Datensicherheit – die Ohnmacht der Unwissenden – MacCoach


in der ZEIT konnte man am 05.01.2019: folgendes lesen:

“SPD beklagt Durcheinander bei den Sicherheitsbehörden

Nach der Veröffentlichung privater Politikerdaten kommt es zu Kritik an der Reaktion der Behörden. SPD und Linke sehen Innenminister Horst Seehofer in der Verantwortung.”


Damit haben sich die Damen und Herren Journalisten und auch die von der SPD und den LINKEN disqualifiziert, wenn es um Themen wie Datenschutz und Digitalisierung geht.

Die Datenlecks haben ganz andere Ursachen, als sie ein Innenminister in den Griff bekommen könnte. Es handelt sich um ein grundlegendes Problem, das noch nicht einmal auf der Agenda steht. Wenn es um Datenschutz und Schutz der Persönlichkeit geht, dann muss viel tiefer angesetzt werden. Es geht um den Zugang zu digitalen Medien, um die Sicherheit von Passwörtern und ähnlichem. Wie loggt man sich in ein Facebook-Konto ein? Mit einem Namen und einem Passwort. Das Passwort ist nicht sicher, wenn es nicht wenigstens 12, besser 24 Zeichen enthält.

Biometrische Daten wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung können leicht ausgespäht und digital geraubt werden. Eine digitaler Personalausweis wäre ein erster Ansatz. Sobald der Ausweis verloren gegangen ist, muss der Besitzer eine Behörde aufsuchen und einen neuen Ausweis mit einer neuen digitalen Signatur beantragen. Zugang zu eMail-Systemen und sozialen Netzwerken ohne die digitale Signatur des offiziellen Ausweises werden auf eigene Gefahr erlaubt. Das entspricht dem heutigen Stand der Sicherheit. Und genau das ist das Problem. Facebook und Co. sind definitiv keine Orte an denen man vertrauliche Informationen aufbewahren sollte. Tinder und derartige Netzwerke erst recht nicht. Wenn es um die Verantwortung von Politik in Sachen digitaler Sicherheit geht, dann müssen zuerst Möglichkeiten der sicheren Benutzererkennung geschaffen werden.
Ein sichereres deutsches eMail-System ist eine erste Möglichkeit. Kostenlose Lesegeräte für den digitalen Personalausweis sind der nächste Schritt. Ein eigenes Google Made in Germany oder Made in Europe wäre eine vernünftige Möglichkeit eine hohe Datensicherheit zu garantieren.

Der Staat hatte immer die Oberhoheit über wichtige logistische Faktoren. Früher waren es Bahnhöfe und Telegrafenstationen, die man besetzen musste, wenn man die Macht übernehmen wollte. Heute sind es die digitalen Strukturen, die es zu beherrschen gilt. Komplexität ist umso gefährlicher, wenn wir nicht mehr begreifen können, worauf es ankommt um sich sicher zu bewegen. Klare Gesetze und Abläufe müssen geschaffen werden um die digitale Sicherheit zu garantieren. Das liegt in der Verantwortung des Staates.
Und hier haben die oben genannten Parteien völlig recht: Hier hat der Staat bislang zu wenig getan. Was die aktuellen Datenlecks betrifft, so ist das nur eine Folge von Unwissenheit und Sorglosigkeit.

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