Die Kunst des Scheiterns


Scheitern hat in unseren Breitengraden einen negativen Beigeschmack. Dabei gehört Scheitern zum Erfolg wie Schatten zum Licht. Die Angst vor Verlust und die Möglichkeit zu versagen, hindert uns oft daran Neues auszuprobieren und über unsrere eigenen, engen Grenzen hinauszugehen. Wer rechtzeitig lernt zu scheitern, wird  lernen erfolgreich zu werden. Das ist die vielleicht wichtigste Lektion, die es zu lernen gilt. Wie geht man ein Projekt an, das zu groß erscheint um erfolgreich zu werden? Ein Tipp: Nur wer weiß,  dass Projekte auch scheitern können, kann auf Dauer erfolgreich sein. Diese Menschen lassen sich nicht vom möglichen Misserfolg paralysieren oder entmutigen. Wer die Möglichkeit des Scheiterns, als logische Option, in seine Karriere einbaut, wird auf Dauer erfolgreicher sein, als Erfolg gewohnte, Erfolg verwöhnte Manager, die bereits beim ersten Anzeichen von Gegenwind Angst bekommen und zurückweichen. Eine Schlacht ist nicht zu gewinnen, wenn man jedes Gefecht gewinnen will. In der realen Welt können wir jederzeit Projekte beobachten, die von Managern gesteuert werden, die nicht scheitern wollen. Sie fürchten sich so sehr vor dem Misserfolg, dass sie sehr schnell dazu neigenden negative Informationen zu ignorieren. Es darf eben nicht sein, was nicht sein darf. Kritiker werden als Feinde und negative Elemente erkannt und ausgeschlossen. Regelmechanismen werden außer Kraft gesetzt. Dabei ist auch eine regelmäßige Kostenexplosion bereits ein Kriterium des Scheiterns. Ein Projekt ist gescheitert, wenn Zeitplan und Budget überschritten werden. Dieser Satz müsste am Beginn jeder Ausbildung von Projektmanagern stehen. Manager wissen das. Gute Manager sind selbst im Scheitern Profis. Sie stecken den Kopf nicht in den Sand und sie sind immer in der Lage, Entscheidungen zu treffen.  Zurückweichen kann auch klug sein. In fernöstlichen Kampfkünsten lernt man das. Im Judo lernt man sehr zeitig den Kraftaufwand des Gegners zu nutzen um ihn zu Fall zu bringen. Scheitern? Ansichtssache. Scheitern kann ein Mittel zum Erfolg sein, wenn man sein Ziel nicht aus den Augen verliert. Forscher wissen das. Sozialarbeiter wissen das. Politiker können ein Lied davon singen. Nur wer Angst vor dem Scheitern hat, ist ein schlechter Forscher, Redner, Politiker, Manager. Große Menschen sind oft groß,  weil sie mit dem Misserfolg umzugehen gelernt haben. Steve Jobs hatte Apple gegründet und erfogreich gemacht. Dann wurde er aus seiner eigenen Firma gefeuert. Er hielt sich nicht lange mit der Trauer auf, sondern gründete eine neue Firma namens NeXt und schuf die Grundlage für den  späteren Erfolg von Apple.  Der Rest ist Geschichte. Im Coaching hat die Kultur des Scheiterns einen hohen Stellenwert. Die besten Coaches haben gelernt mit Misserfolgen umzugehen. Mit ihren eigenen und mit denen ihrer Klienten. Ein guter Coach erkennt, wann es Zeit ist ein Coaching zu unterbrechen oder zu beenden. Die besten Coaches halten scheinbaren Stillstand aus. Ein Coach ist auch immer ein Philosoph. Aber das ist wieder ein anderes Thema……

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2 Kommentare zu “Die Kunst des Scheiterns

  1. Die besten Coaches haben gelernt mit Misserfolgen umzugehen. Mit ihren eigenen und mit denen ihrer Klienten. Ein guter Coach erkennt, wann es Zeit ist ein Coaching zu unterbrechen oder zu beenden. Die besten Coaches halten scheinbaren Stillstand aus.

    … das kann ich nur bestätigen. Lieben Dank, das so festzuhalten.
    Beste Grüsse, Jona Jakob

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