Der Kunde will das so – Aktuelle Cyberattacken – WannaCry


Der Kunde will das so

In grauen Vorzeiten, als es erstmals eine richtige Alternative zu MICROSOFT OFFICE, also Word, Excel und Powerpoint gab, fragte ich einen ERP-Anbieter, ob es nicht auch eine Schnittstelle für das OpenOffice geben würde. Es gab keine. Die Antwort war: “Der Kunde will das nicht, er hat sich für Microsoft entschieden.” Ich wunderte mich, denn ich war ja ein Kunde, der durchaus Vorteile darin erkennen konnte, wenn man nicht von einem Anbieter abhängig ist und seine gesamte Infrastruktur auf eine Monokultur aufbaut.
Der Kunde wollte das nicht. Ich habe es längst verstanden. Microsoft ist tatsächlich immer noch und noch viel mehr als damals das einzige und alternativlose Softwareunternehmen um das sich alles dreht. Die Cyberattacke RansomWare, die am Freitagabend, 12.05.2017, begann, legte große Rechnerstrukturen auf der ganzen Welt lahm. Alles Microsoft Systeme, die entweder noch mit alten XP Rechnern arbeiten oder einfach nicht den neuesten Sicherheitspatch heruntergeladen hatten. Selbst das Gesundheitssystem Großbritanniens, das Innenministerium Russlands, die Deutsche Bahn und Renault waren betroffen. WannaCry wurde wohl in Rußland zum ersten Mal festgestellt und bohrte sich von dort aus durch die ganze Welt. Die Sicherheitslücke wurde durch die NSA entdeckt. WannaCry wurde von irgendeinem Geheimdienst entwickelt. Egal von wem. Sie sind alle irgendwie gleich. Es ist passiert und es zeigt ganz deutlich, wie empfindlich die IT-Systeme unseres Planeten geworden sind. Das hängt an mehreren Faktoren. Die Monokultur die auf Microsoft aufbaut ist ein Punkt. Die Ahnungslosigkeit bei Entscheidern in Wirtschaft und Politik spielt ebenfalls eine große Rolle. Sicherheit hängt auch von den IT-Spezialisten ab, für die es sich lohnt den Job zu machen.
Ärzte werden nicht arbeitslos. IT-Spezialisten schon, wenn ihr Wissen nicht mehr aktuell ist oder sie sich eine Auszeit genommen haben um dem sicheren Burnout zu entgehen. Dabei ist der IT-Spezialist in einem Unternehmen oder einer Organisation derjenige, der ein kritisches Auge auf verwendete Systeme und Infrastrukturen werfen muss, um derartige Risiken beurteilen zu können.
Wenn es um Sicherheit in Ihrer Organisation oder Ihrem Unternehmen geht, dann sollten Sie auf jeden Fall ein externes Unternehmen mit der Beurteilung Ihrer eingesetzten IT-Systeme beauftragen. Und sie sollten immer darauf achten, dass einfache und überschaubare Systeme immer sicherer sind als unüberschaubare, komplexe Strukturen, die über Jahrzehnte gewachsen sind.
Einfach? Der Kunde will so etwas nicht! Wirklich?

Jeder bekommt das, was er verdient hat. Es ist immer so.

Übrigens lohnt sich nach wie vor ein Blick auf die Alternativen des alternativlosen Marktführers der Monokultur. LINUX, LibreOffice sind solche Alternativen. Und dann gibt es noch weltweite Netzwerke, die sich komplett über den Browser steuern lassen. Diskussionen über Betriebssysteme auf Desktops sind so was von 90er.

Wer mehr wissen will, der liest es auf HEISE.DE

oder TAGESSPIEGEL

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