Narzissten und ihre Opfer


Narzissten und ihre Opfer

Vor einiger Zeit sprach ich mit einer Frau, die erst nach vielen Jahren begriff, dass sie unter einem krankhaften Narzissten und seiner Mutter gelitten hatte. Ursache und Wirkung in einem. Ein klassischer Fall. Narzissmus hat seinen Ursprung meist in der Kindheit und wenn sich der Mann, wie in diesem Fall nicht einmal als Erwachsener von der Quelle seines Narzissmus trennen kann, dann hat das ernsthafte Konsequenzen. Marianne K.erzählte mir ihre Geschichte. Sie hatte Vertrauen in mich als Coach gewonnen oder ich hatte ihr Vertrauen erworben. Wie auch immer. Sie wünschte sich,selbst Coach zu werden. Das ist oft ein Impuls, wenn wir mit einer Gruppe vom Menschen arbeiten, die zum ersten Mal mit Coaching zu tun bekommen. Es ist aber auch ein toller Job, wenn man als Coach arbeiten darf und Erfolg damit haben kann. Das ist ein großes Geschenk. Ich weiß das und ich weiß auch, dass ich mit meinen KlientInnen sorgfältig umgehen muss. Es ist nicht selbstverständlich, dass Frauen sich einem männlichen Coach anvertrauen. Bei mir funktioniert das ganz gut. Ich gehe professionell damit um und kann mich sehr gut in die Welt meiner MandantInnen hineinversetzen. Natürlich arbeite ich auch gerne mit männlichen Klienten. Auch das ist eine besondere Herausforderung.

Die Geschichte von Marianne hat mich inspiriert, mich mal wieder mit der ICD-10 auseinanderzusetzen und ich habe Freud gelesen. Das sind die willkommenen Nebenwirkungen des Jobs. Man kommt nicht mehr aus dem Lernen heraus und jeder Klient birgt neue Herausforderungen. Lebenslanges Lernen ist eine wunderbare Metapher für einen Coach. Um es gleich voranzustellen: Marianne ist in psychologischer Behandlung. Sie arbeitet mit einer Psychologin ihre traumatische Ehe auf und baut gleichzeitig an ihrer Zukunft. Der Grund, warum wir miteinander sprachen, war ihr Ziel, selbst Coach zu werden. Ihre Erfahrungen und die Erkenntnis, was sie so sehr traumatisiert hatte, sind ganz sicher wichtige Voraussetzungen um anderen Menschen, die in ähnlichen Situationen stecken, helfen zu können.

Der berühmte Life Coach Tony Robbins hat seine Karriere als Coach auf ganz ähnlichen Grundlagen aufgebaut.

Wer sich in die Situation anderer Menschen wirklich hineinversetzen und mit ihnen ein Stück Weg gehen kann, hat sehr gute Voraussetzungen, als Coach zu arbeiten.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) ist eine Persönlichkeitsstörung im Cluster B, die sich darin zeigt, dass eine Person unmäßig stark damit beschäftigt ist, anderen zu imponieren, um deren Bewunderung einzuwerben, aber kein zwischenmenschliches Einfühlungsvermögen besitzt und keine emotionale Wärme zurückgibt. Sie ist wie alle Persönlichkeitsstörungen von tatsächlichen oder zugeschriebenen Charaktereigenschaften (vgl. mehrdeutig Narzissmus) abzugrenzen.

Betroffene Personen weisen Probleme bei der Anpassung an ihre Lebensumstände und an ihr Lebensumfeld auf. Äußern können sich solche Anpassungsprobleme z. B. durch eine Bipolarität des Selbstwertgefühls, das zwischen Grandiosität und schamvoller Zerknirschung pendelt, oder durch eine im Inneren chronisch schwelende Wut, die schon bei geringem Anlass (v. a. bei Kritik) explodieren kann.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung hat vielfältige Erscheinungsformen. Der übermäßige Geltungsdrang wird entweder selbstsicher in Szene gesetzt oder schüchtern verborgen. Betroffene können sich arrogant geben oder bescheiden. Pathologischer Narzissmus kann sich durch Prahlen und Hochstapelei ebenso äußern wie durch unersättliche Ansprüche und Erwartungen. Personen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung neigen dazu, Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld – besonders Sexualpartner und Kinder – emotional zu missbrauchen, um ihr labiles Ego zu stabilisieren.

Im Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10, wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung unter F60.8 (Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen) geführt.[1] Im System der American Psychiatric Association, DSM-5, wird sie unter der Kennziffer 301.81 als selbständiges Störungsbild geführt.

/WIKIPEDIA/24.12.2016/https://de.wikipedia.org/wiki/Narzisstische_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung

Noch ein interessanter Beitrag: http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000002943/14_DritterTeil_Kapitel_12.pdf?hosts=

Narzissmus ist ein wirklich interessantes Thema. Ich finde in dieser Störung sehr viele Bestandteile von sogenannten Cholerikern wieder. Das ist auch ein Thema, das mich sehr oft beschäftigt. 

“Personen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung neigen dazu, Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld – besonders Sexualpartner und Kinder – emotional zu missbrauchen, um ihr labiles Ego zu stabilisieren.”

Genau das ist das Problem. Wenn Narzissten ihre Persönlichkeitsstörung im stillen Kämmerlein ganz mit sich alleine ausmachen würden, dann wäre es zwar unangenehm aber harmlos, weil niemand anderes in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber Narzissten brauchen die große Bühne für ihr Spiel. Sie brauchen Publikum, am besten die ganze Welt!

Im Fall von Marianne war sie das Opfer des Narzissten und seiner Mutter. Die Mutter, die den Narzissten trainiert hat und der Junge, der keinerlei Empathie für sein Ehefrau hatte. Sie war lediglich sein Schmuck und hatte zu funktionieren. Als sie spürte, wie sehr er ihre Lebenskraft verzehrte und aus diesem Leben ausbrach, war es fast zu spät.

Aber sie hat es geschafft sich von dieser gefährlichen Verbindung zu trennen. Die Nachwirkungen dieser verhängnisvollen Beziehung sind bei ihr heute noch zu spüren. Marianne hat längst eine Therapeutin aufgesucht. Heute weiß sie was ein Narzisst ist. Früher hatte sie keine Ahnung. Sie war ahnungsloses Opfer. Die Begegnung mit ihrer Therapeutin hat ihr sehr schnell die Augen geöffnet. Allein das Wissen um diese Persönlichkeitsstörung macht sie stärker. Sie wird darüber schreiben und mit Opfern sprechen, wenn die Therapie erfolgreich war. Und dann wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach als Coach arbeiten.

Tony Robbins läßt grüßen…..

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