Wohlstand = Notstand der Seele? – MacCoach


Wohlstand = Notstand der Seele

Zugegeben, eine provokante These. Wir glauben, dass Armut uns krank macht. Wenn wir nur genügend Geld und Sicherheit hätten, dann würde alles gut werden. Wenn alle Menschen ein gewisses Grundeinkommen hätten und medizinische Versorgung und eine Wohnung und eine Arbeit, dann wäre alles in bester Ordnung. Es ist eine Frage der Perspektive. Wann ist es genug? Was passiert, wenn alle auf einem relativ hohen Level versorgt sind? Sind wir dann zufrieden?
“Wohlstand für alle!” war eine Wahlparole der CDU im Wahlkampf 1990. Damals ging es um die Weichenstellung zur Deutschen Einheit. Der Satz war aber nicht komplett. Wohlstand für alle! Bedeutete nicht die schnelle Angleichung der wirtschaftlichen Bedingungen in Ost und West. Der Satz hätte lauten müssen: “Mehr Wohlstand für alle DDR-Bürger!” Die Parole “Wohlstand für alle!” suggerierte etwas ganz anderes. Dabei hatten viele damals keine Ahnung, was Wohlstand in Deutschland bedeutet und dass es eine große seelische Not auf einem hohen finanziellen Niveau zur Folge haben könnte.
Ich habe den Satz: “Wohlstand ist Notstand der Seele” im Kindergottesdienst gelernt. In der Kindheit werden Verhaltensmuster und Denkmuster trainiert, die tief sitzen können. Ich fragte mich immer, ob ein reicher Mensch tatsächlich schlechter und ärmer sein muss als ein mittelloser Träumer. Ich war ein mittelloser Träumer und vielleicht bin ich das ja immer noch, obwohl es mir wirklich hervorragend geht. Angst vor Armut – ja. Das kennt wohl jeder. Angst vor Absturz und Angst vor Obdachlosigkeit. Diese Angst ist auf jeder gesellschaftlichen Stufe verbreitet. Je höher man steigt um so tiefer kann man fallen. Karrieretypen, die genau wissen, dass sie Glück hatten einen Job zumachen, den sie gerade machen, haben die allergrößte Angst vor sozialen Abstieg. Das macht sie hart und unnahbar. Es macht sie zu verlogenen Monstern,denen man nicht über den Weg trauen kann. Es gibt Typen, die damit offensiv und lautstark umgehen. Das ist möglicherweise die ehrlichere Variante eines Chefs. Und dann gibt es Typen, die alles in sich hineinfressen und die im Dunkeln agieren und himmelschreiende Ungerechtigkeiten heimlich in die Welt setzen. Wer glaubt alles zu verlieren, wenn er seinen Job verliert, hat ein Problem; der ist zu allem bereit. Zuhause wartet eine Ehefrau, Kinder, ein Haus, das bezahlt werden muss,zwei Hunde und eine Yacht, die obligatorischen Urlaubsreisen und jede Menge Konsum. Wer soll das alles bezahlen, wenn das Geld nicht mehr in der gewohnten Höhe fließt? Was passiert eigentlich, wenn es nicht mehr auf dem gewohnten Niveau weiter geht? Die Angst steigt, wie ein Hochwasser. Es ist eine langsam steigende Flut, keine Sturmflut und auch kein Tsunami; obwohl das durchaus denkbar ist.  
Das ist Wohlstand und so fühlt sich das an. Das macht etwas mit uns.
Wer von Angst und Hass und Selbstüberschätzung regiert wird, ist kein Gewinner,sondern ein armer Mensch. Es ist ganz egal auf welchem Niveau man sich gerade befindet. Kalter Schweiß ist unangenehm. Wir sehnen uns nach Sicherheit und Geborgenheit. Aber welcher Überflieger will das schon zugeben?
Viele Banker, Unternehmer und HighLevel-Berater sehnen sich nach einer Auszeit auf der Alm. Ein einfaches Leben auf einem Bauernhof, einem Sabattical. Natürlich sehnen sie sich auch nach der finanziellen Sicherheit, die sie zuhaben glauben.
Es ist höchste Zeit, mit einem Coach zu arbeiten um die wichtigen Fragen des Lebens zu klären. Wer bin ich, wenn ich diesen Job nicht mehr machen muss? Was bleibt von mir? Was wird dann aus mir?
Viele spüren es bereits. Wohlstand kann furchtbare seelischen Not bedeuten. Ich hatte das als Kind nicht verstanden. Aber es stimmt tatsächlich. Die Seele leidet schwer, wenn man glaubt sich nur mit materiellen Dingen umgeben zu müssen und so eine Art Sicherheit zu finden. Wohlstand und Reichtum sind ganz woanders zu finden. Das hat etwas mit Gelassenheit, Wissen und Weisheit zu tun. Wohlstand kann bedeuten, dass man es sich leisten kann Freunde zu haben und seine Familie zu lieben.
Angst ist ein Alarmsignal, dass wir niemals ignorieren dürfen.

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