MitarbeiterCoaching


Mitarbeitercoaching

Ich lese gerade ein Buch mit dem verheißungsvollen Titel “Professionelles Coaching”. (Titel leicht verändert, weil austauschbar) Das soll hier keine Literaturkritik über dieses Buch werden. Aber ich lese eine Menge “Fallbeispiele”, die für mich nicht viel mit der Praxis zu tun haben. Einige  Beispiele kommen mir doch sehr konstruiert vor.
Die Frage, wann ein Coach in einem Unternehmen eingesetzt wird, muss sich jeder professionelle Coach stellen. Entweder es soll ein massiver Stellenabbau begleitet werden oder die Unstimmigkeiten in einem Team sind so offensichtlich geworden, dass man sich Hilfe von Außen holen muss und auch darf. Die erste Frage ist immer die, wer den Auftrag erteilt und die Rechnung bezahlt. Oft braucht man keinen Coach um zu klären, was zu tun ist.

Es ist doch ganz klar, wenn ein Mitarbeiter nicht in das Unternehmen oder auch nur die Abteilung oder das Team passt, dann muss dieser Mitarbeiter das Team, die Abteilung, das Unternehmen verlassen. Was dagegen spricht ist auch klar definiert. Die gesellschaftliche Realität. Betriebsräte und Gewerkschaften sorgen dafür, dass Sozialpläne wirksam werden, wenn ein Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen aussprechen muss. Das bedeutet, dass möglicherweise gute Mitarbeiter gehen müssen und weniger gute oder sogar ungeeignete, bleiben dürfen. Das führt dazu, dass die Realität in den Unternehmen nicht unbedingt von rationellen und logischen Entscheidungen geprägt sein muss. Was kann Coaching in so einem Umfeld tun? Ehrlich gesagt: nicht viel. Im Gegenteil! Der Coach wird zu einem Spielball von Interessengruppen und findet sich ganz schnell wieder in einer Umgebung, die er eigentlich positiv beeinflussen wollte. Stichwort: Unabhängigkeit.
Es besteht die Gefahr, dass ein Coach zu einem Werkzeug wird, das Schwachstellen im Unternehmen aufdeckt und der Geschäftsführung in die Hände spielt. Das “Herauscoachen” von Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen sollen, ist eine berufliche Realität in großen Unternehmen. Das wäre doch eine tolle Herausforderung, wenn der Coachee “von ganz alleine” merken würde, dass er eigentlich schon immer auf einer Alm leben und arbeiten wollte oder viel lieber Currywurst vor seiner ehemaligen Bank verkaufen sollte. Dienstleistungen sind doch austauschbar! Oder?

Sorry! Hier spricht der Zyniker in mir. Manchmal muss ich ihn einfach auf die Bühne bringen und seine Rolle spielen lassen. Nicht dass er in Vergessenheit gerät! Ich bin nicht immer nur verständnisvoll und freundlich. Manchmal kommt der Zyniker aus dem Keller und besteht auf seinen Auftritt. Der Nette ist doch immer der Dumme! – Oder?

Wenn ich an Mitarbeitercoaching denke, dann habe ich einen anderen Blickwinkel. Ich sehe das eher in Richtung: Erhaltung der Arbeitskraft. Verhindern von Burnout. Identifizieren von echten Problemen in der Organisation. Das kann ich am besten. Sowohl im IT-Bereich als auch in der Ablauforganisation und im ChangeManagement.

Ein Coach kann ein externer Berater sein, der die psychischen Belastungen der Mitarbeiter auffängt. Wenn dieser Coach zusätzlich Hinweise zu echten, verifizierten Flaschenhälsen in der Organisation geben kann, dann wäre dieser Coach (männlich oder weiblich) eigentlich unbezahlbar.

Diese Art von Mandaten interessiert mich!