Choleriker am Steuer – kommt mir bekannt vor…..


interessante Verhaltensstudie – das kommt in den schönsten Städten vor – zum Beispiel in BERLIN

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Der Volkstribun


Der Volkstribun

Das Volk hat seinen Tribun gewählt. Der Siegerkranz gehört ihm. Man kann es nicht leugnen. Er ist ein primitiver Mann, grobschlächtig und dumm. Aber er schämt sich nicht zu kämpfen und zu siegen. Die Mittel sind ihm egal. Im Grunde ist ihm auch das Volk egal. Er verachtet es, weil sie Verlierer sind. Er braucht es, weil sie ihn wählen und ihm folgen. Er hat verstanden, dass die Welt sich nach einem Tribun sehnt, der diese einfache, primitive Sprache spricht und sie zutiefst versteht. In seiner Welt sind Maßlosigkeit, Gier, unangebrachter Stolz, Geld und primitive Inbesitznahme völlig normal. Vom Tellerwäscher zum Millionär bedeutet, dass man einfach nur Glück haben muss um erfolgreich zu sein. Bildung spielt in dieser Welt keine Rolle. Im Gegenteil. Bildung ist etwas für intellektuelle Spinner, für das verhasste Establishment.
Keine Lüge ist zu groß für ihn um bei entsprechender Wiederholung nicht als wahr gelten zu können. 

Intellektuelle gruseln sich vor ihm. Er aber sonnt sich in ihrer Verachtung. Das Volk will so sein wie er. Erfolgreich, mächtig, begleitet von schönen Frauen. Er ist grob und primitiv. Er ist ein Narzisst und ein Choleriker. Er ist oft lächerlich in seiner Ahnungslosigkeit. Aber das ist ihm egal. Er ist das Vorbild vieler chancenloser Bürger voller Stolz und voller verletzter Würde, ohne nennenswerte Bildung. Sie lesen keine Bücher, TV-Shows sind ihre treuen Begleiter. SIe haben einen TV-Star als ihren Helden erwählt und sie treiben ihn an noch unverschämter und lauter zu twittern. Das ist ihr Mann! Sie bewundern ihn und möchten so sein wie er. Wenn er keinen Erfolg hat, dann sind die anderen schuldig. Sie haben ihn gehindert Großes zu tun. Sie lügen und reden kompliziert um das Volk zu verwirren. Er nicht. Er spricht wie ein Mann aus dem armen Mittelwesten. Aber er ist reich. So reich wie sie gerne sein wollen. Er ist ihr Mann. Und er wird sie genau dorthin führen, wohin sie ohne Zweifel wollen. Er ist ihr Held. Niemand nimmt ihn ernst. Niemand wird ihn aufhalten.

Cholerikercoach


Ich bin ja gespannt auf meinen ersten offen bekennenden Choleriker, der sich auf ein Coaching einlässt. Choleriker mit Leidensdruck gibt es ja kaum. Sie lassen alles gleich raus und belasten sich nicht mit unangenehmen Gedanken und Gefühlen. Das ist eine positive Eigenschaft. Da können eher introvertierte Personen etwas lernen. Wie wäre es, wenn Sie, verehrter Choleriker, lernen würden, ihre unangenehmen Ausbrüche so zu managen, dass die negativen Auswirkungen auf Null minimiert werden? Das ist ein echter Coaching-Anlass. Frei nach dem Motto: “Ich bin Choleriker, hol mich da raus!”

Aber gerne doch!

Prahlt ein Narzisst mit seinen Opfern?


“Prahlt Narzisst mit Opfern?” ist eine Frage, die einen oder mehrere Leser auf meinen BLOG führte. Gute Frage, zu der mir Einiges einfällt.

Der erste Gedanke war: Logisch tut er das! Das ist sein Treibstoff. Natürlich lebt er seinen Narzissmus voll aus, nach dem Motto: “Du wirst schon sehen, wie ich dich fertig mache. genau so wie….” – und dann folgt eine endlose Reihe seiner Opfer, die er wie ein Triumphator vor seinen potentiellen Opfern ausbreitet.

Es gehört zum Selbstverständnis eines Narzissten, das ER Recht hat und die ANDEREN blöd, faul, dumm, unfähig, schwach und so weiter, sind. Natürlich prahlt ein Narzisst mit seinen Opfern. Ohne sie und ihre potentiellen Opfer hat er kein Publikum. Das ist fad und langweilig für ihn. Ein Narzisst kann ohne Zuschauer nicht gut leben. Er braucht das. Es ist ein eindeutiges Kennzeichen eines ausgeprägten Narzissten, seine Opfer öffentlich vorzuführen.

Eine Grundregel für professionelle Kommunikation ist die, Kritik nur sachlich begründet und in einer angemessenen und wertschätzenden Form zu formulieren. So etwas lernt man in jedem Kommunikationsseminar. Coaches beherrschen das in der Regel sehr gut.

Wer das nicht kann, ist definitiv kein Profi. So ein Mensch gehört auf die Schulbank und nicht auf den Chefsessel. Diese Leute haben sich selbst disqualifiziert.
Die Praxis zeigt aber, dass es in der Regel keine Rote Karte gibt, wenn sich eine Führungskraft nicht an diese einfache Regel hält. Das lässt einen tiefen Einblick in die Unternehmensstruktur und die ungeschriebenen Verhaltensregeln zu.

Wie geht ein Coach damit um? Er oder sie vermerken sich das und bereiten ein angemessenes Feedback vor. Das ist Pflicht für jeden professionellen Coach. Wenn ein derartiges Feedback nicht möglich ist, dann ist das Coaching definitiv vorbei, egal wie schmerzhaft es sich zunächst für den Coach auswirkt.  

Choleriker leiden an sich selbst


Choleriker leiden an sich

Da auf diesem BLOG sehr oft von Cholerikern und ihren Opfern die Rede ist, bleibt es nicht aus, dass sich hier selbsternannte, selbst erkannte Choleriker, melden und ihre Probleme vorstellen. Was soll ich sagen? Soll ich wirklich alle anderen Menschen zur Flucht vor diesen Menschen auffordern? Eher nicht. Sie brauchen Hilfe. Das scheint schon mal klar. Ein Anfang ist gemacht, wenn sie Hilfe suchen und sich nicht ständig hinter – durchaus verständlichen – Ausreden verstecken.

Menschen können sich ändern; Es ist eine harte Arbeit, aber es geht.

Hier der Bericht eines 25jährigen, der unter seinen Aggressionsproblemen als Choleriker leidet:  

Ich Bin ebenfalls Starker Choleriker
Hallo Ich 25 Jahre Jung,
habe seit früherster Kindheit schwere Aggressionsprobleme die Im Alter immer Stärker und Gewaltiger wurden,Meine Kindheit war eigentlich ganz schön wäre Da nicht Papa gewesen Der mich in jeder Freien Minute wenn keiner Da war geschlagen hat,Ich kann mich an diese Zeit erinnern Als wäre es erst Gestern gewesen,Wir sassen am Tisch es gab Linsen die gehörten Früher nicht zu meinen Lieblings Essen wiederwillg hab Ich es aber gegessen,das hat Papa mit bekommen an diesem Tag gings Los! Er klatschte mein Kopf in den Teller und Ich fing an zu weinen,das war wohl der größte Fehler wenn Ich das tat wurde er richtig Zornig und sehr Aggressiv und schlug dann immer fester,Ich kann mich noch daran Erinnern als Mama zur Kur war,Mein Vater und Ich waren geschlagene 3 Wochen allein die Erste Woche war alles echt Super kein stress Unternehmungen wurden gemacht Flugschau Rothenburgen das war toll,Die 2. Woche fiel anders Aus Ich war im Kindergarten und habe nach einem Schluck Tee gerüplzt,das haben die Kinder Mein Papa gesagt und er schlug mir vor allen Anwesenden Leuten Ob Kinder oder Erzieher in Meinen Magen er schlug mich öfter in den Magen was eventl der Auslöser Für eine Krankheit namens Achalasie gewesen sein könnte,wie dem auch Sei,Zuhause Spitzte die Lage sich Richtig zu ganz ehrlich dachte manchmal das war mein Letzter Atemzug,Er schlug nicht mehr Er prügelte mich mit allem was er in die Finger bekam Gürtel, Teppischausklopfer,Latschen etc. Als Wir in der 3. Woche zu Mama fuhren um Sie zu holen hatte ich mich verschluckt Früh bei essen und dabei gerülpzt,Ich dachte jetzt bin Ich Tot,nee es kam nichts dachte Ich,Beim Zähne Putzen sollte es wohl Richtig Krachen,ich habe mein Mund mit meinem Glas ausgespült,plötzlich ging die Türe auf und Ich dachte n ur OHOH,das wurde mir dann auch bestätigt,Ein Harter schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen so sagt man Heute,Ich allerdings verlor dabei ein Zahn zum Glück Milchzahn,Ich fing an zu weinen und er schlug auf mich ein,Mama durfte Ich natürlich nicht die Wahrheit sagen,Ihr musste Ich erzählen alles war toll und der zahn viel von selbst Raus mit einem gestellten lächeln! Wie dem Auch Das war der auslöser meine Aggressivität,und Leider konnte Ich sie noch nicht bewältigen damals war Ich kind Heute bin Ich erwachsen und ser Aggressiv nicht immer aber wenn Ich Explodiere schnell Landgewinnen,Nun zu meinem Problem Meine Freundin und Ich wohnen seit 2 jahren in einer gemeinsammen Wohnung, sind seit 3/5 Jahren ein eigentlich sehr Glückliches Paar wenn das diese Aggression nicht wäre,Ich raste bei jeder Kleinigkeit aus,Und das ist mir jetzt teuer zu stehen gekommen,Erstens Sie hatte solche Angst nach meiner letzten Attacke das Sie die Polizei gerufen hat Ich habe sie nie angefasst wird auch niemals passieren ich zerstöre meist wert gegenstände,Da Ich in dieser Aggressions phase nicht weis was ich tue nehm ich was mir in Die Hände kommt,kennt man von mein Papa,naja das war dann fasst das Aus unser Beziehung,Ich habe jetzt ein Ultimatum gestellt bekommen entweder Ich suche mir eine Neue Wohnung und Ärztliche Hilfe oder es ist für immer Aus,vorher war mir dieses Problem nie so bekannt wie Jetzt in diesem Augenblick Ich gefährde meine Zukunft mit der Frau meines Lebens,Sie ist sehr oft sehr stark gewesen aber jetzt hat Sie mich vor die wahl gestellt und das war denk Ich das beste um diese Erkenntnis endlich einzusehen das Ich Krank bin (Choleriker) gleich morgen suche Ich ein Arzt auf und werde Ihm das alles schildern und Ich hoffe man kann mir Helfen,vllt. kann es Ja schon einer von Euch.

Es ist eigentlich alles vorhanden. Ein gewalttätiger Vater, eine Mutter die wahrscheinlich immer weg sah und ein junger Mann, der nie etwas anderes als häusliche Gewalt erlebt hatte. Es bleibt die Frage, ob und wie dem Mann geholfen werden kann. So, wie es jetzt aussieht kann es auf keinem Fall bleiben. Ohne aktive Hilfe eines sehr guten Begleiters hat er keine Chance. Aber wer bezahlt so etwas? Die Gesellschaft sollte bereit dazu sein.

Coach für Choleriker


Coach für Choleriker

Ich stelle mich der Aufgabe. Ich weiß, dass echte Choleriker und Narzissten nicht coachbar sind. Aber egal! Ich bin ein neugieriger Mensch, der davon ausgeht, dass man sich hohe Ziele setzen muss um erfolgreich zu sein. Ich greife sozusagen nach den Sternen. Richtig von sich eingenommene Narzissten und Choleriker werden sich nicht angesprochen fühlen.

Es sei denn, sie erkennen, welche Potentiale wirklich in ihnen stecken und was sie noch alles erreichen können, wenn sie die damit verbundenen Einschränkungen überwinden und wirklich cool sein würden.
Möglicherweise sind Sie jetzt neugierig geworden. Dann bin ich es auch: Auf Sie. 

Aber ich bin Realist: Es wird sich niemand melden…..

Die Narzissmusfalle


Die Narzissmusfalle

Donald Trump war gerade 100 Tage im Amt. Man staunt über ihn, man macht sich Gedanken über seinen Geisteszustand. Es sind deutliche Anzeichen eines ausgeprägten Narzissmus sogar für Laien deutlich erkennbar. Die Welt blickt fasziniert und verängstigt auf diesen Mann, der wie kein anderer den ZEITGEIST unserer Generation so einzigartig reflektiert.

Der Psychiater Reinhard Haller hat sich intensiv mit Narzissmus beschäftigt und ein Buch geschrieben: Die Narzissmusfalle. Aber das nur am Rande. Er hat im WDR ein Interview gegeben. Dieses Interview hat mich inspiriert einige Gedanken aufzunehmen, zusammenzufassen und zu reflektieren.

Die Goldwater Regel besagt, dass man keinen Menschen aus der Ferne diagnostizieren darf. Allerdings gibt es gewisse Ausnahmen, die es geradezu zwingend erfordern näher hinzuschauen. Der Narzissmus des Donald Trump ist eine Ausnahme.

Weiterführend: interessanter Artikel in DIE ZEIT

Donald Trump zelebriert seinen Narzissmus ganz bewusst. Man kann nicht anders, als zu sagen: Das ist eindeutig narzisstisch! Es ist so eindeutig erkennbar. Ein Musterbild eines Narzissten. Es ist also keine ärztliche Ferndiagnose, sondern eine Analyse seines Verhaltens. Solange Trump nicht in ein bösartiges Syndrom des Narzissmus gleitet, ist alles in Ordnung. Despoten und Serienmörder sind typische Vertreter des bösartigen Narzissmus. Es ist also von Seiten der Psychologen und Psychiater geboten, genauer hinzusehen und Hinweise auf gefährliche Entwicklungen zu dechiffrieren und zu publizieren. Es ist geradezu die Pflicht der Psychiatrie darauf hinzuweisen, wenn etwas aus dem Ruder läuft.

Narzissten sind NICHT GEISTESKRANK – Narzissmus ist erst einmal keine Krankheit – Es ist, zunächst nur, eine Charaktereigenschaft; wenn auch eine unangenehme.

Narzissten kennen wir alle: Sie sind beratungsresistent – lassen den nötigen Anstand vermissen – und sie sind extrem schnell und tief kränkbar. Das ist die Achillesferse dieser Menschen. Daran können wir sie erkennen.

Betrachten wie das Phänomen Narzissmus doch einmal anders. Wir sind, wenn wir stolz auf uns sein können, alle irgendwie narzisstisch eingestellt. “Ich!-Icher!-am Ichesten!” Was wären wir, wenn unser Ich keine so große Rolle spielen würde? Wir leben in einer ausgesprochen narzisstischen Gesellschaft. Es ist geradezu zum Gesellschaftsideal  geworden, so zu sein . Jeder möchte heute so sein, wie Donald Trump; reich, mit einer wunderschönen Frau verheiratet, mit dem größten Turm in der Stadt. Nun ja, wir würden mit dem Reichtum vielleicht anders umgehen und ein wenig zurückhaltender bei der Wahl unserer Frisur und unserer peinlichen Auftritte sein. Aber wenn wir ehrlich sind: so ein kleiner Donald steht uns doch ganz gut. Die Gesellschaft will das so. Punkt.

Der Orgasmus des Narzissten beruht auf Erfolg, Lob, Zuwendung von möglichst vielen Menschen. Er ruft ständig nach mehr: I cant’t get no satisfaction! But I try, but I try….
Es ist wie bei einer Droge. Die Dosis muss ständig erhöht werden. Sonst droht der Kater danach. Je stärker die Droge um so dröger die Befindlichkeit nach dem Höhepunkt.

Ein echter, typischer Narzisst bedient die 5 E: Egozentrik, Eigensucht, Empathiemangel, Entwertung anderer Menschen und Empfindlichkeit. Sind diese 5 Punkte beieinander, handelt es sich bei der beobachteten Person höchstwahrscheinlich um einen Narzissten. Der Grat zum krankhaften und zerstörerischen Narzissmus ist sehr schmal.

Alles dreht sich um ihn, den Egozentriker. Wenn sich einmal etwas nicht um ihn dreht, dann wird er nervös. Eigensucht ist nicht zu verwechseln mit Eigenliebe. Eigenliebe gehört zu jedem gesunden Menschen. Ich möchte niemand an meiner Seite wissen, der sich nicht selbst liebt. Das ist furchtbar und gefährlich.
Empathiemangel ist ein wichtiger Punkt bei Menschen, die Entscheidungen treffen müssen, wie Entlassungen oder andere Dinge, die gefährlich für Leib und Leben sein können. Ein General im Krieg kann keinerlei Empathie gebrauchen, wenn er Menschen in den sicheren Tod schicken muss. Ein Hedgefondsmanager ist gut beraten, keinerlei Empathie für die Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen zu entwickeln. Ein Versicherungsvertreter braucht alles, aber keine Empathie, wenn er Lieschen Müller eine Versicherung oder eine Anlage verkauft, die sie überhaupt nicht braucht, und ihr nur viel Geld kostet. Ein Mangel an Empathie ist also nicht unbedingt der entscheidende Punkt bei einem Narzissten. Ein Chirurg muss auch professionell arbeiten und beherzt schneiden, obwohl er weiß, dass der Patient anschließend Schmerzen haben wird. Wenn ein Patient die Operation nicht überlebt, dann muss der Arzt einfach weitermachen und den Todesfall ausblenden. Zu hohe Empathie würde ihm bei seiner Arbeit im Wege stehen.
Ein viel entscheidenderer und wirklich schlimmer Punkt bei Narzissten und Cholerikern ist seine Neigung andere Menschen abzuwerten. Es ist typisch für ausgeprägte Narzissten Menschen zu beleidigen und sich immer ein wenig über sie zu stellen. Abwertende Bemerkungen unter vier Augen oder vor Publikum sind ihr Tagesgeschäft. Allerdings tun sie das nur bei Menschen, die ihnen nicht gefährlich werden können. Hinter dem Rücken der Vorgesetzten sprechen sie natürlich auch schlecht über sie. Denn sie sind schließlich diejenigen, die auch den Job des Oberbosses am allerbesten machen könnten, wenn man sie nur lassen würde. Der abwertende Narzisst umgibt sich häufig mit Mitarbeitern und Partnern, die ihm nicht das Wasser reichen können (so glaubt er es zumindest) und er ist immer der “Einäugige unter den Blinden”, was sich dann auch in der Performance des Unternehmens niederschlägt.

Die Empfindlichkeit von Narzissten ist ein weiteres typisches Beispiel. Narzissten sind hart im Austeilen und sehr zart und empfindsam, wenn es um sie selbst geht. Sie haben plötzlich einen Sinn für Empathie; aber nur für sich selbst. Sie spüren leiseste Kritik schon in der Stimme des Vortragenden obwohl etwas ganz anderes besprochen wird. Sie ahnen dass alle anderen es nicht gut mit ihnen meinen (Deshalb ist es ja auch gut, dass sie so sind wie sie sind: hart und laut und kompromisslos und stark!)

Ich! Icher! Am Ichesten! –  Das ist das Motto der Narzissten.

Wenn Sie ein Gefühl für andere Menschen haben und ein Gespür für Win-Win Situationen, wenn Sie sich gut fühlen, wenn es den Menschen um sich herum gut geht, dann sind Sie definitiv kein Narzisst.

Und dann gibt es noch die bösartige Form des Narzissmus. Despoten sind ein typisches Beispiel. Serienkiller haben ein ähnliches Persönlichkeitsprofil wie Despoten. Das Syndrom des bösartigen Narzissmus wurde durch Otto Kellenberg beschrieben.

Diese Menschen bleiben selbst nur Durchschnitt. Sie sehnen sich nach Einfluß und umgeben sich mit willfährigen Paladinen, die ihnen nicht widersprechen. Gleichzeitig entwerten sie alle anderen Menschen – verfolgen und zerstören.

Donald Trump ist noch lange kein Despot. Das darf nicht vergessen werden. Er ist im Rahmen seiner Möglichkeiten lernfähig, prosozial; und er ist ein ziemlich guter Psychologe, obwohl er wahrscheinlich keine psychologische Ausbildung hat. Er hat einen sehr guten Instinkt für die Massen und ein Gespür für die Grundstimmung der Bevölkerung.

Trump instrumentalisiert den Narzissmus und er spielt damit ganz bewusst. Schließlich wurde er gerade deswegen gewählt. Eine leichte Form der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung – ist heute geradezu ein Ideal geworden. Zeitgeist.

Es sind die modernen Zeiten nach der Jahrtausendwende – Narzissmus braucht der Mensch; um selbstbewusst zu sein, sich durchzusetzen; am besten Superstar zu werden und von allen bewundert, ohne sich jemals angestrengt zu haben. Ob es uns gefällt oder nicht: Viele unserer Mitmenschen lieben Menschen wie Donald Trump, Dieter Bohlen und was es da sonst noch so geben mag.

Aber es ist längst zuviel des GUTEN! Es sind großartige Fassaden und nichts dahinter. Heute werden mehr Selfies gemacht als je zuvor. Tendez steigend.
“ICH ICH ICH! Ich muss mich der Welt präsentieren!”

Das führt zu emotionaler Kälte und gesellschaftlicher Entemotionalisierung. ZEITGEIST.

In den mythologischen Geschichten endet der Narzisst immer im Absturz, wird verlassen und isoliert von Freunden, es wird einsam um ihn herum.

Höhenrausch, Absturz. Am Ende geht er an sich selbst zugrunde und zieht alle die ihm nahe sind mit sich in den Abgrund. Das gehört zwingend dazu.

Der geschickte Umgang mit Narzissten setzt immer voraus ihn nicht heilen zu wollen.

Die Frage ist nur: “Wie ertrage ich den Narzissten?” – “Kann ich es überhaupt aushalten?”
Nur darum geht es:  Eigene Grenzen abstecken. Sich dem Duft des Narzissmus entziehen. Man fühlt sich schuldig und weiß nicht warum. Flucht ist der einzige Weg um das zu überleben.

Man kann einen Narzissten nur vorsichtig einen Spiegel vorhalten. Das Reflektieren des Verhaltens dieser Menschen ist gefährlich. Lob ist wie ein Suchtmittel. Bleibt das Lob aus, reagiert der Narzisst mit Entzugserscheinungen.  Lob ist also langsam herunterzudosieren 

Ein Ich-schwacher Mensch (schreiender Boss = jammerndes Kind), ein Narzisst fürchtet das Lachen wie der Teufel das Weihwasser. Man könnte ja ihn meinen und auslachen. So etwas ist für ihn nicht akzeptabel. Er fühlt sich tatsächlich angegriffen und tödlich beleidigt. Wenn man das weiß, kann man auch verstehen, warum er so reagiert wie er reagiert: Ohne Humor, mit vollem Ernst und ganzer Kraft, brutal und rücksichtslos, ohne einen Hauch von Mitgefühl.  

Wenn alles nichts nützt, gibt es nur eins: die Flucht ergreifen und niemals wiederkehren.

Achtsames Begegnen auf Augenhöhe ist die gesellschaftliche Gegenbewegung zum krankhaften Narzissmus. Das müssen wir alle wieder lernen. Es geht darum, die krankhafte Veränderung unserer Gesellschaft wieder zu regulieren. Erwachsen kommunizieren gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die Führungskräfte beherrschen müssen. Sich selbst führen, sich führen lassen und dann erst den Anspruch erheben andere führen zu können. Choleriker und Narzissten jagen andere nur vor sich her. Mit guter Führung hat das überhaupt nichts zu tun. Aber es scheint irgendwie zu funktionieren. Stop! 
Die Grundlagen eines Gegenentwurfs finden wir nach wie vor in der Religion. Insbesondere Christen haben gelernt, sich vor eigenem überschäumenden Narzissmus zu schützen, indem sie sich Jesus von Nazareth vor Augen halten. Er war alles andere als ein Narzisst und er war wirklich der Größte. Seine Gelassenheit und seine Liebe zu den Menschen ist ein wahres Vorbild. Das war und ist revolutionär. Das macht Mut und das schenkt Kraft.

Narzissmus, in gewissem Maße ist gar nicht so schlecht. Erst die Dosis macht das Gift. Menschen, die überhaupt nicht narzisstisch sind, werden sehr wahrscheinlich neurotisch.

Zusammenfassend können wir feststellen, dass gefühlskalte, überhebliche Arroganz fast ausschließlich in männlicher Form des Narzissmus vorkommt: hart, kalt, machohaft.

Weiblicher Narzissmus erscheint in einer anderen Form, er in der weiblichen Ausprägung eher kokettierend mit sich selbst. “Spieglein Spieglein an der Wand….” Man kann es aushalten, wenn es im Rahmen bleibt.

Problematisch wird Narzissmus, wenn jemand leiden muss. Sie oder Er oder ihre Umwelt.

Sucht und Narzissmus hängen sehr eng zusammen. Ein Motiv für den Konsum von Suchtmitteln liegt im Narzissmus: Man will andere übertreffen, sich besser fühlen, am besten großartig und einzigartig. Daher spricht man auch von narzisstischen Drogen. Narzissmus an sich ist bereits eine starke Droge. Narzissmus=Eigensucht

Narzissten entwickeln selten so viel Leistungsdruck, als dass sie sich therapieren lassen. Sie kommen selten in die Therapie – Gott sein Dank!

Und wenn sie in die Therapie oder ein Coaching kommen, dann versuchen sie augenblicklich die Führung zu übernehmen und sich mit dem Coach oder Therapeuten zu verbinden: “Wie wir zwei wissen, sie die da….(nichts wert)”
Oder der Narzisst geht sofort zur Abwertung des Therapeuten über. “Was wollen Sie mir schon sagen, was ich nicht längst weiß? Leute wie Sie, kenne ich doch!” usw.

Wir alle kennen den vorübergehenden Narzissmus.  Ein starkes Auto verleitet uns zu Allmachtsfantasien auf der Autobahn. Der typische Autobahnraser ist mit erhöhter Geschwindigkeit auf der linken Spur unterwegs und ärgert sich über alle, die nur 160 km/h fahren. Alle anderen sich zu langsam und müssen zwingend überholt werden. Wer kennt das nicht. Und dann kommt das Korrektiv, der Radarblitzer und holt uns wieder auf den Boden der Tatsachen.

Bei Donald Trump – sieht man offensichtlich den Narzissmus  in Reinkultur. Es liegt ein hoher Unterhaltungswert bei den Aktionen die Trump macht. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnten wir alle sehr viel lernen und natürlich herzlich darüber lachen.

Ich werde das Buch: Die Narzissmusfalle von Reinhard Haller, bestellen und lesen. Der Vortrag hat mir sehr gut gefallen: http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-redezeit/audio-der-narzissmus-des-donald-trump-100.html

http://www.zeit.de/2016/36/psychologie-donald-trump-ferndiagnose

 

 

Choleriker coachen?


Coaching von Cholerikern?

Ein offenes Wort am Anfang: Einen Choleriker, oder wie man Männer mit einer mehr oder weniger starken narzisstischen Persönlichkeitsstörung bezeichnen will, coacht man nicht. Diese Leute sind definitiv nicht coachbar, und sie würden sich nur unter Druck zu einem Coaching überreden lassen. Der Coach, der so einen Klienten an Land zieht ist nicht zu beneiden. Wenn er klug ist, dann schickt er ihn nach Hause und freut sich des Lebens. Wenn er weniger klug ist, was ich mir kaum vorstellen kann, lässt er sich auf ein Coaching ein und hat zwei Möglichkeiten.

Eins: Der Coach macht sich mit dem Narzissten gemein und sie ziehen gemeinsam über alle anderen her um sich anschließend auf die Schulter zu klopfen. Motto: Wir beide sind so clever und toll und die Anderen sind die Idioten!

Zwei: Der Coach bekommt es mit den Spielchen einer erfahrenen Spielers zu tun in dem er immer der Verlierer sein wird. Der Narzisst muss dafür sorgen, dass er immer der Gewinner ist. Der Coach wird niemals auf Augenhöhe wahrgenommen. Die Kompetenz des Coach wird in Frage gestellt. Der Coach kann gegen den Narzissten nicht gewinnen.

Fazit: Finger weg!

Wenn schon Coaching, dann besser im Umfeld der Elefantenherde. Es gibt so viele Opfer und angeschlagene Beobachter, die wirklich einen verständnisvollen Menschen brauchen um sich von den Verletzungen die Narzissten und Choleriker zu erholen. Diese Menschen brauchen wirklich einen Coach.

Narzissten und ihre Zukunft


Immer wieder werden mir Fragen gestellt, die sich mit Cholerikern und krankhaften Narzissten beschäftigen. Unter dem Motto “Narzissten und ihre Zukunft” finden Suchanfragen ihr Ziel auf diesem Blog. Es ist ein Thema mit vielen Facetten.

Choleriker und Narzissten ähneln sich sehr stark. Es gibt große Überschneidungen. Viele Menschen, oft sind es Frauen, fragen wie sie mit einem cholerischen und narzisstischen Partner umgehen können. Natürlich ist sehr schnell das Thema Trennung auf der Tagesordnung. Frauen versuchen sich zu entziehen, indem sie den cholerischen Anfällen ihres “großartigen” Partners auszuweichen versuchen. Es ist nicht leicht sich von einem solchen Mann zu trennen. Schon aus wirtschaftlichen Gründen erscheint es unmöglich zu sein diesen Männern auszuweichen oder sich von ihnen zu entfernen. Und da ist dann auch noch die charmante und erfolgreiche Seite des Narzissten. Es gibt auch gute Tage und es ist angenehm, einen erfolgreichen und starken Partner an seiner Seite zu wissen.
Versuche, die festgefahrenen Regeln in Frage zu stellen und den übersteigerten Selbstwert des Mannes anzugreifen, scheitern oder werden durch den Versuch des Mannes, die Frau massiv zu entwerten oder sie in eine Depression zu treiben, in das Gegenteil gedreht. Die Kombination kluge und beneidenswert schöne Frau und narzisstischer Choleriker ist weit verbreitet. Der Mann in einer solchen Beziehung benutzt seine schöne Frau zur Aufwertung seines Selbstwertgefühls. Wenn diese Frau ihn verlassen würde, könnte er das nicht ertragen. Es ist eine sehr gefährliche Situation, die schnell in Gewalt ausarten kann. Die Folgen liegen auf der Hand.

Was die Zukunft von ausgeprägten Narzissten betrifft, so zitiere ich einfach mal Dr.Björn Migge:

Das Alter ist außerdem ein Prozess, mit dem Narzissten oft schlecht umgehen können: Dieser biologische Vorgang ist nicht aufhaltbar und bringt den Narzissten unweigerlich mit der Erkenntnis in Berührung, das auch seine grandiosen Möglichkeiten irgendwann versiegen. Das macht ihm große Angst, und er versucht diese vielleicht abzuwehren, indem er stellvertretend den Alterungsprozess bei seiner Frau angreift. /Dr.Björn Migge/Handbuch Coaching und Beratung S. 265 ff./

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Weiterführende Informationen zum Thema UMGANG MIT NARZISSTEN finden Sie auf diesem interessanten BLOG: http://umgang-mit-narzissten.de/ und vielleicht hier.

 

Gute Frage: Woran erkennt man einen Choleriker?


Gute Frage: Woran erkennt man einen Choleriker?

Immer wieder verlaufen sich Leute auf meinen BLOG, die Fragen wie diese stellen. Woran erkennt man eigentlich einen Choleriker? Eine Antwort könnte lauten: Wirst Du schon merken, wenn Du einem begegnest. Aber im Ernst. Worum geht es? Cholerische Menschen nerven und wenn man einem begegnet, dann ist es doch offensichtlich, dass womit man es zu tun hat. Irgendwann in meiner beruflichen Entwicklung hatte ich diese Spezies auf dem Schirm und ich ärgerte mich über sie.

Choleriker sind: laut,
unbeherrscht,
rücksichtslos,
ungerecht,
unberechenbar,
unerzogen,
kindisch,
unterentwickelt,
niveaulos,
unangenehm,
platt,
raumgreifend,
selbstverliebt,
einseitig intelligent,
armselig……

Habe ich etwas vergessen? Sicher. Eine Menge. Im Lauf der Zeit habe ich gelernt, dass es sich bei Cholerikern meist um Zeitgenossen handelt, die an irgendeinem Punkt der Entwicklung steckengeblieben sind. Sie haben das Verhalten von 12jährigen, wobei manch ein 12jähriger weiter entwickelt ist als diese Typen.
Ich mag sie nicht. Da bin ich ganz offen. Choleriker sind aggressiv, sie greifen sofort an, wenn sie die Führung ergreifen wollen. Es ist ihr einziger Reflex, den sie beherrschen. Sie werden persönlich, und das oft ohne den geringsten Grund. Dabei sind sie nicht dumm. Im Gegenteil. Was für eine Verschwendung von Ressourcen, wenn sie in einem Choleriker stecken.

Vor einiger Zeit habe ich einen Mann aus meiner alten Firma wiedergesehen. Ich würde ihn als Choleriker bezeichnen, ohne das weiter zu vertiefen. Was war das erste, was er mir an den Kopf warf? Ich glaube ich hatte es hier schon einmal erwähnt. Ich wiederhole es, weil es mich tatsächlich aufregt. Es regt ich auf, weil ich mich irgendwie “aus Prinzip” angegriffen fühle und eigentlich darüber stehen sollte. Irgendwas macht das mit mir. Ich werde darüber hinwegkommen. Der gute Mann bezeichnete mich ohne jeden Anlauf verächtlich als “Industriephilosoph”. Und wenn ich so richtig darüber nachdenke, dann hat er durchaus recht. Es ist das Beziehungsohr, das mich genau spüren lässt, wie es gemeint ist. Abfällig. Aber so sind sie halt, diese Choleriker. Wie ein Elefant im Porzellanladen. Aber worüber rege ich mich eigentlich auf? So sind sie eben, sie können nicht anders. 😉

We’re going to have insurance for everybody – Trump said

Seife verkaufen Kaltakquise

16.01.2017 – Trump verspricht HealthCare for everybody – Eine Krankenversicherung für Jedermann –

Der gewählte Präsident der USA gab der Washington Post am späten Samstagabend (14.01.2017) ein Interview, das besondere Beachtung verdient. Er will Obamacare, die historisch bedeutende Einführung einer Krankenkasse für alle Amerikaner, abschaffen und durch ein völlig neues System ersetzen. Er erklärt, dass er direkt mit Pharmakonzernen und Versicherern verhandeln möchte um die Kosten für das Krankenkassensystem erheblich zu senken. Die Republikanische Partei hatte bislang jede weitere Einmischung des Staates in diese Dinge kategorisch abgelehnt. Präsident Obama hätte keine Chance gehabt das Thema auch nur auf die Agenda zu heben. Und nun kommt Donald Trump und mischt sich direkt ein.

“We’re going to have insurance for everybody,” Trump said. “There was a philosophy in some circles that if you can’t pay for it, you don’t get it. That’s not going to happen with us.” People covered under the law “can expect to have great health care. It will be in a much simplified form. Much less expensive and much better.”

Trump verspricht tatsächlich eine bezahlbare Krankenversicherung für Jedermann. Das ist eine Abkehr von der Philosophie, dass nur jeder der das bezahlen kann es auch erhalten kann. Das ist, so Trump, mit ihm nicht zu machen. Jeder Bürger soll eine großartige Krankversicherung bekommen und zwar in einer sehr einfachen Art und Weise. Sehr viel preiswerter und viel besser.

Spannend! Wenn es Donald Trump gelingt, diesen einen Punkt in die Wirklichkeit zu bringen, hat er weit mehr erreicht, als Obama mit dem Versuch seine Obamacare gegen den Willen der Republikaner einzuführen.

Vermutlich hat Donald da irgendwas falsch verstanden und sich nur versprochen. “Belgien ist eine schöne Stadt” für ihn und er kann sich sogar daran erinnern mit einem wichtigen “Politiker aus dem Europaparlament” telefoniert zu haben. Aber an den Namen kann er sich nicht erinnern. Ist ja auch nicht wichtig. Namen sind Schall und Rauch. Irgendwas mit Europa halt. Aber immerhin weiß er wer Merkel ist. Das ist doch schon mal was……

Der große Sachverständige wird es schon schaffen, die kommenden vier Jahre im Gespräch zu bleiben. Und dann wird er halt nochmal gewählt, weil “die Anderen ja niemals die Wahrheit sagen” – “Alles Fake-News!”

Was das alles mit Coaching zu tun hat? Ich weiß es auch nicht mehr. Eins ist klar: Wenn so ein Stil erfolgreich ist, dann ist etwas gründlich schiefgegangen. Es ist zum Weinen: Sad! Very sad!

Steve Jobs – Genie hat seinen Preis


Diagnose: Manifestierte Persönlichkeitsstörung

Steve Jobs, der charismatische CIO von Apple, wird uns fehlen. Seit dem sagenhaften Erfolg von iPod, iPhone und iPad gab es keine revolutionäre neue Idee mehr. The Next Big Thing, “das nächste große Ding!” lässt auf sich warten. Seit Steve Jobs seinem Krebsleiden erlegen ist, scheinen Apple die Ideen ausgegangen zu sein. Steve Jobs fehlt. Er war ein Genie. Und Genies sind meistens nicht nur Genies, sondern oft auch Menschen mit einer dunklen Seite. Beim Lesen der Autobiografie von Steve Jobs wird schnell deutlich, dass er über eine starke Persönlichkeit verfügte.

 

Um das Kind beim Namen zu nennen, hatte Jobs höchstwahrscheinlich eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS). Ich-Bezogenheit, Abwertung anderer, Grenzüberschreitungen und  manipulativer Umgang mit anderen Menschen sind deutliche Anzeichen dieser Störung. Je mehr dieser Anzeichen festgestellt werden können um so deutlicher wird der Verdacht. Die Biografie zeigt deutlich, dass Steve Jobs selbst diese Störung seiner Persönlichkeit kannte und damit umzugehen wusste. Das war eben ein Teil seines Genies. Das Problem für den Rest von uns ist allerdings, dass ausgerechnet Menschen mit manifestierten Störungen – Choleriker und Narzissten gehören dazu – zu ungewöhnlichen Leistungen fähig sind. Allerdings werden sie seelisch niemals satt oder befriedigt, weil sie kaum Rezeptoren oder Gefühle für Glück entwickeln konnten. Ein Coaching kann diesen Menschen helfen. Aber die Angst aus einem Genie einen ganz normalen Menschen zu formen blockiert Aktivitäten in Richtung Coaching oder gar psychologische Behandlung.   

 

Die Wahrheit ist schwer zu ertragen: Narzissten sehem in anderen Menschen oft nur Werkzeuge, die einen Zweck zu erfüllen haben. Diese Menschen fühlen sehr oft keine menschliche Nähe und sie leiden darunter, weil sie oft nicht verstehen, warum andere Menschen glücklich sind und sie selbst immer mehr und immer besser sein wollen, ohne sich jemals glücklich zu fühlen. Aber Narzissmus ist wellenförmig wie alle dokumentierten Störungen. Es gibt auch immer wieder romantische, weiche Phasen, die kaum erklärbar sind.

 

Die „weiche Seite“ des Steve Jobs war vielleicht nur ein Manipulationsinstrument. Sie kann auch auf eine begleitende bipolare Störung hinweisen. In diesem Fall vielleicht sogar ein depressiver Schub. Cholerische Seite dieses Genies ist oft beschrieben worden.

Auch ein Narzisst ist zu Mitleid fähig. Allerdings oft nur zu Selbstmitleid, da er wenig oder keine empathischen Fähigkeiten besitzt. Häufig werden Narzissten allerdings auch als empathisch empfunden. Bei genauerer Betrachtung wird aber erkennbar, dass er das wahrgenommene Einfühlungsvermögen nur nutzt, um zu manipulieren oder Informationen zu gewinnen. Ein Narzisst kann extrem charmant und einnehmend wirken, da er die Klaviatur der menschlichen Empfindungen virtuos beherrscht und sein ganzes Leben nichts anderes tut, als andere Menschen zu manipulieren.

Es hängt häufig von den weiteren kognitiven und sozialen Fähigkeiten und dem sozialen Umfeld ab, ob ein Narzisst als „antisozial“ oder „genial“ bezeichnet wird. Letztendlich steckt aber dahinter ein Mensch, der respektlos mit anderen Menschen umgeht.

 

Ich bin für eine sachlichere und gerechtere Betrachtung der Person Steve Jobs. Womit ich seine Erfolge und sein Lebenswerk als Unternehmer nicht in Frage stellen möchte.

 

Narzissten im Coaching


Narzissten – eine Klärungsversuch

Narzissmus ist im ICD-10 und auch im DSM als Persönlichkeitsstörung katalogisiert. In ihrer geringen Ausprägung, als leichter Stil kann Narzissmus eine Ressource sein. Als schwere Störung ist er eine Belastung, sowohl für den Narzissten als auch für seine gesamte Umgebung.

Das leistungsorientierte und manipulativer Verhalten von Narzissten wird teuer erkauft. Psychosomatische Störungen, Burn-Out-Episoden, chronische Unzufriedenheit, Belastung des Herz-Kreislauf-Systems bis hin zu schweren Erkrankungen und ein hohes Suizid-Risiko sind gute Gründe sich mit dem Thema zu beschäftigen. Insbesondere, wenn man selbst erkannt hat, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Narzissmus neigt. In seiner leichten Form ist es eine Ressource.

Auch das ist ein gutes Thema für ein Coaching. Was kann ich mit meinem leichten Narzissmus anfangen? Wo sind die Grenzen? Wann wird es gefährlich? Schwere Störungen sind dann natürlich ein Thema für den Psychiater. Aber so weit sind wir in den allermeisten Fällen noch nicht.

Es gibt übrigens eine wichtige Unterscheidung zwischen Erfolgreichen und Erfolglosen (Narzissten).

Die sogenannten Erfolgreichen Narzissten besitzen eine starke Leistungsorientierung. Sie sind beruflich erfolgreich, durchsetzungsfähig, autonom, gut organisiert, haben ein großes Durchhaltevermögen und hohes Anspruchsdenken. Sie definieren die Spielregeln. Es handelt sich meist um ausgesprochene Egozentriker, die aber durchaus offen für Selbstkritik sind.

Zu den gesicherten Merkmalen für Narzissmus gehören ein hohes Maß an Agression, Extraversion, Ausdauer, hohe Autonomie aber auch in der Kindheit erworbene Bindungsprobleme und ein starkes kompetives Verhalten (Konkurrenzverhalten).

Erfolglose Narzissten haben eine Reihe von Eigenschaften, die auch Erfolgreiche Narzissten haben. Sie aber neigen zum Angeben, haben oft ein übertrieben positives Selbst-Schema und ein starkes aber erfolgloses Regel-Setzer-Verhalten, was sie regelmäßig “auf die Palme bringt”. Der größte Unterschied zu den Erfolgreichen ist das fehlende realistische Leistungsverhalten.

Erfolglose Narzissten sind häufig Schulabrecher. Sie leiden unter Arbeitslosigkeit, wohnen immer noch bei der Mutter und besitzen ein hohes Risiko für Spielsucht und Alkoholabhängigkeit. Sie besitzen eine sehr geringe Selbst-Effizienz-Erwartung und eine geringe Anstrengungsbereitschaft. Sie leiden unter starkem Selbstzweifel, was sie unter starken Druck bringt, dem sie auszuweichen versuchen.

Eine Definition für die Persönlichkeitsstörung anhand ICD-10 oder auch DSM gibt erste Anhaltspunkte für das Identifizieren von Narzissten.

Rainer Sachse hat folgende Kriterien für erfolgreiche Narzissten aufgelistet:

  • Hohes Anerkennungsmotiv,
  • Hohes Autonomie-Motiv,
  • Negatives Selbstschema,
    Narzissten weisen immer ein negatives Selbstschema neben dem immer vorhandenen positiven Selbstschema auf, das immer aus der Biografie stammt. “Ich bin als Person nicht O.K” – “nicht liebenswert” – “nicht kompetent” – “Ich bin ein Versager”. Dieses Schema ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Durch Kritik wird das Schema aktiviert und ein Spiel-der-Erwachsenen angestoßen. Genau das macht einen Narzissten so empfindlich gegenüber Kritik.
  • Positives Selbstschema,
    Parallel dazu haben Narzissten aber auch ein Positives Selbstschema. Es dient als kompensatorisches Element um das vorhandene Negative Schema zu bekämpfen. Super-Kompetenz, außerordentlicher Erfolg und außergewöhnliche Fähigkeiten gehören zum Repertoire von Narzissten, egal ob es sich um reale oder angemaßte Kompetenzen handelt.

Narzissten schwanken zwischen den beiden Extremen. Das negative Selbstschema wird permanent durch das überzogene positive Schema überlagert.

  • Negatives Beziehungsschema,
  • Starke kompensatorische Norm-Schemata,
  • Ausgeprägtes Regel-Setzer-Verhalten,
  • Unrealistisches positives Selbstschema,
    Erfolglose Narzissten unterscheiden sich von den Erfolgreichen durch ein ausgeprägtes negatives Selbst-Schema und ein hochgradig unrealistisches positives Selbst-Schema. Sie verfügen über eine sehr geringe Ausprägung des Autonomie-Motivs  und sind sehr leicht fremdbestimmbar.
  • Kein reales Leistungsverhalten,
    Außerdem zeigen Narzissten kein ausgeprägtes reales Leistungsverhalten. Sie sind kaum in der Lage oder können kaum oder nur schwer reale Kompetenzen erwerben. Der Erwerb von sozialen Kompetenzen ist bei ihnen extrem gering ausgeprägt. Sie können keinerlei reale Erfolge erzielen und erleben ein schmerzhaftes Scheitern auf der ganzen Linie, wenn sie sich der Realität stellen müssen.

Erfolglose Narzissten sind ähnlich dominante Regel-Setzer, wie die erfolgreichen Vetter, wobei ihre Kommunikationspartner ihnen dieses Verhalten aber nicht durchgehen lassen.

Narzissten neigen dazu ihre Coaches oder Therapeuten auf Kompetenz und Wissen zu testen. Sie versuchen natürlich die Regeln des Gespräches zu bestimmen und dem Coach aufzuzwingen. Ein derartiges Verhalten kann nur dann erfolgreich abgewehrt werden, wenn der Coach das rechtzeitig erkennt und dem Klienten Grenzen aufzeigt. In vielen Fällen muss das Coaching von Seiten des Coaches genau an diesem Punkt abgebrochen werden.

Das Coaching mit Narzissten ist eine besondere Herausforderung, egal ob es sich um erfolgreiche oder erfolglose Narzissten handelt.

Das Coaching mit den sogenannten Erfolgreichen wird ein Thema, wenn sie beginnen an ihrem Verhalten zu leiden. Psychosomatische Störungen, Burn-Out-Episoden, chronische Unzufriedenheit, Belastung des Herz-Kreislauf-Systems bis hin zu schweren Erkrankungen und ein hohes Suizid-Risiko sind gute Gründe für Narzissten sich mit der Thematik aktiv auseinanderzusetzen. Ein Coaching kann ein erster Schritt sein. Das Ziel des Coachings ist es, sich mit einer professionellen, neutralen Person über das Thema auszutauschen. Ein Coaching kann als Einstieg in einer Behandlung durch einen Psychotherapeuten betrachtet werden. Es ist niemals ein gangbarer Weg um das narzisstische Verhalten vollständig zu behandeln oder gar zu heilen. Das überlassen wir gerne den Profis auf diesem Gebiet.