Liebe machen


Liebe machen

Ich weiß genau was Sie jetzt denken; und Sie haben recht! /Thomas Magnum P.I./

Liebe machen, das klingt überhaupt nicht gut. Das hat so was Verruchtes, ja Unanständiges. Man macht doch keine Liebe! Man liebt zärtlich und romantisch. Aber Liebe machen? Das ist doch was für Tiere. Oder?

“Can’t buy me love!” sangen schon die Beatles und auch das stimmt vermutlich in den allermeisten Fällen; ausser wenn man sich in die Liebesdienerin verliebt und sie aus diesem schrecklichen Zustand befreien möchte. Auch das soll es schon gegeben haben – Jack Lemmon und Shirley McLaine haben es im “Appartement” vorzüglich vorgeführt.

Aber Liebe machen? Wer macht denn sowas? Ja, ich weiß. Viele machen es einfach und es ist ja auch ganz normal. Jeder Mensch braucht diesen Austausch von Körperflüssigkeiten und Hormonen. Aber Liebe ist das noch lange nicht. Ich vermute, dass viele Menschen keine Ahnung haben, was Liebe ist. Traurig! ;-(

Und so war das auch nicht gemeint. Ich werde versuchen es zu erklären. Die große Frage, was Liebe ist und wie sie sich anfühlt und auch die Tatsache, dass die romantische Liebe etwas sehr Flüchtiges sein kann und meistens auch ist, beschäftigt uns ein Leben lang. Aber ich hatte mein HEUREKA! als ich kürzlich mit einem liebevollen “Schön, dass Du da bist!” verwöhnt wurde. Und natürlich tun wir alles, was dazugehört, auch “machen wir Liebe”; und zwar auf die bekannte körperliche Art und Weise. Aber das gehört hier nicht her. Worum es wirklich geht, ist das, was man miteinander erlebt, wie man miteinander umgeht.

Ich habe schon so einige Erlebnisse gehabt, die mir eigentlich zeigen sollten, dass Liebe nicht ewig dauert. Es gibt natürlich auch die romantische Liebe, die niemals vergeht, weil man sich zeitig genug getrennt oder aus den Augen verloren hatte. Auch das ein anderes Thema.

Liebe machen geht anders, als es die Überschrift erwarten lässt. Liebe machen bedeutet, dass man jeden Tag kleine Rituale pflegen sollte. Das hat jetzt wirklich nichts mit BeziehungsArbeit oder so etwas zu tun. Es sind einfach nur kleine Handreichungen und Abläufe, die zu einem achtsamen Miteinander dazugehören.

Ich bereite zum Beispiel jeden Tag den Kaffee zu und mache ein Toastbrot für meine Partnerin. Wenn alles fertig ist, dann serviere ich ihr das mit einem freundlichen Lächeln und der Tag kann beginnen. Jeden Tag, das ist wichtig! Es wird zu einem Ritual. Sie fordert es ein, wenn ich einmal zu spät bin. Und sie erwähnt, dass es ihr fehlt, wenn ich einmal woanders übernachten muss.
Rituale geben Halt im Leben. Kinder wissen Rituale zu schätzen. Ich habe zum Beispiel meiner Tochter als sie noch klein war, jeden Abend etwas vorgelesen. Das war ein wichtiges Ritual.
Dann gibt es noch die vielen kleinen Dinge des Lebens, über die man offen miteinander reden kann und auch muss.


Der Zauber des Anfangs ist nach ein paar Jahren verflogen. Aber wenn man regelmäßig die “Liebe macht”, sie pflegt und hegt und immer wieder neu entdeckt, dann ist es einfach wunderbar. Dann kommen immer mehr kleine Aufmerksamkeiten und Rituale hinzu. Und irgendwann möchte man nicht mehr darauf verzichten, weil es einfach zum Leben dazugehört.

Also Leute! Los geht’s! Liebe machen! Und vergesst auch die wunderbare körperliche Liebe nicht. Ohne das, was jeder unter “Liebe machen!” versteht, geht es überhaupt nicht…..