2014


2014 wird ein spannendes Jahr. Vor genau einem Jahrhundert brachte der Weltkrieg, der später der Erste Weltkrieg genannt werden sollte, eine ganze Welt zum Einsturz. Alles war plötzlich ganz anders, als man es sich damals überhaupt vorstellen konnte. Die Welt vor 1914 war eine andere, als die Welt in der wir leben. Die Welt in der wir morgen leben werden, wird wieder eine andere sein. Wir ahnen es bereits, aber wir wissen nicht, was sich alles verändern wird. In einem Magazin konnte man lesen, dass die heute Geborenen nicht mehr wissen, was Privatsphäre bedeutet. Gigantische Datenbanken sind in der Lage alle Daten, die wir hinterlassen zu speichern und auszuwerten. Die Frage, warum die NSA und andere Geheimdienste Daten sammeln, stellt sich nicht mehr. Sie tun es, weil sie es können. Wie sagte doch schon Lenin? “Wissen ist Macht!” Oder war es Marx? Egal! Früher glaubten wir, dass das etwas mit Schule und Ausbildung zu tun hat. Heute wissen wir, dass es um Geheimnisse und Geheimdienste geht. Insiderwissen kann über Nacht unglaubliche Gewinne bringen. Wird dieses allumfassende Wissen für kriminelle Organisationen verfügbar, dann kann sich jeder einigermaßen gebildete Mensch vorstellen, was die mit unseren Daten anfangen könnten. Wo ist der Unterschied zwischen einer Suchmaschine, die uns gezielt mit Informationen und Werbung bombardiert und einer kriminellen Organisation? Die Welt verändert sich und es ist gut Dinge kritisch zu beurteilen. Die Datenschützer der Republik, allen voran der oder die Datenschutzbeauftragte, scheinen hilflos zu sein. Im Kanzleramt wiegelt man ab. Pofalla geht zur BAHN. Mehdorn eröffnet den neuen Flughafen im Testbetrieb. Altmaier wird der neue Intimus der Kanzlerin. Er hatte sich seine Sporen als loyaler Manager auf verlorenem Posten verdient. Die Sache mit den erneuerbaren Energien ist vor allem eines: Teuer. Vielleicht wird Deutschland eines Tages davon profitieren. Wahrscheinlicher ist, dass die Chinesen unsere Produkte so toll finden, dass sie uns ihren Respekt erweisen und einfach alles nachbauen. Das hatten die Japaner in den 1970ern auch schon erfolgreich getan. Die meisten wichtigen Erfindungen kamen damals tatsächlich aus Deutschland. Heute ist das wieder so. Sogar die Quantencomputer aus Europa sind ein bisschen besser, als die in den USA. Aber das wird sich schnell ändern. Kryptografen der NSA gieren nach besserer Technologie und sie werden sie bekommen. Das Militär und die Geheimdienste haben schon immer technologische Quantensprünge befeuert. Die Luftfahrttechnik, die Computertechnologie, das Internet, Raketen und Satelliten würden heute nicht in der Form existieren, wenn es keine militärische Verwendung gegeben hätte. Was ist böse und was ist gut? Gut ist böse und böse ist gut. Auch Kanzlerin Merkel hatte es in ihrer Jugend gelernt, Dinge dialektisch zu betrachten. Grenzen zwischen den politischen Lagern verschwimmen.
25 Jahre nach dem Fall der Mauer können wir ein Fazit formulieren: Ostdeutsche denken sehr pragmatisch und sie haben die alte Bonner Republik längst beiseite geschoben. Die Berliner Republik ist anders. Sie liegt nicht nur geografisch viel weiter im Osten. “Lieben und arbeiten, sind die Fähigkeiten, die die vollständige Reife auszeichnet.”, sagte Sigmund Freud einmal zu seinem Schüler Erik Erikson. Arbeit gehört zu einem ausgefüllten und befriedigenden Leben genau so wie die Fähigkeit zu lieben. Wer annimmt, dass Menschen nicht arbeiten wollen, irrt gewaltig. Die Gleichberechtigung der Frau und die umfangreichen Möglichkeiten Arbeit und Familie in Einklang zu bringen nehmen Einzug in das Bewusstsein der Berliner Republik. Das war vor 25 Jahren noch ganz anders. Wer erinnert sich nicht an die heftigen Diskussionen mit westdeutschen Müttern in denen sie das vorherrschende System der Kinderbetreuung verteidigten? In Wahrheit wurden damals Frauen mit Kindern von der Arbeit ferngehalten. Heute ist es allgemein anerkannt, dass Ganztagsschulen und Kindertagesstätten erstrebenswerte Einrichtungen sind. Warum sagt man eigentlich nicht mehr Kindergarten? Der Begriff ist in Amerika gang und gäbe und er ist gleichzeitig ein guter Ansatz. Kinder in einem Garten, in dem sie gehegt und gepflegt werden, erzeugen ein positives Bild. Ostdeutsch sozialisierte Männer und Frauen leben heute ganz selbstverständlich mit einer Identität auf die sie stolz sein können. Sie tun das leise und effizient. Kein Wunder, denn ideologische Schranken kennen sie längst nicht mehr. Sie haben grundlegende Umbrüche nach einer langen Zeit der Agonie und krankhaften Unbeweglichkeit eines politischen Systems erlebt und sie haben einen siebten Sinn für Dinge, die verändert werden müssen, um wirklichen Fortschritt zu erzielen. Sie wissen bereits, dass nichts so bleiben muss wie es ist. Alles wird möglich, wenn man offen ist für Veränderungen.
Das Jahr 2014 wird ein besonderes Jahr. Das Gedenken an 1914 und 1989 wird einen großen Platz einnehmen. 1914 taumelte Europa nach einer langen Periode des Friedens in eine Katastrophe. 1989 erst war der Kalte Krieg plötzlich zu Ende. Niemand hätte geglaubt, was da innerhalb nur einen Jahres passieren würde. Der Mut, der Freiheits- und Gestaltungswillen der Menschen hatte Mauern zum einstürzen gebracht, die kurz zuvor noch unverrückbar schienen. Man hatte sich eingerichtet und ganz plötzlich wurde alles ganz anders.

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