Rush Hour Berlin


Unglaublich: Gestern habe ich geschlagene 2 Stunden gebraucht. Mit dem Auto von der Arbeit nach Hause. Ich wohne und arbeite in Berlin und ich wäre doch besser mit der S-Bahn gefahren. Sie fährt ja wohl wieder normal, wenn man das so sagen kann. Früher war die S-Bahn gefühlt zuverlässiger und pünktlicher. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Ich wohne seit einem Jahr direkt in Berlin. Ick bin ein Berliner! Na toll! Vorher war ich eine Randbullette und insofern wahrscheinlich berlinerischer als viel Neuberliner um mich herum. Der typische Berliner spricht keinen Berliner Dialekt mehr. Die Eingeborenen werden prozentual immer weniger. Fremdstämmige Menschen siedeln sich heute vermehrt in Berlin an. Schwaben und Sachsen, Angelsachsen und Russen, Osteuropäer, Italiener, Spanier, Franzosen, Amerikaner (aus dem Norden und dem Süden) die Liste ließe sich endlos weiterspinnen. Und ich, die alte Randbulette musste nun auch noch nach Berlin ziehen! Meine Nachbarkinder sprechen besser Russisch als Deutsch und wenn ich mit der S-Bahn unterwegs bin höre ich spanische, englische, italienische, russische, polnische, türkische, arabische und mir vollkommen unbekannte Sprachfetzen. Im Auto bin ich alleine. Ich stehe im Stau und werde auf der rechten Spur vorzugsweise von rasenden Taxis überholt. Achtung! Spurwechsel ist lebensgefährlich in Berlin!

Ganz ehrlich? Als ich noch in meiner gemütlichen Vorstadt wohnte, in meinem Haus im Grünen, nahe am landschaftlichen Paradies, erschien mir die Fahrt nach Berlin immer zu lang. Ich brauchte ungefähr 10 Minuten bis zum Bahnhof und dann fährt alle 30 Minuten ein Regionalexpress direkt ins Berliner Zentrum. 40 Minuten bis Bahnhof Friedrichstraße. Da kann man nicht meckern. Heute brauche ich ungefähr dieselbe Zeit, wenn ich mit der S-Bahn fahre. Vom Auto mal ganz abgesehen. 10 Kilometer pro Stunde. Das schaffe ich zu Fuß aber schneller! Ein leichter Dauerlauf und ich wäre auch da. Das Fahrrad währe eine wahnwitzige Alternative. Aber so viel Spaß macht das nun auch nicht in der Rushhour.

Vielleicht ist es ja auch nicht jeden Tag so verrückt wie gestern.Gestern hatten die Brandenburger ihren Reformationstag und frei. Vermutlich sind die alle zum Einkaufen in die Stadt geströmt und standen nun mit mir gemeinsam im Stau. Das ist ja das Problem. Sie kommen nicht mit dem Streckenplan der Berliner Verkehrbetriebe klar und sie denken, dass sie mal eben gemütlich in die City fahren können. Stau gibt es ja nicht, in der Brandenburger Pampa. Ausser in den Schulferien, wenn dort Straßen repariert und ganze Regionen vom Verkehr ausgeschlossen werden. Oh! Da fallen mir Geschichten ein. Aber das ist wieder ein anderes Thema….

In zwei Stunden schaffe ich es ganz bequem bis in die äußersten Zipfel des Landes zu fahren. Aber eben nicht via Berlin. Das geht nicht. Aber das war ja schon vorher klar. Und ich werde auch dieses Stauerlebnis wieder verdrängen und mich sehr bald wieder in den Stau einreihen um durch unser wunderbares Berlin zu schleichen. Was für ein Streß! Ich liebe diese Stadt!

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