Coaching – nichts für Feiglinge


Nur wenige Menschen, denen ich begegne, bleiben wirklich in meinem Gedächtnis hängen. Es sind die Menschen, die mir aufgefallen sind, mit denen ich mich wirklich beschäftigen musste. Oft sind es Menschen mit einem besonderen Lebenslauf. Nennen wir es Schicksal. Oder es sind Menschen, die mich wirklich aufgewühlt haben. Was wühlt mich auf? Vielleicht eine sinnlose Opposition, kontraproduktiver Widerspruch. Ja genau! Das ist es. Ich hatte vor einigen Tagen mit einer Gruppe von Leuten zu tun, die sich über Coaching informieren wollten. Das Beste an diesem Coaching ist, dass diese Menschen keinen Pfennig dafür bezahlen müssen. Es ist für sie komplett kostenlos und sie müssen wirklich nichts mitbringen als etwas Zeit. Und Zeit ist für diese Menschen momentan nicht das Problem. Ich bin von unseren Coachings absolut überzeugt. Wir sind in der Situation, tatsächlich die besten Coaches auf dem Markt zu verpflichten. Die Auswahl ist groß und wir haben die Wahl und das Urteilsvermögen. Die Voraussetzungen für erfolgreiche Coachings sind also vorhanden. Kein Zweifel! Und dann treffe ich auf einen “Vertriebsprofi mit Herz und Seele”, der seit Jahren keinen Job mehr findet. Der Mann fällt mir sofort auf. Es ist seine Körperhaltung und sein Gesichtsausdruck. Ich erkenne Abwehrverhalten ohne genau hinsehen zu müssen. Es drängt sich mir auf. Dieser Mann wird, mit diesem Verhaltensmuster, nie wieder einen Job als “Vertriebsprofi mit Herz und Seele” finden. Es hat nicht einmal mit seinen Einschätzungen zum Coaching zu tun. Er hält das für absolut überflüssig. Er fühlt sich durch das Angebot eher belästigt. Ich habe professionellen Abstand, zumal ich die Coachings nur einleite und manage. Die Coachs, die wir einsetzen, sind – ich wiederhole mich – wirklich ausgesuchte Spezialisten. (ja man kann das Plural sowohl mit und ohne ein e schreiben: Coaches und Coachs ist gleichwertig zu verwenden)

Der Vertriebs-Profi hat ein akutes Problem mit seinem Selbstbild. Er wird es wissen, wenn er in sich geht. Und er bringt es bereits in unserem kurzen Dialog auf den Punkt: “Ich bin noch nicht alt genug, um mich umzuorientieren.” Es stimmt. Er ist noch nicht 60. Aber selbst in diesem Alter wäre er nicht alt genug um sich neu zu orientieren. Sein Problem ist eine selbstgemachte innere Blockade. Es ist pure Angst. Es ist die Angst sich selbst zu erkennen und sich neu zu orientieren. Das ist das Problem vieler Menschen, die sich an einer völlig anderen Stelle sehen. Menschen, die deplatziert wirken und es tatsächlich auch sind. Ein Mann, der irgendwann mal bei IBM oder SIEMENS gelandet war und mit diesem Ritterschlag auf der Vita beeindrucken kann, wird immer wieder bei Jobs landen, die darauf reflektieren. Es ist schade, wenn der Mann oder die Frau nicht wirklich zu dem angestrebten Job passen. Diesen Menschen nahezubringen, dass ein 100.000 EURO Job nicht wirklich zu ihnen passt, zumal ihre Halbwertzeit längst überschritten ist, kann schwer werden. Es ist nicht der Job des Coachs ihnen die unangenehme Wahrheit aufzudrängen. Das müssen sie selbst herausfinden. Und was dann? Macht es sie zu schlechteren Menschen, wenn sie herausfinden, dass es auch ein Leben jenseits der 100.000 EURO pro Jahr gibt? Ist es besser ohne Einkommen dazustehen und zu warten, bis ein Wunder geschieht? Oder sollte man über seinen Schatten springen und etwas tun? Für mich ist es völlig klar: Coaching ist eine gute Entscheidung. Wer sich gegen Coaching entscheidet, ist zu feige gegen seine Ängste anzugehen.

Coaching ist nichts für Feiglinge.

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