Die BACH-Therapie


Die Bach Therapie

Welche Musik hörst Du? Was macht Dich ruhig? Was macht Dich aggressiv? Jede Form von Musik, die ich nicht selbst gewählt habe, geht mir irgendwann auf die Nerven. Mein Musikverständnis ist wirklich breit gefächert und ich denke schon, dass ich mich ganz gut auskenne. Ich bin in den 1970ern musikalisch sozialisiert worden und habe natürlich viel Radio gehört: Erinnerst Du Dich?: “Jugendwelle RIAS ZWEI auf NEUN-VIER-DREI! Jugendwelle Rias2 auf 943…Schalt Dein Radio an!..” Das war der bevorzugte Sender für alle Berliner. Ich habe mit 14 die Beatles lieben gelernt und natürlich die ganze Palette: Rolling Stones, Deep Purple, Udo Lindenberg, T-Rex mit Marc Bolan, Abba (wir Jungs haben das aber immer vermieden zuzugeben), Electric Light Orchestra, Motown Soul, Sixties…..einfach alles!

Ich habe mich damals sehr intensiv mit dem Zugang zu klassischer Musik und Jazz bemüht. Das kann damit zu tun haben, dass ich von meinem Vater neugierig gemacht wurde. Danke Papa! Es ist gar nicht so einfach, einen Zugang zu Beethoven, Händel und Bach zu finden. Wenn man einmal von den eingängigen Stücken von Mozart und Vivaldi absieht, ist Klassik nichts für schwache Nerven. Eben hat mir eine Kollegin erzählt, wie furchtbar sie BACH findet. Es ist für sie der Inbegriff von grauenhafter Musik. Ich höre aufmerksam zu und frage vorsichtig nach. Sie ahnt natürlich sofort, dass ich – ausgerechnet Bach!- Gut finde! Das stimmt. Ich kann es nicht verleugnen. Ich liebe Bach! Und ich weiß, dass es ein unglaubliches Vergnügen ist dieses musikalische Universum zu entdecken und zu erobern. Ich weiß aber auch, wie es mir ging, bevor ich Bach lieben gelernt hatte.

Vielleicht war es das Verständnis und die Hinwendung zu dieser Musik, die mich letztendlich vor dem Absturz in die Belanglosigkeit gerettet hat. Ich bin mir sicher, dass ich ohne Bach heute nicht der Mensch wäre, der ich bin. Und ich bin gerne der, der ich bin! Das muss man erstmal schaffen.

Das man bei Mozart entspannen und relaxen kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Die Best-Of-Mozart enthält mit Sicherheit EINE KLEINE NACHTMUSIK und das KLARINETTENKONZERT in F-Dur. Kenner werden die Klavierkonzerte nennen. Tipp: Die Klaviersonaten von Mozart! Dann natürlich die Opern: Hochzeit des Figaro und Zauberflöte. Irgendwann wird man neugierig auf mehr.

Auf Bach kam ich über Science Fiction: Im ORAKEL DER DELPHINE von Wolf Weitbrecht war die Rede von den BachTrompeten aus den Brandenburgischen Konzerten. Phantastische Vorstellung. Zukunft – Weltraumflüge – Bach. Das war der Punkt. Später kam dann noch Jean-Luc Picard der Berlioz hörte, während er auf die Sterne schaute. Ich hatte sofort eine neuronale Verbindung: So, entspannen intelligente Menschen – Leitfiguren – Vorbilder – Raumschiffkapitäne.
Der Zugang zu Musik funktioniert im Grunde immer genau so: Wir verbinden Musik mit Erlebnissen und Ereignissen, mit Filmen die uns beeindruckt haben und dann gehört sie uns. Die Musik von Dirty Dancing ist so ein Meilenstein. John Williams wird für immer mit StarWars verbunden sein (und mit vielen weiteren Hollywood Klassikern, die ich jetzt nicht aufzählen will).

Wer bist Du, wenn Du klassische Musik hören und tatsächlich genießen kannst? Was wird Dir möglich? Wo siehst Du Dich?
Ich stelle mir einen klassischen Pavillion in einem wunderschönen Park vor. Die Sonne geht gerade unter und die Gardinen wehen ein wenig durch die offenen Fenster. Ich höre Musik und gehe auf den Pavillion zu. Ich höre wunderbare Klaviermusik. Die perfekteste Musik, die man sich vorstellen kann. Es ist Bach – Das wohltemperierte Klavier! Ich trage einen dunklen Anzug und warte auf die wunderbarste Frau. Wir wollen diese Musik endlich gemeinsam genießen. Allein diese Gedanken und Erinnerungen und Wünsche geben mir ganz viel Kraft und Trost, Hoffnung und Zuversicht….. Die BACH-THERAPIE wirkt!

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