Was treibt Dich an?


Was treibt Dich an?

Ich spreche Dich mit dem vertrauten Du an. Das geht tiefer, als ein unpersönliches Sie. Ich wiederhole die Frage: Was treibt dich an? (ich schreibe du klein, das ist nach der “neuen” Rechtschreibung empfohlen. wer will kann auch weiterhin Du groß schreiben)

Was treibt uns an, wenn wir irgendetwas tun oder es eben lassen?

Ich habe in letzter Zeit sehr viel mit Menschen zu tun, deren einziger Antrieb es ist, irgendwie zu überleben. Da ist die attraktive Frau und Mutter, die die vergangenen zwanzig Jahre als Familienmanagerin tätig war, also dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stand. Sie war Managerin, Beraterin und verantwortete die Finanzen des Familienunternehmens. Nach 25 Jahren bekam sie aus blauem Himmel den blauen Brief. Neuanfang. Aber wie?  Da ist der arbeitslose Manager, der nach dem Verlust seines gut dotierten Jobs keine vergleichbare Stelle mehr finden konnte. Seine Ehefrau arbeitet entweder im Gesundheitswesen oder im öffentlichen Dienst. Sie haben sich eingerichtet und die Welt hat sich weiter gedreht. Nach 5 Jahren mehr oder weniger intensiver Suche nach einem wie auch immer gearteten Chefposten hat der Mann keinen Antrieb mehr, sich auf den Weg zu machen. Seine Probleme liegen auf der Hand. Er kennt weder Ziel noch Sinn und eigentlich geht es ihm ganz gut in seiner Rolle. Wenn er ahnen würde, dass das Spiel langsam zu Ende geht und die Frau sich längst auf den Weg gemacht hat, dann würde ein Ruck durch diesen Mann gehen. Wir alle kennen solche Leute. Oft sind wir es selbst, denen ein Spiegel vor die Nase gehalten wird. Sehr oft verharren wir wie ein Kaninchen vor der Schlange und sind starr vor Angst, alleine bei dem Gedanken, dass wir so nicht weitermachen können. Wir fahren mit offenen Augen gegen eine Wand und hoffen, dass es nicht so schlimm werden wird. Es wird immer noch etwas schlimmer. Spätestens wenn alle Hoffnungen enttäuscht wurden, muss sich jeder den Realitäten stellen und sich auf sich selbst konzentrieren. Denn darum geht es immer: Wo sind Deine Ressourcen? Was tust Du gerne?

Denke bitte immer daran, was Mark Twain über Arbeit gesagt hat, die man gerne macht: Es ist keine Arbeit, es ist ein Vergnügen, für das man auch noch Geld bekommt.

Was treibt mich an? Es ist der Wunsch, in dem was ich tue wirklich gut zu sein. Es ist harte Arbeit das zu erreichen. Manchmal braucht man etwas mehr Zeit und sehr oft muss man sich mit dem arrangieren, was gerade möglich ist. Ich meine damit ausdrücklich auch die Möglichkeit seinen Stolz für kurze Zeit unter die Füße zu bekommen und Hilfe anzunehmen. Du bist vielleicht in deinem Selbstverständnis verletzt. Deine Kräfte sind am Ende. Es sieht alles so sinnlos aus. Andere sind jünger, schöner, klüger und letztendlich erfolgreicher. Ist das wirklich so?
Meine Erfahrungen sagen etwas ganz anderes. Ich sehe in letzter Zeit viele Menschen, die zu Beginn kaum Hoffnung auf ein besseres Leben haben. Sie haben sich eingerichtet und sie leiden an den erfolglosen Versuchen irgendeinen Job zu finden. Es ist ein wunderbares Erlebnis zu beobachten, wie Hoffnung und Selbstbewusstsein wieder stark wird und sich diese Menschen auf ihre Ressourcen besinnen. Das ist sichtbar!
Und dann gibt es noch die erfolgreichen Menschen, die scheinbar alles haben und sich dennoch große Sorgen um ihre Zukunft machen. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Aber Angst begleitet uns von der Geburt bis zum Tod.

Angst sollte uns nicht antreiben. Angst darf unser Leben nicht bestimmen. Angst ist eine schlechte Ratgebeberin. Ein kühler Blick auf die Statistik zeigt, dass die Angst vor Terror in keinem Verhältnis steht zur Angst vor schlimmen Krankheiten oder Unfällen.

 

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