BERlin 2018 – keine digitale Vereinheitlichung der Verwaltung


2018: Vorerst keine digitale Vereinheitlichung der Verwaltung

Ab 1. Januar 2018 sollte die IT-Ausstattung landesweit vereinheitlicht werden, aber das ITDZ und die Senatspolitik sind damit völlig überfordert.

ULRICH ZAWATKA-GERLACH

Im Tagesspiegel erschien am 28.12.2017 ein Beitrag, der zu Denken gibt. Ähnlich wie beim BER Desaster wird deutlich, dass es nicht ganz einfach ist, neue Wege zu gehen und die Möglichkeiten moderner IT tatsächlich umzusetzen. Am BER wird es im übrigen auch ein Riesenthema werden, wenn er einmal tatsächlich gestartet werden sollte. Die installierte IT wird dann nämlich bereits wieder hoffnungslos veraltet sein. Wetten?!

Ohne Einzelheiten zu kennen, bin ich mir ziemlich sicher.
Vielleicht ist ja hinter den Kulissen längst eine Task-Force gebildet, die über die Modernisierung von IT aktiv nachdenkt, Projektpläne entwirft und eines Tages eine lautlose Lösung umsetzt.

Was ist in derartigen Fällen zu tun? Ein Blick in die Zukunft zeigt deutlich, wohin die Reise gehen muss. IT wird mit Sicherheit in der Cloud verschwinden. ALPHABET – Google – zeigt wie es geht. Wer sich aktiv mit den Google-Tools beschäftigt, hat längst bemerkt, dass es keine umständlichen Software-Updates, Datensicherung unter Regie der Nutzer (auch IT Verantwortliche sind hier nur User) oder komplexe IT Infrastrukturen geben muss. Die Zukunft der IT ist vor allem: Sicher, schnell und hardwareunabhängig.
Eine komplexe IT Infrastruktur kann und muss in einem leistungsfähigen Rechenzentrum aufgebaut werden. Software und die sogenannten IT Basisdienste müssen zwingend komplett zentral laufen. Eine Softwareverteilung ist nicht einmal mehr notwendig, wenn die Dienste an einer Stelle abgerufen werden. Es ist durchaus denkbar, die Hardware zu standardisieren, schon allein um die Marge beim Einkauf klein zu halten. Aber es ist nicht absolut notwendig. Falsch wäre es, wenn man heute schon die Endgeräte standardisieren würde, ohne zu wissen, wie das Gesamtkonzept aussehen wird.

Viel wichtiger sind die Dienste, die zur Verfügung stehen sollen und müssen. Was braucht eine schnelle und effektive Verwaltung? Das hat jetzt weniger mit einem IT-Problem zu tun, sondern mit einer Sondierung und Wichtung der wichtigsten Dienstleistungen, die die Verwaltung zur Verfügung stellen muss.

Ein Projekt muss her. Eine Übersicht über das, was erreicht werden soll. Die Umsetzung ist eine ganz andere Geschichte. Aber ein Schritt nach dem anderen. Wenn man es richtig betrachtet steckt in der Nachricht sogar eine Chance. Es gibt eine große Chance einen wirklichen Neustart zu wagen. Wie das Ergebnis am Ende aussehen wird, kann niemand wissen. Aber wie wäre es mit einem elastischen und flexiblen IT-System, das tatsächlich auch in 10 Jahren noch so agil ist, dass kleine Verbesserungen keine unlösbaren und unbezahlbaren Aufgaben mehr sind, sondern nur noch positiv auffallen? 

Was würde ein IT-Coach an dieser Stelle vorschlagen? Also ich würde mir die Verantwortlichen in allen Bereichen anschauen, mit ihnen reden und mir einen Überblick über die wirklichen Interessen der einzelnen Player machen. Und dann würde ich anfangen, Informationen über das angestrebte Zielsystem zu sammeln. Das sollte bezahlbar sein. Aber sicher gibt es bereits genügend geeignete Leute, die genau das tun.

 

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Schulz wird Bundeskanzler – GroKo 3.0 rettet Deutschland!


„Ich möchte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden!“ Martin Schulz 2017

Ja dann macht das doch so: Schulz wird Kanzler. Merkel wird Außenministerin. Basta! Sache erledigt. Und: die GroKo 3.0 rettet Deutschland! So hat jeder gewonnen. Die CDU hat dann genau so wie die SPD vier Jahre Zeit um sich neu aufzustellen.
Mal nachrechnen, ob das auch ohne die CSU gehen würde…..

Revolution auf der Strasse – Israels Elektro-Busse werden in Zukunft über die Straße aufgeladen


Revolution auf der Strasse

Israels Elektro-Busse sollen über Strasse geladen werden

In Tel Aviv baut das israelische Unternehmen «ElectRoad» eine Spur für elektrisch angetriebene Busse. Die Akkus dieser öffentlichen Verkehrsmittel werden durch die Strassen geladen und kommen daher ohne Aufladestationen aus.

Das Konzept ist einfach auch auf Autobahnen und allen anderen Straßen umzusetzen. Batterien werden dann nur noch für kurze Wege benötigt, auf denen die Straße noch keine Aufladefunktion erfüllt. Das wäre doch mal ein Projekt für Berlin. /RZ/

Gratulation! Gedanken zum Tag der Deutschen (Einheit?)


Es gibt Leute, denen kannst Du wirklich alles hinten und vorne reinstecken und die sind immer noch unzufrieden.“ /anonymous wise man/

Zugegeben, man kann es drehen und wenden wie man will. Es ist leider wahr. Es ist eine Tatsache. Man muss auf die Menschen hören, bevor man ihnen etwas schenkt. Freiheit zum Beispiel wird gerne um Zusammenhang mit Wohlstand genommen. Immer wieder gerne! Aber wenn Freiheit mit Ungewissheit und Ängsten daherkommt, dann nimmt man doch lieber den bescheidenen Wohlstand und ist dankbar, wenn irgendjemand den Laden schaukelt. Zur Not kann man ja immer noch meckern und einfach nur „dagegen“ sein. Dagegen – gegen was auch immer. Für etwas zu sein ist wesentlich anstrengender. Dann muss man einen Standpunkt haben und wissen worum es geht. Man sollte argumentieren können und für seine Sache einstehen. Dagegen sein – ist immer einfacher. Und wenn einem gar nichts mehr einfällt, warum man dagegen ist, dann wird man einsilbig und unwirsch und ballt zornig die Faust!
Die Menschen im Osten der Republik haben es entweder geschafft, oder eben nicht. Das geht den Brüdern und Schwestern im Westen ganz genau so.
Es ist ein lächerliches Drama, wenn Menschen, die sich nicht an die Hand und mitgenommen fühlen, nach einem Vierteljahrhundert keine andere Idee mehr haben, als einfach nur gegen etwas zu sein und ihren dumpfen Protest lautstark mit Hassparolen herausbrüllen. Wenn sich der Protest und das Dagegensein im Wahllokal manifestieren kann, dann ist das schon wieder sehr gut und sehr demokratisch. Das muss man auch mal akzeptieren.
Was sind das für Leute, die immer nur dagegen sind? Was treibt sie an? Was stellen sie sich vor? Wie stellen sie sich die Zukunft vor, die sie mitgestalten, ohne zu wissen wohin die Reise wirklich geht? Wem folgen sie da überhaupt?
Dumpfer Nationalismus und das Spielen mit dem Feuer führt nicht zum Ziel. Aber diese Leute haben kein Ziel. Das ist das Problem. Sie haben nur irgendwelche Vorstellungen, die sie bedient sehen wollen. Sie fühlen sich nicht mitgenommen. Sie fühlen sich irgendwie beleidigt. Sie sind dagegen. Gegen was auch immer.
Viele waren auch schon vor der Wende (1989/1990) immer nur gegen was. Gegen die Mauer waren sie nicht unbedingt. Das hätten die meisten von ihnen sich damals nicht getraut. Verdacht auf Republikflucht – Stasiuntersuchungshaft und dann ab nach Bautzen. Das war der Weg der in den Westen führte. Das wusste irgendwie jeder. Die meisten wollten das nicht durchdekliniert haben und schon gar nichts davon hören. Wenn man nicht direkt in Konfrontation kam, dann ging es einem doch ganz gut. Irgendwie hat sie die Mauer ja auch vor Konkurrenz geschützt. Aber irgendwie dagegen sein, konnte man schon. Das war nicht besonders teuer. Das kostete im Grunde nichts. Für etwas sein, war und ist unendlich teurer und schwer zu definieren.

Ich bin dafür, dass niemand in dieser Republik oder Europa diskriminiert wird. Kein Ostdeutscher und kein Ausländer, kein Flüchtling und kein Bayer oder Sachse oder wer auch immer.
Ich wünsche mir ein Land in dem man ohne Angst vor nächtlichen Übergriffen krimineller oder tumber Art auf die Straße gehen kann. Ich wünsche mir Menschen, denen man vertrauen kann und die Vertrauen verdienen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es viel mehr psychologische Beratung, also Coaching geben sollte. Es ist eigenartig, aber in Deutschland zahlt kaum jemand freiwillig für einen Arztbesuch und für psychologische Beratung schon gar nicht. Die Deutschen sind Materialisten. Was man nicht nach Hause schleppen oder aufbauen kann, ist nichts wert, so scheint es. Die berühmten geistigen Werte, Bildung und das Erlangen von Wissen und akademischen Graden, scheinen nicht mehr so wichtig zu sein. Da sind andere viel klüger als wir.
Aber was nützt alles materielle Haben, wenn man damit nichts anfangen kann, weil man es intellektuell nicht durchdringen kann?
Heute ist der Tag der Deutschen Einheit. Es ist ein Glückstag der Geschichte. Und was machen wir aus all dem Glück? Wir fühlen uns nicht verstanden, wie kleine Kinder, denen man im Sandkasten ein Spielzeug weggenommen hat. Also Leute! Werdet endlich erwachsen und denkt darüber nach was ihr wirklich wollt und wie wir es erreichen können. Es gibt soviel zu tun! Packen wir es an und machen wir was daraus. Angst, Wut und dumpfer Hass, eingeschnappt sein, sind keine guten Berater.

Es geht voran! Zukunft wählen geht anders.


Sonntag, 17.09.2017

In einer Woche wählt Deutschland. Angela Merkel wird wohl weiterregieren. Und Martin Schulz wird auch in Zukunft bei jeder Gelegenheit den Satz sagen: “Ich werde Kanzler der Bundesrepublik Deutschland!”, oder so ähnlich. Ich habe nicht einmal genau hingehört. Und ich wollte als Kind Feuerwehrmann und Astronaut werden.
In Deutschland werden keine Personen gewählt, sondern Parteien. Wie wird also eine Regierung aussehen? Die Große Koalition ist keinesfalls abgewählt, auch wenn sie Stimmen an die rechte Protestpartei AfD abgeben wird. Im Gegenteil. Eine andere Variante ist Schwarz-Gelb-Grün. Aber mal ehrlich: Was soll das? Als die Grünen das letzte Mal in der Regierung waren, wurden die Hartz-Gesetze verabschiedet und die Agenda 2010 der SPD Genossen, umgesetzt. Es ist auffällig, dass ausgerechnet die Politik der Sozialdemokraten dazu geführt hat, dass es heute so viele befristete Arbeitsverträge, Leiharbeiter, Armut trotz Arbeit und weitere Auswüchse gibt, die vorher nur aus den USA bekannt waren. Die hässliche Fratze eines Systems, das es eigentlich besser kann.Machen wir uns nichts vor. Der Kapitalismus an sich ist die einzige Wirtschaftsform, die heute funktioniert. Es kommt nur darauf an, wie Politik die unberechenbare Powerstation in Schach hält. Es wird auch in Zukunft darauf ankommen, die richtige Gesetze und Algorithmen zu schreiben und durchzusetzen.

Natürlich hatte Karl Marx recht. Es ist soweit. Maschinen, Computer und Roboter können uns von jeder Arbeit befreien, die zu anstrengend und zu schwer und zu langweilig für uns ist. Kein Buchhalter muss mehr den ganzen Tag Zahlenkolonnen tippen und berechnen. Computersysteme können das viel besser. Manche Bilanzen sind nur aufwändig, weil das zugrundeliegende ERP-System (noch) nicht die Berichte liefert, die der Vorstand sehen will. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das im Handumdrehen erledigt werden kann. Frag Siri oder Alexa oder wen auch immer!

Was für eine wunderbare Zukunft, wenn wir nur die Menschen mitnehmen und nicht als Maschinensklaven enden, die im Elend versinken, während wenige einen obszönen Reichtum anhäufen können. Genau das wird passieren. Hoffen wir auf eine kluge Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.  

Worüber reden wir? Über Politik, soziale Gerechtigkeit, Verteilung, Demografischer Faktor, Flucht aus Afrika, einen Marshall-Plan für Afrika, Parteien, die EU, den EURO und  natürlich: Wohlstand für alle.  

Martin Schulz ist so ein Europäischer Politiker, der etwas bewegen könnte. Wir aber wählen lieber die Sicherheit. Selbst die AfDler wissen ganz genau, dass sie nur einen Oppositionslautsprecher wählen. Klingt schräg und manchmal sehr häßlich; ist aber am Ende nur ein Ventil für die Menschen, die oft keine Ahnung haben; aber unbegreifbare Ängste und dumpfe Wut in sich spüren.
Und da sind auch noch die FDP, die Grünen und DIE LINKE. Kann man eine Partei auf einen einzigen sympathischen 38jährigen aufbauen? Ich denke nicht. Die Grünen verlieren permanent Stimmen, weil niemand mehr so genau weiß wozu man die wirklich braucht. Wenn man sich die Wahlprogramme anschaut, dann sind die LINKEN eine sehr interessante Partei. Die Spitzenkandidaten sind kompetent und haben Format. Der gute alte Gregor Gysi ist ein brillanter Denker und Redner. Die Bücher von Sarah Wagenknecht lesen sich wirklich gut. Es ist schwer verständlich, warum die SPD nicht mit der SED – äh! sorry! – den LINKEN kann. Sie sollten eigentlich ganz gut zusammenpassen, fast 30 Jahre nach dem Ende des furchtbar ineffektiven real existierenden Sozialismus.  
Es ist ein Problem, dass kaum jemand in Deutschland das Wort Sozial gut und sexy findet. Mit dem Thema kann man keine Wahlen gewinnen. Mit Sozialismus schon gar nicht. Und vor der Zukunft haben sowieso nur alle Angst. Jedenfalls die meisten.
Die letzten Experimente in eine lichte Zukunft sind allesamt gescheitert. Also: Keine Experimente! Oder?
Da fallen mir nur folgende Liedzeilen ein, von ich weiß nicht wem: Alles klar, alles klar! Alles bleibt, wie es war!   
Nichts bleibt wie es war. Das ist nur eine schöne Illusion für Menschen, die sich vor der Zukunft fürchten. Politik sollte in der Lage sein,  Zukunft zu gestalten. Das hat allerdings überhaupt nichts mit WEITER SO! zu tun.

Moderne Zeiten: Das Coach Prekariat


Der mittellose Coach

Es ist ein Widerspruch in sich. Aber es gibt sie, die Selbständigen, die kaum von ihrer Arbeit leben können und es trotzdem jeden Tag neu versuchen. Es sind die stillen Helden, die kaum an die Öffentlichkeit treten und doch so wichtig für die Wirtschaft sind. Wer sie fragt, wie es ihnen geht und was sie tun, wird kaum eine ehrliche Antwort bekommen.

„Man sieht nur die im Licht,
die im Dunkeln sieht man nicht.“ /Berthold Brecht/

Arztgespräch in einer REHA-Klinik. Der Mann hatte einen Herzinfarkt. Er ist 66 Jahre alt und er will unbedingt weiter arbeiten. Der Arzt ist erstaunt. Es ist zwar sehr gut, dass der Mann sich fit fühlt und weiter am Berufsleben teilnehmen will, aber viele Patienten glauben immer noch, dass sie in der Rente am besten aufgehoben sind. Die Deutsche Rentenversicherung und die Agentur für Arbeit unterstützen ältere Arbeitnehmer, die nach dem Erreichen des Rentenalters weiterarbeiten, über das neue “Flexirentengesetz”. Es soll dabei helfen, den Übergang vom Erwerbsleben in die Rente selbstbestimmter zu gestalten. Der Hintergrund ist unter anderem der, dass Arbeit und die damit verbundene soziale Bindung wichtig für die psychische Gesundheit sind.
Der Mann erzählt, dass er in den vergangenen Jahren als freiberuflicher Coach gearbeitet hat. Der Arzt ist hellwach. Das Thema interessiert ihn brennend. Seine Freundin ist in einer ganz ähnlichen Situation. Sie hat zwar noch einen versicherungspflichtigen Job, redet sich aber ein, dass sie mit entsprechenden weiteren Zertifikaten, Prüfungen und der Mitgliedschaft beim größten Coachingverband der Welt doch eine gute Chance hat als Coach zu arbeiten und gutes Geld zu verdienen. Es gibt ja berühmte Coachs, die Bücher verkaufen, große Hallen füllen und mehr als 1000 EURO pro Sitzung verlangen können. Außerdem gibt es Coachings, die durch die Agentur für Arbeit oder die Deutsche Rentenversicherung bezahlt werden können. Coaching ist, so scheint es, der Beruf der Zukunft.
Der Mann ist ein Realist. Er ist gut, aber nun muss er auch weiter arbeiten, weil er annimmt, dass seine Rentenansprüche nur sehr bescheiden sind. Er wird niemals davon leben können. Es klingt sehr ernüchternd, was er zu erzählen hat. Er muss weiterarbeiten, obwohl er ein guter Coach ist:

“Ich bin ein richtig guter Coach. Glauben Sie mir. Ich habe jede Menge Geld investiert; für Ausbildung und um auf dem Laufenden zu bleiben. Man kennt mich und man schätzt mich. Aber ich kann trotzdem nicht davon leben. Wenn Sie zwei oder drei Aufträge im Monat generieren können und insgesamt 2000 EURO damit verdienen, dann sind Sie gut im Geschäft….”

Vielmehr muss der interessierte Arzt nicht hören. Das klingt nicht gut und das macht ihm das Herz schwer.

Der Mann ist in einem Alter, in dem man in die Rente gehen sollte. Aber er kann nicht, weil er lange selbständig war und praktisch nichts beiseite legen konnte. Es geht ihm wie vielen prekär beschäftigten Selbständigen. Er würde vermutlich nur etwa 300 EURO Rente erhalten. Davon kann er nicht leben. Das würde ihn augenblicklich in die Grundsicherung zwingen. Er hat sein ganzes Leben gearbeitet und um Aufträge gekämpft. Am Ende steht er vor einem Scherbenhaufen. Er hat Existenzängste. Das ist überhaupt nicht gut für seine Gesundheit. Der Mann sagt ganz deutlich wie er die Situation sieht:  

“Coaching ist vielleicht ein tolles Hobby. Aber vergessen Sie es! Das ist eine Illusion. Weiter ist es nichts. Ein Job an der Kasse bei einem Supermarkt ist sicherer als das. Sorry! Aber so ist es!”

Der Arzt ist nachdenklich geworden. Die Situation ist wirklich sehr ernüchternd. Er wird das seiner Freundin erzählen. Sie wird nicht begeistert sein, wenn sie das hört.  Der mittellose Coach hatte, wie viele andere ambitionierte und fähige Selbständige, irgendwann einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Er hatte geglaubt, dass virtuelle Teams und Arbeit die man sich freiwillig aussuchen kann, Freiheit und Glück bedeuten würden. Er hatte nicht mit dem Sozialsystem in Deutschland gerechnet, das nicht auf diese moderne Form der Arbeit vorbereitet ist. Der Selbständige Alleinunternehmer hat keinerlei Sicherheit und er wird von allen Seiten so ausgebeutet, wie es die Gesellschaft erlaubt. Er hat kaum Urlaub, weil das verlorene Tage für ihn sind. Und selbst, wenn keine Aufträge hereinkommen, lebt er unter einem permanenten Druck. Das ist weder gesund noch befreiend. Es ist eine Revolution in die falsche Richtung. Die Revolution frisst ihre Kinder. Auf der einen Seite stehen Arbeitnehmer, die bei den großen DAX-Unternehmen angestellt sind. Sie werden von starken Gewerkschaften vertreten, die dafür sorgen, dass Gehälter und Löhne steigen und die Jobs auf einem hohen Niveau sicher sind. Dann folgen die Arbeitnehmer in mittelständischen Unternehmen. Sie arbeiten ebenfalls sehr hart, arbeiten aber mit größeren Risiken. Das Prinzip Hoffnung ist dort weit verbreitet.
Dann gibt es Mediziner, Rechtsanwälte, Beamte, Banker, Steuerberater und Angestellte im öffentlichen Dienst.
An der untersten Stufe der Nahrungskette stehen viel kleine Selbständige und Unternehmer, die ein hohes Risiko eingehen und von der Hoffnung leben eines Tages den Break Even zu erreichen. Viele sind erfolgreich. Viele müssen nach vielen Jahren des Kampfes aufgeben. 

Coach ist ein unglaublich befriedigender Beruf mit Zukunft. Flexible Arbeitszeiten und die permanente Erreichbarkeit über Internet und Smartphone sind bereits heute ein wichtiger Teil unsere Arbeitslebens.

Selbständige sollten als das anerkannt werden, was sie sind. Mutige Unternehmer, die bereits heute austesten, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen könnte, die aber selten in der Gewinnzone arbeiten. Wir brauchen sie, und deshalb sollte es einen Mechanismus geben, der diese Menschen aktiv unterstützt bei Grundsicherung, Krankenversorgung, Altersvorsorge und Bildungsphasen. Das wäre ein mutiger Schritt in Richtung Zukunft.
Diese Unternehmer müssen ohnehin beim Finanzamt Rede und Antwort über ihr Tun, ihr Einkommen und ihre Zukunftspläne stehen. Wir können diese Probleme lösen und so Möglichkeiten und Ressourcen eröffnen, die uns tatsächlich voranbringen können.


In welchem Parteiprogramm steht denn so etwas? Ich weiß es nicht.

Putin for Le Pen?


Few doubted Richard Burr, head of the US Senate intelligence committee, when he said in March that, “the Russians are actively involved in the French elections.” The news today of a massive online leak of emails from the campaign of Emmanuel Macron, the centrist who is leading the polls, adds weight to that suspicion. A…

über Russia is really doing its damnedest to defeat Macron and make Le Pen president of France — Quartz

Das habe ich doch nicht so gemeint…..


Das habe ich doch nicht so gemeint!

Was ist das für eine Haltung, wenn man wild mit Worten um sich schlägt, andere beschimpft und beleidigt und sich dann wundert, wenn man mit seiner Meinung ganz alleine dasteht?

Es ist die Haltung eines unerfahrenen, egostischen und arroganten 12jährigen. Kinder sind oft genau so. Sie brauchen eine starke, helfende und liebende Hand und sehr viel Geduld. Erst wenn alles in Trümmern liegt und die Situation regelmäßig eskaliert, reiben sich diese kindischen Menschen die Augen und sind erstaunt. Aber erst dann. Vorher ziehen sie ihre eigenartigen Ideen und Vorstellungen durch, egal was passiert.

Diese Kinder haben keinerlei Respekt vor irgendwelchen Autoritäten. Sie werden in Zukunft “alles besser machen als alle!” und sie sind einfach “großartig!” – Wenn man ihnen widerspricht, dann schlagen sie zurück und wenn man sich ihnen in den Weg stellt, schlagen sie zu. Diese Kinder nehmen auch schon einen Baseballschläger in die Hand und richten gerne maximalen Schaden an. Wenn sie dann wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt und eingesperrt werden sollen, dann schicken die entsetzten und oft wohlhabenden Eltern einen guten Anwalt und der Junge wirkt wie ein 12jähriger eben wirken kann: Unschuldig und voller Reue. Bis zum nächsten Rückfall.

Die Ursache für ein derartiges Verhalten liegt immer in der Kindheit.
Frühe Bindungsprobleme sind in den allermeisten Fällen ein Thema. Das ist ein typisches Coachingthema. Ein begleitendes, verständnisvolles Coaching oder eine psychosiale Betreuung bringt viel mehr als allegemein bekannt ist. Die Coaches müssen allerdings auch eine Ahnung von der Materie haben, sonst kann das schief gehen.   

Auch Erwachsene sind gut beraten, wenn sie einen Coach aufsuchen um ein derartiges Verhalten aufzuklären und gegebenenfalls sanft zu korrigieren.

Aber was ist mit Erwachsenen mit einem derartigen Verhalten, wenn sie erfolgreich in der Wirtschaft oder gar in der Politik sind? In der Politik werden sie hoffentlich nicht wiedergewählt. In der Wirtschaft ist das ein wenig anders.

Ja: Diese Menschen haben Erfolg. Weil sich ihnen irgendwann niemand in den Weg zu stellen wagt.

Nein: Es handelt sich nicht um eine anzustrebende Eigenschaft eines erfolgreichen Leaders.

Diese Menschen führen nur weil sie glauben dafür bereit zu sein andere Menschen irgendwohin. Auch der Weg in den Abgrund ist eine sehr wahrscheinliche Richtung. Und: Sie tun es, einfach weil sie es können.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Perönlichkeiten, Diktatoren, Firmenchefs oder Präsidenten wären rein zufällig.

We’re going to have insurance for everybody – Trump said

Seife verkaufen Kaltakquise

16.01.2017 – Trump verspricht HealthCare for everybody – Eine Krankenversicherung für Jedermann –

Der gewählte Präsident der USA gab der Washington Post am späten Samstagabend (14.01.2017) ein Interview, das besondere Beachtung verdient. Er will Obamacare, die historisch bedeutende Einführung einer Krankenkasse für alle Amerikaner, abschaffen und durch ein völlig neues System ersetzen. Er erklärt, dass er direkt mit Pharmakonzernen und Versicherern verhandeln möchte um die Kosten für das Krankenkassensystem erheblich zu senken. Die Republikanische Partei hatte bislang jede weitere Einmischung des Staates in diese Dinge kategorisch abgelehnt. Präsident Obama hätte keine Chance gehabt das Thema auch nur auf die Agenda zu heben. Und nun kommt Donald Trump und mischt sich direkt ein.

“We’re going to have insurance for everybody,” Trump said. “There was a philosophy in some circles that if you can’t pay for it, you don’t get it. That’s not going to happen with us.” People covered under the law “can expect to have great health care. It will be in a much simplified form. Much less expensive and much better.”

Trump verspricht tatsächlich eine bezahlbare Krankenversicherung für Jedermann. Das ist eine Abkehr von der Philosophie, dass nur jeder der das bezahlen kann es auch erhalten kann. Das ist, so Trump, mit ihm nicht zu machen. Jeder Bürger soll eine großartige Krankversicherung bekommen und zwar in einer sehr einfachen Art und Weise. Sehr viel preiswerter und viel besser.

Spannend! Wenn es Donald Trump gelingt, diesen einen Punkt in die Wirklichkeit zu bringen, hat er weit mehr erreicht, als Obama mit dem Versuch seine Obamacare gegen den Willen der Republikaner einzuführen.

Vermutlich hat Donald da irgendwas falsch verstanden und sich nur versprochen. “Belgien ist eine schöne Stadt” für ihn und er kann sich sogar daran erinnern mit einem wichtigen “Politiker aus dem Europaparlament” telefoniert zu haben. Aber an den Namen kann er sich nicht erinnern. Ist ja auch nicht wichtig. Namen sind Schall und Rauch. Irgendwas mit Europa halt. Aber immerhin weiß er wer Merkel ist. Das ist doch schon mal was……

Der große Sachverständige wird es schon schaffen, die kommenden vier Jahre im Gespräch zu bleiben. Und dann wird er halt nochmal gewählt, weil “die Anderen ja niemals die Wahrheit sagen” – “Alles Fake-News!”

Was das alles mit Coaching zu tun hat? Ich weiß es auch nicht mehr. Eins ist klar: Wenn so ein Stil erfolgreich ist, dann ist etwas gründlich schiefgegangen. Es ist zum Weinen: Sad! Very sad!

Coaching – Neustart


Coaching für Langzeitarbeitslose – Eine Herausforderung

Es ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme. Sehen wir es realistisch. Die Lage ist hoffnungslos. Es gibt Menschen, die einfach nur Pech hatten. Insbesondere, wenn sie den brutalen Strukturwandel in den 1990ern überstanden und es nicht geschafft haben eine nachhaltige Festanstellung zu bekommen. Es gibt auch eine große Zahl an begabten Menschen, die große Pläne hatten und sich nach dem politischen Umbruch auf den Weg gemacht hatten. Oft übernahmen sie Verantwortung und arbeiteten sich hoch. Irgendwann ging das Unternehmen wirtschaftlich kaputt und alle Versuche wieder die Füße auf die Erde zu bekommen sind gescheitert. Was macht ein ehemaliger Geschäftsführer, dessen Ehefrau einen gut bezahlten Job im öffentlichen Dienst oder in einer begehrten Berufsgruppe gefunden hat? Umziehen geht nicht, weil die Frau an den Arbeitsplatz gebunden ist. Was macht er? Zunächst einmal Pläne. Hartz IV beantragen geht auch nicht, weil die Bedarfsgemeinschaft zu viel Geld verdient.
Es ist ein scheinbar unauflösliches Dilemma. Der arbeitslose Mann, oder die arbeitslose Frau mit einem mehr oder weniger gut verdienenden Ehemann hat eine Reihe von Problemen zu lösen gehabt um bis heute zu überleben. Große Sprünge sind nicht möglich. Also richtet man sich ein und versucht mit dem zu leben, was man hat. Vielleicht gibt es ja auch ein geerbtes Grundstück und es ist immer viel zu tun.

Man kann sich so einrichten. Eine Rückkehr in das aktive Berufsleben scheitert immer wieder. Es fehlt aktuelle Berufserfahrung und inzwischen arbeiten die Computer völlig anders und es fehlt ein konkretes Ziel. Es ist nicht schwer einen schlecht bezahlten Job in Brandenburg zu bekommen. Ein 450 EURO Job vielleicht.Aber das ist keine Option. Oder?

Und selbst wenn “Fachleute händeringend gesucht werden”, ist das keine gute Nachricht für einen Menschen, der bereits seit einigen Jahren vom Arbeitsmarkt abgekoppelt ist. So etwas nennt man, auch wenn es unangenehm ist, Langzeitarbeitslosigkeit.

Ich bin davon überzeugt, dass hier Schätze schlummern, die ausgegraben werden müssen. Aber vorher ist einiges zu tun.  

Ist das Alter ein Hindernis? Ja sicher. Aber meine Erfahrung ist, dass gut motivierte und ausgebildete Mitarbeiter immer eine Chance bekommen. Eine selbst beobachtete Erfolgsstory: Ein Mann, der eine IT-Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen hatte, kam mit 58 sofort in den Job. Inzwischen leitet er ein Team von jüngeren Mitarbeitern. Als ich den Mann zum ersten Mal traf, glaubte er keine Chance zu haben. Nach einem intensiven Einzelcoaching erarbeitete er sich gemeinsam mit dem für ihn passenden Coach einen Weg aus der scheinbaren Chancenlosigkeit.
Es hat sich bereits oft gezeigt, dass viele Ausreden eine Rolle spielen. Wenn die Motivation nicht vorhanden ist, oder wenn Menschen ein psychosoziales Problem haben, wenn die knappen Mittel eine Famile über einen längeren Zeitrau zermürben, dann ist es schwierig einen Weg zu finden.
Worauf kommt es an? Zuerst ist da die Erkenntnis, dass Menschen durch Arbeit den sozialen Kontakt zu anderen finden, den sie unbedingt brauchen. Der Mensch ist zuerst einmal ein soziales Wesen. Einsamkeit und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, sind Gift für die psychische Gesundheit. Die Flucht in eine Traumwelt oder in die Vergangenheit ist eine typische Reaktion. Ein offenes Gespräch mit der Ehefrau, dem Ehemann ist nicht realistisch und oft überhaupt nicht zielführend. Natürlich hat der Partner Verständnis und hilft gerne. Aber es gibt Dinge, die kann man scheinbar nur mit sich alleine ausmachen.

Und hier setzt Coaching an. Ein Gespräch mit einem neutralen Gesprächspartner, der in der Lage ist professionell auf jede Situation zu reagieren, ist sehr viel wert.

Es gibt Dinge, die kann man nicht alleine schaffen. Für diese speziellen Probleme gibt es immer einen passenden Coach. Es ist gut, dass es die Möglichkeit gibt, auch als sogenannter Nichtleistungsempfänger, über die Agentur für Arbeit, einen Coach zu finden. Es zeigt deutlich, dass niemand aufgegeben wird.

Mein Tipp: Weitersagen und die Angebote nutzen! Es gibt immer einen Weg…..

Umberto Eco


20.02.2016 – Umbert Eco ist tot –  für mich ist er unsterblich

“Ich bin Philosoph. Romane schreibe ich nur am Wochenende.” (Umberto Eco)

Es gibt da ein Zitat, dass ich im Radio hörte und seitdem suche. Umberto Eco soll gesagt haben, dass man ein Leben lebt, wenn man nicht liest. Wenn man liest, dann lebt man fünfhundert Leben.

Vielleicht kann ich es so interpretieren:

Wir leben genau ein Leben, wenn wir nicht lesen,
wir leben 500 Leben, wenn wir lesen. (nach Umberto Eco)

Das Originalzitat suche ich noch. 

Stunden später habe ich es gefunden und es ist nicht einmal von Umberto Eco:

Ein Leser durchlebt tausend Leben, ehe er stirbt.
Der Mann, der nie liest, lebt nur sein eigenes.
George R. R. Martin (das Lied von Eis und Feuer)

Ein Grund mehr, viel mehr zu lesen, als zu schreiben. Es gibt so viel zu tun!

Eco verkörpert das, was ich gerne sein würde, aber nie sein werde. Er ist der typische Linksintellektuelle und Gelehrte. Ich stelle mir sein reiches Leben voll Kunst und Wissen und Literatur vor.

Hier einige wichtige Zitate dieses großen Gelehrten und Schriftstellers, der uns am 20.Februar 2016 verlassen hat.

Eco über das Schreiben:

„Romanfiguren werden geschaffen, damit sie auf eigene Rechnung leben.“

„Der Autor müsste das Zeitliche segnen, nachdem er geschrieben hat. Damit er die Eigenbewegung des Textes nicht stört.“

„Ich versuche ja, von Buch zu Buch immer komplizierter zu werden, um die Leser abzuschrecken.“

Eco, warum er mit fast 50 Jahren seinen Debütroman „Der Name der Rose“ geschrieben hat:

„Normalerweise brennt man, wenn man sich dem 50. Geburtstag nähert, mit einer kubanischen Tänzerin durch. Einen Roman zu schreiben, war weniger kostspielig. Ich hatte meine Professorenstelle gehabt, meine Bücher waren in mehrere Sprachen übersetzt und es fehlte an einer Herausforderung. Deshalb hatte ich eines Tages Lust, etwas Neues auszuprobieren. Ich dachte damals, ich schreibe einen Roman mit einer Auflage von 3.000, so zum eigenen Vergnügen.“

Eco über die moderne Medienwelt:

„Der Computer ist eine spirituelle Maschine, mit der man fast so schnell schreiben wie denken kann.“

„Wir bewegen uns auf eine neue Klassenspaltung zu, die nicht mehr auf Geld beruht, sondern auf der Fähigkeit, seinen kritischen Geist einzusetzen und Informationen zu sortieren.“

„Es scheint, dass heute das Pflichtgebot des Journalismus lautet, um jeden Preis wieder zu publizieren, was schon an einem anderen Ort erschienen ist.“

„Die Massenmedien geben den Menschen zu viel Stumpfsinn.“

„Ich habe noch nicht einmal eine E-Mail-Adresse. Ich habe ein Alter erreicht, in dem meine hauptsächliche Bestimmung nicht im Empfangen von Nachrichten liegt.“

Eco über den Wert von Büchern:

„Wenn wir im Keller Bücher finden, die wir einst als Kind gelesen haben, bewegt uns das. Wenn wir aber eines Tages die Diskette finden, die wir als Kind verwendet haben, kann unser Computer sie nicht mehr lesen, und die Diskette ist dieselbe wie die einer beliebig anderen Person. Dass wir den persönlichen Kontakt verlieren, ist nicht nur für Bibliophile ein Desaster. Eine kleine Minderheit elektronischer Taliban wird nur mit iPads und E-Books umgehen, alle anderen werden Bücher weiterhin brauchen, davon bin ich überzeugt.“

Eco über Toleranz:

„Toleranz ist anerzogen und nicht angeboren.“

„Um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen.“

Eco über Weisheit:

„Weisheit ist begreifen, dass man nicht weiß, ob etwas schwarz oder weiß ist.“

Eco über Dummheit:

„Ich bin immer fasziniert von der Rolle, die die Dummheit spielt. Ich habe eine ganze Bibliothek, die nur Bücher enthält, die falsch sind. Die Geschichte ist das Reich der Fälschung, der Lüge und der Dummheit.“

Eco über Verschwörungstheorien:

„Die Menschen haben den Drang, ihr Scheitern anderen zuzurechnen. Schon in der Ilias wird das Schicksal Trojas als Verschwörung der Götter dargestellt. Wenn du im Stau steckst, schimpfst du über die Regierung. In Wahrheit bist du es selber, der den Stau produziert. Leute suchen Verschwörungstheorien, um sich selbst zu entlasten.“

Eco über Fußball:

„Der Fußball ist einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit. Er ist heute das wirkliche Opium des Volkes.“

„Ich mag den Fußballfan nicht, weil er eine seltsame Eigenart hat: Er kapiert nicht, daß man selbst keiner ist, und beharrt darauf, mit einem so zu reden, als ob man einer wäre…“

Eco über neue Erfahrungen:

„Die Kunst ist lang, und kurz ist unser Leben. Mich fragte einmal ein Schwulenmagazin, ob ich je homosexuelle Erfahrungen gemacht hätte. Ich antwortete: Noch nicht. Ars longa, vita brevis.“

Eco über die Vergänglichkeit:

„Das Ende der Zeiten ist nicht das Ende der Zeit. Sie und ich, wir müssen sterben, vielleicht auch die Menschheit (wenn die Sonne erlischt) und wahrscheinlich auch die uns bekannten Galaxien. Aber all das bedeutet nicht, dass das Universum verschwinden wird. Das ist für mich die positive Bedeutung der Botschaft der Apokalypse auch für diejenigen, die nicht gläubig sind: Es wird immer neue Himmel und neue Erden geben.“

 

Politik: DunkelGrün


Nach der WahlWette, nun die KoalitionsWette
Mein Tipp: Schwarz-Grün

So wird es kommen. Wetten, dass? 😉 Es ist eine logische Konsequenz. Die Grünen besinnen sich auf ihre bürgerlichen Wähler und wenden sich der Mitte zu. Rot-Grün wird es in naher Zukunft nicht mehr geben. Eine große Koalition von Union und SPD ist eher unwahrscheinlich, weil die Politikansätze zur Zeit zu unterschiedlich sind. Die Grünen können relativ einfach umschwenken, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Im Gegenteil: Bündnis90-Die Grünen werden ihr Profil schärfen und der CDU die ÖKO-Kompetenz wieder aus der Hand nehmen. Die Voraussetzung für Schwarz-Grün ist lediglich die Übernahme des Umweltministeriums durch die Grünen. Das sollte kein unüberwindliches Hindernis sein.
Mein Tipp: Schwarz-Grün! Mit Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt an der Spitze.

Mittwoch, Ralf Zöbisch, 25.September 2013 für MacCoach

Die WAHL


In einem interessanten Artikel habe ich gelesen „Warum Gründer nicht FDP wählen sollten“. Ich will nicht näher polemisch darauf eingehen. Mir fällt auch nicht allzuviel zur Lage der Liberalen in Deutschland ein. Nur ein Name: Leutheuser-Schnarrenberg. Ist das richtig geschrieben? Was an Brüderle liberal ist, eröffnet sich mir auch nicht auf dem zweiten Blick.
Gründer sind in der Regel angehende Unternehmer, die ganz andere Probleme haben als einen niedrigen Spitzensteuersatz. Aber mir fiel ganz spontan ein, warum Gründer zum Beispiel DIE LINKE wählen könnten. Sie lesen richtig. Das ist doch mal provokant! Der Gedanke ist mir gekommen, als ich mir ein Interview mit Gregor Gysi anschaute. Der Mann ist einzigartig! Seine Argumente sind einfach unschlagbar. Was wäre das schade, wenn Gysi nicht mehr Politik machen würde. Für DIE LINKE – unvorstellbar!
Aber zurück zum Thema. Gysi dachte laut darüber nach was heute noch links oder rechts bedeutet. Diese angeblichen Gegensätze lösen sich immer mehr auf. Er bezeichnet sich als einen modernen, linken und liberalen Politiker. Der Mann hat Recht! Angela Merkel ist das beste Beispiel für eine moderne Politik der neuesten Generation. Politics 2.0, sozusagen. Es gibt kaum ein Thema, dass die Merkel-CDU nicht zu ihrem machen könnte, um erfolgreich Politik zu machen. Das hat nichts mehr mit den verkrusteten Parteien der Vergangenheit zu tun. Alles wird möglich mit einem Politikverständnis wie Merkel und Gysi es so eindrucksvoll vorleben. Was soll ein Gründer denn nun wählen? Er hat die freie Auswahl! UNION, SPD oder LINKE. Sogar die FDP ist möglich. Ach ja! Und da waren ja noch die GRÜNEN. Wofür stehen die nochmal? Man weiß es nicht so genau. Energiewende und Umweltschutz können die anderen längst auch. Warum sollte ein Gründer grün wählen? Keine Ahnung! Ich bin offen für jedes Argument!

EuroGoogle – Eine Vision


EuroNet Made in Europe – Eine Vision

„Alles, was man als Bürger braucht!“ „All you need, as a citizen!“

Freiheit, Sicherheit und Privatsphäre

Ich habe einen Traum! Ich träume von einem Neustart europäischer Informationstechnologie und einer deutlichen Abgrenzung gegenüber den amerikanischen Internetunternehmen. Google, Microsoft, Facebook, Apple, Yahoo und Co haben ein Problem. Es ist der Zugriff der Behörden auf ihre Serverlandschaften. Es wird immer deutlicher, wie besorgt diese Unternehmen sind. Ihr Geschäftsmodell ist in Gefahr. Die Cloud, wie wir sie kennen, wird nicht funktionieren, solange es keine Möglichkeiten gibt, die Daten aller Nutzer neutral zu verarbeiten. Überwachung und insbesondere flächendeckende Überwachung hat ihre Grenzen. In Deutschland wissen wir das besser als andere. Die flächendeckende Überwachung der Stasi hatte das System nicht vor dem Zusammenbruch bewahrt. Informationsüberlauf nützt niemand etwas. Wer alle Daten sammelt und sie am Ende nicht mehr richtig in Verbindung bringen kann, ist ebenso blind wie ein intelligenter Beobachter und Denker, der seinen gesunden Menschenverstand benutzt. Markus Wolf, der Chef der Auslandsspionage der Staatssicherheit hatte es sogar in einem seiner Bücher beschrieben, dass die Informationen die für ihn wichtig waren oft in den Zeitungen stehen. Ein aufmerksamer und freier Journalismus ist ein wichtiger Aspekt der Freiheit wie wir sie kennen und brauchen. Massenhafte, flächendeckende Kontrolle ist nichts weiter als ein falscher Generalverdacht, der alle Bürger trifft. Menschen möchten frei sein. Sie möchten mehr Wohlstand und sie wollen in Ruhe leben. Wenn eine kleine Gruppe von Menschen andere Pläne hat, so ist auch das die Realität. Aber es ist nur ein Bruchteil der Gesellschaft. Der Aufwand einer allumfassenden Überwachung steht in keinem Verhältnis mit dem Schaden, der dadurch angerichtet wird.
Europa kann etwas dagegen tun. Nur Europa kann das, denn hier werden demokratische Grundwerte noch hoch geschätzt. Ich hoffe das jedenfalls. Vielleicht bin ich ja auch naiv. Aber ich habe eine begründete Hoffnung, dass Freiheit mehr ist, als materieller Wohlstand. Europa kennt die dunkle Seite der Macht. Das Beste aber ist, dass wir es in der Hand haben, offen auf alle unsere Partner zuzugehen und zu sagen: „Freunde! Wir verstehen euch! Aber wir versuchen etwas Anderes! Wir wollen einen offenen und freien Wettbewerb!“

Ein starkes europäisches Datenschutzgesetz würde mit Sicherheit Unternehmer aus den Softwarezentren der ganzen Welt nach Europa locken. Die Klagen der Internetunternehmen zeigen ganz deutlich, dass es ihnen nicht gefällt, was da gerade passiert. Sie fühlen sich geknebelt und bevormundet. In Europa, so scheint es, ist die Situation eine völlig andere. Wenn wir das nutzen, dann wird sich auch die Politik in anderen Ländern sehr schnell wieder verändern.

Stellen wir uns einfach mal vor, was passieren würde, wenn zum Beispiel Google und Facebook ihre Technologie unter europäisches Recht stellen würden. EuroGoogle und EuroBook würden als europäische Unternehmen auf der Grundlage ihrer amerikanischen Schwestern mit einem harten Datenschutz konkurrieren. Das wäre eine Möglichkeit. Ich bin mir sicher, dass diese Unternehmen Milliarden zur Verfügung stellen würden, wenn es sich für sie lohnen würde. es ist nur eine Frage der rechtlichen Grundlagen. Die andere Möglichkeit ist die Nutzung von freier Software wie Linux, Firefox und OpenOffice. So etwas gibt es bereits. Ich arbeite eng mit Unternehmen zusammen, die so etwas erfolgreich tun. Die Mischung aus harten und fairen Datenschutzgesetz in Zusammenhang mit der Förderung von Neuansiedlungen im IT Bereich, kann ein Schritt in die richtige Richtung sein. Aber dazu brauchen wir hier ein völlig anderes Verständnis für Gründer und erfolgreiche Unternehmer. Was passiert, wenn ein junger Mensch hier plötzlich Milliarden verdienen würde? Wie sicher wäre sein Vermögen? In Europa – da sind sich die Amerikaner sicher – könnte er mit enormen Steuern belastet werden um den Armen zu helfen. Aber was soll’s? Mal ganz ehrlich! Bill Gates macht es vor. Wer viel hat, kann auch viel geben. Warum eigentlich nicht? Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Eben lese ich einen interessanten Artikel in CICERO: EuroGoogle ist Schwachsinn! Stimmt! Es ist naiv und nicht sehr realistisch. Aber egal!

Obama und Syrien – ein Dilemma


Deutsch: Karte von Syrien CIA World Factbook

Deutsch: Karte von Syrien CIA World Factbook (Photo credit: Wikipedia)

Es ist ein Dilemma für Präsident Obama und seine Mannschaft. Sie haben kaum eine Wahl. Der syrische Bürgerkrieg läuft aus dem Ruder. Wahrscheinlich hat die syrische Regierung Giftgas eingesetzt. Vielleicht war es auch die Gegenseite. Das ist schwer festzustellen. Die amerikanische Regierung muss etwas tun und alles was sie tun ist falsch. Vielleicht kann man sich den Friedensnobelpreisträger Barak Obama eher bei einer „I Have A Dream!“ Rede vorstellen, bei der er die Welt beschwört, Vernunft walten zu lassen. Ein militärisches Eingreifen in Syrien hilft möglicherweise wieder einmal Extremisten, die alles andere als Vernunft im Sinn haben. Obama könnte eine Rede halten und eindrücklich davor warnen, in einen neuen Krieg zu ziehen. Weder der Einsatz in Afghanistan noch das Eingreifen der Koalition der Willigen im Irak hat mehr Sicherheit, Demokratie oder Frieden gebracht. Wir erinnern uns, dass es damals gegen mutmaßliche Massenvernichtungswaffen ging, die Sadam wohl längst vernichtet hatte. Der Unterschied: Syrien hat diese Waffen. Es gibt keinen Zweifel mehr, dass diese Waffen eingesetzt wurden und werden. Die syrische Regierung ist doppelt schuldig. Sie hat so ein Arsenal aufgebaut und nun setzt sie diese furchtbaren Waffen ein oder ist nicht in der Lage diese Waffen sicher zu lagern oder zu vernichten.
Es ist viel zu spät in Syrien einzugreifen. Am Beginn des Aufstandes gegen Assad hätte vielleicht noch eine demokratische Übergangsregierung eingesetzt werden und dieser Bürgerkrieg verhindert werden können. Nun, nach über 100.000 Toten ist es längst zu spät. Die Lage ist unübersichtlich und derart komplex, dass es kaum ein sinnvolles Szenario für eine Lösung gibt. Zu unterschiedlich sind die Interessengruppen rund um Syrien. Auf der einen Seite ist da Russland als Verbündeter von Assad, mit einem Mittelmeerstützpunkt in Syrien. Auf der anderen Seite die USA und die EU. Israel und der Friedensprozess in Palästina spielen eine wichtige Rolle. Der Iran hat eigene Interessen. Alles in allem scheint es keine sinnvolle Lösung zu geben. Ein Eingreifen in dieses Pulverfass ist höchst gefährlich. Egal wann man es macht und was man macht. Es ist immer eine falsche Entscheidung. Obama hat keine Chance. Was er auch tut, es ist immer falsch. Krieg ist keine Option. Obamas Dilemma ist, dass er als entscheidungsschwach gilt, wenn er nicht eingreift. Die beste Lösung wäre es, wenn Assad zurücktreten würde und eine demokratischen Entwicklung auf den Weg bringen würde. Der Bürgerkrieg in Syrien würde wahrscheinlich weitergehen. Egal, was passiert. Es ist längst zu spät für eine vernünftige Lösung. Diese Krise ist nicht lösbar. Die Vernunft hat längst verloren.

Klassiker – Nie waren sie so wertvoll wie heute


journalismus

journalismus (Photo credit: dream4akeem)

PRISM – wir werden uns daran gewöhnen – mit Sicherheit! 😉
Es ist nicht zu fassen! Unsere gesamte Kommunikation im Internet kann aufgefangen und gespeichert werden. Eigentlich ist das überhaupt nichts Neues. Genau das haben Geheimdienste immer schon gemacht: Informationen gesammelt. Was uns heute schockiert ist das schiere Ausmaß. Die Dimensionen sprengen alle Grenzen. Die technischen Möglichkeiten über die wir heute verfügen, übersteigen selbst die Vorstellungskraft von erfahrenen Informatikern. Und es geht immer weiter. Die Komplexität übersteigt jeden Erfahrungshorizont. Es dient unserer Sicherheit, heißt es. Dieser Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen. Wer über alle Informationen verfügt, hat die Macht, heißt es. Wissen ist Macht. Das haben wir doch schon in der Grundschule immer wieder zu hören bekommen. Informationen sind zunächst einmal unstrukturiertes Wissen. Informationen werden gesammelt, sortiert und ausgewertet. Und dann landen diese Informationen in digitalen Archiven, die nur darauf warten ausgewertet zu werden. Die Datensammelwut der Stasi war nur der Anfang. Die Archive der Staatssicherheit der DDR umfassen nur noch einen kleinen Bruchteil der heute zur Verfügung stehenden Informationsmengen. Es kommt auch darauf an, wer Daten und Informationen sammelt und wer über die Mittel und die rechtlichen Grundlagen verfügt, das zu tun. Wir leben in einer Demokratie und das sollte Grund genug sein um sich in Sicherheit zu wiegen, hört man immer wieder. Das zu bewerten übersteigt die Möglichkeiten des Einzelnen. Vermutlich sollten alle die sich mit derartigen Informationsbeschaffungsmaschinen beschäftigen regelmäßig auf ihre ethische und moralische Eignung testen lassen. Die Freiheit der Demokratie ist auch immer die Freiheit der Presse und des Journalismus. Die Redaktion des britischen Guardian hat gerade sehr deutlich zu spüren bekommen, dass genau diese Freiheit bedroht ist. Journalisten werden sehr oft als unangenehme Gegner wahrgenommen, die nur stören. Genau das ist ihre Aufgabe. Der freie Journalismus ist mehrfach bedroht. Immer mehr Zeitungsredaktionen geraten unter wirtschaftlichen Druck. Ausgerechnet das Internet macht es ihnen immer schwerer, Geld zu verdienen. Die Bürger trauen den offiziellen Verlautbarungen von Regierungen oft mehr, als der freien Presse. Wir haben uns längst daran gewöhnt. Die Welt verändert sich mit einer rasenden Geschwindigkeit. Wir können nicht einfach aussteigen. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Ethik und Moral sind immer noch die einzige Grundlagen, auf die wir uns verlassen müssen. Die Dichter der Aufklärung haben ihre Wahrheit und ihren Glanz nie verloren. Nie waren Shakespeare, Goethe, Schiller und Heine so wertvoll wie heute. Das Gute und Schöne ist zeitlos. Besonders in Zeiten wie diesen.

Alter Wein in neuen Schläuchen


English: Diagram showing overview of cloud com...

English: Diagram showing overview of cloud computing including Google, Salesforce, Amazon, Microsoft, Yahoo, Zoho, Longjump and WorkXpress (Photo credit: Wikipedia)

Der CCC hat es ausgesprochen, was längst alle wissen. Deutsche Rechenzentren arbeiten mit Technologien, die bereits in den 1990er Jahren zur Verfügung standen. Hier soll Uralttechnologie als etwas ganz neues verkauft werden. Die großen IT-Konzerne sind alle Amerikaner und sie sind technologisch viel weiter, als man denken mag. Anwender, die bereits mit Google Apps gearbeitet haben, wissen wovon die Rede ist. Die Plattform ist genial, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so aussieht. Das Entscheidende ist die Technologie, die dahintersteht. Multi-Tenant ist das Stichwort. Es ist bei Google Apps vollkommen egal, ob ein Unternehmen 5 oder 50.000 Clients hat. Das macht ihnen so schnell niemand nach.  Selbst Unternehmen wie Microsoft haben Schwierigkeiten, Google als Plattformanbieter zu folgen. Wer einmal intensiv mit Google Mail, Docs und Calendar gearbeitet hat, wird erkennen, wie Unternehmen und Privatkunden in Zukunft arbeiten werden. Das Problem der Datensicherheit und des Datenschutzes ist eine Seite der Medaille. Dieses Problem kann aber derzeit durch die deutschen Unternehmen nur ansatzweise gelöst werden. Die Politik könnte weiterhelfen. Aber auch das ist nur ein unzureichender Ansatz. Unternehmen sind nicht mehr auf Nationalstaaten beschränkt. In dem Moment, wo es ein Tochterunternehmen in den USA, Kanada oder Großbritannien gibt, gibt es auch direkte Internetverbindungen. Und noch etwas: Das Internet ist so angelegt, dass sich die Nachrichten in Form von Datenpaketen immer den schnellsten Weg suchen. Theoretisch nehmen alle Informationen gerne den Umweg über die USA um schnell beim Empfänger anzukommen. Das zu regulieren dürfte die Fähigkeiten der deutschen Politik bei weitem überschreiten. Selbst Europa kann sich nicht abschotten. Warum auch? Das geplante Freihandelsabkommen zwischen Nordamerika und Europa ist der richtige Schritt. Alle gegenteiligen Meinungen werden sich im Sande verlaufen. Wir leben in einer globalisierten Welt. Wir werden in Zukunft die Debatten der US-Senats und der Europäischen Union sehr aufmerksam verfolgen müssen. Was die Bundesregierung tun kann liegt auch immer im Interesse Europas und der transatlantischen Partner. Die gute Zusammenarbeit des BND mit der NSA und anderen Geheimdiensten sollte uns eher beruhigen. Wir sollten daran interessiert sein auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Wenn man das mal von den deutschen Internetprovidern sagen könnte.  Wer heute die Vorteile digitaler Spitzentechnologie geniessen will, schaut sich ganz genau an, was Google&Co. zu bieten hat. Moderne Maschinenstürmerei oder Totalverweigerung bringt überhaupt nichts.

die Virtuelle Realität holt uns alle ein


Welt am Draht

Welt am Draht (Photo credit: Wikipedia)

Es ist unglaublich. Ich bin wirklich verärgert. Gerade arbeite ich an einem Roman über die Möglichkeiten von Cybertechnologie und Virtueller Realität und da kommt dieser Edward Snowden und stielt mir die Show. Nun kann ich wieder ganz von vorne anfangen. Oder auch nicht. Vielleicht ist es ja gerade gut, wenn vieler Menschen ihre Aufmerksamkeit auf diese geheimnisvolle und undurchsichtige Technologie lenken. Und es ist ja nichts wirklich Neues, was ich beschreibe. Die MATRIX hat uns bereits 1999 die Augen geöffnet und WELT AM DRAHT von Rainer Werner Fassbinder habe ich schon als kleiner Junge im Fernsehen bestaunen können. (Welt am Draht ist ein zweiteiliger Fernsehfilm von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1973. Vorlage ist der 1964 erschieneneScience-Fiction-Roman Simulacron-3 von Daniel F. Galouye.) Und dann natürlich das Otherland-Epos von Tad Williams. Eigentlich ist ja schon alles über Virtuelle Realität gesagt. Interessant ist nur die Tatsache, dass wir bereits heute im Jahr 2013 soweit sind, dass wir diese Technologie aktiv nutzen können. Und was technisch geht, wird auch getan. War Cyberwar vor wenigen Jahren noch pure Science Fiction, ist dieser Krieg längst Wirklichkeit. Nur kaum einer hat es bemerkt. Die meisten Politiker sind damit beschäftigt sich einzureden, dass sie den ganzen Technikkram nicht brauchen um das zu tun, was sie zu beherrschen glauben. Junge Hinterbänkler betreiben Blogs und twittern aufgeregt sinnloses Zeug und verstehen nicht einmal im Ansatz, wie das alles wirklich funktioniert. Und nun sind alle sauer und ohnmächtig, weil sie wieder mal nichts gewusst haben von dem was da “hinter ihrem Rücken” so alles getrieben wird. Nur Angela Merkel hat in ihrer unfassbaren Weitsicht wieder einmal vollkommen recht. Das Internet ist eine noch junge Technologie, wir müssen es erst lernen, wie wir damit umzugehen haben. Wer darüber lacht, hat keine Ahnung! Glauben Sie mir! Wie verhält man sich in einer Welt, in der eine geheimnisvolle Macht Dinge tut, die wir uns nicht einmal vorstellen können? Ehemalige Bürger der DDR haben plötzlich wieder so ein Gefühl, das sie von früher kennen. Sie fühlen sich richtig Zuhause und es ist fast heimelig, wenn sie begreifen, dass da Dinge passieren, die sie nicht beeinflussen können. Der totale Überwachungsstaat kommt und es ist ein wahres Wunder, dass die Amerikaner bei diesen Dingen nicht voll auf den Markt setzen, wie sie es angeblich immer tun. Nein. Die Amerikaner sind ja nicht blöd. Sie pumpen sehr viele Milliarden in den öffentlichen Dienst und retten so die gesamte Menschheit vor dem Chaos! Gott sei Dank! Sie haben es endlich verstanden, dass der Staat was tun muss! Und nun tun sie es gründlich! Ich stelle mir vor, dass wir in Deutschland auch so eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für ältere Informatiker auflegen würden. Arbeitslose Banker und überflüssige Steuerberater, Rechtsanwälte etc. können sich umschulen lassen. Und der marktgetriebene Kapitalismus ähnelt immer mehr der alten DDR, die alles für die Sicherheit ihrer Bürger tat. Jedenfalls haben die das damals immer behauptet. Willkommen in der Zukunft!
Was das mit Coaching zu tun hat? Perspektivwechsel…..mehr nicht!

Deutsch: Stern von Rainer Werner Fassbinder au...

Deutsch: Stern von Rainer Werner Fassbinder auf dem Boulevard der Stars in BerlinCategory: (Photo credit: Wikipedia)

DIE Piraten – Ein Marketing-Irrtum


Die Piraten

Die Piraten (Photo credit: ohallmann)

Snowden gerettet – Urlaub auf dem Bauernhof
Die Partei DIE PIRATEN sind eine frische, neue Partei. Sie sind immer für eine Überraschung gut und eben meldet BILD, dass sie Edward Snowden als Helden betrachten und ihm Asyl auf dem Bauernhof anbieten wollen.

Spätestens seit „Pirates of the Caribbean“ mit Johnny Depp als Captain Jack Sparrow, gelten Piraten nicht mehr als gewissenlose Schurken und blutdrünstige Mörder, sondern als cool. Cool sein ist alles in unserer Gesellschaft. Cool seinen Cocktail auf den Bahamas schlürfen, ist der INN-Begriff von Cooleness. Und dann kommt auch schon Hemingway und Miami Vice, mit Don Johnson in der Hauptrolle. Der Ruf „PIRATEN!“ macht Lust auf lustige Szenen und das etablierte System wird von ihnen wunderbar auf die Schippe genommen. Man kann sich darüber lustig machen. Eine Piratin von der Partei DIE PIRATEN hat laut BILD-Zeitung Edward Snowden Asyl angeboten. Super Idee! Und vor allem so realistisch. Die Oberpiratin und politische Geschäftsführerin Katharina Nocun (26) nennt Snowden einen Freiheitshelden, der für die Menschheit sein Leben auf’s Spiel setzt. Und dann bietet sie ihm persönliches Asyl auf dem Bauernhof an. Da kommen Bilder hoch. Hubschrauber umkreisen das Anwesen und Sondereinsatzkommandos der Polizei stürmen einen Bauernhof. Hühner laufen kopflos und panisch umher. Snowden und Nocun singen gerade das Lied: „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad…“
Es mag populär sein, Edward Snowden politisches Asyl anzubieten, aber es ist vollkommen unrealistisch. Es ist so unrealistisch wie die ganze Piratenpartei. Ein unerfahrener Haufen politischer Idealisten wird die Welt nicht verbessern. Piraten sind ein lustiger Einfall, aber keine Marke für eine Partei. Piraten als Musikrichtung oder neuer Modetrend mag sich super verkaufen, als Partei geht das aber dann doch nicht. Es ist ein Marketing-Irrtum so etwas anzunehmen. Da fehlt ein entscheidender Punkt. Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit. Schon die FDP hat ja bekanntlich große Probleme, von ihrem Juppy-Image wegzukommen. Aber das ist ein anderes Thema. Die Liberalen werden es schaffen. Die Piraten werden nicht überleben. Der Name Piraten ist falsch gewählt. Die Ansätze sind freiheitlich und liberal. Das könnte passen. Was fehlt ist die Ernsthaftigkeit. Piraten suggeriert Chaos und Durcheinander. Jack Sparrow ist durchaus ein Markenzeichen. Aber als Regierungschef kann ich ihn mir dann doch nicht vorstellen. Das Auftreten von DIE PIRATEN ist nicht stimmig. Als politische Protestbewegung sind die PIRATEN sehr gut geeignet. Die PIRATEN ist eine tolle Marke. Das steht außer Frage. Aber für eine politische Partei ist der Name nicht konsensfähig. Die Inhalte sind es sehr wohl!

Jonny Depp as Captian Jack Sparrow in Madame T...

Jonny Depp as Captian Jack Sparrow in Madame Tusauds in London, taken in June 2007. (Photo credit: Wikipedia)