7 Vorteile – wenn man nicht cholerisch ist – MacCoach


7 Vorteile nicht cholerisch zu sein – MacCoach

Es gibt 1000 Gründe um aus der Rolle zu fallen und aus dem Stand weg zu explodieren.
So etwas nennt man einen cholerischen Anfall und das sollten wir vermeiden, wenn wir ernsthaft geschäftlich unterwegs sind.

Ich habe in meinem langen beruflichen Leben sehr viele unbeherrschte Chefs kennenlernen müssen. Das waren nicht die besten ihrer Art. Soviel steht fest. Die richtig guten Leute sind immer extrem cool und absolut nicht nachtragend oder in irgendeiner Weise beleidigend. Sie haben sich halt im Griff. Und das ist sehr gut so.
Es ist von Vorteil, gelassen zu bleiben, egal was passiert. Denn nur so hat man eine Situation jederzeit im Griff. Choleriker oder Choleriker-Schauspieler haben oft nicht im Blick, dass ihre Auftritte nicht nur peinlich sind und von keiner guten Kinderstube zeugen, sondern dass sie sich in gefährliche Situationen bringen, die sie nicht mehr steuern können.
Jemand, der sofort aufbraust, weil er eine wichtige Information nicht richtig überprüft oder auch nur aufmerksam gelesen hat, disqualifiziert sich nachdrücklich. Selbst wenn er bis zum bitteren Ende auf seinen Standpunkt beruht, hinterlässt das keinen guten Eindruck. Dabei ist es ganz egal ob es sich um einen Kunden, einen Mitarbeiter oder den Chef handelt.

Es ist immer von Vorteil nicht cholerisch zu reagieren und unter allen Umständen höflich zu bleiben. Niemand muss aus dem Stand heraus sofort seine Meinung zu einem Thema oder einen anderen Menschen äußern. Die besten Leader, die ich bislang erlebt habe, machen das niemals. Ein guter Manager spricht nicht schlecht von Mitarbeitern, Kunden oder Vorgesetzten. Das tut er unter keinen Umständen. Das ist die Regel No.1 des Managements. Wer gegen diese Regel verstößt, hat bereits verloren. Zugegeben, auch mir fällt es manchmal schwer, mich zu zügeln. Aber ich kenne die Regel und ich versuche mich daran zu halten.
Ich mag cholerische Leute, im Coaching, die meinen, alles besser zu können und zu machen. Ich liebe es, ihre eigenartigen Glaubenssätze zu zerstören um danach Menschen zu sehen, die wie neu geboren ein neues Leben aufbauen können. Es ist wirklich befreiend!
Cholerisch war gestern. Hanseatisch kühl und gelassen, freundlich und vor allem höflich ist ganz eindeutig ein wichtiges Ziel im Coaching. Und: seien Sie authentisch! Das kann man trainieren und es macht Sie zu einem Gewinner.

 

Ich habe hier 7 Aussagen aufgeschrieben, die ich im Folgenden ein wenig vertiefen werde:

  1. Understatement ist der Adel erfolgreicher Menschen
  2. Gelassenheit gibt Handlungsfreiheit
  3. Angst ist keine gute Verhandlungsstrategie
  4. Choleriker werden nicht ernst genommen
  5. Sie erfahren nie, was der Andere wirklich denkt
  6. Sogar Rache sollte man immer kühl servieren
  7. Choleriker sind schlecht im Pokern

 

Understatement

Wenn Sie einmal richtig wohlhabende, erfolgreiche Menschen kennengelernt haben, wissen Sie wovon die Rede ist. Diese Leute sind gelassen und entspannt. Es ist unmöglich sie aus der Fassung zu bringen. Sie haben es nicht nötig, sich aufzulisten oder etwas demonstrieren zu müssen. Sie tragen geschmackvoll gute Kleidung und es fühlt sich immer natürlich an, wie sie sich geben. Es ist eine Aura von Höflichkeit und unterkühlter Freundlichkeit um sie.

Sie haben es nicht nötig, mehr zu scheinen als zu sein.

 

Gelassenheit

Haben Sie schon mal mit einem Menschen verhandelt, der nicht gelassen war? Haben Sie schon mal mit jemand zu tun gehabt, der in Ihrem Beisein auf anderen Leuten herumgetreten ist und das auch noch toll fand? Was sagt uns der Mensch über sich, wenn er mit Mitarbeitern herum brüllt, die beleidigt und schlecht über sie redet? Was denken wir über einen Menschen, der nicht in der Lage ist eine Situation gelassen und kühl zu analysieren? Was ist von solchen Leuten zu halten?
Die Antwort ist eindeutig. Nichts ist von solchen Leuten zu halten. Da hilft auch nicht die Ausrede, dass man eben ungeduldig ist und keine Zeit hat, unter Druck steht und am Ende nur das Ergebnis zählt. Nein. Diese Leute haben viel zu lernen. Gelassenheit muss man trainieren. Eine gute Kinderstube und Höflichkeit ist eine gute Voraussetzung. Wer das nicht mitbringt wird es vielleicht weit bringen, wenn er konsequent über Leichen geht. Für eine wirklich strukturierte und klar denkende Persönlichkeit reicht es aber nicht. Hier hilft auch Coaching nicht allzuweit.

 

Angst

Angst war noch nie ein guter Berater. Wenn Choleriker so richtig loslegen, kann einem Angst und Bange werden. Das ist gewollt. Niemand stellt sich einem wütenden Elefanten in den Weg. Man lässt ihn durch den Porzellanladen wüten und stellt dann eine Rechnung aus. Aber es gibt auch die Angst der Choleriker. Ein Grund, laut und unbeherrscht aufzutreten ist nackte Angst. Es ist wie das laute Singen von Kindern, die einen dunklen Wald durchqueren. Angst wird maskiert und ausgeblendet. Jemand, der eine offene Diskussion fürchtet, kann eindimensional auf einen Standpunkt beharren und unangenehm reagieren, wenn jemand eine andere Meinung hat. Das führt zu Sprachlosigkeit und Einsamkeit. Wer will schon einen Gesprächspartner haben, der keine anderen Themen zulassen kann als seine eigenen? Angst durch Angst bekämpfen funktioniert nicht.

 

Choleriker werden nicht ernstgenommen

Choleriker klaren Wassers werden niemals wirklich Ernst genommen. Man lässt sie machen und denkt sich seinen Teil dabei. Natürlich ist es oft so, dass es Mitarbeiter gibt, die einem cholerischen Chef zu nehmen wissen. Sie bestätigen ihn, weil positiv auf Zustimmung reagiert. Das ist primitiv und dumm, aber es funktioniert.

Es muss dem Choleriker klar sein, dass auch zustimmend Mitarbeiter letztlich nicht ehrlich sind. Die Verachtung ist beidseitig. Engagierte Mitarbeiter, die einen offenen Dialog bevorzugen, sind immer die klügere Alternative.

 

Choleriker erfahren nie, was der Andere denkt

Eindimensionales Verhalten führt zu einem eindimensionalen Umfeld. Man folgt notgedrungen dem cholerischen Führer um ihn bei der nächsten Gelegenheit zu verlassen oder gleich ganz zu ersetzen. Mitarbeiter, die wissen, dass der Chef nur eine Meinung gelten lässt, sind keine Traummitarbeiter.

Kunden, die etwas zu sagen haben, sollte man reden lassen. Auch wenn einem nicht gefällt, was sie sagen. Es ist immer eine wichtige Quelle.

Das gilt auch für Mitarbeiter.

 

Rache wird immer kühl serviert

Sonst macht es keinen Spaß! Wenn man denn auf so etwas wie Rache steht, dann gilt es, dass die ganze Sache eiskalt serviert werden muss.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Terminator wie ein cholerischer Zappelphilipp durch die Szene springt und stottert: Hastala vista Baby!
Sie vielleicht? Also: Cool bleiben, Sonnebrille zurechtrücken und … Cool bleiben

Choleriker sind schlecht im Pokern

Sie wollen um jeden Preis gewinnen und sind nervös und ungeduldig? Dann haben Sie aber schlechte Chancen beim Pokern zu gewinnen. Und was ist das Geschäftsleben anderes als ein Pokerspiel?
Wollen Sie gewinnen oder wollen Sie nur einen Gewinner darstellen?
Also setzen Sie ein Pokerface auf, nehmen sich zusammen und vergessen Sie Ihre cholerische Ader.

 

Pokerface aufsetzen und das Spiel gewinnen

Ein Choleriker kann genau das nicht. Es ist aber auch schwer richtig Poker zu spielen, wenn man einmal von den einfachen Regeln absieht.
Ein Choleriker, der naturgemäß nicht in der Lage ist eine Lage kühl zu analysieren und entsprechend zu reagieren und zu handeln, kann das nicht. <

Aber er sollte das lernen. Ich persönlich habe bei jeder Begegnung mit neuen Gesprächspartnern sehr viel lernen dürfen.



Pokern, Pokerface und eine kleine Rache eiskalt zu servieren, gehören für mich einfach dazu. Auch ein Coach kann sich nicht alles bieten lassen. Aber das gehört zu den kleinen, wohl gehüteten Geheimnissen.