Traumata – “Fight, Flight, Freeze”


Traumata – “Fight, Flight, Freeze”

Die meisten Menschen haben im Leben traumatische Erlebnisse zu bewältigen. Sie lernen, mit dem Trauma umzugehen. Daher hat nicht jede traumatische Erfahrung schwerwiegende psychische Folgen. Traumata sind ganz normal im Leben jedes Menschen.

Die richtige Bewältigungsstrategie ist der Schlüssel zur Bewältigung traumatischer Erfahrungen.

Ein Trauma ist eine schwere Verletzung der Seele. Es wird durch das Erleben von Kontrollverlust oder Lebensgefahr ausgelöst. Gesunde und gut eingestellte Menschen verfügen über ein Repertoire von Bewältigungsstrategien, die Verletzungen durch Traumata reparieren können.  

Traumatische Erlebnisse, die aus unterschiedlichen Gründen verdrängt werden müssen, also aus dem Bewusstsein verbannt werden, bevor die Bewältigung greifen konnte, führen unweigerlich zu Belastungsstörungen, die sehr tief sitzen und sehr schwer kontrolliert werden können.

Psychische und körperliche Gewalt, sexueller Missbrauch und Verlusterfahrungen oder schwere Erkrankungen können traumatische Ereignisse sein, die einen Triggerpunkt setzen. Irgendwann im Laufe des Lebens werden ungelöste traumatische Erlebnisse wiederaufgerufen und in das Bewusstsein geschwemmt. Sie kommen an die Oberfläche. Je nachdem wie schnell das Auftauchen vor sich geht, ist die Reaktion auf ein nicht bewältigtes Trauma mittelschwer oder katastrophal.

Es hängt von der Persönlichkeit des Menschen ab, ob ein Trauma psychische Probleme verursacht, anhaltende Angst, Depressionen oder eine Posttraumatische Belastungsstörung etabliert.

In Gefahrensituationen reagiert ein Mensch mit einem Notprogramm, das tief in uns verankert ist: Fight-Flight-Freeze.

Kämpfen, fliehen oder erstarren. Das ist fast selbsterklärend. Wer sich an JurassicPark erinnert, weiß, dass Dinosaurier nur sich bewegende Objekte verfolgen. Ein erstarrtes Opfer kann der Dino nicht erkennen und aus diesem Grund ist “Freeze” eine durchaus vernünftige Strategie. Wie gesagt, es steckt tief in unseren Genen und jeder verfügt über das kleine aber wirksame Unterprogramm namens Fight-Flight-Freeze.

“Neben den Stressreaktionen Kampf oder Flucht kann es also auch zu einer Art Erstarrung kommen. Auf psychischer Ebene kann das zu einer veränderte Wahrnehmung führen. Die sogenannte „Dissoziation“  ist ein mentaler Schutzmechanismus, der bewirkt, dass die Betroffenen sich fühlen, als würden sie „neben sich stehen“. Diese Wahrnehmung macht es schwieriger, ein Trauma zu verarbeiten und es als Teil des eigenen Lebens anzunehmen.”

Dissiziation kann direkt in eine Posttraumatische Belastungsstörung führen. Sie entsteht, wenn das natürliche Bewältungssystem überlastet wird.

Symptome einer Postraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind zum Beispiel:

  • Konzentrationsstörungen
  • Schreckhaftigkeit
  • Übererregbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Alpträume, wiederkehrende Bilder des Erlebten
  • Interessenverlust und Abgestumpftheit

Wenn diese Symptome kurz nach dem auslösenden traumatischen Erlebnis auftreten, werden sie als akute Belastungsreaktion identifiziert. Wenn diese Beschwerden länger als vier Wochen anhalten, kann man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung ausgehen.

Es handelt sich um ein Trauma, das unbedingt behandelt werden muss. Die Behandlung muss von einem Spezialisten durchgeführt werden. Das geht weit über Coaching hinaus. Der Coach ist in diesem Fall nur ein Begleiter, der den Coachee zum behandelnden Arzt begleitet.

Wichtig ist vor allem, dass der oder die Betroffene das Erlebnis und das Trauma als solches begreift und akzeptiert – Coaching.

Der Coach lässt sich und dem Klienten viel Zeit und drängt nicht auf eine schnelle Lösung. Der nächste Schritt ist die Aufnahme sozialer Aktivitäten. Es geht vor allem darum, wieder aus der depressiven Erstarrung herauszukommen. Medikamente, Drogen und Alkohol wirken kontraproduktiv und sind in diesem Stadium unbedingt zu vermeiden.

Professionelle Hilfe durch einen Arzt ist zwingend erforderlich.

 

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