Ich bin kein Therapeut


Es ist auffällig. Viele meiner Klienten haben eine vage Vorstellung einer eigenen, noch nicht diagnostizierten psychischen Störung.
Ich bin Coach und gebe keine Ratschläge. Aber Denkanstöße sind erlaubt. Ich nenne das Tipps.

 

Tipp: “Jeder Mensch ist einzigartig!”
Es braucht schon eine Menge, für eine handfeste psychische Störung. Die meisten Menschen mit psychischen Problemen brauchen keinen Therapeuten, sondern einen aufmerksamen und achtsamen Gesprächspartner. Wenn sie in der Lage sind, ihre Situation gut zu reflektieren, dann ist das immer der Beginn einer Lösung. Gespräche mit Psychologen sind noch keine Psychotherapie. Die meisten Therapeuten und Psychiater tun überwiegend das, was ein Coach tut. Zuhören. Zuhören. Fragen stellen. Zuhören. Reden.
Und natürlich: Ein guter Coach ist als psychologischer Berater der beste Begleiter für das zielgerichtete Identifizieren von Ressourcen.

 Tipp:  “Ein Coach akzeptiert Sie als Klient oder schickt Sie zu einem Arzt.” Ein Coach darf nämlich nicht behandeln, heilen, Heilung versprechen oder therapieren. Das ist einer der wichtigsten Grundlagen für Coaching. Nebeneffekte sind aber sehr oft zu beobachten. Das darf auch nicht unterschätzt werden. Viele meiner Klienten kamen mit der heimlichen Vorstellung, ich könnte ihnen helfen. Das ist legitim. Ich helfe ihnen sich selbst zu helfen.

 Tipp: “Coaching ist positive Psychologie” Hilfe zur Selbsthilfe. Das gefällt mir! Ich darf als Coach ein Detektiv sein. Gemeinsam mit meinen Klienten finde ich Ressourcen und Ziele. Es sind nicht die Probleme der Vergangenheit, die ich aufdecken muss, sondern die Ziele und eine mögliche Zukunft meiner Klienten.

 Tipp: “Therapeuten können versagen. Ein Coach versagt nie, denn er arbeitet immer ergebnisoffen.” Diesen Tipp bitte mit einem deutlichen Augenzwinkern lesen! 😉 Natürlich arbeiten auch Therapeuten professionell ergebnisoffen. Auch sie werden von ihren Patienten akzeptiert oder abgelehnt. Die Parallelen sind vorhanden. Logisch.

Ein Coach kann so schlecht sein, wie es ihm seine Klienten erlauben. Sie stimmen dann ganz einfach mit den Füßen ab und kommen nicht wieder. Es ist mindestens genau so schwer einen guten Coach zu finden, wie den richtigen Therapeuten. Die Qualität eines Coaches ist vollkommen unabhängig von irgendwelchen Zielvorstellungen. Es geht immer um den Prozess. Ein Coachingprozess hängt sowohl von der Qualität des Coach als auch vom Coachee ab. Wenn der Coachee sich nicht öffnet, oder den Coachingprozess unterwandert, funktioniert das nicht.

 Tipp: “Ein Coaching kann jederzeit beendet werden” Vom Coachee und vom Coach. Nur wenn beide der Meinung sind, dass sie miteinander arbeiten können, funktioniert ein Coaching. Wenn nicht, ist ganz schnell Schluß.

Es ist wie im richtigen Leben. Wenn Sie es bis hierher geschafft haben weiterzulesen, dann kann ich richtig glücklich sein. Wenn nicht, dann haben Sie vermutlich längst das Weite gesucht. Aber auch das gehört zu meinem Selbstverständnis. In diesem Sinne! Bis zum nächsten Mal! – Vielleicht hier auf dieser Site?

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2 Kommentare zu “Ich bin kein Therapeut

  1. Wenn ich erzähle, das ich eine Coaching Ausbildung nach der anderen mache, bekomme ich die Rückfrage:“Warum studierst du nicht Psychologie“. Ich sag dann immer:“Wegen Mathe“. Coach ist man schnell, Psychologe oder psychologischer Psychotherapeut erst nach Jahren und bei entsprechendem Notendurchschnitt. Und es gibt immer mehr Coaches auf dem Markt.

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