RealistikFilter


“Ein starker Baum übersteht auch schwere Stürme und Perioden ohne Regen.”

Vielleicht steht dieser starke Baum nahe am Wasser.
Er hat nichts dazu beigetragen, dass er dort steht.
Er hat wohl Glück gehabt.

Das Thema ist Erfolg – Jeder Mensch sucht nach einem Sinn im Leben. Viele arbeiten nur um zu überleben und um sich einen bescheidenen Wohlstand zu ermöglichen. Manch einer steht stolz vor seinem Einfamilienhaus mit Mittelklassewagen und denkt an seine Urlaubsreisen. Ein Anderer steht vor den Trümmern seines Lebens. Trennung und Auflösung aller vertrauten Grundlagen. Vielleicht hat er zuerst seinen gutbezahlten Job verloren, dann seine Ehe und sein Haus und am Ende läuft er Gefahr sich selbst zu verlieren. Wie erfolgreich war der erfolgreiche Banker, wenn er durch einen Zufall viel zu früh aus dem Beruf gedrängt wurde und dann jahrelang versucht hatte sich selbst neu zu definieren?

Warum nimmt sich ein erfolgreicher Manager das Leben, wenn eine Durststrecke droht?

Wer wollen wir sein, wenn wir auf unser Leben zurückblicken? Wo wollen wir stehen? Was wollen wir erreichen? Was sind unsere Ziele? Was ist realistisch?

Hast Du gemerkt, was eben passiert ist?

Bei dem kleinen Wort REALISTISCH ist etwas passiert. Knack!

Du hast eine ganz eigene Vorstellung von dem was realistisch ist und was nicht. Stimmt’s?

Wie realistisch ist es, dass uns tatsächlich alles gelingt, was wir uns vorgenommen haben? Wie realistisch ist es, dass wir 20 Jahre Straßenverkehr unbeschadet überleben, wenn wir jährlich über 30.000 km auf der bundesdeutschen Autobahn unterwegs sind?

Ist es realistisch, dass JEDER von tausenden BWL Studenten einen Vorstandsposten bei einem DAX Unternehmen bekommen wird? Wie wahrscheinlich ist es, dass man einigermaßen gesund ist, wenn man 50 oder 60 Jahre alt geworden ist? Ist es realistisch, wenn man an die Liebe glaubt und daran, dass sie ein ganzes Leben lang halten wird?

Also streichen wir mal für einen Augenblick dieses REALISTISCH und schrauben den REALISTIK-FILTER heraus. Der starke Baum ist nicht stark durch seine eigenen Taten, sondern durch die guten Bedingungen. Das ist realistisch. Schlechtere Bedingungen machen kleinere Bäume.

Wo kommen wir her und wo wollen wir hin? Was haben wir bisher erreicht? Welche Ressourcen haben wir nutzen können? Wenn es der nahe Fluss ist, der uns Wasser schenkt, dann werden wir uns kaum in Richtung Wüste bewegen um auf der anderen Seite ein neues Land zu entdecken. Vielleicht haben wir von einem fernen Land gehört in dem alles besser ist als hier, aber warum sollten wir dahin gehen, wenn es uns doch hier ganz gut geht?

Flüchtlinge, die aus Afrika kommend, den Weg über die Wüste, über das Mittelmeer nach Europa nehmen, haben nicht nur gute Gründe das zu tun, sondern auch sehr viel Kraft und Antrieb.

Sie haben keine Ahnung, was sie hier erwartet. Aber sie gehen mit aller Macht den Weg in eine -noch ungewisse- Zukunft.

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