Neustart mit Ü58


Neustart mit 58?

Ein Berufskraftfahrer kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten. Rolf K. ist 58 und hat über 25 Jahre “auf dem Bock” gesessen. Als er seine 50 überschritten hatte traten körperliche Probleme immer stärker in den Vordergrund. Es folgte eine lange Krankheitsphase mit 54. Krankenhaus, REHA, Arbeitslosigkeit,  Hartz IV. Das war alles wie ein unsichtbarer Fahrplan abgelaufen. Er war arbeitsfähig entlassen worden. Eine anstrengende Arbeit auf einem LKW mit zusätzlichen schweren Tätigkeiten war aber nicht mehr empfohlen worden. Das Problem lag auf der  Hand. Rolf konnte nur LKW fahren. Etwas Anderes hatte er nie gelernt. Mit Computern konnte er nicht umgehen.

Das Mantra seiner Zukunft lautete: ich kann nicht mehr LKW fahren, ich bin zu alt, ich bin zu krank, ich habe keine Chance, niemand will mich, ich kann nichts Neues mehr lernen, ich kann nur fahren. Ich habe keine Chance auf eine versicherungspflichtigen Job.

Alle drei Monate musste er sich beim Jobcenter melden.  Die Gespräche mit dem Vermittler waren ähnlich. Sie wiederholten sich regelmäßig.  Fazit: “Es hat alles keinen  Sinn mehr. Hartz IV bis zur Rente und dann schau’n wir mal…..”

Dann wurde er in ein Coaching geschickt. Das Jobcenter wollte wissen,  wie der weitere Weg aussehen würde. Rolf K. hatte keine Lust auf psychologische Beratung. Eigentlich war ihm doch klar, warum er sich in dieser Situation befand. Hilfe erwartete er nicht.  Außerdem war er zu stolz um sich helfen zu lassen.

Rolf hatte lange Haare mit grauen Strähnen und einen Schnurrbart. Ganz offen: Er sah etwas ungepflegt aus. Wir sind darauf geschult, jeden Teilnehmer vorurteilsfrei und wertschätzend anzunehmen. Dazu gehört auch achtsames Feedback. Er wirkte genau so auf mich, wie er sich fühlte. Er machte genau den Eindruck, den er selbst beschrieb. Er hatte sich aufgegeben. Sein Äußeres war ihm egal.

Auf dem ersten Blick hatte er recht. Keine Chance, keine Zukunft, Ende und fertig, Schluß.

Er hatte die Wahl an unserem Workshop teilzunehmen oder Zuhause zu bleiben und die Zeit mit sich zu verbringen. Gruppenarbeit, Einzelcoaching, Kompentenzanalyse oder einfach nichts. Es gibt viele Möglichkeiten sein Leben zu verbringen. Nichtstun macht nur im Bundle mit etwas tun, einen Sinn. Nur nichts tun an sich, ist keine gute Idee.

Nun ergab sich für ihn die Möglichkeit, ja die Chance, an einem Workshop teilzunehmen, ohne auch nur einen einzigen Euro in die Hand zu nehmen. Manch ein Angestellter in einem mittelständischen Unternehmen würde sich freuen wie ein Schneekönig. Rolf hatte nur das Gefühl es lieber nicht zu tun. Was würde es für ihn bringen?

Ich bemerkte, dass es in ihm arbeitete. Ich sprach ihn an. “Wie wäre es, wenn wir nur eine einzige neue Idee miteinander entwickeln würden? Sie allein entscheiden,  wie es danach weiter geht!”

Rolf fasste sich ein Herz und sagte seine Teilnahme zu. Er war neugierig geworden. Ich hatte sein Interesse geweckt.

Es stellte sich heraus, dass er immer noch gerne Auto fuhr, sich aber lange keines mehr leisten konnte. Gesundheitlich war er besser drauf, als er gedacht hatte. Eine REHA würde ihm helfen können, sein Leben neu zu gestalten. Er würde seine Ernährung umstellen und etwas Sport treiben, weniger Rauchen und weniger Alkohol trinken. Rolf hatte noch mehr als 20 Jahre vor sich. Diese Zeit würde er nutzen. Es wurde ihm klar, was ihm noch möglich war.

Ich stellte ihm das Jobnetzwerk vor und wir suchten nach Berufen, die ehemalige Berufskraftfahrer mit gesundheitlichen Einschränkungen gefunden hatten. Unsere Erfahrungsdatenbank wächst monatlich. Big Data kann Dinge, die wir langsam erkennen und uns nicht vorstellen konnten.

Wir fanden tatsächlich eine Stelle als Fahrer eines Shuttlebusses in einer Klinik. Rolf bewarb sich für den Job und war am Ende sehr glücklich damit. Die REHA-Klinik, für die er arbeitete, organisierte ein begleitendes Gesundheitsprogramm für ihn. Er durfte in den Pausen und nach der Arbeit an den Programmen teilnehmen. Der Arbeitgeber legte einen großen Wert auf die Zufriedenheit seiner Kunden und Mitarbeiter. Rolf hatte einen Job gefunden, den er bis über die Altersgrenze hinaus ausüben würde. Der Arbeitgeber war natürlich damit einverstanden, dass Rolf an Maßnahmen zur Verbesserung und Stabilisierung seines Gesundheitszustandes wahrnahm. Auch der Kostenträger war schnell gefunden. Die Deutsche Rentenversicherung bezahlt neuerdings derartige Programme. Es geht um Teilhabe am Arbeitsleben über das gesetzliche Rentenalter hinaus.

Auch sein Äußeres hat sich verändert. Ich hatte ihn gespiegelt und gefragt, wie er auf andere Menschen wirken wolle und ob er einverstanden wäre, wenn ich ihn ein wenig beraten würde. Auch ein weiblicher Coach wurde einbezogen. Stilberatung. Er wollte aussehen wie ein Musketier, eine Kreuzung aus Anwalt Lentzen und Kardinal Richelieur, aber gepflegt. Vor dem Coaching hatte er nie über diesen Wunsch gesprochen. Auch darauf bin ich stolz. Er fühlt sich sehr wohl in seiner Haut und er trägt genau die Sachen, die zu ihm passen und seinen Typ unterstreichen. Er ist ein auffälliger Mann. Das ist genau das, was zu ihm passt.

Rolf K. hat etwas geschafft, was viele schaffen können. Einen persönlichen und beruflichen Neustart mit Ü58. Das macht doch Mut! Oder?

Freiheit, Bürgergeld und soziale Betreuung


Freiheit, Bürgergeld und soziale Betreuung: Das scheint nicht zusammen zu passen. Nehmen wir an, dass es einmal ein bedingungsloses Bürgergeld geben wird. Was passiert dann mit den vielen Menschen, die sich in Gefahr befinden, sozial in die Dunkelheit abzugleiten? Sie bekommen regelmäßig Geld überwiesen und niemand hat eine Ahnung, wie schlecht es ihnen wirklich geht. Soziales Abseits ist die große Gefahr des Jahrhunderts. Prekäre Situation schon von Kindheit an, parallele Gesellschaften unterschiedlicher Couleur, bedenkenloser TV-Konsum, das dumpfe Gefühl von “Denen da oben” und der Eindruck, keine Chance zu haben wird zu einem immer größeren Problem anwachsen. Die Frage, wie das demokratische Verständnis und das Wahlverhalten dieser oft vergessenen Gruppe aussieht, liegt förmlich auf der Hand. Wo bleiben soziale, ethische, humanitäre Grundstandards, wenn es eine wachsende Gruppe in der Bevölkerung gibt, die von derartigen Dingen überhaupt nichts mehr verstehen? Sie fühlen sich unwohl und haben ganz eigene Träume und sie haben Angst vor allem möglichen. Das ist die explosive Rezeptur für einen sozialen Aufstand, der nur eines im Sinn hat: Die Zerstörung des Establishments, das kaum jemand mehr verstehen und begreifen kann. Alles muss besser sein, als die triste Gegenwart. Jeder dahergelaufene Demagoge kann diesen Leuten alles versprechen, was sie gerade hören wollen. Demokratie spielt keine Rolle mehr, weil sie sich von Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit nichts positives versprechen. Der Erfahrungshorizont verengt sich bei mangelhafter Bildung zu einem schmalen Schlitz. Welche Werte werden in Zukunft überhaupt eine Rolle spielen? Die Werte der Aufklärung, Goethe und Schiller, Shakespeare, Menschlichkeit und das ausserordentliche Glück in einem vereinten Europa zu leben, spielen scheinbar überhaupt keine Rolle mehr.

Wer bestimmt eigentlich, was Recht und Gesetz ist? Wer kann wissen, was gut für die Zukunft ist? Die Bürgerbefragung in Großbritannien und der anschliessende BREXIT wirft Fragen auf. Das VOLK hat gesprochen. Die Eliten sind sprachlos und zunehmend hilflos.

Was passiert eigentlich, wenn es eines Tages nur noch gut versorgte Couch-Potatoes, Fast Food Junkies und Reality-TV Zombies gibt? Roboter und weniger intelligente Maschinen, das allgegenwärtige Netz erledigen die notwendigen Arbeiten und der Rest hat nur noch zu konsumieren. Ist das eine zukünftige Realität, die wir uns wünschen? Das Leben als TV-Unterhaltungsshow. Wer bestimmt dann, was richtig und falsch ist? Freiheit, die ich mir wünsche, ist das nicht.

Jeder Mensch, egal wie seine Lebensumstände sind, wünscht sich einen Sinn im Leben. ich bin mir sicher und das ist eine positive Grundlage für alle weiteren Diskussionen. Diese Debatten müssen geführt werden.

Grundversorgung für eine hoch entwickelte Bürgergesellschaft bedeutet auch, dass jeder eine Aufgabe übernimmt, die der Gesellschaft etwas zurückgibt. “Einer trage des Anderen Last!”, steht schon in der Bibel. Ein grundlegender Konsens kann bereits heute von jedermann unterschrieben werden.

“Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.” [Tob. 4,16; Luther 1984] Die Goldene Regel, die für alle Religionen gültig ist.
Umgekehrt gilt dasselbe.

Freiheit bedeutet aber auch, dass jeder Freie die ihm angebotene Hilfe ablehnen kann. Alles andere bedeutet Gewalt. Niemand kann und darf andere Menschen zu ihrem Glück zwingen.

Mauern bauen und die Menschen innerhalb der Mauern zu ihrem Glück zu zwingen, funktioniert nicht. Wir Berliner kennen das Thema und haben es 28 Jahre lang erlebt, wohin das führt und was das mit Menschen macht. Freiheit geht anders.

Es muss also Regeln geben, Gesetze an die wir uns alle halten und an denen wir uns orientieren können.

Es wird auch Pflichten geben, die selbstverständlich sind. Hilfe geben und Hilfe annehmen gehört zum Grundkonsens.

Der Satz: “Ich brauche keine Hilfe! Ich kann doch machen was ich will!” ist mir inzwischen sehr oft untergekommen. Ich höre jeden Tag derartige Geschichten. Es sind Menschen, die sehr gerne eine REHA-Klinik besuchen um sich über den straffen Tagesablauf zu beschweren und sich vor Dingen zu drücken, die ihnen unangenehm sind. Feste Termine scheinen die pure Folter für manch einen zu sein. Angebote, die auf Coaching und Betreuung zielen, werden sehr kritisch gesehen. Überreden allein genügt oft nicht. Freiwilligkeit ist die Grundlage von Coaching.

Wenn eine psychosoziale Betreuung notwendig wird, verhindert oft die mangelnde Einsicht des Betroffenen, dass ihm geholfen werden kann. Hilfsangebote müssen verzuckert werden und es schwebt immer die Gefahr im Raum, dass die Hilfe abgebrochen werden muss, wenn der oder die Betroffene “keine Lust mehr auf den Zirkus” haben. Sozialarbeiter können ein Lied davon singen. Die Freiheit des Einzelnen ist ein hohes Gut in der Gesellschaft; und das ist auch gut so. Es ist also immer wichtig einen angemessenen Zugang zu den Betroffenen zu haben und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Abhängigkeit von Hilfe muss unbedingt vermieden oder zumindest schnell wieder zurückgefahren werden.

Mit zunehmender Automatisierung wird es immer wichtiger für die Bürger einen angemessenen Lebensstandard zu garantieren. Auch hier ist der Staat gefragt. Das kann und darf nicht privaten Spendern überlassen werden. Wenn wir uns vorstellen, dass in 20 Jahren kaum noch ungelernte Arbeiter in den Fabriken benötigt werden und auch hochqualifizierte Aufgaben wie Bildung, Betreuung und Verkehr immer mehr durch Maschinen geleistet werden, dann muss es dringend zu einer anderen Bewertung von Erwerbsarbeit und deren Bedeutung für den Einzelnen kommen. Der Hinweis von Bill Gates, dass Roboter Steuern zahlen sollten, wird immer mehr in den Fokus rücken. Die zentrale Frage nach dem Warum des menschlichen Lebens, der sozialen Strukturen und der Ethik des Ganzen wird immer wieder neu gestellt werden müssen.

Natürlich haben wir als Menschen keine Lust auf Gleichmacherei – auf welchem Niveau auch immer. Allerdings ist heute schon klar, dass Nahrung, Energie und Wohlstand besser verteilt werden muss. Es steht auch fest, dass es vollkommen sinnlos ist jedem alles zu geben, unabhängig von seiner Fähigkeit damit umzugehen. Bereits Johann Wolfgang von Goethe sagt: “Was du ererbt von deinen Vätern: Erwirb es um es zu besitzen!” In diesem Sinne muss jeder Bürger in einer Gesellschaft das erwerben, was ihm zur Verfügung gestellt wird. Dazu gehört auch ein Bewusstsein zu entwickeln, was uns allen damit möglich wird. Auch hier wird deutlich, dass demokratische Prozesse auf einem hohen Niveau der Offenheit und Ahnungslosigkeit stattfinden müssen. Solange es eine kritische Masse von Menschen gibt, die weder die Bildung, noch die intellektuelle Fähigkeit haben mit Fortschritt angstfrei aber kritisch umzugehen, bleibt die Situation gefährlich. Auch eine Flucht in Virtuelle Welten wird in den kommenden Jahren für jedermann möglich werden. Die Frage ist tatsächlich, was wir wollen und welche Gesellschaft wir anstreben.

Die aktuelle Entwicklung in den Vereinigten Staaten scheint genau den entgegengesetzten Weg einzuschlagen: Rückzug des aus europäischer Sicht unterentwickelten Staates inklusive Krankenversorgung und sozialer Betreuung. Abschied von sozialen Netzwerken – aus unserer Sicht die Grundlage der menschlichen Gesellschaft – und befeuern dumpfer Ängste und Vorurteile. Bleibt abzuwarten, ob die Visionäre aus den Fortschrittsbranchen auf diese Fragen neue Antworten finden werden.

Umberto Eco


Vor einem Jahr: Umberto Eco hat uns verlassen. In Erinnerung an einen großartigen Forscher und Autor

MacCoach

20.02.2016 – Umbert Eco ist tot –  für mich ist er unsterblich

“Ich bin Philosoph. Romane schreibe ich nur am Wochenende.” (Umberto Eco)

Es gibt da ein Zitat, dass ich im Radio hörte und seitdem suche. Umberto Eco soll gesagt haben, dass man ein Leben lebt, wenn man nicht liest. Wenn man liest, dann lebt man fünfhundert Leben.

Vielleicht kann ich es so interpretieren:

Wir leben genau ein Leben, wenn wir nicht lesen,
wir leben 500 Leben, wenn wir lesen. (nach Umberto Eco)

Das Originalzitat suche ich noch. 

Stunden später habe ich es gefunden und es ist nicht einmal von Umberto Eco:

Ein Leser durchlebt tausend Leben, ehe er stirbt.
Der Mann, der nie liest, lebt nur sein eigenes.
George R. R. Martin (das Lied von Eis und Feuer)

Ein Grund mehr, viel mehr zu lesen, als zu schreiben. Es gibt so viel zu tun!

Eco verkörpert das, was ich…

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Bill Gates: The robot that takes your job should pay taxes


Robots are taking human jobs. But Bill Gates believes that governments should tax companies’ use of them, as a way to at least temporarily slow the spread of automation and to fund other types of employment. It’s a striking position from the world’s richest man and a self-described techno-optimist who co-founded Microsoft, one of the…

über The robot that takes your job should pay taxes, says Bill Gates — Quartz

Traumata – “Fight, Flight, Freeze”


Traumata – “Fight, Flight, Freeze”

Die meisten Menschen haben im Leben traumatische Erlebnisse zu bewältigen. Sie lernen, mit dem Trauma umzugehen. Daher hat nicht jede traumatische Erfahrung schwerwiegende psychische Folgen. Traumata sind ganz normal im Leben jedes Menschen.

Die richtige Bewältigungsstrategie ist der Schlüssel zur Bewältigung traumatischer Erfahrungen.

Ein Trauma ist eine schwere Verletzung der Seele. Es wird durch das Erleben von Kontrollverlust oder Lebensgefahr ausgelöst. Gesunde und gut eingestellte Menschen verfügen über ein Repertoire von Bewältigungsstrategien, die Verletzungen durch Traumata reparieren können.  

Traumatische Erlebnisse, die aus unterschiedlichen Gründen verdrängt werden müssen, also aus dem Bewusstsein verbannt werden, bevor die Bewältigung greifen konnte, führen unweigerlich zu Belastungsstörungen, die sehr tief sitzen und sehr schwer kontrolliert werden können.

Psychische und körperliche Gewalt, sexueller Missbrauch und Verlusterfahrungen oder schwere Erkrankungen können traumatische Ereignisse sein, die einen Triggerpunkt setzen. Irgendwann im Laufe des Lebens werden ungelöste traumatische Erlebnisse wiederaufgerufen und in das Bewusstsein geschwemmt. Sie kommen an die Oberfläche. Je nachdem wie schnell das Auftauchen vor sich geht, ist die Reaktion auf ein nicht bewältigtes Trauma mittelschwer oder katastrophal.

Es hängt von der Persönlichkeit des Menschen ab, ob ein Trauma psychische Probleme verursacht, anhaltende Angst, Depressionen oder eine Posttraumatische Belastungsstörung etabliert.

In Gefahrensituationen reagiert ein Mensch mit einem Notprogramm, das tief in uns verankert ist: Fight-Flight-Freeze.

Kämpfen, fliehen oder erstarren. Das ist fast selbsterklärend. Wer sich an JurassicPark erinnert, weiß, dass Dinosaurier nur sich bewegende Objekte verfolgen. Ein erstarrtes Opfer kann der Dino nicht erkennen und aus diesem Grund ist “Freeze” eine durchaus vernünftige Strategie. Wie gesagt, es steckt tief in unseren Genen und jeder verfügt über das kleine aber wirksame Unterprogramm namens Fight-Flight-Freeze.

“Neben den Stressreaktionen Kampf oder Flucht kann es also auch zu einer Art Erstarrung kommen. Auf psychischer Ebene kann das zu einer veränderte Wahrnehmung führen. Die sogenannte „Dissoziation“  ist ein mentaler Schutzmechanismus, der bewirkt, dass die Betroffenen sich fühlen, als würden sie „neben sich stehen“. Diese Wahrnehmung macht es schwieriger, ein Trauma zu verarbeiten und es als Teil des eigenen Lebens anzunehmen.”

Dissiziation kann direkt in eine Posttraumatische Belastungsstörung führen. Sie entsteht, wenn das natürliche Bewältungssystem überlastet wird.

Symptome einer Postraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind zum Beispiel:

  • Konzentrationsstörungen
  • Schreckhaftigkeit
  • Übererregbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Alpträume, wiederkehrende Bilder des Erlebten
  • Interessenverlust und Abgestumpftheit

Wenn diese Symptome kurz nach dem auslösenden traumatischen Erlebnis auftreten, werden sie als akute Belastungsreaktion identifiziert. Wenn diese Beschwerden länger als vier Wochen anhalten, kann man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung ausgehen.

Es handelt sich um ein Trauma, das unbedingt behandelt werden muss. Die Behandlung muss von einem Spezialisten durchgeführt werden. Das geht weit über Coaching hinaus. Der Coach ist in diesem Fall nur ein Begleiter, der den Coachee zum behandelnden Arzt begleitet.

Wichtig ist vor allem, dass der oder die Betroffene das Erlebnis und das Trauma als solches begreift und akzeptiert – Coaching.

Der Coach lässt sich und dem Klienten viel Zeit und drängt nicht auf eine schnelle Lösung. Der nächste Schritt ist die Aufnahme sozialer Aktivitäten. Es geht vor allem darum, wieder aus der depressiven Erstarrung herauszukommen. Medikamente, Drogen und Alkohol wirken kontraproduktiv und sind in diesem Stadium unbedingt zu vermeiden.

Professionelle Hilfe durch einen Arzt ist zwingend erforderlich.

 

Cholerisch, stolz, empfindsam


Cholerisch, stolz, empfindsam – so wurde Manfred Krug manchmal von Kollegen und Menschen die ihn kennen, charakterisiert. Cholerisch, stolz, empfindsam. So sah er sich wohl auch selbst. In diesem Zusammenhang sehen die ungeliebten Choleriker ein wenig liebenswerter aus. Manfred Krug war ein geradliniger, aufrechter Mann. Er wird immer ein Vorbild bleiben. Als Künstler und auch als politischer Mensch. Gerade weil er sich nicht vereinnahmen ließ und seinen eigenen Weg ging ist der ein Vorbild. Wer mit dem Namen Manfred Krug nichts mehr anfangen kann, dem sei seine Biografie und eine autobiografischen Bücher “Abgehaun” und “Mein schönes Leben” wärmstens empfohlen.

Es handelt sich bei den Biografien um die Sicht von Manfred Krug, Ehemalige Freunde und Weggefährten sehen ihn, seinen Charakter und sein Leben etwas anders. Um so interessanter ist seine Sicht auf sich selbst. Ein stolzer, empfindsamer, liebenswerter Choleriker sagt sehr viel über sich und sein Innenleben.

Ich beschäftige mich, auf meinem Blog –  hier, oft mit Cholerikern und solchen die es -nicht mehr- sein wollen. Cholerische Charaktere haben aber auch deutlich sichtbare Vorteile: Sie tragen das Herz auf der Zunge und man weiß oft ganz genau, was in ihnen vorgeht. Choleriker können empfindsame und sensible Menschen sein, wenn es um sie selbst geht. Sie explodieren, wenn sie etwas nicht mehr ertragen können und dann ist es auch wieder gut. Erst wenn ein aufbrausender Charakter mit krankhaft narzisstischen Zügen zusammenkommt, wird es gefährlich. Ein liebenswerter Choleriker braucht möglicherweise Raum für Reflexion aber keine Therapie.

Cholerisch, stolz, empfindsam; ohne übertriebene Selbstliebe ist in der Regel ein liebenswerter Charakter mit dem man gut leben kann. Auch die Menschen, die mit solchen Charakteren zu tun haben, können gut mit ihnen umgehen, wenn sie begreifen, dass so ein Mensch niemals den Wunsch hat andere tödlich zu beleidigen. Ein gutartiger Choleriker und eine empfindliche Mimose sind sich der Alptraum von Paar-Therapeuten. Da ist etwas zusammengekommen, was wirklich nicht zusammenpasst. Aber wie dem auch sei. Es gibt immer eine Möglichkeit vernünftig miteinander umzugehen.

Der stolzer Choleriker, der eine stolze unnahbare und schöne Frau geheiratet hat, ist eine solche explosive Mischung. Er ist ein grober, ungehobelter Klotz. Sie ist eine gebildete, empfindsame Dame. Passt das zusammen? Ich denke ja, wenn er ihr verlässliche Sicherheit und Schutz bieten kann. Und genau das ist meistens der Fall, wenn derartige Charaktere aufeinander treffen. Aber sie müssen miteinander reden. Es ist nicht vorteilhaft, wenn der gute Choleriker keinerlei Kritik erträgt und nur seine eigene Meinung gelten lässt.

Es ist wahr: Choleriker können sehr verletzbar sein, wenn ihnen etwas nicht passt. Mit ihnen umzugehen heißt: Geduld zu haben und zu verzeihen. Und zwar sehr viel von beidem. Nur starke Menschen halten das auf die Dauer aus. Und auch starke Frauen und Männer brauchen von Zeit zu Zeit einen gut ausgebildeten, professionellen Gesprächspartner. Coaching wird empfohlen.

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Angst ist kein guter Berater


Mögen Deine Entscheidungen
Deine Hoffnungen widerspiegeln,
nicht Deine Ängste.
/Nelson Mandela/

Nelson Mandela sagte einmal, dass wir wir unsere Taten nicht an unseren Ängsten, sondern an unseren Hoffnungen orientieren sollen. Das leuchtet ein. Jemand, der ängstlich ist, versteckt sich und versucht unsichtbar zu bleiben und unauffällig zu leben. Dann, so glaubt der Ängstliche, wird ihm schon nichts passieren.  
Wir leben bereits in einer Zeit in der es wieder sehr gefährlich scheint, Dinge beim Namen zu nennen. Wer weiß, welcher politisch getriebene Datensammler uns auf eine schwarze Liste setzen und verfolgen wird? Es ist alles möglich. Datenbanken sammeln Daten und jeder, der auf Datenbanken zugreifen kann, ist in der Lage zum Beispiel, alle Namen auf “Christ” oder “Jude” oder “Links” oder “Rechts”, zu filtern. Es ist möglich und es ist machbar. Es ist real.
Bist du “intellektuell” oder “harmlos”, ein Einzelgänger oder ein geselliger Mensch? Sagst du wirklich, was du denkst? Wie alt bist du? Wo wohnst du? Wer sind deine Freunde auf Facebook oder Google+? Wie viele richtige Freunde hast du?

Die Gefahren der heutigen Welt werden deutlich, wenn man sich mit den Möglichkeiten beschäftigt. Für die meisten Zeitgenossen ist das undurchsichtig und beängstigend. Zurecht. Tekkies erkennen auf Grund der Komplexität der Möglichkeiten, dass die Probleme beängstigend komplex geworden sind.

“Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.” /Nelson Mandela/

Es gibt viele Menschen, die sich instinktiv vor der Freiheit fürchten. Sie sind auf Angst konditioniert. Es ist vorhersehbar wie sie reagieren, wenn etwas ihre antrainierten Ängste auslöst. Psychologie pur.  

Die Konditionierung betrifft alle Bereiche unseres Lebens. Haben wir einmal JA! gesagt und fühlen wir uns von nun an verpflichtet? Stimmt es, dass wir einmal NEIN! sagen und dann wieder ganz von vorn anfangen müssen oder ganz aus dem Rennen sind? Ist das so? Hast du Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit? Was würdest du eigentlich tun, wenn du eines Tages nicht mehr VERPFLICHTET wärst?

Glaube mir bitte! Ich weiß genau, was das bedeutet. Und ich habe mir dir Freiheit genommen, mich zurückgezogen und mir einen Perspektivwechsel gegönnt. Das ging, weil es noch nicht zu spät war. Es funktionierte, weil ich durch äußere Umstände dazu gezwungen wurde. Es war eine Chance, kein Unglück.
Ich frage mich, wie Menschen, die eine höhere Karrierestufe erreicht haben, auch nur einen kleinen Persepektivwechsel wagen könnten. Es ist gefährlich, weil der Fall zu tief sein könnte. Wer aus großer Höhe fällt, braucht ein Sprungtuch und sehr viel Mut. Er (meistens ist es in diesen Fällen ein Er) braucht verständnisvolle Begleitung, wenige Beratung. Ein guter Coach ist in solchen Fällen ein guter Begleiter. Angst ist genau das Gegenteil davon.

Ein Film von Rainer-Maria Fassbinder heißt: ANGST ESSEN SEELE AUF. Muss ich noch mehr dazu sagen? Das kann ja nicht der Sinn der Sache sein, sich von Angst steuern zu lassen.

Eine Angst, die existenziell wirkt, ist die Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit.

Hast du Angst vor Bedeutungslosigkeit? Worin besteht deine Bedeutung? Wer oder was definiert deine Bedeutung? Ist das wirklich so? Bist du dir sicher?

Angst ist niemals ein guter Begleiter. Meinst du nicht auch? Wie wirst du deine Ängste los? Was wird dir möglich, wenn du dich in eine angstfreie Zone begibst? Hast du Angst, auch nur darüber nachzudenken? Hast du Angst, deine Ängste zu reflektieren? Warum ist das so? Was wird dir möglich, wenn du deine Angst besiegen kannst? Denk darüber nach und stell es dir vor. Ein Leben ohne Zwang und ohne Angst. Es ist möglich!

 

Coaching: Das Unmögliche erreichen


„Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet.“ /Alice im Wunderland/

Eine sehr gute Coaching-Definition. Nur wenn man das scheinbar Unmögliche in den Fokus des Möglichen bringt, kann es erreicht werden. Ich paraphrasiere ein wenig und auch das ist eine gute Coachingübung.

Jeder Mensch hat eine ganz individuelle Methode zu lernen, Zusammenhänge zu verstehen und Dinge zu begreifen. Paraphrase ist eine sehr gute Möglichkeit herauszufinden, was am besten zu mir passt. Das ist das Problem von herkömmlichen Schulen. Der Lehrer bietet in der Regel genau eine oder zwei Methoden, einen bestimmten Lehrstoff zu vermitteln. Wer nicht in das Raster der Methode passt, wer eine andere Wahrnehmung oder einen anderen Zugang zu Wissen besitzt, hat keine Chance. Also Paraphrase und Perspektivwechsel bis es passt. Pacing-Phase. Coach und Coachee tasten sich näher. Wenn der Coach spürt, dass er einen möglichst guten Zugang zum Coachee bekommt, kann der nächste Schritt gemacht werden. Der Coachee spürt sehr genau, wann dieser Punkt erreicht ist.

Der nächste Schritt  ist es ein Ziel zu finden, dass für den Coachee als unerreichbar, aber attraktiv gilt.

Fragen:
“Wer bist Du, wenn Du in 20 Jahren auf Dein Leben zurückblickst?”

“Was würdest Du tun, wenn alle Widerstände und Mauern durch ein Wunder komplett verschwinden würden?”

“Nehmen wir an, dass alles, was Du machst, erfolgreich sein wird. Es gibt keine Rückschläge und kein Pech. Du packst etwas an und hast Erfolg damit!”

“Welche Ziele würdest Du Dir stellen? – Alles gelingt, Du musst es nur machen!”

“Als Kind hattest Du Träume. Was waren Deine Vorstellungen von Dir in der Zukunft? Wer wolltest Du als Kind sein? Was wolltest Du einmal machen und einmal sein?”

Jeder Mensch hat Träume. Wer jung ist kennt noch keine Grenzen. Er oder sie akzeptiert keine Grenzen. Wir leben in einem Zeitalter in dem wir gelernt haben, dass Grenzen und Mauern nicht für die Ewigkeit gebaut sind. Kreativität und Neugier verleiht uns Mut und Entschlossenheit Dinge zu denken und zu tun, die vor ein paar Jahren nur ein Traum waren.

Ich bin ein absoluter Science-Fiction Fan. Als kleiner Junge habe ich Jules Verne gelesen und Kurt Laßwitz, H.G.Wells und Isaak Asimov, Clarke, Philipp K.Dick, Arkadi und Boris Strugatzky und viele mehr. Alles was ich finden konnte verschlang ich hungrig. Alles schien möglich mit den technischen Möglichkeiten der Zukunft. Alles ist möglich mit den technischen Voraussetzungen, die uns bereits heute zur Verfügung stehen. Die Zukunft im Sinne meiner kindlichen Science Fiction Welt hat längst begonnen. Sie ist bereits Realität.

Wie schafft man es, unmöglich erscheinende Ziele zu definieren und in die Realität umzuwandeln?

Es ist ganz einfach: Wir schreiben uns eine Liste auf, mit Dingen die unmöglich sind und warum sie unmöglich sind. Dann drehen wir das Unmögliche um und machen daraus  eine To-Do-Liste.

Turn A Impossible List – into – A To-Do-List

Zuerst scheibst Du eine Liste, warum etwas unmöglich ist. Dann verwandelst Du diese Impossible-List in eine To-Do-List. Stück für Stück. Ein Schritt nach dem anderen.

Es kann durchaus Dinge geben, die vorerst unmöglich bleiben werden. Aber dann passiert etwas und Unmögliches wird möglich und Du wirst es merken und dich an die Liste erinnern und dann kannst Du den nächsten Schritt gehen.

Gründercoaching


Gründercoaching – so geht es besser

Es gibt Gründercoaching (Zuschüße für professionelle Beratung) und es gibt Coaching für Gründer, die nicht nur Beratung brauchen, sondern echtes, ergebnisoffenes  Coaching. Wenn Sie mich fragen, dann würde ich vor einer Gründung immer ein Coaching mit Kompetenzfeststellung, psychologischer Beratung und einem realistischen ÖkoCheck empfehlen. Nicht jeder Gründer ist für eine Selbständigkeit geeignet. Es gibt Vorteile und es gibt Nachteile. Wenn ich mich “als Unternehmer” betrachte, so klingt das zuerst einmal sehr positiv. Die negativen Aspekte werden ausgeblendet und man fühlt förmlich den Wind unter den Flügeln. Wir lesen Startup-Literatur und wir lernen, dass in Zukunft sehr viel mehr projektorientiert gearbeitet werden wird. In Zukunft wird es kaum noch Festanstellungen geben, so liest man. Projektorientierte Arbeit mit selbständigen Spezialisten im IT Bereich sind eine logische Entwicklung. Es klingt alles sehr modern. Die Entwicklung ist längst Realität. Journalisten, Reporter, Regisseure, IT Spezialisten, Projektmanager in unterschiedlichen Bereichen, Coaches, Berater sind heute selbstverständlich als Selbständige unterwegs und die Schattenseiten werden sichtbar. Viele Selbständige leben in prekären Verhältnissen. Manch eine(r) kann sich nicht einmal die Krankenversicherung leisten. Von einer Einzahlung in die Rente kann überhaupt keine Rede mehr sein. Das selbständige Leben ist hart und nur noch von vagen Hoffnungen geprägt.

Wie wäre es mit einem Gründercoaching, dass seinen Namen voll und ganz verdient? Ich habe da eine Idee. So etwas gibt es nämlich schon. Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einer Coach (einem weiblichen Coach), die mir genau so etwas erzählte. Sie hatte einen Syrer gecoacht, der sich als Ingenieur selbständig machen wollte. Sein Sprachlevel war in Ordnung. Er hatte die B2 Sprachprüfung bestanden und tendierte in Richtung C1. Als Ingenieur hatte er bereits gearbeitet und das, was er erzählte klang schlüssig und logisch. Nun wollte er sich selbständig machen, hatte aber keine Vorstellung, wie das gehen könnte. Die Coach hatte auf Grund ihrer eigenen Selbständigkeit professionelle Kenntnisse und konnte dieses Wissen mit einbringen. Die Gespräche bekamen beratenden Charakter, aber auch das ist ein normaler Prozess. Als die vom JobCenter bestätigte Stundenzahl erreicht war, beantragte der Teilnehmer weitere Stunden, die er auch bekam. Mein Eindruck ist klar. Wenn Gründercoaching, dann gekoppelt mit einem richtigen Integrationscoaching. Ich bin mir sicher, dass es sich hier um eine zielgerichtete Maßnahme handelt, die allen Beteiligten helfen kann.  

Es war einmal eine andere Welt


Es war einmal eine reiche Welt in der alles möglich schien. Wissenschaft, Kunst und Technologie griffen nach den Sternen. Die Welt war reich an allem, was das Leben lebenswert machte. Doch die Menschen waren egoistisch und gierig geworden. So wurde der Reichtum nicht sinnvoll verteilt und der überwiegende Teil der Menschen litt an Not, Mangel, Krieg und Armut. Viele sahen keine Zukunft mehr in ihrem Leben. Manche verzweifelten und vegetierten ihrem Ende entgegen. Andere waren zornig angesichts ihrer Ohnmacht.

Diese Welt stand an einem Scheideweg. Entweder diese Welt wandelte sich sehr schnell und entschied sich das Richtige zu tun, oder sie würde in eine Katastrophe gleiten, die ein sehr dunkles Zeitalter einleiten würde.

Das dunkle Zeitalter hatte längst begonnen. Niemand hatte es bemerkt, als sich die dunklen Mächte in Bewegung setzten. Man sprach von Frieden und Gerechtigkeit und Einheit. Es war die Rede von Naivität, der man entgegentreten müsse um der Realität zum Durchbruch zu verhelfen.
Schon kam die Rede von einem postfaktischen Zeitalter auf. Die Wahrheit wurde verlacht und mit Füßen getreten. Rücksichtnahme und Political-Correctness waren nur noch Makulatur und ein Zeichen von Schwäche. Skrupellose Machtmenschen rissen schwachen Politikern die Fäden aus den Händen und versuchten ein Spiel zu spielen, das sie nicht verstanden und auch nicht beherrschten. Sie spielten Monopoli mit der Welt und setzten alles mutig ein, was ihnen nicht gehörte. Alles was sie taten und sagten schien auf seltsame Weise unzusammenhängend und gewagt zu sein. Vernunft hatte nichts mehr zu bedeuten. Aber es war zu spät. Sie hatten die Macht und würden sie nie wieder aus der Hand legen.

Niemand glaubte mehr an Gerechtigkeit und das Gute. Ein dunkler Schleier legte sich über die Welt, wie ein Totentuch. Ein Pesthauch schwebte wie dichter Nebel über den Wassern. Das Böse erfasste die Menschen mit unheimlicher Macht. Selbst die Sonne verdunkelte die Gemüter, obwohl sie fröhlich und unbeschwert aus einem azurblauen Himmel schien.

Dann kam ein Mann, der eine ganz andere Botschaft hatte. Er redete von Liebe und Gerechtigkeit gegenüber seinen Feinden. Er wurde zu einer Gefahr für die dunklen Mächte, weil er das reine und klare Licht brachte. Dieser Mann war bald der meistverfolgte Mann der Welt. Die dunklen Mächte erkannten ihn als das was er war: Der Mann mit der gefährlichsten Botschaft der Welt. Er rüttelte die Menschen in Massen auf und überzeugte sie durch Demut und Liebe von der Kraft des wahrhaft Guten.

Der Mann hatte ein Geheimnis. Er war schon einmal auf die Welt gekommen um die Menschen zu retten. Nun kam er ein zweites Mal. Er hatte es angekündigt. Es war kein Geheimnis. Es stand sogar in dem Buch, das am meisten gedruckt worden war. Kaum jemand wartete noch auf ihn. Es war genau wie beim ersten Mal. Alles war genau so.

2. Timotheus 3, 1-5: „Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, zuchtlos, wild, dem Guten feind, Verräter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Wollust mehr als Gott; sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide!“

Was das alles mit Coaching zu tun hat? Na gar nichts! Außer vielleicht einem alternativen, aus der Mode gekommenen Standpunkt, der eine weitere Betrachtung verdient.

Das alles kommt mir sehr aktuell und sehr vertraut vor. Als ich diese Zeilen vor vielen Jahren zum ersten Mal las, waren sie mir fremd und kamen mir seltsam aus der Zeit gefallen vor. Heute ist das ganz anders. Wie konnte es nur soweit kommen?

Coaching ist….


Coaching ist nicht den Leuten zu sagen, was sie zu tun haben oder was sie tun sollten.

Coaching ist ein Prozess, der Menschen in die Lage versetzt selbst herauszufinden, was sie wollen, was sie am besten können, was ihre tatsächlichen Ziele sind und wie man diese Ziele erreicht.

Coaching bedeutet nicht, Probleme aus der Vergangenheit in einer Endlosschleife unter verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten.

Coaching ist der Weg aus einem Labyrinth von begrenzenden Glaubenssätzen, schneller Perspektivwechsel und ein völlig veränderter Blick auf die Landkarte des Lebens.

Als ich mich das erste Mal mit Coaching beschäftigte,  hatte ich einen Plan. Ich wollte einen Neustart. Coaching war für mich die Möglichkeit, einen neuen Weg in eine neue Zukunft zu gehen.
Ich hatte instinktiv erkannt, was Coaching ist und ich ahnte, dass es sich um einen Beruf mit Zukunft handeln würde. Es kam mir interessant vor. Ich erkannte vieles, was ich bisher getan hatte wieder und lernte wie Kommunikation tatsächlich funktioniert. Das bedeutet auch, dass ich sehr wohl mit den verschiedensten Menschen interagieren kann, ohne dass sie überhaupt bemerken, wo meine Intentionen wirklich liegen. Es gibt Leute, die wirklich glauben, sie wären anderen haushoch überlegen. Sie sind blind, wenn sie jemand treffen, der das weiß und ihnen keine Angriffsfläche bietet.

Ich bin fest davon überzeugt, dass gute Psychologen, Pädagogen und Therapeuten sehr gute Coaches sein können. Ich komme aus einer völlig anderen Richtung. Ich war Ingenieur und IT-Manager. Coaching war für mich der Startpunkt und das Ziel. Ich erkannte sehr schnell, dass ich als Coach genau das machen kann, was ich gerne tat und wo ich mich am wohlsten fühlte. Es war wie eine Berufung, mein neuer Beruf, wenn man so will. Es ist eine völlig andere Form von Hilfe für andere Menschen. Was ich bis dahin kannte waren Beratungsformate wie Seelsorge, Supervision, Mentoring und natürlich hatte ich einige Unternehmensberater erlebt, die ihre speziellen Ziele verfolgten und schematisch abarbeiteten. Auch das ist ein interessanter Ansatz. Ich gehe mit einem Fragekatalog in ein Unternehmen und spreche mit Verantwortlichen. Am Ende gibt es eine ToDo-Liste, die abgearbeitet werden kann. Es werden Prioritäten gesetzt und es wird deutlich, wo der Schuh drückt. Es werden blinde Flecken sichtbar, die das Unternehmen daran hindern, besser zu werden. Coaching kann auch in diesem Bereich einen Quantensprung bedeuten. Aber dazu komme ich bestimmt später noch einmal zu sprechen.

Warum sollte jemand einen Coach aufsuchen und nicht einen Berater oder einen Therapeuten oder einen Seelsorger?

Verschiedene Formate beinhalten verschiedene Vorteile. Wer sich permanent mit Dingen aus der Vergangenheit beschäftigen möchte, geht zum Therapeuten. Das ist ansatzweise auch mit einem Coach machbar. Vieles, was uns hemmt hat seine Ursachen in der frühen Kindheit. Das können wir durchaus kurz berühren. Wir sollten es aber nicht als Coaching betrachten. Das macht besser ein guter Therapeut.

Es gibt auch einen großen Unterschied zwischen einem Mentor und einem Coach.

Wer in einem großen DAX Unternehmen vorankommen möchte, der braucht einen wohlgesonnenen und gut ausgebildeten Manager. Ein Coach kann hier nur als zusätzlicher Begleiter eingesetzt werden. Wer ein ausgezeichneter Coach werden will, der braucht einen sehr guten Coach als Mentor.

Ich denke, dass Coaching immer helfen kann Dinge herauszufinden, über die wir entweder noch nie nachgedacht haben oder über die wir vermieden haben nachzudenken.

Ein Pastor einer Freikirche hatte mir einmal erzählt, dass er zwei Dinge niemals tun würde. Erstens hatte er eine begründete Angst vor Psychologen und Therapeuten. Vor diesen Leuten fürchtete sich der brave Mann tatsächlich wie der Teufel vor dem Weihwasser, wenn der Vergleich gestattet ist. Er hatte Angst, dass Psychologen ihm seinen Glauben wegnehmen würden. Das hatte er so von seinem Vater gelernt. Die Fantastischen Vier hatten es auf den Punkte gebracht: Religion: Sohn, vom Sohn, vom Sohn vom Sohn. Der Pastor hatte gehört, dass ich Coach bin und schon hatten wir ein gutes Gesprächsthema.
Die zweite Gruppe vor der er Angst hatte, waren Anwälte. So etwas würde er nie brauchen, hoffte er, denn er würde ja verzeihen können. Der Mann war voller Ängste und voller Sorgen. Das ist heute noch so. Ich fürchte, dass es sehr vielen Gläubigen so ähnlich geht wie ihm. Sie haben Angst vor Veränderung und sie haben sehr oft Angst vorm Leben. Alles, was nicht in ihr Weltbild passt wird ausgeblendet und so entstehen sehr große dunkle Gebiete. Also genau das Gegenteil von dem was sie eigentlich anstreben sollten.

Ein guter Coach ist eine Art Künstler. Er beherrscht den Prozess des Öffnens und er führt seine Klienten in einen Flow-Zustand der dann zum gewünschten Resultat führen wird.

Kunst kommt auch beim Coaching von Können. Und dieses Können wiederum ist 90 Prozent Fleiß und nur zu einem geringen Teil Talent. Natürlich muss der Coach auch Lust auf den Job haben, sonst funktioniert das nicht.

Wenn Menschen einen Coach suchen, dann sind sie in der Regel schon bereit für einen Wandel. Ich kenne natürlich auch den Weg, Menschen blitzschnell in den Zustand zu bringen, einen Wandel erzielen zu wollen. Das funktioniert aber nur, wenn die Menschen es freiwillig tun wollen. Niemand darf versuchen, einem Menschen etwas überzustülpen. Coaching ist keine Gehirnwäsche.

Coaching schult blitzschnelle Perspektivwechsel. Wir haben heute jeden Tag die Gelegenheit scheinbar allgemein bekannte Dinge genauer unter die Lupe zu nehmen. Trump sei Dank! Egal was man von diesem ungehobelten Raubein halten mag. Er wird dafür sorgen, dass es wieder vorwärts geht. Manchmal muss man etwas zerstören um etwas Neues aufzubauen. Ein altes, marodes Haus abreißen und ein modernes Hochhaus bauen, ist vielleicht nicht die schlechteste Idee. Aber das hätten wir auch anders haben können. Ich will nicht abschweifen. Ich bin kein Freund von unhöflichen Cholerikern und verwöhnten Narzissten, die sich nicht im Griff haben. Auf jeden Fall wird nun plötzlich sehr deutlich, die stark die EU ist und dass es sich lohnt sie zu erhalten und auszubauen.  

 Das Beste am Coaching ist für mich, jeden Tag neue Leute kennenzulernen und sie auf ihrem Weg in ihr neues Leben zu begleiten. Ich bekomme so viele neue Ideen und Anregungen, dass ich es kaum fassen kann. So etwa hatte ich mir das vorgestellt mit dem Coaching. Es wird niemals langweilig. Jeder Tag bringt tatsächlich neue Einsichten und Ansichten. Spannend!

 

Mach was! (aus Dir)


Mach was! (aus Dir)

“macht!, macht! macht! – macht irgendwas! aber macht was!” brüllte der Feldwebel die Rekruten an. Ich musste mir diesen Satz in den unterschiedlichsten Variationen seiner Stimme unendlich oft anhören. Aber es hat uns nicht geschadet.

Was machen! ist besser als Nichts machen!

Ein 48jähriger selbstbewusster Mann kam in eine REHA-Klinik. Das unvermeidliche Gespräch mit dem Arzt gipfelte in der Aussage des Mannes: “Ja, Ja! Das kenne ich schon. Und nun wollen Sie mich zwingen zu arbeiten!” Der Arzt wunderte sich. Der Mann hatte tatsächlich noch nie in seinem Leben eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Er erzählte dem Arzt von seiner Freiheit und dass er sich eingerichtet hatte und sehr gut damit leben konnte. Seine Wohnung wurde bezahlt. Er hatte keine hohen Ansprüche und er lebte halt ein erwerbsarbeitsfremdes Leben. Dieser Mann war sich nicht einmal sicher, ob er besser leben würde, wenn er einer Arbeit nachgehen würde. Außerdem wäre ja wohl alles längst zu spät. Was solle er denn machen? Mit dem Lebenslauf würde er niemals auch nur den Hauch einer Chance auf einen vernünftigen Job haben. Der Arzt scannte den Mann und der kam ihm überhaupt nicht unintelligent vor. Mit einem vernünftigen Ziel würde dieser Mann noch einmal durchstarten können. Soviel schien klar zu sein. Der Arzt empfahl dem Mann ein Coaching und er fragte mich, was ich mit “so einem Kandidaten” anstellen würde.

Ich würde mich auf jeden Fall mit dem Mann unterhalten, im Rahmen eines Coachings versuchen festzustellen, was seine Interessen und Stärken sind und welche Möglichkeiten sich für die Zukunft öffnen können, so dass er “sein Leben wieder in die eigenen Hände nehmen kann”. Die Hitliste von Ausreden kennen wir bereits:

  • es gibt keine geeigneten Unternehmen in der Region, die mich einstellen würden
  • die interessierten Unternehmen zahlen nicht gut
  • ich habe nicht die gesuchte Ausbildung
  • mir fehlen aktuelle Fähigkeiten und Kenntnisse
  • ich bin durch verschiedene Krankheiten behindert

Dann würde ich mich mit ihm über seinen Tagesablauf unterhalten. Wie verbringt der Mann sein Leben wirklich? Was ist ihm wichtig? Welche Fähigkeiten braucht er dazu? Menschen, die tatsächlich nichts machen, gibt es kaum. Und wenn, dann stelle ich oft eine Behinderung fest, die Hilfe verlangt. In vielen Fällen sind die Menschen zu stolz, um Hilfe zu bitten. Der regelmäßige Gang zum Jobcenter gehört für sie bereits zu den unvermeidlichen Pflichten, die notwendig sind um Leistungen zu erhalten. Mit dieser Energie könnten viele auch etwas völlig anderes tun.

Es ist meine Aufgabe als Coach herauszufinden, wo die versteckte Energie und die Interessen meines Coachee liegen. Wenn wir das gemeinsam erarbeitet haben, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt in Richtung Zukunft und Selbstbestimmung. In vielen Fällen ist ein Ehrenamt ein erster Schritt. Ich bin davon überzeugt, dass wir Menschen soziale Wesen sind, die nicht alleine vor sich her leben sollten. Alle unsere Kraft, unsere Energie, unsere Zuversicht und unser Mut kommt aus unseren sozialen Kontakten, aus Anerkennung und dem Erreichen von Zielen. Wer wollen wir sein, wenn wir eines Tages als alter Mensch auf unser Leben zurückblicken?

“Ich bin der Mann, der es geschafft hat niemals zu arbeiten und frei zu sein…..”? Das könnte etwas wenig sein für ein erfülltes Leben.