Große Augaben -K(l)eine Lösungen


Die Flüchtlingskrise ebbt nicht ab. Lösungen sind noch nicht erkennbar. Was passiert eigentlich mit Flüchtlingen, deren Asylantrag anerkannt ist? Sie müssen die Erstaufnahmeeinrichtungen verlassen und sie sollen in die Gesellschaft integriert werden, eine Wohnung, Ausbildung und Arbeit finden.
Und was hat die Regierung bisher getan um genau das zu erreichen? Haben wir einen Masterplan für neue Wohnviertel mit kurzen Wegen, Integrationsbegleitern, Schulen, Kitas und Universitäten? Haben wir eingeplant, dass es Flüchtlinge gibt, die ihr unterbrochenes Studium abschliessen könnten? Ist irgendetwas Greifbares zu erkennen? Es sollen mehr Sozialwohnungen gebaut werden, liest man in den Tageszeitungen. Statt 30.000, 40.000. Berlin zum Beispiel wächst momentan jährlich um 40.000 Einwohner, Tendenz steigend. Es müssten bereits jetzt Wohnungen und Starterpakete für die bereits angekommenen Flüchtlinge und alle weiteren nach Berlin strömenden Menschen, Studenten, Arbeiter, Beamte in Arbeit sein.
Was ist mit den Randgruppen die bereits lange eine Parallelwelt begründet haben? Was mit den Hartz IV Abhängigen in der dritten Generation? Was mit den über 50 Jährigen? Was mit armen Rentnern? Was passiert mit illegal hier lebenden und zwangsläufig kriminellen Ausländern, die keine Chance auf Anerkennung oder Rückkehr in ihre Heimatländer haben? Wer kümmert sich um diese Menschen? Wir müssen uns aber um jede einzelne Gruppe kümmern. Sonst haben wir ein riesiges Problem, das bereits heute fast zu groß ist um es jemals zu lösen.

“Deutschland ist ein reiches Land”, sagt die Bundeskanzlerin. Das stimmt. Aber eben nicht für jeden. Es gibt zu viele Randgruppen, die seit Jahren vernachlässigt und ignoriert wurden. Die Vergessenen schauen nun erstaunt angesichts der Integrationsbereitschaft der Landes. Sie verstehen die Welt nicht mehr. Sie wurden vergessen und sind längst im Schatten der Gesellschaft gelandet. Flüchtlinge sollen aber aktiv unterstützt werden. Auch das erscheint aus heutiger Sicht wie eine Lüge. Die Frage nach dem Warum? Stellt sich erst später. Die Frage ist: Wie wollen wir das alles schaffen, wenn wir keinen Plan und keine einzige Idee haben das alles zu lösen? Wo sind die großzügigen Wohnprojekte auf der grünen Wiese für Einheimische Randgruppen und Flüchtlinge? Wo sind die vielen Sozialarbeiter? Warum werden nicht in großem Umfang Akademiker Ü50 umgeschult und auf die neuen Herausforderungen vorbereitet? Es ist tatsächlich nichts zu erkennen. Um “es zu schaffen” sollten wir aber alle die Ideen der Regierung oder der Parteien kennen. Die einen sind sich sicher alles “zu schaffen”. Die Opposition läuft populistischen Rattenfängern nach und kritische Stimmen werden automatisch an den rechten Rand gedrängt. Hier wächst eine gefährliche Mischung, die irgendwann einmal explodieren kann.

Das Schlimme an der Situation ist das seit Jahren anhaltende gebetsmühlenartige Wiederholen der einschlägigen wirtschaftsliberalen Formeln, ein aberwitziger Sparkurs und das Fehlen von Visionen. Es gibt in Deutschland und der EU keinen Masterplan für das Lösen von sozialen Problemen. Alles läuft Klein-Klein. Die Mitarbeiter in Projekten und Vereinen müssen sich von einer Maßnahme zur nächsten über Wasser halten.
Momentan werden “händerringend” Menschen gesucht, die als Entscheider für das Amt für Migration arbeiten. Allerdings werden keine Mitarbeiter eingestellt, die bereits für die Bundesrepublik gearbeitet haben und dann auch nur befristet für zwei Jahre. Anstatt sich gute Mitarbeiter heranzubilden und denen eine tragfähige Perspektive zu geben, macht man weiter auf Klein-Klein. Wie kann eine Perspektive für die Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten aussehen? Ganz einfach: Sicherheit, Wohnung, Bildung und Arbeit an hochspezialisierten Arbeitsstellen. Bildung und Wohlstand ist die beste Integration. Wer dann nach vielen Jahren wieder die alte Heimat besucht, kann immer noch entscheiden ob es sich lohnt seine Erfahrungen dort einzubringen. Und zwar im europäischen Kontext.

Es tut mir Leid: Armes Deutschland: Du kannst es doch besser!

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