer alternden Gesellschaft bald nicht mehr nur aus Rentenabgaben finanziert werden kann. Eine Mindestrente – unabhängig von der Anzahl und der Höhe der Versicherungsjahre wird immer wahrscheinlicher. Es ist nur eine Frage der Finanzierung und der Zeit.

 

Es gibt da so eine Geschichte, die ich gerne erzähle, wenn es um Refraiming geht. Ein russisches Bäuerlein hatte ein Pferd und er hatte einen Sohn. Eigenartigerweise ist nie von seiner Frau die Rede. Aber auch das kann man ändern.
Eines Tages verschwand sein einziges Pferd. Er machte sich auf die Suche und nahm seinen Sohn mit. Sie konnten es nicht finden. Die Nachbarn sagten “Du armer, armer Mann! Nun ist alles verloren! Dein eiziges Pferd ist verschwunden! Was sollst du nun tun? Wovon sollst du leben?” Das Bäuerlein antwortete nur: “Wer weiß, wozu es gut ist! Gott hat’s gegeben, Gott hat’s genommen!”

 

Ein paar Tage später tauchte das verlorene Pferd in der Steppe wieder auf. Der Sohn fand es und wollte es nach Hause bringen. Aber das Pferd hatte sich mit wilden Pferden angefreundet und eine ganze Herde folgte den Beiden. Stolz führte der Sohn die Herde in die Koppel und die nachbarn staunten! “Du Glücklicher! Was für ein Reichtum!” Der Bauer antwortete nur: “Wer weiß, wozu es gut ist!” Die wilden Pferde mussten zugeritten werden. Der einzige Sohn machte sich an die Arbeit und er war sehr erfolgreich darin. Die Nachbarn staunten und murmelten: ”Was für ein glücklicher Mann du sein musst! Du hast einen geschickten Sohn, der dir viel Freude macht!” Der alte Bauer antwortete nur: “Wer weiß, wozu es gut ist? Gott hat’s gegeben, Gott hat’s genommen!”

 

Der Sohn stürzte vom Pferd und brach sich ein Bein so unglücklich, dass es wohl für immer steif bleiben würde. Die Nachbarn beklagten das Unglück lautstark: “Du armer Mann! Dein einziger Sohn! Und nun kann er nicht mehr so gut für dich arbeiten! Wie furchtbar!” Der alte Bauer sagte seinen bekannten Spruch auf. “Wer weiß, wozu es gut ist!”
Dann gab es Krieg. Die jungen Männer wurden alle zum Militärdienst eingezogen. Nur der Sohn unseres Bauern nicht, weil er nicht für den Militärdienst tauglich war. Kaum einer der jungen Männer kam mit dem Leben davon. – REFRAIMING –

 

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