Die Kunst, erfolgreich zu scheitern – The art of successful failure


Die Kunst, erfolgreich zu scheitern – The art of successful failure

Das ist etwas sehr amerikanisches: Erfolgreich scheitern. Es ist cool und es hat etwas mit einem unbeugsamen Optimismus zu tun.

Erzähle mir, wo und wie Du gescheitert bist und ich sage Dir wer Du bist!

Van Gogh war erfolgreich gescheitert. Er war richtig gut. Seine Kunstwerke begeistern und fesseln uns noch heute. Erfolgreich war er erst nach seinem Tod.

Die Attentäter des 20.Juli 1944 waren gescheitert. Sie gingen erhobenen Hauptes in den Tod: “Für das heilige Deutschland!” Es dauerte Jahrzehnte, bis ihre Entschlossenheit und ihr Mut entsprechend gewürdigt werden konnten.

Kolumbus war auf seinem Weg nach Indien auf Amerika gestoßen, ohne es zu wissen.

Apollo 13 war ein kompletter Misserfolg. Die Astronauten erreichten auf Grund eines dummen Materialfehlers nie ihr eigentliches Ziel. Im Projektmanagement der NASA zeigte sich jedoch, dass auch in diesem Scheitern ein Sieg lag. Die ganze Welt fieberte um das Leben der Astronauten. Apollo 13 Projektmanagementsimulationen sind heute ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung von Projektmanagern.

Scheitern gehört zu unserem Leben dazu. Ich kann ein Lied davon singen. Wer es nicht versucht hat, wird nicht scheitern. Aber wie langweilig und leer wäre so ein Leben. Die Amerikaner haben es in ihren Genen. Als Vorbild einer freien Gesellschaft sind die USA nach wie vor ein lebendiges Beispiel und ein Sehnsuchtsort für viele Menschen auf der ganzen Welt. Ich glaube trotz aller Verwerfungen und aller Rückschläge immer noch an den Spirit der dort zu finden ist.

Am Ende unseres Lebens kommt es nicht darauf an, wie oft wir gescheitert sind, sondern darauf, wie oft wir etwas versucht haben und wie oft wir wieder aufgestanden sind.  Wir sind Menschen, keine Maschinen.

Steve Jobs ist nach den erfolgreichen Anfängen bei Apple zunächst gescheitert. Er musste das Unternehmen verlassen, dass er selbst gegründet hatte. Nach einem internen Machtkampf mit John Sculley musste Jobs 1985 das Unternehmen verlassen. Er gründete NeXT, stieg bei Pixar ein und kehrte 1996 wieder zu Apple zurück um sein Unternehmen zunächst zu retten und dann so erfolgreich zu machen, wie es vorher kaum vorstellbar war.

Das Scheitern von Steve Jobs war so smart und sexy wie sein Erfolg.   

Wobei wir wieder beim Coaching sind. Ich erzähle Menschen vom Scheitern, gebe ihnen Beispiele und öffne mich indem ich von meinen gescheiterten Plänen und geplatzten Träumen erzähle. Das öffnet den Gegenüber und spiegelt sein eigenes Scheitern auf eine smarte Art und Weise. Scheitern bekommt einen anderen Wert. Es ist nicht der bittere Geschmack des Versagens, der das Scheitern begleitet. Im Gegenteil werden die Menschen in die Lage versetzt, einen anderen Blick auf ihr Leben und ihre Aktivitäten zu wagen. Wir können nicht in jeder Position perfekt sein. Scheitern kann auch bedeuten, dass wir einfach die Tür schließen und eine andere Tür suchen sollten. Als SekretärIn bin ich völlig ungeeignet. Ich könnte es nicht ertragen, unter einem unfähigen und überheblichen Chef zu arbeiten. Arroganz und Dummheit geben sich allzuoft die Klinke in die Hand. Fragen Sie mal einen dummen Menschen nach seinem Scheitern oder nach seinen Fehlern. Die Antworten können wir uns komplett sparen. Sie sind derartig uninteressant, wie die Menschen von denen sie kommen.

Die Kunst, erfolgreich zu scheitern ist eine smarte Art und Weise das Leben so zu nehmen wie es ist. Wenn jeder Mensch mit allen seinen spinnerten Ideen durchkommen würde und nur Erfolge hätte dann wäre das eine traurige Welt. The Donald ist schon oft in seinem Geschäftsleben  gescheitert. Er scheitert jeden Tag als Präsident. Und wenn er einmal etwas tut, wofür er sogar gelobt wird, hat er vergessen, welches Land er da gerade bombardiert hat. Schade, dass er nicht smart scheitert, sondern sich alles schön lügt. Das ist überhaupt nicht smart. So sad!

Im Coaching gehört der Umgang mit dem Scheitern einfach dazu. Wie geht der Coachee mit seinem eigenen Versagen um? Wie reagiert sie oder er auf dieses NO GO Thema für erfolgreiche Menschen, oder solche, die sich dafür halten? Das ist genau die Frage, die beim Coaching beantwortet wird. Wenn ich meinen Klienten die Frage nach ihrem eigenen Versagen stelle, dann mache ich das ganz bewusst. Es sagt mir mehr über sie, als 1000 andere Fragen. Es ist ja auch eine beliebte Frage bei einem Einstellungsgespräch: Wo sind Sie bisher gescheitert? Jeder weiß, dass man nun eine gut ausgefeilte Story aus dem Ärmel zaubern muss, die nach Scheitern riecht und eigentlich ganz das Gegenteil bedeuten soll. Aber das ist hier nicht gemeint. So einen Stuß möchte ich beim Coaching nicht hören. Ich lehne mich dann entspannt zurück, scheue meinem Coachee in die Augen und frage nochmal. Woran sind Sie bisher gescheitert? Diese Fragen kann man nicht in der ersten Sitzung stellen. Diese Frage setzt eine belastbare Beziehung voraus.  

Es ist eine außerordentliche Kunst, erfolgreich zu scheitern. Und es ist so beruhigend, dass ich nicht der einzige Mensch auf dem Planeten bin, der schon mal gescheitert ist. Wir können das jeden Tag üben. Worauf es ankommt sind SMARTe Ziele und ein Herz am rechten Fleck. Ein mutiges Herz, meine ich natürlich.   

 

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