Drama – Die Bühne des Cholerikers


Choleriker als Opfer zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück. Was denken Sie? Ich meine, dass Choleriker in einer Opferrolle feststecken. Was denken Choleriker, wenn man sie zu ihren Ausbrüchen befragt?

“Ich konnte nicht anders.

Er/Sie ist doch selbst schuld.

Es ist immer dasselbe mit diesen Leuten.

Die treiben mich zur Weißglut!

Ich hatte keine Kontrolle mehr über mich, als der/die/er/sie das sagte.

Für wie blöd halten die mich eigentlich?

Das muss ich mir nicht bieten lassen!

Es ist eine Unverschämtheit, was man mir zumutet!

Der/Die Blöde!….”

Der Choleriker ist ein klassisches Opfer. Alle anderen sind schuldig.
Was wäre es schön, wenn alle so wären wie der (narzisstische) Choleriker!
Klug, attraktiv, ausgeschlafen, intelligent und fleißig!

Die Reihe ist unendlich ausbaubar. Choleriker suchen die Schuld immer bei anderen. Sie sind also nicht selbst verantwortlich, sondern immer sind es die anderen. Wer auch immer. Die brave Ehefrau, die mal eine kritische Frage stellt. Der unbequeme Mitarbeiter, der ganz offen zu erkennen gibt, dass er nicht ganz zufrieden mit den Entscheidungen ist. Ein unbequemer Kritiker, den man einfach “über die Planke” gehen lassen kann.   

Der typische Choleriker ist ein Profi im Drama-Dreieck. Täter-Opfer-Verfolger. Er wechselt seine Rolle gekonnt und scheinbar nahtlos. Der Choleriker droht und grummelt und schreit unvermittelt. Er ist deprimiert und zynisch, ironisch und auch mal witzig – auf Kosten anderer funktioniert der Witz am besten. Wenn der Choleriker eine in sich ruhende Mitarbeiterin auf dem Flur trifft, dann kann es durchaus passieren, dass er zu der langsam gehenden Frau so etwas sagt wie: “Nach Frau Schnelläuferin?  Gibt es viel zu tun heute?” Ich zitiere nur. Genau diesen Satz habe ich mehrfach gehört. Und ich muss schon sagen, dass mir selten ein sarkastischerer Mann über den Weg gelaufen ist, als der Schöpfer dieser Provokation. Natürlich lief die Frau alles andere als schnell und es lag auf der Hand, dass unser Choleriker ihre Arbeit aus tiefem Herzen missachtete und verachtete. Dem aufmerksamen Interpreten konnte auch nicht entgehen, dass er sich für einen außergewöhnlich leistungsfähigen und kompetenten Leader hielt, auf den man nicht verzichten konnte.  Dumm ist nur, dass es ausgerechnet diese Menschen oft tatsächlich sehr erfolgreich sind. Wer will schon etwas gegen einen erfolgreichen Zyniker sagen? Man wendet sich ab und lässt ihn in seiner Welt alleine. Die Verlierer sind immer die Anderen.
Das bestätigt den verhaltensgestörten zynischen Choleriker scheinbar in allem was er/sie tut oder von sich gibt. Wie es in ihrem Inneren aussieht, kann man nur ahnen. Sehr wahrscheinlich dunkel und gruselig kalt. Voller Ängste. Nicht gerade angenehm.
Ein Gang zum Coach könnte helfen. Wenn es gar zu schlimm aussieht, dann ist der Besuch beim Psychiater und Psychotherapeuten folgerichtig. Aber zuerst muss man wissen, dass die Welt keine traurige Bühne für depressive Choleriker ist, sondern ein Ort an dem man sich auch wohlfühlen kann.

 

 

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