Der schmale Grat


Der Grat zwischen einem gesunden Selbstbewusstsein und unerträglicher Arroganz ist schmal.

Ich mag die Arroganz von Siegern. Menschen, die wissen, was sie können, wissen auch wie hart es war, sich das zu erarbeiten, was sie erreicht haben. Es ist der berechtigte Stolz von Siegern, die ganz genau wissen, dass sie neben Talent und Fleiß auch sehr viel Glück gehabt haben.

Manch ein Erbe eines großen Vermögens oder eines Familienunternehmens in der zweiten oder dritten Generation weiß genau das nicht. Arroganz kann auch der Versuch sein Unsicherheit und Angst zu verbergen.
Es gibt Menschen, die eine schnelle Karriere machen, weil sie jung sind und weil sich die Wirtschaft bei der Suche von jungen und gut ausgebildeten Frauen und Männern gegenseitig überbietet.  Es kann sehr leicht passieren, dass ein Absolvent einer Universität mit knapp 30 bei einem großen DAX Unternehmen eingestellt wird und so viel Geld verdient, dass es für den deutschen Durchschnittsverdiener kaum zu fassen ist. Was für ein Glück! Das gibt es tatsächlich. Die andere Seite der Medaille ist, dass diese Leute sich spätestens ab 45 ernste Gedanken über ihre Zukunft machen müssen. Wenn rundum reihenweise Mitarbeiter entlassen werden und die Einschläge sich nähern, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Dann stellen sich Fragen wie: “Bin ich wirklich so gut? Wie lange kann ich mich noch halten? Was passiert, wenn ich der Nächste bin, der entlassen wird?” Diese Gedanken sind Realität. Jeder, der in diesem System steckt, kennt sie. Es ist unangenehm sich diesen Gedanken zu stellen. Ein professioneller Gesprächspartner ist oft das einzige Ventil. Mit wem sollte man überhaupt reden? Partner und Kollegen fallen in diesem sensiblen Teil meistens aus. Es sind Tabuthemen, denen sich die Wenigsten gerne stellen. Ein falsches Wort gegenüber unseren nächsten Vertrauten kann verheerend wirken. Man behält es für sich und die Last wird immer schwerer. Der Druck nimmt zu.

Vor einiger Zeit hatte ich mit einem durchaus erfolgreichen Manager zu tun, der früher einmal eine dieser atemberaubenden Dot-Com-Karrieren hingelegt hatte. Der Mann ist mir in Erinnerung geblieben, weil er aus meinen meisten Kontakten und Klienten doch herausragte. Natürlich war ich zuerst beeindruckt. Dann erfuhr ich einige Dinge über die Kehrseite der Karriere aus erster Hand. Der Mann verdiente vor über 10 Jahren noch eine 6stellige Euro-Summe.  Im Zuge einer Rationalisierungsrunde und der Übernahme durch ein anderes Unternehmen wurde er freigesetzt. Eine gute Abfindung hielt ihn eine Zeitlang über Wasser. Er genoss sein Leben und übernahm ab und zu Aufträge von bekannten Unternehmen. Vor 6 Jahren musste er sich arbeitslos melden und vor vier Jahren bekam er zum ersten Mal Hartz IV. Niemand ahnt, dass es ihm immer schlechter schlecht ging. Er selbst ignorierte die Realität sehr erfolgreich. Abgesehen davon, dass ihn seine Frau verlassen hatte und er sich seit ein paar Jahren kein neues Auto mehr kaufen konnte, sah man ihm nichts an. An seinen Ansprüchen hatte sich bisher nichts geändert. Er sucht tatsächlich immer noch nach einem Job mit einem 6stelligen Jahreseinkommen. Seine Ansprüche sind hoch. Der Mann ist tatsächlich das, was ich einen arroganten Traumtänzer nennen würde.  Diese Art von Arroganz ist dumm und ich mag so etwas nicht mitansehen müssen. Was hat der Mann getan um seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln und auch mit so einer Situation klarzukommen? Die Antwort ist klar. Nichts hat er getan. Er hat keine Persönlichkeit. Ein Mensch ist unabhängig von seinem Einkommen unendlich viel wert. Wer sich nur nach seinem Einkommen, seinem Vermögen messen will, wird am Ende immer verlieren.

Ein Obdachloser, der beschlossen hat aus dem System auszusteigen, kann mehr Persönlichkeit besitzen, als ein Karrieremensch, der seine Grenzen nicht kennt.



“Spätestens, wenn Deine Karriere den Bach heruntergeht, dann zeigt sich, wer du wirklich bist……”

Pure Arroganz hilft dann auch nicht weiter. Im Gegenteil! Jetzt ist die Zeit gekommen um sich einem intensiven Veränderungsprozess zu stellen. Coaching ist genau das. Coaching ist Persönlichkeitsentwicklung pur. Jeder gute Coach ist diesen Weg gegangen. Es gibt keine Ausnahme.

Nur wer den Mut hat mehr über sich zu erfahren und seine psychischen Grenzen zu überschreiten, kann mit Coaching neue Ziele erreichen.

 

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