IT Coach

IT Coach – Von der IT zum Coaching

Am Anfang war die Faszination für Computer. Bei mir war das bereits am Anfang der 1980er Jahre. Computer füllten ganze Räume auf und die Eingabeterminals waren mit leuchtenden Schaltern bestückt und wurden mit Lochbändern bedient. Dann kamen Bildschirmterminals und die ersten PCs. Computer waren selten und die Arbeit mit Computern war etwas ganz Besonderes. In den 1990ern wurden PC vernetzt und dann erst kam das Internet. Heute hat jedes Kind ein Smartphone in der Tasche, das viel leistungsfähiger ist, als die PC der 90er.
Ich habe gründlich und grundlegend realisiert, dass die einzige Konstante beim Einsatz von komplexen IT Systemen der Mensch ist. Am Anfang waren die Maschinen und dann wurden die Menschen immer wichtiger, die mit der sich ständig wandelnden Technologie umzugehen hatten. Heute sind Computer nichts Besonderes mehr. Aber die Menschen, die damit umgehen müssen, sind geblieben und es hat sich gezeigt, dass es extrem wichtig ist, die Menschen intelligent an die Technik heranzuführen und sie innerhalb eines permanenten Change-Prozesses zu führen.

So kommt man zum Coaching. Coachingtechniken sind grundlegend für Führungskräfte und jeden Mitarbeiter. Es ist menschliche Kommunikation, die immer an erster Stelle steht. Heute verschwinden komplexe Computersysteme zunehmend in der Cloud. Sie werden unsichtbar. Es bleibt der Mensch. Und Coachingkompetenzen werden immer wichtiger. Besonders weil wir lebenslang lernen und uns ständig weiterentwickeln müssen. Besonders im IT Bereich ist die Halbwertzeit von Wissen nicht besonders lang. Da den richtigen Pfad zu finden und sich immer wieder zu motivieren, ist nicht ganz so leicht. Wenn man es kritisch betrachtet, planen Unternehmen kaum genügend Geld und Ressourcen ein um Mitarbeiter weiterzubilden. Wenn nicht gerade, wie in einem professionellen Rechenzentrum, der Druck von QM und Zertifikaten dahintersteckt, werden ausgerechnet an dieser Stelle immer wieder Kosten gespart. Das geht zu Lasten des Unternehmens aber vor allem zu Lasten der IT Mitarbeiter, die glauben, selbst mehr tun zu müssen. Spätestens wenn sie ihren Job verlieren, sind IT Zertifikate die erste Wahl. Das sollten übrigens auch die Kollegen der Agentur für Arbeit wissen. IT Spezialisten brauchen zuerst teure Weiterbildungen im IT Bereich um anschließend wieder nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden zu können. Auch hier kann übrigens Jobcoaching davor geschaltet werden um den Bedarf exakt zu analysieren. Das sollte man Spezialisten überlassen. IT Coaching wäre sinnvoll.
Es ist übrigens so, dass IT Coaches im Coaching von den Klienten eine Menge lernen können. Nur im praktischen Coachingprozess bleiben auch IT Coaches auf dem Laufenden. Wer fragt, der führt. IT Spezialisten, die Führungsaufgaben übernehmen wollen, sollten unbedingt einen Coach aufsuchen um sich speziell vorzubereiten. Es ist nämlich extrem wichtig zu wissen, dass der Spezialist Kompetenzen abgeben und führen muss. Die Gefahr, plötzlich nicht mehr der erste Vorturner sein zu können, ist real und extrem groß. IT Führungskräfte müssen darauf achten, nicht selbst den Anschluß zu verlieren. Das kann leicht passieren, da man versucht ist, Kosten und Ressourcen zu sparen.
Ein weiterer Aspekt für Coaching im IT Umfeld ist Druckabbau und die Optimierung von Kraftreserven der Führungskräfte und der Mitarbeiter. Mentale Stärke ist nicht selbstverständlich. Das kann besprochen und trainiert werden.    

Es gibt bereits Unternehmen, die Feelgoodmanager einsetzen um Kräfte zu bündeln und Mitarbeiter zu binden. Feelgoodmanager sind im klassischen Fall Coaches, die über langjährige Erfahrungen im Bereich verfügen.

Heute bin ich vor allem Coach. Der erste Schritt ist immer, potentielle Auftraggeber davon zu überzeugen, warum sie für sich und ihre Mitarbeiter einen Coach engagieren sollten. Wenn sie die Vorteile erkannt haben, geht alles von ganz alleine. Für die meisten ist Coaching pure Zeitverschwendung. Zu teuer ist es denen ohnehin. Wer aber einmal begriffen hat, dass Coaching Probleme lösen kann, die ansonsten immer unter der Oberfläche bleiben und heimlich still und leise sehr viel Geld kosten, wird immer wieder einen oder mehrere Coaches in das Unternehmen holen.

Es gibt immer eine Diskrepanz zwischen offizieller Firmenpolitik und der rauen Wirklichkeit. Mir kann niemand weismachen, dass er sich vor allem für sein Unternehmen aufopfert und überhaupt keine eigenen Ziele verfolgt. Das macht mich skeptisch und neugierig. Ich bin hellwach, wenn ich so etwas höre. Natürlich hat jeder seine eigenen Interessen. Und das ist auch gut so. Adam Smith läßt grüßen. Es ist sinnvoll Coaches in Projektteams zu entsenden, mit der Aufgabe das Klima zu verbessern und sich einen eigenen unabhängigen Überblick zu verschaffen. Ein Beispiel kann ein Großprojekt sein, das trotz der immer wieder aktualisierten Zeitpläne auf der Stelle zu treten droht. Coaches gehen in solche Teams und sie nehmen sich und den Mitarbeitern die Zeit um zu reflektieren, was da los ist. Wer überhaupt keine Meinung hat, hat vermutlich etwas zu verbergen. Wer viel zu erzählen hat, hat mit Sicherheit etwas zu verbergen. Wovor haben die Leute Angst? Was müsste passieren, dass alles besser läuft? Was würden die Mitarbeiter tun, wenn sie die Gelegenheit hätten? Was müsste geändert werden? Hat das Projekt eine reale Chance? Wo sind mögliche strukturelle Fehler?

Ich sehe viele Einsatzmöglichkeiten und reale Schnittstellen an denen ein Coach eingesetzt werden kann. Ich sehe sie vor allem im IT Bereich. Denn da komme ich her. Heute ist IT der Dreh- und Angelpunkt von allem. Es geht um alles durchdringende InformationsProzesse und InformationsTechnologie. Es gibt heute bereits keine einzige Branche, die ohne IT auskommt. Hier treffen sich die Akteure von nachhaltigem Erfolg und sicherem Scheitern. Ein Coach ist aus meiner Sicht der beste Partner um Projekte kritisch zu begleiten und rechtzeitig auf Fehlentwicklungen hinzuweisen.

 

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