Coaching als Geschäftsmodell – MacCoach


Verkaufen hat auch mit Coaching zu tun. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ein Coach seine Dienstleistung verkaufen muss, wenn er davon leben will. Es gibt ein Heer von unterbeschäftigten Coaches in Berlin. Coach werden ist so eine gute Idee! Ein Beruf mit Zukunft! – habe ich vor Jahren geschrieben. Ich stehe immer noch dazu. Aber zur Wahrheit gehört: Die meisten können noch lange nicht vom Coaching leben. Aber es werden fleißig immer wieder neue Coaches in Sachen NLP und Coaching ausgebildet, weil alle gerne glauben wollen, dass es sich um einen lukratives neues Berufsbild handelt, das nur noch durch die breite Masse entdeckt werde muss. Und wenn es sich eines Tages durchsetzt, dann will man als Erster mit dabei sein. Es bilden sich bunte NLP-Glaubensgemeinschaften und es weht ein sektenartiger Wind über den Coachingjüngern, die sich oft aneinander festhalten in der Hoffnung, dass sie das Wunder erleben werden. Das Wunder, dass überall händeringend Coaches gesucht werden und sie tatsächlich die Preise festlegen könnten. Dieses Wunder wird nicht geschehen. Für einige wird der Traum wahr werden, für alle anderen nicht. So ist das Leben.
Seit einiger Zeit verfolgt mich eine Online-Werbung von zwei jungen Frauen, die angehenden Coaches zeigen wollen, wie man sich ein erfolgreiches Coaching-Geschäft aufbaut. Wieder ein Geschäftsmodell das funktionieren kann. Aber jeder, der diesen Damen folgt wird irgendwann feststellen, dass der Wunsch nach dem Erfolg als Coach der Vater des Gedankens ist. So richtig klassisches Coaching und die regelmäßige Arbeit als Life Coach ist noch lange nicht da, wo ich es mir wünschen würde. Selbst die Mitgliedschaft in einem der zahlreichen Coachingverbände führt nicht zwingend zum Erfolg. Die meisten Coaches haben noch einen richtigen Brotjob als Dozent an einer Hochschule oder als Mitarbeiter in einem Callcenter oder Briefträger oder was auch immer. Viele Coaches arbeiten für einen Bildungsträger, der wiederum von der Agentur für Arbeit indirekt gesponsert wird. Ein harter Job. Was in Deutschland fehlt, liegt auf der Hand. Es fehlt das Bewusstsein, dass man für Coaching Geld bezahlen muss. Wenn man zum Therapeuten geht und ein echtes psychisches Problem bekämpfen muss, ist das Gesundheitssystem und damit die Krankenkassen zuständig. Auf die Idee, dass man Dienstleistungen wie Coaching bezahlen sollte, kommen die Wenigsten. Sie kaufen sich lieber Bücher über Selbstcoaching oder gehen zum Frisör. Da kann man auch schön über seine Probleme reden. Wer will schon 100 Euro für eine Dienstleistung wie Coaching ausgeben? Das ist in Deutschland nicht üblich. Das kann und will sich kaum jemand leisten. Armes Deutschland!
Unternehmen haben in den allermeisten Fällen keine Veranlassung Coaching bei sich zu etablieren, der Mittelstand schon gar nicht. Es wird noch eine ganze Weile brauchen um zu erkennen, dass Coaching tatsächlich Geld wert ist. Seelen-Wellness und die Quelle von sinnvoller Zukunft für jeden Einzelnen. Es wird noch eine Weile brauchen. Aber es wird kommen. Eines Tages. Ich glaube immer noch daran.

Advertisements

Abgrenzung von Coaching und Psychotherapie – MacCoach


Abgrenzung von Coaching und Psychotherapie – MacCoach

Die Abgrenzung zwischen Psychotherapie und Coaching kann man in etwa so beschreiben: Ausgebildete Fachpersonen (Coach), die als nicht ausgebildete Psychotherapeuten Beratung und Coaching anwenden möchten, können bitte folgende Begriffe mental ersetzen: Statt ‚Psychotherapie‘ kann man ‚Beratung‘, ‚Training‘ oder ‚Coaching‘ denken, statt ‚Patient‘ empfiehlt sich ‚Klient‘ oder auf jeden Fall ‘Coachee’.

Ein Coach darf nicht heilen oder Heilung anbieten. Positive Nebenwirkungen von Coaching sind dieselben, die mit Psychotherapie erzielt werden können. Es geht beim Coaching um eine exzellente Beziehungsarbeit des Coaches. Das ist nach Rodgers oft die beste Voraussetzung für effektive Seelenhilfe.

Wir vertrauen auf „Google made in Germany“


Wir vertrauen auf „Google made in Germany“

Der Suchmaschinen-Konzern baut seine Präsenz in Deutschland aus. Die Zahl von 1000 Mitarbeitern ist erreicht. Das neue Entwicklungszentrum in München liefert Datenschutzprogramme für die ganze Welt. Google-Deutschland-Chef Philipp Justus erhält den diesjährigen Signs-Award für Innovation und nimmt im European-Interview Stellung.

 

Ich finde Google Translate großartig, weil ich viel mit anderen Sprachen zu tun habe und häufig den genauen Tonschlag verstehen möchte. Darüber hinaus können Sie seit kurzer Zeit über die Kamera in Echtzeit Schilder oder dergleichen übersetzen lassen. Das macht vieles einfacher.

Stimmt es, dass Sie dabei hochentwickelte künstliche Intelligenz einsetzen?

Ja, das ist richtig. Google Translate übersetzt mit intelligent verflochtenen neuronalen Netzwerken von jeder der inzwischen 103 unterstützten Sprachen in jede andere – sogar wenn es für ein Sprachpaar nicht mit Beispielsätzen lernen konnte. Übersetzungen in seltene Sprachen profitieren davon. Etwa 150 Milliarden Wörter werden bereits täglich damit übersetzt. Unserer „Google Neural Machine Translation (GNMT) lernt laufend von Millionen Beispielen und wird immer besser.

Derart komplexe Programmierleistungen kommen selten aus Deutschland. Warum spielt Deutschland in der Digitalindustrie eigentlich nur eine so untergeordnete Rolle, obwohl wir in anderen Industriesparten Weltmarktführerschaften behaupten?

Das würde ich so nicht ausdrücken. Wir haben in Deutschland eine ganze Reihe von digitalen Unternehmen, auf die wir sehr stolz sein können. Diese Unternehmen sind auch im internationalen Vergleich erfolgreich und in ihren Bereichen sogar oft führend. Dazu zähle ich beispielsweise Unternehmen wie, Zalando, trivago, Xing oder DeliveryHero. Und damit ist die Liste noch lange nicht vollständig.

Wie sieht es mit Unternehmen aus, die bereits vor dem Internet-Zeitalter existierten?

In der Tat gibt es einige traditionelle Unternehmen, die die Chancen der Digitalisierung noch nicht genügend ergreifen. Ich beobachte bei diesen Firmen eine gewisse abwartende Haltung; manchmal sogar die Einstellung, dass Digitalisierung ein Thema für rein digitale Unternehmen ist.

Das ist natürlich ein großer Irrtum…

Richtig, heute muss sich jedes Unternehmen vom Blumengeschäft an der Ecke über den mittelständischen Maschinenbauer bis zum Versandhändler als digitales Unternehmen verstehen. Sich der Digitalisierung zu verweigern ist nicht nur unklug, sondern inzwischen unmöglich.

Ist die Behäbigkeit mancher Unternehmen ein hausgemachtes Problem oder würden Sie auch die Politik in die Pflicht nehmen, bessere Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche digitale Transformation zu schaffen?

Um Deutschland digitaler zu machen, müssen wir alle etwas tun. Dazu brauchen wir sicher die richtigen Rahmenbedingungen. Wir brauchen Mut und Risikobereitschaft. Wir brauchen mehr Risiko- und Beteiligungskapital. Und wir brauchen Vorbilder.

Vorbilder? Klingt ein bisschen nach American Dream. Zieht das auch bei den Deutschen?

Auf jeden Fall – Vorbilder haben in der deutschen Industriegeschichte immer dazu geführt, dass weitere Firmen gefolgt sind und versucht haben, ähnliche Dinge zu erreichen – Nachahmer im positiven Sinne. Beispiele dafür finden wir in der Automobilindustrie, im Maschinenbau – und eben auch in der digitalen Industrie. Unsere Startups in Deutschland sind auch ein gutes Beispiel dafür.

Wie fühlt sich „Google Deutschland“ eigentlich an – als reines US-Unternehmen oder spürt man den Einfluss deutscher Mentalität oder Wertvorstellungen?

Google Deutschland fühlt sich wie Google an. Wir sind längst kein rein amerikanisches Unternehmen mehr. Es hat sich über die letzten Jahre eine ganz eigene internationale Kultur entwickelt. Auch in Deutschland, wo über 1000 Googler arbeiten, haben wir eine sehr diverse Mitarbeiterstruktur. Wir haben einen bunten Mix an Mitarbeitern – und der reflektiert sich auch in unserer Kultur.

Welche der Google Moonshots, also besonders gewagter und zukunftsträchtiger Projekte, werden denn in Deutschland (mit-)entwickelt?

In München haben wir ein Entwicklungszentrum mit inzwischen über 500 Mitarbeitern. Dort entwickeln wir sehr innovative Produkte, die in der ganzen Welt genutzt werden. Insbesondere im Bereich Datenschutz und Cyber Security sind wir mit Google Deutschland herausragend. Wichtige Datenschutz-Produkte wurden in den letzten Jahren maßgeblich in Deutschland entwickelt. Google made in Germany sozusagen.

Wie entwickeln Sie die Google-Standorte in Deutschland weiter, welche Rolle spielt München?

Wir wachsen weiter und fühlen uns an allen unseren deutschen Standorten Berlin, Frankfurt, Hamburg und München wohl. In Berlin eröffnen wir demnächst einen Google-Campus für Gründer und Start-ups. In Hamburg ist unsere Zentrale und unser Vertrieb. München war und ist unser Entwicklungszentrum in Deutschland.

Die Schaffung der Holding-Struktur Alphabet ist – so beschreiben es Eric Schmidt und Jonathan Rosenberg in “How Google Works” – aus der Idee heraus entstanden, den großen Konzern wieder agiler und Startup-ähnlicher zu machen. Wie ist ihr Zwischenfazit zu diesem Vorhaben nach zwei Jahren Alphabet?

In der Tat haben wir durch die Schaffung von Alphabet wieder mehr autonome Einheiten, die unternehmerisch handeln können und sich deswegen schneller im Markt bewegen können. Das fordert wiederum die Innovationskraft. Insgesamt zeigen die letzten Jahre, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen.

Das Gespräch führte Wolf Weimer

Philipp Justus führt Google Germany seit 2013. Er war davor in unterschiedlichen Führungspositionen der deutschen Digitalindustrie tätig, so zehn Jahre lang in Spitzenämtern für Ebay, wo er unter anderem das Europageschäft verantwortete und später das Global Markets Team des Bezahlsystems Paypal leitete. Bis Anfang 2013 war Justus drei Jahre lang Vorstandschef von Zanox, einem Gemeinschaftsunternehmen von Axel Springer und der Schweizer Publigroupe.

Unter Justus hat Google Deutschland eine sehr erfolgreiche Bilanz mit lebhaftem Wachstum verbucht. Die Marktdurchdringung, Umsätze und Gewinne sind sprunghaft gestiegen. Der fünffache Familienvater Justus lebt in Berlin und pflegt einen diskreten öffentlichen Auftritt mit seltenen Interviews. Umso konsequenter treibt er die Geschäfte und zielstrebige Innovationen in seinem Unternehmen voran. In der Digitalbranche genießt er hohen Respekt. Im Juni wurde er in München mit dem „Signs Award 2017“ für Innovation ausgezeichnet.

Hat Ihnen das Interview gefallen? Lesen Sie auch ein Gespräch mit Nicholas Carr: „Wir industrialisieren unseren Intellekt“

Gespräch von Wolf-Christian Weimer und Philipp Justus mit Philipp Justus 05.09.2017

 

http://www.theeuropean.de/philipp-justus/12720-interview-mit-philipp-justus

 

Neustart aus der Aussichtslosigkeit


Männlich, abgebrochene Berufsausbildung.

Spielsucht,
ungesunde Lebensweise,
Tage ohne Schlaf und
starkes Übergewicht,
mühevoll überwunden.
Neustart mit 26.

So, oder so ähnlich, sehen Lebensläufe aus, die auf dem ersten Blick kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erkennen lassen. Welcher Arbeitgeber ist bereit, sich auf das Abenteuer einzulassen, und dem jungen Mann eine Chance zu geben? Die Prognose erscheint düster, die Lage aussichtslos. Und wer weiß schon, welche Hindernisse noch im Spiel sind?  

Aber es gibt Wege aus dem Dilemma. Die beste Möglichkeit ist es, schnell und gezielt zu arbeiten. Unterstützung, ja Mentoring ist notwendig. Vertrauen aufbauen; Ziele setzen; Ressourcen erkennen und ausbauen; Motivation. Coaching eben.
Was ist zu tun?

Zuerst einmal braucht es ein realistisches Ziel und eine Feststellung der vorhandenen Ressourcen. Wie stark ist die Motivation und das Durchhaltevermögen des jungen Mannes? Welche begrenzenden Glaubenssätze stehen ihm im Weg? Was passiert, wenn er wieder scheitert?
Was heißt eigentlich: Wieder? Der junge Mann hat seine Spielsucht und sein enormes Übergewicht erfolgreich bekämpft. Das ist ein deutliches Zeichen von Willen und Kraft. Nun gilt es die nächsten Hürden zu überwinden. Eine erneute Berufsausbildung ist möglich und wird voraussichtlich sogar durch das zuständige Jobcenter überstützt. Voraussetzung ist, dass der Mann es tatsächlich will und den Durchhaltewillen hat um die kommenden 3 Jahre mit aller Kraft zu lernen und zu arbeiten. Eine Begleitung durch einen kompetenten und einfühlsamen Coach ist aus meiner Sicht sinnvoll und notwendig. Es ist die Kostenfrage, die zuerst geklärt werden muss. Auch ein Coach muss von seiner Arbeit leben können. Wenn wir davon ausgehen, wie die Zukunft des jungen Mannes ohne eine derartige Unterstützung aussehen würde, treten derartige Fragen in den Hintergrund.

Ein anderer Fall, eine ähnliche Situation. Eine knapp dreißigjährige Frau hatte nach einem abgebrochenen Studium eine Weiterbildung absolviert. Der zuständige Landrat lehnte die Bewerbung der jungen Frau auf eine Stelle, die genau auf die Weiterbildung passen würde, ab. Er sei der Ansicht, dass die Qualifikation, die sie durch die Weiterbildung erarbeitet hatte, nicht für die Stelle passen würde. Es wäre ja nur eine minderwertige Weiterbildung, die er nicht anerkennen würde. Moment mal: Die junge Frau hat eine geförderte Weiterbildung absolviert, deren Ziele genau auf diese Stelle abgestimmt waren. Das kann doch nicht wahr sein! Die Frau ist verzweifelt und sie ist wütend. Mit Recht! Sie hat ihre Kraft und ihre Zeit investiert um am Ende zu realisieren, dass sie keinen Schritt weitergekommen ist. Wie geht es weiter? Ihre Motivation und ihre Kraft ist an einem kritischen Punkt angekommen. Wem soll sie noch glauben? Was wird die Zukunft bringen? Die Zeit rennt ihr davon. Von einem Jobcoaching hält sie überhaupt nichts. Was soll das bringen? Sie hat ihre Bewerbungsunterlagen im Griff und auch sonst ist sie doch durchaus in der Lage, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Alles was sie stört ist die Abhängigkeit vom Jobcenter. Sie hat den Eindruck, dass man ihr dort nicht helfen kann. Die eigene Ohnmacht lähmt sie. Wenn jetzt jemand kommt und ihr erklärt, dass sie Hilfe braucht, würde sie unvermittelt ausflippen. Wer bildet sich denn ein ihr helfen zu können?`Was sollte psychologische Beratung helfen?`Sie ist doch nicht verrückt! Sie ist immer noch eine intelligente Frau, die sich selber helfen sollte. Die Angebote für JobCoaching sind doch nur Geldverschwendung für den Steuerzahler und nichts für sie.

Es wird eine Zeit lang dauern, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Coaching helfen kann, wo und wie es wirkt. Es kommt auf die Qualifikation der Coaches an. Davon hängt sehr viel ab. Wenn der Coach es schafft, den Coachee zu knacken, also zu öffnen und in den Bereitschaftsmodus zu bringen, dann ist der Erfolg unvermeidbar.

Die oben beschriebenen Fälle sind lösbar. Der erste Schritt ist der schwerste: Vertrauen aufbauen und eigene Blockaden lockern. Das ist immer der erste Schritt.
Es sind nicht immer nur die Blockaden der Menschen, die sich in derart prekären Situationen (im mehrfachen Sinne) befinden. Viel zu oft sind es ganz reale Hindernisse, die von der Gesellschaft ausgebaut werden. Hier kann ein begleitender Coach als Begleiter und Anwalt des Neustarts aktiv werden.

Der Erfolg durch Coaching ist dann kaum noch aufzuhalten. Ich bin mir ganz sicher!

 

Mentoren und Verhinderer


Ich habe schon mit vielen Leuten zusammengearbeitet, die so ihre ganz speziellen Vorstellungen hatten. Ich habe gelernt, dass es nicht gut ist, hinter jedem Stöckchen hinterher zu springen, es zu schnappen um es dann stolz zu Herrchen zurückzubringen. Es gibt Menschen, die mögen das. Sie haben so ihre Vorstellungen. Aber was sagt es über einen Manager, der solche Mitarbeiter für sich und sein Unternehmen, seine Organisation, seine Klinik oder seine Schule bevorzugt?
Die Antwort ist klar. Ich muss hier nicht näher darauf eingehen. Worum es geht ist die Persönlichkeit von Menschen, die Fähigkeiten und Talente haben, die man fördern kann. Oder eben nicht fördern kann, weil sie einem dann schnell über den Kopf wachsen könnten. Und davor haben diese Menschen Angst.

Kleine Menschen mögen keine größeren Menschen neben sich, also setzen sie die Rasemäher-Methode ein oder sie geben Befehle wie: “Deckung! Hinlegen! Robben! Schnauze halten! Weitermachen!”

Ein Feldwebel schleift seine Rekruten und zwingt sie zuerst in den Schlamm. Das machen die immer so und wehe es kommt jemand, der keine Lust auf diesen Unfug hat. Der wird angeschrien, angeschwärzt, bestraft und gemobbt, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich ist es keine Freude. Außer für den Feldwebeltypen, vielleicht. Aber auch das kann ich mir nicht so richtig vorstellen.

Im Coaching treffe ich oft Klienten, die mir so etwas berichten und es kommt mir sogar bekannt vor. Dann erzählen sie mir, dass sie alles getan hätten um den Anweisungen bestmöglich zu entsprechen. Schließlich würden sie selbstkritisch an ihre Arbeit gehen und offen für Kritik sein. Aber Selbstkritik kann auch wie die berühmte Schere im Kopf wirken. Sie bringt oft nicht voran. Im Gegenteil: Am Ende wundern sie sich, warum sie es nicht weiter gebracht haben. Ja warum eigentlich? Die Antwort liegt ebenfalls auf der Hand. Nun beginnt die Analyse und die Zielplanung.

Glaube mir bitte: Das musst du nicht haben. Wenn du es magst und es so OK für dich ist, dann ist das Coaching auch gleich wieder vorbei. Dann kann ich dir wirklich nicht helfen. Ich weiß nicht, warum du dir dann einen Coach gesucht hast. Wenn du spürst, dass mehr in dir steckt, dann bist du herzlich willkommen. Wir werden herausfinden, was zu dir passt; was deine Ziele sind und wie du sie erreichen kannst.
Coaching ist zuerst Persönlichkeitsentwicklung. Wie gesagt: Ich selbst habe das auch schon erlebt und ich erlebe es ab und zu immer wieder mal, wenn ich auf Leute treffe, die so ihre Vorstellungen haben. Manch einer bekommt es mit der Angst zu tun, wenn er auf Menschen trifft, die Rückrad und Persönlichkeit haben. Dann wird vorsichtshalber hinter dem Rücken des Neuen gesprochen und seine Fähigkeit in Frage gestellt. Man regt sich erst leise und dann immer lauter über Fehler auf und am Ende ist man froh, dass du nicht verlängert wirst oder gar gefeuert. Aber diese Menschen weigern sich regelrecht dir zu helfen dich in dem neuen Umfeld zu orientieren. Sie helfen nicht, weil sie Angst haben, dass du besser werden kannst als sie. Und das ertragen kleine Menschen nicht. Sie haben schließlich schwer und lange darum gekämpft um so weit zu kommen.

Und jetzt kommst ausgerechnet du! Was erlaubst du dir? Keine Ahnung aber alles wissen wollen! Wo gibt es denn so was?

Es gibt aber auch Menschen, Kollegen, Vorgesetzte, die unterstützen dich und versuchen dir zu helfen, um dich voranzubringen. Denn das ist die Kernidee von Teamarbeit. Gemeinsam arbeiten und besser werden.
Das sind Mentoren. Es ist ab sofort deine Aufgabe nach diesen Menschen zu suchen und sie zu bitten, dir genau zu zeigen, wie der Laden läuft. Du erkennst einen Mentoren, wenn du nach Menschen suchst die sich so verhalten wie – du wirst es nicht glauben! – ein Coach. Ein Coach hat Ziele, die in der Leistungssteigerung seiner Klienten liegen. Er wird dich prüfen und versuchen mit dir gemeinsam herauszufinden, was du für das Unternehmen tun kannst. Frei nach dem Motto:

Frage nicht das Unternehmen, was es alles für dich tun kann, sondern frage dich, was du für das Unternehmen tun kannst.

Ein guter Coach führt dich genau an diesen Punkt. Du wirst ihn erkennen, wenn du ihm begegnest. Den Mentor und natürlich den Coach! Viel Erfolg bei der Suche!     

Unternehmen sucht Coach


Unternehmen suchen einen Coach

Worauf achten Unternehmen, wenn sie einen Coach suchen? Natürlich muss der Coach – geeignet sein. Klar. Nehmen wir einmal an, dass ein Coach für den Vertriebschef gesucht wird. Es liegt auf der Hand, dass der Coach eine Ahnung vom Vertriebsgeschäft haben sollte. Idealerweise genau in der Branche und es wäre schön, wenn er sehr viele einschlägige Erfahrungen mitbringen würde.
Wir deklinieren jetzt einfach mal alle Führungspositionen im Unternehmen durch und stellen dann ganz trocken fest, dass so ein Coach vermutlich gleich den Job des zu Coachenden übernehmen könnte. Und das sind – Sie werden es leicht erkennen – ganz schlechte Voraussetzungen für ein offenes, achtsames und wertfreies Coaching.

Erstens: So einen Coach werden Unternehmen nicht finden. Irgendetwas passt immer nicht zusammen. Und Zweitens: Es ist besser so. Denn Coaching funktioniert anders.

Ich möchte mir nicht vorstellen was passiert, wenn ein Vertriebschef auf einen ehemaligen Vertriebschef oder ein Personalchef auf einen ehemaligen Personalchef stößt. Mit Coaching hat das wenig zu tun. Es könnte in eine Art Training ausarten, aber darum geht es beim Coaching nicht.

Aber was ist Coaching dann genau? Was bringt es und wie funktioniert es?
Ich habe mich hier schon ziemlich ausführlich über diese Themen ausgelassen. Alle veröffentlichten Artikel sind vorhanden und werden es auch bleiben.

Um es auf den Punkt zu bringen: Coaching pumpt kein Wissen und keine Fähigkeiten in den Klienten hinein. Das ist Training und Schulung. Wo nichts ist, kann auch der beste Coach nichts hineinpressen. Coaching baut immer auf vorhandene Potentiale auf. 
Ein Coach aktiviert die vorhandenen Ressourcen in einem Coachee. Der Klient ist bereits sehr gut in seinem Feld. Das Coaching schafft Freiräume, die dazu dienen dass der Klient sich selbst verbessert. Ein Coaching ist eine Aktivierungsmaßnahme, ein starker Katalysator. Nach dem Coaching geht der Klient erfrischt und ganz bewusst seinen Weg weiter. Ziele sind klarer geworden und Hürden wurden umgangen oder abgerissen. Begrenzende Glaubenssätze und Ängste sind thematisiert und verkleinert oder zerstört worden. Das fachliche Wissen des Klienten wurde durch das Coaching aktiviert und geklärt. Der Coach kann ganz einfach ein erfahrener Manager, ein guter Psychologe oder ein Personaler sein. Die Hauptsache ist, dass er oder sie eine gute Coachingausbildung (1-2 Jahre am Wochenende, ca. 60-100 Präsenzstunden) vorweisen kann. Berufliche Praxis als Coach und Referenzen machen durchaus Sinn. Die meisten Coaches kommen per Empfehlung.
Ausserdem ist das Risiko an einen wirklich schlechten Coach zu kommen, relativ gering. Wenn sie oder er den Job nicht kann, dann ist spätestens bei der nächsten Sitzung Feierabend. Das ist ganz einfach.

Also, wenn Sie sich einen Coach für Mitarbeiter suchen, dann probieren Sie einfach aus, wer zum Mitarbeiter und zum Unternehmen passt. Wenn es wirklich nicht funktioniert, dann muss der Nächste ran. Sie werden gute Coaches kennenlernen, die Sie bedenkenlos weiter einsetzen können. Und Sie werden ein Gefühl dafür bekommen, was ein guter Coach mitbringt und wie man ihn findet.

Laden Sie einen geeignet erscheinenden Coach zur Auftragsklärung ein. Sie werden sofort erkennen, ob sie ihn einsetzen können. Der Coach wird Ihnen genau erklären, wie das Coaching abläuft und was es erreicht kann.

Freiheit, Bürgergeld und soziale Betreuung


Freiheit, Bürgergeld und soziale Betreuung: Das scheint nicht zusammen zu passen. Nehmen wir an, dass es einmal ein bedingungsloses Bürgergeld geben wird. Was passiert dann mit den vielen Menschen, die sich in Gefahr befinden, sozial in die Dunkelheit abzugleiten? Sie bekommen regelmäßig Geld überwiesen und niemand hat eine Ahnung, wie schlecht es ihnen wirklich geht. Soziales Abseits ist die große Gefahr des Jahrhunderts. Prekäre Situation schon von Kindheit an, parallele Gesellschaften unterschiedlicher Couleur, bedenkenloser TV-Konsum, das dumpfe Gefühl von “Denen da oben” und der Eindruck, keine Chance zu haben wird zu einem immer größeren Problem anwachsen. Die Frage, wie das demokratische Verständnis und das Wahlverhalten dieser oft vergessenen Gruppe aussieht, liegt förmlich auf der Hand. Wo bleiben soziale, ethische, humanitäre Grundstandards, wenn es eine wachsende Gruppe in der Bevölkerung gibt, die von derartigen Dingen überhaupt nichts mehr verstehen? Sie fühlen sich unwohl und haben ganz eigene Träume und sie haben Angst vor allem möglichen. Das ist die explosive Rezeptur für einen sozialen Aufstand, der nur eines im Sinn hat: Die Zerstörung des Establishments, das kaum jemand mehr verstehen und begreifen kann. Alles muss besser sein, als die triste Gegenwart. Jeder dahergelaufene Demagoge kann diesen Leuten alles versprechen, was sie gerade hören wollen. Demokratie spielt keine Rolle mehr, weil sie sich von Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit nichts positives versprechen. Der Erfahrungshorizont verengt sich bei mangelhafter Bildung zu einem schmalen Schlitz. Welche Werte werden in Zukunft überhaupt eine Rolle spielen? Die Werte der Aufklärung, Goethe und Schiller, Shakespeare, Menschlichkeit und das ausserordentliche Glück in einem vereinten Europa zu leben, spielen scheinbar überhaupt keine Rolle mehr.

Wer bestimmt eigentlich, was Recht und Gesetz ist? Wer kann wissen, was gut für die Zukunft ist? Die Bürgerbefragung in Großbritannien und der anschliessende BREXIT wirft Fragen auf. Das VOLK hat gesprochen. Die Eliten sind sprachlos und zunehmend hilflos.

Was passiert eigentlich, wenn es eines Tages nur noch gut versorgte Couch-Potatoes, Fast Food Junkies und Reality-TV Zombies gibt? Roboter und weniger intelligente Maschinen, das allgegenwärtige Netz erledigen die notwendigen Arbeiten und der Rest hat nur noch zu konsumieren. Ist das eine zukünftige Realität, die wir uns wünschen? Das Leben als TV-Unterhaltungsshow. Wer bestimmt dann, was richtig und falsch ist? Freiheit, die ich mir wünsche, ist das nicht.

Jeder Mensch, egal wie seine Lebensumstände sind, wünscht sich einen Sinn im Leben. ich bin mir sicher und das ist eine positive Grundlage für alle weiteren Diskussionen. Diese Debatten müssen geführt werden.

Grundversorgung für eine hoch entwickelte Bürgergesellschaft bedeutet auch, dass jeder eine Aufgabe übernimmt, die der Gesellschaft etwas zurückgibt. “Einer trage des Anderen Last!”, steht schon in der Bibel. Ein grundlegender Konsens kann bereits heute von jedermann unterschrieben werden.

“Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.” [Tob. 4,16; Luther 1984] Die Goldene Regel, die für alle Religionen gültig ist.
Umgekehrt gilt dasselbe.

Freiheit bedeutet aber auch, dass jeder Freie die ihm angebotene Hilfe ablehnen kann. Alles andere bedeutet Gewalt. Niemand kann und darf andere Menschen zu ihrem Glück zwingen.

Mauern bauen und die Menschen innerhalb der Mauern zu ihrem Glück zu zwingen, funktioniert nicht. Wir Berliner kennen das Thema und haben es 28 Jahre lang erlebt, wohin das führt und was das mit Menschen macht. Freiheit geht anders.

Es muss also Regeln geben, Gesetze an die wir uns alle halten und an denen wir uns orientieren können.

Es wird auch Pflichten geben, die selbstverständlich sind. Hilfe geben und Hilfe annehmen gehört zum Grundkonsens.

Der Satz: “Ich brauche keine Hilfe! Ich kann doch machen was ich will!” ist mir inzwischen sehr oft untergekommen. Ich höre jeden Tag derartige Geschichten. Es sind Menschen, die sehr gerne eine REHA-Klinik besuchen um sich über den straffen Tagesablauf zu beschweren und sich vor Dingen zu drücken, die ihnen unangenehm sind. Feste Termine scheinen die pure Folter für manch einen zu sein. Angebote, die auf Coaching und Betreuung zielen, werden sehr kritisch gesehen. Überreden allein genügt oft nicht. Freiwilligkeit ist die Grundlage von Coaching.

Wenn eine psychosoziale Betreuung notwendig wird, verhindert oft die mangelnde Einsicht des Betroffenen, dass ihm geholfen werden kann. Hilfsangebote müssen verzuckert werden und es schwebt immer die Gefahr im Raum, dass die Hilfe abgebrochen werden muss, wenn der oder die Betroffene “keine Lust mehr auf den Zirkus” haben. Sozialarbeiter können ein Lied davon singen. Die Freiheit des Einzelnen ist ein hohes Gut in der Gesellschaft; und das ist auch gut so. Es ist also immer wichtig einen angemessenen Zugang zu den Betroffenen zu haben und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Abhängigkeit von Hilfe muss unbedingt vermieden oder zumindest schnell wieder zurückgefahren werden.

Mit zunehmender Automatisierung wird es immer wichtiger für die Bürger einen angemessenen Lebensstandard zu garantieren. Auch hier ist der Staat gefragt. Das kann und darf nicht privaten Spendern überlassen werden. Wenn wir uns vorstellen, dass in 20 Jahren kaum noch ungelernte Arbeiter in den Fabriken benötigt werden und auch hochqualifizierte Aufgaben wie Bildung, Betreuung und Verkehr immer mehr durch Maschinen geleistet werden, dann muss es dringend zu einer anderen Bewertung von Erwerbsarbeit und deren Bedeutung für den Einzelnen kommen. Der Hinweis von Bill Gates, dass Roboter Steuern zahlen sollten, wird immer mehr in den Fokus rücken. Die zentrale Frage nach dem Warum des menschlichen Lebens, der sozialen Strukturen und der Ethik des Ganzen wird immer wieder neu gestellt werden müssen.

Natürlich haben wir als Menschen keine Lust auf Gleichmacherei – auf welchem Niveau auch immer. Allerdings ist heute schon klar, dass Nahrung, Energie und Wohlstand besser verteilt werden muss. Es steht auch fest, dass es vollkommen sinnlos ist jedem alles zu geben, unabhängig von seiner Fähigkeit damit umzugehen. Bereits Johann Wolfgang von Goethe sagt: “Was du ererbt von deinen Vätern: Erwirb es um es zu besitzen!” In diesem Sinne muss jeder Bürger in einer Gesellschaft das erwerben, was ihm zur Verfügung gestellt wird. Dazu gehört auch ein Bewusstsein zu entwickeln, was uns allen damit möglich wird. Auch hier wird deutlich, dass demokratische Prozesse auf einem hohen Niveau der Offenheit und Ahnungslosigkeit stattfinden müssen. Solange es eine kritische Masse von Menschen gibt, die weder die Bildung, noch die intellektuelle Fähigkeit haben mit Fortschritt angstfrei aber kritisch umzugehen, bleibt die Situation gefährlich. Auch eine Flucht in Virtuelle Welten wird in den kommenden Jahren für jedermann möglich werden. Die Frage ist tatsächlich, was wir wollen und welche Gesellschaft wir anstreben.

Die aktuelle Entwicklung in den Vereinigten Staaten scheint genau den entgegengesetzten Weg einzuschlagen: Rückzug des aus europäischer Sicht unterentwickelten Staates inklusive Krankenversorgung und sozialer Betreuung. Abschied von sozialen Netzwerken – aus unserer Sicht die Grundlage der menschlichen Gesellschaft – und befeuern dumpfer Ängste und Vorurteile. Bleibt abzuwarten, ob die Visionäre aus den Fortschrittsbranchen auf diese Fragen neue Antworten finden werden.

Der IndustriePhilosoph


In dieser Woche wurde mir ganz überraschend ein neuer Titel verliehen. Klar. Ich wurde in eine Schublade gesteckt. Der Mann, den ich schon einige Jahre nicht mehr gesehen hatte, nannte mich: „Industrie-Philosoph.“ Das war keine Anerkennung. Ich weiß nicht warum er das unbedingt von sich geben musste. Aber vermutlich trug er das schon lange mit sich herum und nun musste es endlich raus. Jetzt wird er sich besser fühlen.
Ich habe schon verstanden, was er damit gemeint hatte. Ein Philosoph ist ein Mensch, der viel denkt und  wenig tut. Ein Industrie-Philosoph ist…..wer weiss was. Das ist allerdings zu kurz gedacht.

Ich erinnere mich an den Titel: „Frau Schnellläuferin.“ Das war für eine Frau gedacht, die gemessenen Schrittes den Weg vom Büro in die Teeküche absolvierte.
Und nun bin ich also der Industrie Philosoph. Sollte ich mir patentieren lassen. Gar nicht so schlecht, diese Bezeichnung! Ich habe das mal gegoogelt und war überrascht über die Ergebnisse. Ich kam sehr schnell auf Industrie 4.0 und die Zukunft der Arbeit. In der Tat! Das sind Themen die mich sehr interessieren. Ich bin ein Freund von einfachen Strukturen. Es gibt viele Menschen, die sich in unübersichtlichen und komplexen Systemen regelrecht wohlfühlen. Es gibt Menschen, die das Chaos beherrschen und bewundert werden, wenn sie das tun.  Fehler werden sorfältig unter den Teppich gekehrt und wenn andere in die Fehlerfalle tappen, werden sie öffentlich und lautstark gerügt. Haltet den Dieb! Er ist der Schuldige!

Es gibt Unternehmen, die einfach funktionieren müssen. Kundenaquise, Angebot, Auftrag, Auftragsabwicklung, Dokumentation, Struktur und Ordnung. Begrenzte Ressourcen optimal genutzt. Das ist klar und verständlich. Es sind anspruchsvolle Aufgaben, die keine Zeit für tiefergehende Gedanken lässt. Wo würden wir auch hinkommen, wenn jeder nur über die Zukunft nachdenken würde? Wer würde dann die Arbeit machen? Es soll ja Unternehmen geben, die so viel Wert auf Optimierung ihrer Abläufe gelegt haben, dass sie am Ende sehr schnell pleite waren. Was nützt das am besten strukturierte Unternehmen, wenn am Ende die Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden können.
Industrie Philosophie ist nach dieser Lesart also ganz eindeutig ein Feind real existierender, funktionierender Unternehmen. Man sollte sich also vor Leuten mit diesem Label fernhalten. Die bringen ja doch nur alles durcheinander und wollen von ihrer eigenen Unfähigkeit ablenken.

Ich würde gerne einmal die Belegschaft des oben genannten Schubladenmanagers coachen. Ich würde vielleicht sogar ihn gerne coachen. Das ist natürlich eine Illusion. Er würde sich mit Sicherheit nicht coachen lassen. Er würde das nicht wollen. Das wäre vermutlich pure Industrie-Philosophie, ohne jeden Wert. Vielleicht hilft ein Perspektivwechsel. Ich habe schon oft Menschen erlebt, die sehr skeptisch waren, wenn sie es mit einem Coach zu tun bekamen. Und ich habe erlebt, wie sich diese Menschen langsam öffneten, Vertrauen fassten und dann doch die Möglichkeiten erkannten und ergriffen. Das größte Kompliment für Coaching habe ich gerade in dieser Woche von einem Fernsehregisseur erhalten. Er war bei uns im Coaching und er war begeistert über die professionelle Zusammenarbeit. “Herr Zöbisch! Das Coaching hier hat mein Leben verändert!” Das war kein leeres Kompliment. Ich habe ihm dabei in die Augen gesehen. Der Mann sagte die Wahrheit. Genau das war es, was er bei uns erlebt hatte. Und das baut mich immer wieder auf. Und wenn ich es recht betrachte, ist es nicht der schlechteste Job als Industrie-Philosoph und Coach durchs Leben zu gehen.

Ach ja. Der Mann, der mich in die Schublade gesteckt hatte ist ein sehr erfolgreicher Unternehmer. Ich schätze ihn sehr und ich bin beeindruckt über das, was er aufgebaut hat. Er hat sehr viele Mitarbeiter unserer ehemaligen Firma eingestellt. Das ist eine erhebliche Leistung die viel mehr wert ist als jede Art von theoretischen Gedanken und Philosophie. Der Mann ist wirklich gut.

Aber ich bin mit absolut sicher: Mit Coaching könnte der Mann noch viel besser werden.  Wetten?!

Allerdings kann man nicht mehr aus einem Menschen machen, als ohnehin schon in ihm steckt. Ein Coach macht so etwas nicht. Er sollte es nicht einmal versuchen. Vergessen wir nie: Coaching ist gleich Persönlichkeitsentwicklung. Wo keine Persönlichkeit, da auch keine Entwicklung…..

Coaching – Neustart


Coaching für Langzeitarbeitslose – Eine Herausforderung

Es ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme. Sehen wir es realistisch. Die Lage ist hoffnungslos. Es gibt Menschen, die einfach nur Pech hatten. Insbesondere, wenn sie den brutalen Strukturwandel in den 1990ern überstanden und es nicht geschafft haben eine nachhaltige Festanstellung zu bekommen. Es gibt auch eine große Zahl an begabten Menschen, die große Pläne hatten und sich nach dem politischen Umbruch auf den Weg gemacht hatten. Oft übernahmen sie Verantwortung und arbeiteten sich hoch. Irgendwann ging das Unternehmen wirtschaftlich kaputt und alle Versuche wieder die Füße auf die Erde zu bekommen sind gescheitert. Was macht ein ehemaliger Geschäftsführer, dessen Ehefrau einen gut bezahlten Job im öffentlichen Dienst oder in einer begehrten Berufsgruppe gefunden hat? Umziehen geht nicht, weil die Frau an den Arbeitsplatz gebunden ist. Was macht er? Zunächst einmal Pläne. Hartz IV beantragen geht auch nicht, weil die Bedarfsgemeinschaft zu viel Geld verdient.
Es ist ein scheinbar unauflösliches Dilemma. Der arbeitslose Mann, oder die arbeitslose Frau mit einem mehr oder weniger gut verdienenden Ehemann hat eine Reihe von Problemen zu lösen gehabt um bis heute zu überleben. Große Sprünge sind nicht möglich. Also richtet man sich ein und versucht mit dem zu leben, was man hat. Vielleicht gibt es ja auch ein geerbtes Grundstück und es ist immer viel zu tun.

Man kann sich so einrichten. Eine Rückkehr in das aktive Berufsleben scheitert immer wieder. Es fehlt aktuelle Berufserfahrung und inzwischen arbeiten die Computer völlig anders und es fehlt ein konkretes Ziel. Es ist nicht schwer einen schlecht bezahlten Job in Brandenburg zu bekommen. Ein 450 EURO Job vielleicht.Aber das ist keine Option. Oder?

Und selbst wenn “Fachleute händeringend gesucht werden”, ist das keine gute Nachricht für einen Menschen, der bereits seit einigen Jahren vom Arbeitsmarkt abgekoppelt ist. So etwas nennt man, auch wenn es unangenehm ist, Langzeitarbeitslosigkeit.

Ich bin davon überzeugt, dass hier Schätze schlummern, die ausgegraben werden müssen. Aber vorher ist einiges zu tun.  

Ist das Alter ein Hindernis? Ja sicher. Aber meine Erfahrung ist, dass gut motivierte und ausgebildete Mitarbeiter immer eine Chance bekommen. Eine selbst beobachtete Erfolgsstory: Ein Mann, der eine IT-Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen hatte, kam mit 58 sofort in den Job. Inzwischen leitet er ein Team von jüngeren Mitarbeitern. Als ich den Mann zum ersten Mal traf, glaubte er keine Chance zu haben. Nach einem intensiven Einzelcoaching erarbeitete er sich gemeinsam mit dem für ihn passenden Coach einen Weg aus der scheinbaren Chancenlosigkeit.
Es hat sich bereits oft gezeigt, dass viele Ausreden eine Rolle spielen. Wenn die Motivation nicht vorhanden ist, oder wenn Menschen ein psychosoziales Problem haben, wenn die knappen Mittel eine Famile über einen längeren Zeitrau zermürben, dann ist es schwierig einen Weg zu finden.
Worauf kommt es an? Zuerst ist da die Erkenntnis, dass Menschen durch Arbeit den sozialen Kontakt zu anderen finden, den sie unbedingt brauchen. Der Mensch ist zuerst einmal ein soziales Wesen. Einsamkeit und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, sind Gift für die psychische Gesundheit. Die Flucht in eine Traumwelt oder in die Vergangenheit ist eine typische Reaktion. Ein offenes Gespräch mit der Ehefrau, dem Ehemann ist nicht realistisch und oft überhaupt nicht zielführend. Natürlich hat der Partner Verständnis und hilft gerne. Aber es gibt Dinge, die kann man scheinbar nur mit sich alleine ausmachen.

Und hier setzt Coaching an. Ein Gespräch mit einem neutralen Gesprächspartner, der in der Lage ist professionell auf jede Situation zu reagieren, ist sehr viel wert.

Es gibt Dinge, die kann man nicht alleine schaffen. Für diese speziellen Probleme gibt es immer einen passenden Coach. Es ist gut, dass es die Möglichkeit gibt, auch als sogenannter Nichtleistungsempfänger, über die Agentur für Arbeit, einen Coach zu finden. Es zeigt deutlich, dass niemand aufgegeben wird.

Mein Tipp: Weitersagen und die Angebote nutzen! Es gibt immer einen Weg…..

Augen auf bei der Berufswahl


Seit einigen Jahren begegnen mir immer wieder Menschen, die gar nicht so genau wissen, was sie beruflich machen wollen. Viele von ihnen haben sich sogar schon entschieden und eine Lehre absolviert. Abgesehen von RestaurantFachFrauen und -Männern, KöchInnen und ähnlichen servicelastigen Berufen habe ich es mit IT SystemInformatikern – hauptsächlich Männern und Studierenden zu tun. Sehr oft bewerben sich AbiturientInnen  auf einen Studienplatz und stellen dann im Laufe des Studium fest, dass sie möglicherweise die falsche Studienrichtung gewählt haben. Es gibt so viele Gründe Informatik zu studieren. Das Image von IT ist immer noch ungebrochen. Schliesslich handelt es sich um einen Schlüsselberuf mit Zukunft. Wer aber im zweiten oder dritten Semester feststellt, dass er immer schon schlecht in Mathematik war, der wird es nicht schaffen. Wer hat diese Leute eigentlich beraten? Warum haben sie sich eine Fachrichtung ausgesucht, der sie nicht gewachsen sind oder die überhaupt nicht zu ihnen passt? Wenn jemand Musik studiert, dann wird er bereits ein Instrument und Noten beherrschen. In einem Orchester spielen. Was treibt junge Leute dazu Informatik zu studieren, obwohl sie noch nie ein Programm in Java oder C++ geschrieben haben? Ich kann es mir vorstellen. Sie glauben genau das im Studium zu lernen. Es handelt sich um einen typischen Irrtum.
Sehr interessant ist es auch, wenn junge Ärzte nach dem Studium feststellen, dass sie für den Beruf überhaupt nicht geeignet sind. Das gibt es tatsächlich öfter als man glauben mag. Ich habe das früher auch nicht für möglich gehalten.

Augen auf bei der Berufswahl! Wir legen uns fest für einen großen Teil unseres Lebens. Ein Mechatroniker wird immer in einer mehr oder weniger schmutzigen Werkstatt arbeiten und relativ wenig Geld verdienen. Ärzte ohne Spezialisierung und eine langjährige Facharztausbildung gibt es auch mehr, als man denkt. Häufig haben Ärzte im Alter von U50 immer noch keine Facharztausbildung und jobben als Assistenzärzte und Notfallmediziner. Die Bezahlung ist zwar nicht so schlecht, aber bei einer gezielten Beratung wären sie längst viel weiter gewesen. Eine zielgerichtete Berufsplanung und die Angleichung an Fähigkeiten und Fertigkeiten hätte es auch getan. Aber dazu fehlt vielen Menschen einfach das geeignete Ziel. Manche Karrieren laufen scheinbar ziel- und planlos, mehr oder weniger erfolgreich. Ich hatte vor einiger Zeit eine Klientin, die einigermaßen erfolgreich und auch sehr fähig war. Am Beginn des Coachingprozesses standen Zweifel. Wir erarbeiteten Alternativen und Perpektivwechsel. Es war ein komplexer Prozess mit offenem Ausgang. Am Ende standen mehrere aussichtsreiche Projekte, die sie nun zielstrebig weiterverfolgt. Die Arbeit mit der Klientin hat mir großen Spaß gemacht. Und genau das ist meine Berufung als Coach. Ich hätte – genau wie meine Klientin – schon viele Jahre früher gezielt an meiner Karriere als Coach arbeiten können. Ich befand mich in einer Sackgasse und hatte keine Ahnung, wie es weitergehen würde. Darüber hatte ich schon öfter in meinem Blog berichtet und reflektiert.


Womit wir wieder beim Coaching wären. Mein Tipp: Jeder, der sich im Berufsfindungsprozess befindet sollte einen guten Coach aufsuchen, der mit ihm gemeinsam Ziele, Herausforderungen, Anforderungsprofile und dergleichen erarbeitet. Das bedeutet nicht, dass der Coach bereits alles weiß und jede Menge gute Tipps geben wird. Aber er führt schnell und gezielt durch einen der wichtigsten Entscheidungsprozesse in Ihrem Leben. Wer sich bei der Arbeitsagentur gemeldet hat und nicht sicher ist, was er machen kann und in welche Richtung es gehen kann, ist mit einem U25 Integrationscoaching gut beraten. Die Agentur für Arbeit bezahlt dieses Coaching, wenn der jeweilige Vermittler es für sinnvoll erachtet. Wenn Sie so etwas machen wollen, nehmen Sie Kontakt mit mir auf und wir finden den Beruf, der tatsächlich genau zu Ihnen passt. Wie das genau funktioniert, erkläre ich Ihnen gerne. Nur soviel. Zuerst erfolgt eine detaillierte ABC-Messungf und ein ABC-Coach wird mit Ihnen mögliche berufliche Ziele erarbeiten. Dann folgt das eigentliche Coaching über einen Zeitraum von 2 oder 3 Monaten. SIe investieren wertvolle Zeit für Ihr Leben.

 

Fragen Sie den Coach Ihres Vertrauens!

 

Coach oder Therapeut


Google Anfragen, die auf meinen BLOG maccoach.wordpress.com führen:

 

cholerische chef umgang

choleriker therapie

choleriker ursachen

Es geht bei mir um Coaching und nicht um Therapie.

“Ein Coach ist niemals ein Therapeut.”

Wenn ein Psychotherapeut als Coach aktiv wird, dann ist das nicht verkehrt. Psychologen und Psychotherapeuten verfügen in der Regel über eine phantastische Ausbildung. Viele Wegbereiter des Coaching kommen aus dieser Richtung. Es gibt aber eine klare Abgrenzung. Ein Coach wird oft als “Psychologischer Berater” bezeichnet. Mit Psychotherapie hat das aber überhaupt nichts zu tun. Es gibt Überschneidungen zu angrenzenden Gebieten. Ich nenne nur einige, um zu verdeutlichen, was ich meine.

Supervision, Mediation, Seelsorge, Beratung, Training

In allen diesen Bereichen kann ein Psychologiestudium sinnvoll eingesetzt werden. Ich habe vor Jahren einmal einen ausgezeichneten Seelsorger kennengelernt, der promovierter Psychologe und Psychiater war. Der Mann konnte sich irgendwann kaum noch vor Anfragen von Kirchenmitgliedern retten, die nicht nur Seelsorge, sondern auch Expertenrat eines Psychologen suchten. Das zu trennen, ist keine leichte Aufgabe.

“Die Seelsorger (dieser) Kirche haben keine theologische Ausbildung. Neben ihren Aufgaben in Familie, Beruf und Gesellschaft erfüllen sie ihren seelsorgerischen Auftrag ehrenamtlich. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, den ihnen anvertrauten Seelen Trost zu spenden.” (Zitat)

Natürlich greift man gerne auf Spezialisten zurück, die etwas von professioneller psychologischer Beratung und Psychologie verstehen. Selbstverständlich ist auch ein theologisches Verständnis grundlegend für eine Tätigkeit als Seelsorger in einer Kirche. Nicht zuletzt wirkt sich eine regelmäßige Weiterbildung in diese Richtung positiv auf den hohen Anspruch aus, “Seelen Trost zu spenden”.

Es ist tatsächlich eine enge Verwandtschaft zwischen Seelsorge und zum Beispiel Coaching zu erkennen. Ich habe bereits in meinem BLOG darüber geschrieben.  Ich habe keinen Grund mich als Kritiker irgendeiner Glaubensrichtung aufzuschwingen. Im Gegenteil. Glauben gibt Halt und Kraft im Leben.

Zurück zu den oben genannten Suchbegriffen und Themen. Wie man mit einem cholerischen Chef umgeht habe ich auch schon sehr oft thematisiert.

z.B. in “7 REGELN zum UMGANG mit einem Choleriker” – Regeln für den Umgang mit cholerischen Chefs

Die Frage, ob man Choleriker therapieren kann, vermag ich ebenfalls nicht als Coach zu beantworten. Ich habe beobachtet, dass Choleriker sehr oft in einer überaus bedauernswerten Situation stecken. Sie glauben, dass sie nicht anders handeln und denken können und lassen sich demzufolge immer wieder in der bewährten Art und Weise gehen. Es gibt viele Parallelen zwischen Cholerikern und Alkoholikern. Beide zerstören ihr gesamtes soziales Umfeld und niemand kann sie zwingen, sich helfen zu lassen. Im Gegenteil werden Menschen, die den Versuch unternehmen, zu helfen, oft ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen. Und es ist ganz deutlich und klar: Einen Choleriker und einen Alkoholiker kann man nicht coachen. Fragen wie: Können Sie bitte mal meinen Chef oder meinen Ehemann coachen? kann ich nur mit einem klaren Nein beantworten. Es kann sein, dass ein cholerischer Karrieretyp ein Coaching anstrebt. Spätestens bei der Frage, was seine Ziele sind und warum er einen Coach zu Rate zieht, wird deutlich, das Thema Choleriker keine Rolle spielen kann. Wir können gerne darüber reden und ich bin durchaus in der Lage zu erkennen, wie schwerwiegend das cholerische Problem ist. Wie dem auch sei – helfen kann und werde ich nicht. Da ziehe ich klare Grenzen.  Ich bin mir ja nicht einmal sicher, ob es sich bei einem Choleriker tatsächlich um eine krankhafte Fehlentwicklung handelt. Es gibt auch Menschen, die bei jedem Anzeichen von Überforderung jähzornig reagieren. Jähzorn. Das ist ein Abwehrmechanismus, der zu Kurzschlußhandlungen führen kann, die im Nachhinein sehr bedauert werden.

Wo die Ursachen von cholerischen Verhalten zu finden sind, ist eine gute Frage. Psychoanalytiker sehen die Ursachen für Fehlverhalten fast immer in der Kindheit. Es ist oft einfach nur so, dass cholerische Ausbrüche sehr oft von der Umwelt verwundert aufgenommen werden und dem Choleriker schnell aufgeht, dass er Erfolg mit seinem Verhalten hat. Einen wütenden Menschen kann man ebenso wenig aufhalten wie einen wildgewordenen Stier. Man kann nur abwarten, bis die Wut verflogen ist. Nach dem Rausch kommt es – wie bei einem Alkoholiker – zum Kater danach. Vielleicht ist das ein guter Zeitpunkt um mit einem Choleriker zu kommunzieren. Vermutlich sollte man diese Leute einfach in Ruhe lassen.

 

Coach als Katalysator


Katalysator (von der Katalysegriechisch: κατάλυσις katálysis „Auflösung“ mit lateinischer Endung) bezeichnet in der Chemie einen Stoff, der die Reaktionsgeschwindigkeitdurch die Senkung der Aktivierungsenergie einer chemischen Reaktion erhöht, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Er beschleunigt die Hin- und Rückreaktiongleichermaßen und ändert somit die Kinetik chemischer Reaktionen, nicht deren Thermodynamik.

(WIKIPEDIA, 23.08.2014)


Eine wichtige Funktion von Coaching ist mit Katalysatorprozessen in der Chemie vergleichbar. Coaching beschleunigt Prozesse, die im normalen Leben eines Menschen sehr viel Zeit brauchen. Zeit ist der entscheidende Faktor in einer immer schneller werdenden Welt. Die richtigen Ziele frühzeitig zu erkennen und die geeigneten Schritte aufzuzeigen und zu erreichen, ist wichtiger den je. Die meisten Menschen neigen dazu, Entscheidungen vor sich herzuschieben und viel zu oft bestimmen unreale Vorstellungen und Wünsche unser Leben. Besonders bei der Berufswahl ist es wichtig zu wissen, welche Entwicklungsmöglichkeiten im Zielberuf stecken. Ein exotisches Studium ohne eine realistische Chance die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten jemals umsetzen zu können, kann eine Sackgasse sein. Gefragte Berufe werden oft auf Grund eines Überangebotes auf den Arbeitsmarkt nur mittelmäßig bezahlt und stellen sich ebenfalls als Sackgasse heraus. Ein wichtiges Thema ist natürlich, dass der Beruf zu einem passen muss. Eine ungeliebte Arbeit führt mittelfristig zu Frustration und am Ende auch in eine Sackgasse. Ein Coach kann dabei helfen, Klarheit über Ziele und den Weg zum Ziel zu schaffen. Er kann darüber hinaus ein Begleiter auf dem einmal eingeschlagenen Weg sein.

Ein Arzt kann auch nicht heilen


„Ein Arzt kann auch nicht heilen!“, war die erste Reaktion eines Arztes, mit dem ich mich über Coaching unterhielt. Wir sprachen über den Unterschied von Psychologie, Psychotherapie und Coaching. Ein Coach heilt nicht und er verspricht auch keine Heilung – ist die Grundlage fast jeder Coachingausbildung. Es ist klar, dass ein Coach niemals als Psychotherapeut auftreten sollte. Das verbietet sich von selbst. Ein Coach ist ein Coach,  ist ein Coach! Ein psychologischer Berater, aber kein Heiler, auch wenn es zu Nebeneffekten kommen kann, die in diese Richtung zeigen. Ein Fitnesstrainer ist schließlich auch kein Arzt, obwohl er etwas für die Gesundheit tut. 
Die prompte Reaktion des Arztes – ein Arzt kann nicht heilen – brachte mich zum Nachdenken. Was ist der Unterschied zwischen einem Arzt, der als Psychologe, Psychiater oder Psychotherapeut arbeitet und einem Coach? Ganz klar: Der entscheidende Unterschied ist die Ausbildung. Ein Coach hat andere Qualitäten als ein Arzt. Die Aussage, dass ein Arzt nicht heilen kann, ist ganz klar. Ein Arzt stellt eine Diagnose und verordnet Medikamente oder er operiert den Patienten um Defekte zu reparieren und Leiden zu lindern. Heilen kann auch er nicht. Das liegt im Immunsystem des Patienten. Ärzte unterstützen den Heilungsprozess,  indem sie Empfehlungen abgeben und den Patienten motivieren wieder gesund zu werden. Insofern ähnelt ein Arzt dann wieder einem Coach. Und die Parallelen sind nicht zu übersehen. Aber es handelt sich auch in diesem Fall um keine Ausnahme von der Regel. Ein Arzt kann sehr wohl auch ein Coach sein. Ein Psychotherapeut kann das auch. Und Manager, Lehrer, Politiker, Trainer, Berater….. Das ist der Unterschied. Als Coach kann man auf jedem Gebiet tätig werden. Das macht die Arbeit so unglaublich attraktiv und interessant. Ein Coach ist ein Coach…….

Coaching – Kommunikation mit allen Sinnen


Ein Coach kommuniziert auf mehreren Ebenen. Es geht nicht nur um das gesprochene Wort. Nonverbale Kommunikation beginnt immer mit dem Anpassen an den Gesprächspartner. Im Coaching und im NLP nennt man das Pacing. Ein guter Coach sammelt Informationen im nonverbalen Bereich. Sehr oft geht es vor allem um das, was nicht gesagt wird. Ein Coach muss sich regelrecht in seine Gesprächspartner hineindenken und hineinfühlen. In einer Gruppenaufstellung kommt es oft vor, dass sich ausnahmslos jeder Mitarbeiter positiv über das Unternehmen und den Chef äußert. Man hat das so trainiert und verinnerlicht, dass es als unprofessionell gilt, Kritik in diese Richtung zu lenken. Man sucht Ursachen für massive PerformanceProbleme und ist blind für ganz offensichtliche Dinge, die ein guter Coach auf Anhieb erkennen kann. Genau das ist der Punkt an dem man einen externen Coach einsetzen sollte. Und genau das ist es, was ich am besten kann. Das Zauberwort ist Emphatie. Ich erwähne das, weil es nicht selbstverständlich ist. Ein Grund mehr, darüber zu schreiben. Die Fragen, die sich Organisationen stellen, sind oft nicht ganz einfach in Worte zu fassen. Auf jeden Fall habe ich oft erfahren, dass es scheinbar unlösbare Probleme gibt, die nur durch radikale Schnitte oder durch vollkommen unkonventionelle Maßnahmen gelöst werden  können. Radikale Lösungen garantieren ebensowenig den erfolgreichen Umbau einer scheinbar zerrütteten Organisation,  wie es ein Coaching leisten kann. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass ein Coaching auf jeden Fall die sanftere und nachhaltigere Methode ist. Gruppencoachings beginnen bei mir immer mit ausführlichen Einzelgesprächen. Dabei geht es nicht so sehr um die mathematisch perfekte Auflistung von Informationen, Problemen und die exakte Bestimmung von Spitzen und Tälern. Menschen sind keine Roboter und sie kommunizieren keineswegs nur auf einer kühlen,  professionellen Ebene. Jeder Einzelne hat ein völlig individuelles Bild von sich und der Gruppe. Ich lege höchsten Wert auf das Vertrauen jedes Einzelnen und behandle jedes Gespräch vertraulich. Ich beobachte, wie etwas gesagt wird und ich erkenne genau, wann sich mein Gesprächspartner wirklich öffnet. Wenn ich beobachte, dass man mir etwas anderes vermitteln will, dann erkenne ich das ziemlich schnell. Auch hier ist häufige Praxis extrem wichtig. Aber nur durch Praxis und das Einstudieren von NLP- und Coaching Tools wird niemand ein Coach. Das reicht einfach nicht. Ein Wochenendseminar genügt auf gar keinen Fall um als Coach tätig zu werden.  Wenn man die grundlegenden Werkzeuge beherrscht, dann ist regelmäßige Praxis das A und O. Nicht umsonst verlangt die ICF – International Coach Federation – für eine Zertifizierung umfangreiche Nachweise der Praxis als Coach. Aber das ist ein anderes Thema. Heute geht es um nonverbale Kommunikation und die Kommunikation mit allen Sinnen. Augenkontakt ist extremwichtig, einfach unverzichtbar. Es ist unglaublich, was man in einem Gespräch erkennen kann, wenn man einfach nur den Augenkontakt aufrecht erhält. Das ist kein NLP oder Coaching -Tool, sondern einfach nur eine Fähigkeit, die jeder Berater beherrschen muss. jeder Klient spürt sofort, mit wem er es zu tun hat und entscheidet blitzschnell, ob er sich auf den Gegenüber einlassen kann, oder nicht. Ein Coach ist man erst, wenn man diese Fähigkeit besitzt. Wer das nicht beherrscht, wird auch nicht mit den aufwendigsten Taschenspielertricks als Coach arbeiten können.

Coaching für Ärzte


Medizinisches Fachpersonal steht unter einem besonderen Druck. Besonders Ärzte und Führungskräfte in der Pflege wissen, wovon die Rede ist. Durch optimierte Geschäftsprozesse, Personaleinsparung und dem Zwang Ressourcen einzusparen, entsteht eine verhängnisvolle Situation. Psychologen stehen für erkrankte Patienten bereit und Mediziner verfügen in der Regel auch über ein sehr gutes psychologisches Wissen. Es bleibt jedoch eine wichtige Frage. Wer steht für die Ärzte zur Verfügung,  wenn die Bedarf nach einem professionellen Gespräch haben um ihre verdrängten Probleme loszuwerden? Mit den Kollegen und Vorgesetzten zu reden, ist eine mögliche Variante, aber nicht die beste Lösung. Die Familie kann auch nicht immer helfen. Der Besuch bei einem Psychologie oder Psychotherapeuten ist eine weitere Möglichkeit.  Aber es gibt eine interessante Alternative. Wer nicht krank ist, braucht keinen Arzt oder Therapeuten. Hier ist das Gespräch mit einem Coach eine gute Wahl. Ich biete so etwas an, weil ich durch Gespräche mit befreundeten Ärzten darauf hingewiesen wurde, wie wichtig eine psychologische Betreuung für diese Berufsgruppe ist. In der Regel stecken besonders Ärzte in der Vorstellung fest, dass sie ja eigentlich keine psychologische Begleitung und schon gar keinen Coach brauchen können.  Das war so ungefähr das erste, was ich klären musste, ehe ich mich an die praktische Umsetzung machen konnte. Inzwischen weiß ich mehr. Es stimmt tatsächlich! Ärzte sind auch als Coachee wahre Schwergewichte, eine richtige Herausforderung! Aber wenn es einfach wäre,  dann könnte es ja jeder machen. Ich habe lange gezögert ausgerechnet Ärzte als Zielgruppe für Coaching zu erkennen, bis ich ein Gespräch führte, das meine Entscheidung  für Ärzte sehr positiv beeinflußte. Auch das war wieder einmal einer jener Zufälle, die uns dabei helfen unsere Scheuklappen abzulegen und die blinden Punkte unserer Aufmerksamkeit zu entdecken. Ich persönlich könnte niemals Mediziner werden, nicht nur weil ich schon zu alt bin um nochmal neu anzufangen. Ein Oberarzt in einer Klinik zu sein, kann in meinen Augen kein Traumberuf sein. Allein die Vorstellung derartig rund um die Uhr eingebunden zu sein, würde mich völlig fertig machen. Allerdings gibt es da die Theorie von Mark Twain, nach der jeder Beruf, den man aus Berufung und mit Liebe macht, kein schweres Los, sondern pures Vergnügen ist, für das man auch noch sehr gut bezahlt wird. So gesehen haben es Ärzte sehr gut. Problematisch wird es jedoch, wenn die Berufung durch technische und organisatorische Zwänge überlagert wird. Eine Zeitlang kann das sehr gut kompensiert werden. Irgendwann aber kommt der Punkt, an dem das Kartenhaus plötzlich und scheinbar unerwartet zusammenbricht. Es ist wie ein unumkehrbarer Dominoeffekt. Wenn eine Lawine erst einmal ins Rollen gekommen ist, kann niemand sie mehr aufhalten. Coaching setzt viel zeitiger an. Das grundlegende Problem für Mediziner ist das, als nicht professionell wahrgenommene, Potential von Coaches, die kein psychologisches oder medizinisches Studium vorzuweisen haben. Ein Coach, der aus der technischen oder kaufmännischen Schiene kommt, ist in den Augen von Medizinern oft kein kompetenter Gesprächspartner. Ich kenne dieses Vorurteil und ich kann damit leben. Wichtig ist nur, was dabei herauskommt, wenn ein Coaching seine ganze Wirkung entfaltet. Ich bin davon überzeugt,  dass ein Coach mit technischem Hintergrund ein überraschend effizienter Gesprächspartner für einen Mediziner ist. Ich habe es oft genug erlebt. Coaching bietet immer einen Perspektivwechsel der besonderen Art.

Ich kann Coach!


Wer glaubt mit Coaching sehr schnell viel Geld zu verdienen, oder auch nur seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, ist schlecht informiert worden. Selbst gut ausgebildete Psychotherapeuten die sich mit dem Thema beschäftigen und schon Bücher zum Thema veröffentlicht haben, sehen den Coachinghype sehr kritisch. Namhafte Spezialisten wie der Arzt und Dozent Dr. Björn Migge weisen darauf hin, dass nach einer Coachingausbildung keineswegs das große Geld auf die Absolventen wartet. Ich schliesse mich dieser Ansicht an und behaupte, dass eine Coachingausbildung das Verständnis für das Thema vertieft und eine gute Voraussetzung für Selbsterkenntnis, Selbstführung und Beratung ist. Ich vermeide in diesem Zusammenhang ganz bewusst den überstrapazierten Begriff Coaching, weil heute alles gecoacht wird, was “nicht bei Drei auf dem Baum ist”. Ernährungsberater werden über Nacht zum Ernährungscoach. Wenn sie das noch geschickt mit dem Vertrieb von Nahrungsmittelergänzungen paaren und ein paar überzeugte Jünger um sich scharen, können sie vermutlich sogar Geld damit machen. Aber das ist ein anderes Thema. Mit Coaching hat das überhaupt nichts zu tun. Ein Personal Trainer ist noch lange kein Coach und ein Lehrer auch nicht. Business Coaching und Gründer Coaching sind Grenzgebiete. Die Coaches balancieren auf einem schmalen Grat zwischen knallharter Beratung und Coachung. Coaching ist eine Prozessberatung, keine Expertenberatung. Das wird oft verdrängt und der Coachingprozess mündet sehr schnell in eine typische Expertenberatung. Ich arbeite sehr gerne als IT Coach, weil mein beruflicher Hintergrund in der EDV angesiedelt ist. Ich könnte aus einem Coaching direkt ein konkretes Projekt machen, wenn ich zu sehr in die Expertenrolle verfalle. Aber dann verlasse ich meine Rolle als Coach und werde automatisch zum Berater und Projektmanager. Das kann man machen. Ich vermeide es aber im Interesse meiner Klienten. Denen reicht es oft vollkommen, die nötigen Impulse von mir als Coach zu erhalten um dann ihre Ziele selbst zu erreichen. Meine Aufgabe ist die Öffnung zu möglichen Zielen hin und das Finden von Potentialen meiner Klienten. Das ist viel zielführender als Expertenberatung im IT-Bereich. Das bedeutet nicht, dass ich keine Expertenberatung machen könnte. Aber in der Regel verfügen meine Kunden über ein Spezialwissen, dass nur sie haben. Es kommt für mich nur noch darauf an, dieses Potential deutlich zu machen und zu aktivieren. Das ist meine Aufgabe als Coach und dafür werde ich gut bezahlt. Coaching ist ein Beratungsformat mit dem Anspruch keine Ratschläge zu geben. Das erscheint auf dem ersten Blick wie ein Widerspruch, ist es aber nicht. Bereits bei der Berufsberatung von Jugendlichen kommt es nicht darauf an, den ersten Ideen zu folgen, sondern ein Interessenprofil herauszuarbeiten, dass den Möglichkeiten, Zielen und Neigungen der jungen Menschen am besten entspricht. Es macht keinen Sinn irgendeine Ausbildung zu absolvieren um auf halber Strecke abzubrechen und etwas Neues zu beginnen. Berufliche Karrieren verlaufen sich sehr oft in diffusen Vorstellungen. Viele Menschen stellen nach vielen Jahren fest, dass sie besser einen anderen Beruf erlernt hätten. Es wird dann immer schwieriger einen anderen Weg einzuschlagen, auch wenn Berater und Coaches behaupten, dass das möglich wäre, wenn man es nur will. Wir leben von unseren Erfahrungen und es wäre ein großer Fehler, diese Erfahrungen einfach wegzuwerfen und etwas völlig Neues anzufangen. Das birgt die Gefahr in sich, dass man niemals etwas wirklich gut machen wird. Unbewusste Inkompetenz steckt in jedem von uns. Ansonsten würde es nicht TV-Formate wie “Ich kann Kanzler!” geben. Entgegen der landläufigen Meinung am Stammtisch kann keineswegs jeder Kanzlerin oder Kanzler. Viele haben es versucht Bundeskanzler zu werden, wenige haben es tatsächlich geschafft. Aber das ist ein anderes Thema.

Weitere Artikel – Coaching ist anders

Coaching – Entwicklungsstufen des Selbst


Kegans Modell – Entwicklungsstufen des Selbst

Erfolgreiche Unternehmer entwickeln sich und ihr Unternehmen stetig weiter. Sie wissen, dass Leben Veränderung, Entwicklung und Wachstum bedeutet. Wesen und Wachstum von Unternehmer (Persönlichkeit) und Unternehmen (Markenpersönlichkeit) sind geprägt von Entwicklungsphasen. Jede Phase stellt uns vor neue Herausforderungen und gibt uns die Chance, reifer und autonomer zu werden – und damit zunehmend einzigartiger, unverwechselbarer – und erfolgreicher.  Die höchste Stufe der Autonomie bedeutet jedoch keinesfalls ein hohes Maß an Rücksichtslosigkeit, wie es oft angenommen wird.

Robert Kegan EntwicklungsstufenDer Harvardprofessor Robert Kegan schuf mit „Entwicklungsstufen des Selbst“ eine Entwicklungstheorie, die es ermöglicht, die Phasen des Wachstumsprozesses besser zu erkennen. Der Harvard-Psychologe versteht die Entwicklung vom Säugling bis zum reifen Erwachsenen als einen Prozess, der zwischen zwei Polen pendelt: Zwischen dem Drang nach Individualität und dem Wunsch nach Zugehörigkeit. Der Antrieb, die Energie stammt aus dem Subjekt selbst, das ähnlich einer Rakete immer wieder Teile abstösst und zum Objekt werden lässt. Auf jeder Stufe dieses «Subjekt-Objekt-Gleichgewichts» werden die Gleichgewichtsverhältnisse neu organisiert und Konflikte produktiver bewältigt als zuvor.

Ein Coach sollte möglichst Stufe 5 erreicht haben um in der Lage zu sein, Menschen von der dritten zur vierten Stufe zu helfen, möglicherweise darüber hinaus. Das Erreichen der Entwicklungsstufen ist ein Prozess, der eng an das Lebensalter gekoppelt ist. Es ist durchaus möglich, die Stufen 4 und 5 schon mit Beginn der 40er Lebensjahre zu erreichen. Stufe 5 ist die höchste Stufe des Selbst-Erkennens. Menschen auf dieser Stufe haben ein sehr hohes Maß an Selbsterkenntnis und ein sehr geringes Kontrollbedürfnis.

Sie erkennen ihr eigenes Ego bewusst als Filter durch den sie die Welt betrachten. Sie sind in der Lage diesen Filter zu manipulieren um weitere Erkenntnisse zu ermöglichen. Sie sind sich der Beschränkungen ihrer Persönlichkeit auf Grund ihrer Geschichte, Herkunft und Erziehung bewusst und in der Lage souverän damit zu spielen. Sie fördern andere Menschen, ohne eigene Vorteile im Auge zu haben. Stufe 5 Individuen ähneln Menschen der Stufe 3, sind aber von den Erwartungen und Meinungen anderer unabhängig und frei von den Beschränkungen, die sich daraus ergeben.

Erwachsene können aber auch durchaus auf Stufe 3 stehenbleiben und ihr ganzes Leben auf dieser Stufe zu verbringen. Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass bis zu 60% aller Menschen auf Stufe 3 stehenbleiben. Etwa nur 10% aller Menschen erreichen die Stufe 5. Im Coaching ist es üblich, die Entwicklungsstufe eines Klienten durch Interviewtechniken zu ermitteln und das Coaching darauf abzustimmen. Ein Coach wird es aber bewusst vermeiden, seinen Klienten eine dieser Stufen zu nennen. Im Laufe eines Coachingzyklus werden immer neue Erkenntnisse gewonnen, die den Prozess beeinflussen. Oft schwingen Menschen zwischen Entwicklungsstufen hin und her wie ein Pendel. Wenn sie sich ihrer Selbst bewusst werden, sind sie in der Lage selbst zu erkennen wo sie gerade sind. Auch das ist ein lohnendes Ziel für ein Coaching.

Stufe 0 und Stufe 1 – Babys und Kleinkinder

Diese Stufen sollten die meisten Erwachsenen erfolgreich durchlaufen haben.

Stufe 2 – Individualisten

  • Sehen und halten sich getrennt von anderen.
  • Ihre größte Sorge: Die Hilfe und Unterstützung anderer Menschen zu verlieren
  • Lassen sich von ihren eigenen Interessen lenken.
  • Nehmen andere Menschen nur wahr, wenn diese für sie nützlich und hilfreich sind.
  • Haben ihre eigene Sichtweise. Halten stur daran fest.
  • Spielen ein Spiel, in dem jemand gewinnt und jemand verliert. (Nullsummenspiel)
  • Geringe Empathiefähigkeit. Können sich nicht in die Gefühle anderer einfühlen. Sind unfähig sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
  • Ihr eigenes kleines Ego hat sie fest im Griff.

Stufe 3 – Gemeinschafts- oder Gesellschaftsmitglieder

  • Internalisieren die Sichtweisen anderer Menschen.
  • Definieren sich durch soziale Erwartungen.
  • Halten sich an gemeinschaftliche Werte.
  • Empfinden Verpflichtungen und fühlen sich möglicherweise schuldig, wenn sie diesen nicht nachkommen.
  • Ihre größte Sorge ist, die Anerkennung anderer Menschen zu verlieren.
  • Werden gelenkt durch Gruppeninteressen.
  • Ihre Sichtweise setzt sich aus übernommenen Sichtweisen anderer zusammen.
  • Sie spielen ein Spiel, in dem beide Parteien gewinnen. (Nicht-Nullsummenspiel)
  • Können sich die Erwartungen anderer Menschen leicht vorstellen und sich in sie hineinversetzen.
  • Sind in der Lage viele unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen.
  • Verlassen sich auf bewährte Methoden.

Stufe 4 – Die Autonomen, sich selbst Erschaffenden

  • Definieren sich anhand eigener Werte
  • Streben nach Integrität
  • Definieren ihren eigenen Weg und sondern sich von anderen ab.
  • Ihre größte Sorge ist, ihre Authentizität zu verlieren.
  • Lassen sich von ihren eigenen Werten leiten.
  • Haben ihre persönliche Sichtweise und ziehen die Sicht anderer in Betracht. Unterscheiden stark zwischen eigenen Erfahrungen und denen anderer.
  • Können professionell sein.
  • Respektieren andere und geben nur ungern Ratschläge.
  • Definieren Regeln für ein Spiel, bei dem beide Parteien gewinnen. Oder verzichten auf das Spiel. (Nicht-Nullsummenspiel).
  • Können sich die Erfahrungen anderer Menschen leicht vorstellen und sich in sie hineinversetzen.
  • Kreieren und modifizieren bewährte Methoden, halten sich aber möglicherweise nicht daran.

Stufe 5 – Die sich selbst Erkennenden

  • Sind sich ihrer persönlichen Geschichte und ihrer Werte und deren Wirkung bewusst.
  • Definieren sich über Beziehungen mit anderen und mit sich selbst.
  • Ihre Werte sind fließend und bewusst aufsteigend.
  • Gehen Wagnisse ein, indem sie sich für Beziehungen öffnen.
  • Haben kein Kontrollbedürfnis.
  • Sind keinem besonderen Aspekt ihrer selbst verhaftet; geben sich dem Fluss des Lebens optimistisch hin.
  • Sind in der Lage, vielfältige Blickwinkel zu unterschiedlichen Sichtweisen einzunehmen.
  • Spielen ein unendliches Spiel, dessen Sinn darin besteht, weiterzuspielen.

Robert Kegan

Der Psychologe Robert Kegan lehrt an der Harvard Universität Entwicklungspsychologie und ist der Leiter des Institute for Management and Leadership in Education. Im Zentrum seiner Forschung steht die „Möglichkeit und Notwendigkeit der Weiterentwicklung des Menschen im Erwachsenenalter“. Ausserdem ist Kegan lizenzierter Pilot und Pokerspieler. Das bekannteste seiner Bücher ist «The Evolving Self», Harvard University Press 1982. Deutsch: «Die Entwicklungsstufen des Selbst. Fortschritte und Krisen im menschlichen Leben», Kindt Peter Verlag 1994.

Rede vor IT-Spezialisten – Begrenzende Glaubenssätze


Rede – Storytelling – Begrenzende Glaubenssätze zerstören

Webmontag 47 - Ignite

Webmontag 47 – Ignite (Photo credit: wmfra)

Guten Abend, meine Damen und Herren! Ein ganzer Saal voller gut gekleideter Männer. Schade! Ich sehe kaum Frauen. Würden die Damen bitte kurz aufstehen, dass wir sie alle sehen können? Danke! Wunderbar! Nur schöne und vor allem kluge Frauen hier! Warum eigentlich gibt es nicht mehr von Ihnen in diesem erlesenen Publikum? Danke, meine Damen! Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen, dass Sie mitgemacht haben!

Ich denke immer noch darüber nach, warum hier so viele Männer und so wenig Frauen anwesend sind. Das wäre doch viel angenehmer, wenn es eine bessere Mischung geben würde. Aber wir sind hier bei einer IT-Veranstaltung und es scheint so zu sein, dass Frauen sich eher für andere Dinge interessieren.

Merken Sie was? Ich reite eine altes Pferd namens Cliché. Vorurteile und anerzogene, begrenzende Glaubenssätze sind ein äußerst interessantes Thema. Eines der besten Beispiele für mich ist der Managementcoach und Menschenentwickler Boris Grundl. Ich hoffe, dass er nichts dagegen hat, wenn ich ihn als Vorbild nehme und erwähne. Nehmen Sie es als Werbung und Aufforderung seine Impulsvorträge zu besuchen und seine Bücher zu kaufen. Der Mann ist wirklich eine Offenbarung! Und natürlich ist er viel besser als ich! Ich verneige mich vor seiner Leistung und seiner Art die Dinge anzusprechen!

Boris Grundl hatte sich kurz bevor er sein Sportstudium abgeschlossen hatte, bei einem Sprung von einer Klippe eine Querschnittslähmung zugezogen. Niemand hätte gedacht, dass er jemals irgendeine Form von Karriere machen würde. Heute ist er der vielleicht bekannteste Redner und Coach für Führungskräfte. Seine Leadership-Akademie ist wegweisend in der Branche. Es ist beeindruckend! Vergessen Sie, das Offensichtliche! Setzen Sie sich Ihre Ziele höher, als sie erreichbar scheinen! – Dieser Satz ist übrigens von Konrad Adenauer. Naja….. 😉

Was sind Ihre begrenzenden Glaubenssätze? Sie sind IT-Spezialisten. Ich nehme an, dass Sie sich sehr wohl fühlen, wenn Sie programmieren, Netzwerke entwerfen, neue Systeme aufsetzen und alles sicher zum Laufen bringen können. Alles Dinge, die für den Rest der Welt „Böhmische Dörfer“ sind. Sie wissen sehr viel mehr, als wir Normalsterbliche uns vorstellen können. Respekt! Aber machen Sie sich auch mal Gedanken darüber, was Sie noch alles erreichen können? Ich kenne diesen Glaubenssatz sehr genau. „Einmal IT, immer IT!“ ist so ein begrenzender Satz. Ich habe es selbst erlebt. Nach 25 Jahren als IT-Manager habe ich versucht dem Fluch zu entfliehen und bin immer wieder an unsichtbare Wände gelaufen. Ich wollte aus diesem Hamsterrad raus und begann, mich immer mehr um die Gestaltung und Optimierung von Geschäftsprozessen mit Hilfe der mir zur Verfügung stehenden Technologie zu befassen. Ich erkannte, dass die beste IT nichts nützt, wenn das Management nicht damit umzugehen weiß.

Sie schmunzeln und nicken wissen! Sehr gut! Unter uns: Kennen Sie einen einzigen Spitzenmanager in Ihrem Unternehmen der nur 30 Prozent von dem versteht, was alles möglich ist und wie man das am besten umsetzt?

Also ich glaube das nicht. Denn wenn es so wäre, wenn diese allmächtigen Manager eine Ahnung davon hätten, was man tun kann und was sie bisher nicht getan haben, dann würde mein Beratungsunternehmen sich nicht mehr vor Aufträgen retten können und ich würde meine Headhunter aussenden um Sie einzustellen! Aber Spaß beiseite. Sie wissen es längst. Sie sind mehr als nur der IT-Fuzzy in ihrem Unternehmen. Sie sind die Führungskräfte von morgen! Ihre Fähigkeiten, das Spezialwissen zu ERP-Systemen, EDV-Netzen, ClientServern, Virtuellen Clustersystemen, Datensicherheit und die Funktionalität von komplexen Virtuellen Systemen im Zusammenhang mit Führungsstärke ist genau das, was gebraucht wird.

Sie sind heute bestimmt nicht hier um ein neues Gadget oder eine paar Tipps zum Programmieren von Apps zu erhalten. Sie sind heute hier um einen Blick in Ihre Zukunft zu werfen.

Sie wissen, was möglich werden wird und welche Gefahren damit verbunden sind. Sie kennen aber auch die Chancen. Wer sagt denn, dass sie immer nur in der zweiten Ebene vor sich hinwerkeln werden?

Wer von Ihnen ist Geschäftsführer in einem IT fremden mittelständischen Unternehmen?

OK. Das sind nicht so viele.
Wer von Ihnen ist direkt der Geschäftsführung unterstellt?

Auch nicht so viele.

Aber nun kommt es: Wer von Ihnen ist der Finanzabteilung direkt unterstellt?

Das habe ich mir gedacht! Der überwiegende Teil.

Ganz klar. Und jetzt lassen Sie mich raten, was Ihr Chef immer wieder gebetmühlenartig wiederholt: „Müller! Denken Sie an die Kosten!“

/allgemeine Heiterkeit/ Zustimmung/ heftiges Nicken/

Ich kenne das! Mein persönlicher Hit war der Spruch eines Controllers mit eindeutig schwäbischen Wurzeln: „Zöbisch! Denken Sie an die KOSCHTEN!“

Was der Mann nicht einmal ahnte: Ich dachte schon damals an nichts anderes. Das war mein Verständnis eines IT Managers. Ich bin mir sicher, dass viele von Ihnen genau so denken. Und genau so viele werden sich über die Ignoranz der Finanzleute, Ihnen gegenüber, ärgern.

Ich verrate Ihnen ein offenes Geheimnis. Die Finanzler stehen im direkter Konkurrenz zu Ihnen. Sie tun alles, um Sie dort festzunageln wo Sie nach deren Meinung hingehören: In die IT-Fuzzy-Ecke.

Raus da! Sie haben es in der Hand!

„Einmal IT, immer IT!“ ist ein tolles Beispiel für begrenzende Glaubenssätze. Er stimmt und er stimmt nicht. Es ist eine Frage des Blickwinkels. Gehen Sie mal davon aus, dass es ohne IT nicht mehr gehen wird. Und dann gehen Sie davon aus, dass immer mehr dieser IT-Prozesse automatisiert und ausgelagert werden können. Wo finden Sie sich dann wieder?

Die Antwort ist ganz einfach: Im Zentrum des Unternehmens. Sie sind immer noch eine kleine Gruppe von Leuten die etwas von ihrem Geschäft verstehen.

Wenn Sie nun noch Management- und Führungskompetenz dazulernen, dann ist das ganz sicher eine richtige Entscheidung! Willkommen in der Zukunft!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

———————————————————————————————————————————————————————

und nun der BlaBlaMeter-Check

Ihr Text: 6155 Zeichen, 940 Wörter
Bullshit-Index :0.23
Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau.

Motivation von Mitarbeitern im Mittelstand


Mitarbeitermotivation
Manager in mittelständischen Unternehmen haben vor allem eine Aufgabe zu erfüllen. Es geht nicht in erster Linie darum, herumzulaufen und die Mitarbeiter irgendwie zu motivieren. Neue Grünpflanzen für’s Büro oder eine neue Kaffeemaschine machen keinen Mitarbeiter glücklich, der möglicherweise Angst vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes hat. Die wichtigste Aufgabe von Managern im Mittelstand ist – ganz einfach – einen guten Job zu machen. Das heißt, für gute Produkte zu sorgen, die Qualität für den Kunden zu verbessern, grobe Fehlentscheidungen zu vermeiden und mit gutem Beispiel voranzugehen. Kompetenzen im HR-Bereich bei der Einstellung und Beurteilung von Fachkräften sind selbstverständlich Kernkompetenzen des Chefs. Viel mehr erwarten Mitarbeiter nicht von ihren Führungskräften. Was würde es nützen, wenn der Chef regelmäßig ein Mitarbeitercoaching veranstalten würde, während das Unternehmen direkt in die Insolvenz läuft? Das Vorbild des Chefs ist immer noch die beste Mitarbeitermotivation. Die Persönlichkeit und die professionellen Fähigkeiten von Führungskräften vielleicht der wichtigste Punkt. Zeitmanagement, Kommunikation, Auftreten und Zielorientierung gehören ganz klar zu den Kernkompetenzen. Genau das kann trainiert werden.

Der Papierhut: Mitarbeitermotivation leicht ge...

Der Papierhut: Mitarbeitermotivation leicht gemacht (Photo credit: Tanja FÖHR)

Der erste Schritt zu mehr Leadership – ich nutze den englischen Begriff lieber, weil mir Führer und Führung ein wenig zu martialisch klingt – ist die selbstkritische Beurteilung der jeweiligen Kompetenzen.
Nur so kommt man weiter, wenn man wirklich gut werden will. Wir kennen die Schritte zur Meisterschaft. Es ist ein Vierkampf, den jeder Mensch beim Lernen neuer Fähigkeiten auf sich nimmt.
Ich rede von 1) Unbewusster Inkompetenz, 2) Bewusster Inkompetenz, 3) Bewusste Kompetenz und 4) Unbewusste Kompetenz.
Viele Manager im Mittelstand scheitern bereits an Punkt 1). Die Wahrnehmung ihrer unsichtbaren Inkompetenz ist einer der wichtigsten Ansätze für ein Coaching. Damit beginnen die meisten Managementseminare. Dort entstehen die meisten Aha!-Effekte. Und dann erst beginnt die eigentliche Arbeit. Nennen wir es Coaching.

Das Ende der Cloud – Flucht aus dem Internet


Racks of telecommunications equipment in part ...

Racks of telecommunications equipment in part of a data center. (Photo credit: Wikipedia)

Das umstrittene US-Spähprogramm Prism? Ist harmlos im Vergleich dazu, in welchem Umfang ein britischer Geheimdienst unter dem Codenamen Tempora weltweit das Internet ausspioniert – und damit auch deutsche Nutzer. Doch selbst Datenschutzaktivisten halten das Vorgehen für legal. (SPIEGEL Online)

Um zu begreifen, wie die Spähprogramme der Geheimdienste funktionieren, muss man wissen, wie das Internet technisch funktioniert. Jede Datei, die über das Internet transportiert wird, wird vom Sender in kleine Datenpakete zerlegt, über das Internet verteilt und vom Empfänger wieder zusammengesetzt. Wenn der Empfänger die Nachricht komplett erhalten hat, werden die Datenpakete, die noch unterwegs sind, ungültig und lösen sich auf.Da die Datenpakete unterschiedliche Routen nehmen können, ist es möglich sie an unterschiedlichen Schnittpunkten abzufangen. Prinzipiell finden die Datenpakete immer den kürzesten und schnellsten Weg. Wer Zugriff auf die großen Internetknoten hat, kann den weltweiten Datenstrom abgreifen und auf eigenen Systemen speichern und auswerten. Allein die gigantische Menge der aufgefangenen Daten macht es unmöglich, sie alle zu speichern und auszuwerten. Aber die Auswertungssysteme werden immer leistungsfähiger. Gesetze, die vor wenigen Jahren erlassen wurden, greifen längst nicht mehr. Sobald ein Datenschutzgesetz die Parlamente verlassen hat, ist die Technologie schon wieder ein paar Schritte voraus. Es ist wie beim Hasen und dem Igel. Die Gesetze werden erlassen und sind bei Inkrafttreten bereits wieder unwirksam. Nur IT Spezialisten wissen, was da wirklich passiert. Die Komplexität der aktuellen Entwicklung auf diesem Gebiet und das explosive Wachstum der technologischen Möglichkeiten ist unglaublich. Wir erleben eine technologische Revolution mit ungeahnten Möglichkeiten und Auswirkungen. Die Diskussion über die Rechtmäßigkeit von Sicherheitsprogrammen der Regierungen oder gar die Verfolgung von privaten Unternehmen, die Forschung betreiben, ist eine unsachliche Diskussion. Diese Diskussion kann nur von wirklichen Spezialisten geführt werden. Nichtfachleute ähneln Blinden, die über Farben philosophieren. Sie haben keine Ahnung, worüber sie eigentlich sprechen. Eines ist klar. Wenn wir es nicht tun, dann werden es andere tun. Die Möglichkeiten sind vorhanden und sie werden genutzt. Wenn das alles in einem James Bond Film ein Thema wäre, dann gäbe es mit Sicherheit einen Dr.No, der irgendwo in einer Wüste sitzt, eine gigantische Serverfarm betreibt und Informationen aus dem Internet herausfiltert. Wissen ist Macht. Niemals war dieser Satz so wahr wie heute.

Bundeskanzlerin Merkel hatte im Zusammenhang mit einem klärenden Gespräch mit Obama erklärt, dass wir alle Neuland betreten. Sie hatte damit einen Twittersturm ausgelöst. Viele der Leute, die sich darüber lautstark amüsieren, dass Merkel das Internet als Neuland betrachtet, haben wenig oder keine Ahnung von den technologischen Möglichkeiten. Sie wissen schlichtweg nicht wie das Internet wirklich funktioniert. Ein kleiner Junge, der einen Lichtschalter betätigen kann, muss nicht wissen, dass es den Beruf eines Elektrikers gibt. Licht an und Licht aus. Fertig! Datenschutz und Datensicherheit verlangen nach einer neuen Form von Experten. Wir brauchen Leute die Ahnung von den technischen Hintergründen haben und zusätzlich wissen, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen aussehen müssen. Naivität nach dem Muster: „Mich wird schon keiner ausspionieren, ich bin ja so unwichtig…“, macht die Angelegenheit nur noch verwirrender. Viele IT Traditionalisten rufen schon wieder das Ende der Cloud aus. „Siehe! Das Ende des Internet ist nahe herbeigekommen! Schaltet es aus!“ Das ist natürlich kompletter Unfug. Das Gegenteil ist der Fall. Dieser Skandal wird die Cloud sichtbar machen und zeigen, wie wir sie richtig nutzen. Es führt kein Weg daran vorbei. Mal ehrlich: Warum sollten wir uns ein eigenes Rechenzentrum anschaffen, es klimatisieren, mit Firewalls schützen und uns bis ins Detail um den Schutz unserer Daten kümmern, wenn das Ding genau so funktioniert, wie ein externes Rechenzentrum in der Cloud? Der Unterschied liegt nur in den Kosten. Mehr Sicherheit bekommen wir nur, wenn wir sehr viel mehr Geld ausgeben, als wir heute bereit sind. Die Formel ist ganz einfach zu begreifen

Die IT Kosten verhalten sich wie 1 PDC (Personal DataCenter) zu 20 CDC (Cloud Data Center). Der Faktor 20 wird sich in den kommenden Jahren noch signifikant steigern. Wer heute noch ein eigenes DataCenter plant, muss wirklich gute Gründe haben. Die meisten KMU brauchen so etwas nicht mehr. Sie haben die Wahl zwischen einem professionell administrierten IT DataCenter in der Cloud oder einem viel teureren eigenen DataCenter mit allem was dazu gehört: Eigenen Servern, Backupsystemen, Unterbrechungsfreier Stromversorgung, Klimatisierung, Serverspiegelung und Virtualisierung, sehr guten und sehr teuren IT Mitarbeitern und und und……Und ob die Daten in einem Rechenzentrum das wie alle anderen ebenfalls mit dem Internet verbunden ist, sicherer sind als in einem externen DataCenter, darf bezweifelt werden. An den Kosten können Sie das bereits ganz gut erkennen.

#191 Management und Coaching


vice

vice (Photo credit: Wikipedia)

Psychologische Beratung, Mediation, Supervision und Coaching sind Werkzeuge für Führungskräfte im Management von Unternehmen und Organisationen. Diese Werkzeuge wollen beherrscht werden. Der erste Schritt zur Beherrschung von Werkzeugen ist eine aufgeräumte Werkbank und die Kenntnis der zur Verfügung stehenden Werkzeuge. Was ist ein Hammer? Wie benutzt man einen Schraubstock? Welcher Bohrer ist für welchen Dübel geeignet? Wann greift man zum Lötkolben und wann zum Schweißgerät? Welches Material wird wie bearbeitet? Zugegeben, manche Führungskräfte haben in ihrem Leben noch nicht einmal ein Vogelhäuschen zusammengebaut. Sie reden über Dinge, von denen sie tatsächlich keinerlei Ahnung haben. Kein Wunder, wenn sie direkt vom gut behüteten Elternhaus und dem Abitur nach Amerika gehen konnten um dort die Sprache zu lernen und anschließend direkt von einer Universität in die Wirtschaft gewechselt sind. Solche Manager sind klar im Vorteil. Oft schmücken sie sich mit einem Doktortitel und natürlich sprechen sie perfekt Englisch. Aber sie verstehen möglicherweise nicht, wo die Geheimnisse der Technologien zu finden sind, über die sie zu bestimmen haben. Der Zugang zu den Fachspezialisten bleibt solchen Managern oft verwehrt. Sie verstehen oft nicht, worauf es tatsächlich ankommt. Die deutsche Industrie lebt von der typisch deutschen Mentalität. Deutsche Ingenieure und Facharbeiter sind sorgfältig ausgebildete Tüftler und Perfektionisten. Sie geben sich nicht mit Mittelmaß zufrieden, sondern wollen an der Spitze stehen. Ob das in den kommenden Jahren so bleiben wird, bleibt zu hoffen. Es ist schon interessant, wie sich die Wirtschaft in den vergangenen 40 Jahren entwickelt hat. Denken wir nur an die Übermacht japanischer Unternehmen in den 1970er bis 1990er Jahren. Trotz aller Prognosen hat sich die deutsche Wirtschaft auf einem hohen Niveau behaupten können. Das hat nicht zuletzt mit der Qualität der Facharbeiterausbildung, den Diplomingenieuren und dem bodenständigen Handeln mittelständisch geprägter Unternehmer etwas zu tun.

Zurück zum Thema Management und Coaching. Manager können als Coach in ihren Unternehmen unterwegs sein. Das ist nicht der schlechteste Ansatz. Aber wie wirkt man als Coach? Wie funktioniert das und was ist zu beachten? Man muss seine Werkzeuge kennen, benennen und beherrschen. Ein guter Manager beherrscht sein Handwerkszeug. Eine gute Coaching-Ausbildung ist die Grundlage für gutes Management. Denn Coaching ist das aktuelle Werkzeug für Führungskräfte. Und jeder gute Coach weiß, dass er selbst einen Coach braucht um sich weiterzuentwickeln.

 Ein Coach ohne einen Coach ist keiner!

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es ratsam, sich einen Coach zu suchen. Einen Begleiter, der professionell und sachlich Feedback gibt und auch in schwierigen Situationen zur Verfügung steht.

Ein Coach ist kein Klugscheißer


Das Beste an einem guten Coach ist, dass er kein Klugscheißer sein muss um richtig gut zu sein. Er darf sein Wissen hinterm Berg halten und durch pure Kompetenz glänzen. Wenn ich schreibe er, dann könnte ich natürlich auch sie schreiben. Es gibt ganz sicher viel mehr kompetente Frauen, die sensibel und einfühlsam coachen. Aber dieses eigenartige CoachIn passt ja auch nicht, ober? Der, Die oder Das. Die englischsprechenden Länder haben es besser. The The! The Coach! Problem erkannt – Problem gebannt!

English: Head coach Jamie Dixon (clipboard) hu...

Also, wenn ich von dem Coach spreche, dann meine ich immer auch den weiblichen Coach „die Coach“. Der Coach ist immer eine Frau oder ein Mann oder meinetwegen auch jemand, der sich nicht eindeutig entscheiden kann. Es ist egal, solange sich alle an die Ethikgrundlagen des ICF halten. Zurück zum Thema. Ein Coach muss nicht durch Faktenwissen glänzen. Er muss aber sehr viel Einfühlungsvermögen und Prozesskompetenz mitbringen. Und er muss vor allem eines haben: eine ausgezeichnete Kinderstube und natürlichen Charme. Das kann man ganz schlecht trainieren. Ein aufgesetztes Lächeln entgleitet und trainierte Umgangsfloskeln werden schnell schmierig und klebrig. Augen auf bei der Wahl des Coach! Ein Telefonat und ein persönliches Treffen zum Erstgespräch geben sehr schnell Klarheit über die Persönlichkeit eines Coach. Dummschwätzer und naive Plaudertaschen werden sehr schnell entlarvt und damit ist das Coaching auch schon vorbei. Diese Ausstiegsklausel ist immer ein grundlegender Bestandteil des Vertrages. Die Coachingverbände sind sicher einig darüber, dass jedes Coaching von beiden Parteien jederzeit gekündigt werden kann, auch wenn der Vertrag mündlich abgesprochen wurde. Die Konditionen werden sicher wechseln. Das Wichtigste an einem Coach ist, dass er tatsächlich eine natürliche Kompetenz und Persönlichkeit mitbringt. Es ist wie im richtigen Leben. Eine Führungskraft wird niemand dazu bringen ihr zu folgen, nur weil ihr ein Posten oder ein Amt verliehen wurde. Niemand folgt freiwillig einem Menschen, der keinerlei Aura und Führungskraft aufweist. Für einen Coach gilt das im Besonderen. Niemand akzeptiert einen inkompetenten Dummkopf, der sich Coach nennt und ansonsten nicht den Eindruck macht einer zu sein. Da hilft auch kein Zertifikat oder Diplom. Einen Coach erkennt man einfach. Ob Coach gut ist oder nicht, stellte sich allerdings erst im Lauf des Coachingprozesses heraus. Die Chemie muss stimmen. Der Klient muss ja auch in den Coachingprozess mit einsteigen. Wenn der Coachee mauert oder nicht ganz ehrlich mitspielt, dann funktioniert das nicht. Es ist genau wie in der Psychotherapie oder bei anderen Beratungsformaten. Wenn die Bereitschaft des Klienten nicht vorhanden ist, ist die Beratung vorbei. Der Coach wird das ansprechen und das Coaching beenden. Das hat nichts mit der Kompetenz des Coach zu tun. Ganz im Gegenteil. Ein Coach kann jederzeit sagen: „Tut mir Leid! Das wird nichts mit uns! Ich schlage vor das Coaching hier und heute zu beenden.“ In vielen Fällen kann es sogar sein, dass der Coachee sich eines Besseren besinnt und den Coach akzeptiert. (Schau mal her! Der will ja wirklich mit mir arbeiten und nicht nur mein Geld!) Genau so ist es! Professionelles Coaching kann sich wirklich nicht erlauben, unprofessionell zu erscheinen. Es geht nicht nur um das Honorar. Es geht auch um die Weiterempfehlung und Akzeptanz. Das Beste am Coaching ist, dass der Coachee schnell merkt ob Coaching funktioniert. Da hilft keine bunte Werbung oder eine tolle Webseite, sondern nur Weiterempfehlung und das Bauchgefühl einen guten Coach gefunden zu haben. Probieren geht auch hier über studieren!

Fachkräftemangel 2013


Fachkräftemangel, selbst gemacht

Die IT-Wirtschaft in den USA hätte auch ohne weitere ausländische Fachkräfte genug qualifiziertes Personal am Arbeitsmarkt zur Verfügung – so kann man die Ergebnisse einer Studie zusammenfassen, die das Economic Policy Institute (EPI) veröffentlicht hat. Die Autoren widersprechen damit den Fürsprechern einer Einwanderungsreform, die Fachkräften mehr Visa für eine Anstellung ermöglichen soll. 

Web de Cologne 7 zum Thema "Fachkräfteman...

Der so genannte Fachkräftemangel ist auch in Deutschland ein Thema. Die Grundannahme von Unternehmen kann wie folgt beschrieben werden. „Es gibt bessere Fachkräfte am Arbeitsmarkt, leider können wir uns diese besseren Fachkräfte nicht leisten, weil der Mangel die Zahlung von hohen Gehältern erfordert.“ Daraus folgt, dass die im Unternehmen vorhandenen Fachkräfte nicht genügend gefördert werden und sie das, nicht ganz unbegründete, Gefühl haben, austauschbar zu sein. Das Dilemma wird deutlich, wenn man angestellte Fachkräfte über ihre Situation und ihre Zukunftsaussichten befragt. Viele dieser Spezialisten beklagen mangelnde Weiterbildung und dementsprechend geringe Aufstiegschancen. Ein Blick in die Bilanz von mittelständischen Unternehmen genügt um zu erkennen, wo genau die Probleme liegen. Die Ausgaben für Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sind ein wichtiger Indikator. Dringend notwendige Kostensenkungen setzen sehr oft genau an dieser Stelle an. Unternehmen, die an dieser Stelle die Säge ansetzen, verzichten auf ihre Zukunft. Die Vorstellung, mit einer Neueinstellung von billigen und sehr gut ausgebildeten Fachkräften Wettbewerbsvorteile zu erzielen, ist verführerisch. Wir benutzen ganz bewusst das Wort „billig“, denn darauf läuft es in vielen Unternehmen tatsächlich hinaus. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass man damit tatsächlich Einsparungen erzielen kann. Der gesunde Menschenverstand zeigt, dass es sich hierbei um einen völlig falschen Ansatz handelt. Das Problem betrifft auch vorhandene Potentiale auf dem Arbeitsmarkt. Erfahrene, gut ausgebildete Fachleute werden vielfach aussortiert und haben dann oft nur sehr mangelhafte Möglichkeiten wieder einzusteigen. Die Ursache ist klar. Wo sollen diese erfahrenen Fachkräfte die notwendigen aktuellen Technologien kennenlernen und ihre Fähigkeiten weiter ausbilden? Es gibt viele Möglichkeiten. Eine äußerst interessante Variante ist die Einbindung von auszubildenden Spezialisten in das Unternehmen. Wie wäre es mit einem Trainee-Programm für BestAger? Die Politik ist gefragt, derartige Aktivitäten zu unterstützen. Aber das ist ein anderes Thema über das wir gerne diskutieren.
Wir beraten Sie gerne! Wenn Sie den Fachkräftemangel aktiv bekämpfen wollen, dann fangen wir am besten sofort bei Ihren eigenen Mitarbeitern an. Zusätzlich begleiten wir Ihre Aktivitäten mit einer umfangreichen Pressearbeit und unterstützen Ihre Marketing- und HR-Abteilung. Optimieren Sie die Ausbildung Ihrer Mitarbeiter und verlassen Sie sich nicht auf Zufälle! 

 

Lehrer als Coach


DSC02201

DSC02201 (Photo credit: Wikipedia)

Ein Statement auf einer Webseite: „Meine Erfahrungen als Lehrer machen mich zum idealen Coach für Lehrer!“ Es handelt sich um eine typische Aussage, die beliebig ausgebaut werden kann. Ehemalige Banker coachen Banker und besser noch ehemalige Banker. Unternehmer bieten Unternehmern ihre Dienste als Coach an. Erfahrenen Sportler arbeiten als Coach für Sportler. Ausgebildete Schauspieler zeigen jungen Talenten, worauf es ankommt. Tanzlehrer lehren tanzen. Klavierlehrer lehren ihre Schüler, Klavier zu spielen.
Mit Coaching hat das alles sehr wenig zu tun. Wie sieht ein typisches Gespräch zwischen zwei Lehrern aus, wenn der eine der Coach ist und der andere der Coachee? (Coachee – Klient eines Coaches) Sätze wie: „Ich weiß genau, was Sie meinen, ich habe ja schließlich die selben Erfahrungen gemacht!“, „Genau so ist es!“ oder „Das Problem kenne ich auch! Sie erzählen mir nichts Neues!“, haben keinen Platz in einem Coaching. Im Gegenteil! Coaching funktioniert anders. Ein Coach überläßt dem Klienten seine Fachkompetenz. Er stellt dem Klienten Fragen und erkennt aus den Antworten, wie die Welt des Clienten aussieht. Das geht besser, wenn man ohne Vorurteile oder eigene Erfahrungen an das Coaching herangeht. Es ist absolut wichtig, dass der Coachee seine Welt mit seinen eigenen Worten erklärt. Ein Fachmann als Coach ist da eher hinderlich, weil Sätze wie „Sie wissen schon!“ auftreten können. Ein Fachmann wird nur mit dem Kopf nicken und möglicherweise bestätigen, dass er ganz genau weiß worum es geht. Ein richtiger Coach agiert völlig anders. Er beherrscht den Prozess und stellt Fragen. Im Coaching beträgt der Gesprächsanteil der Coaches etwa 20%. Der Coachee wird durch gezielte Fragen in die Lage versetzt die restlichen 80% zu reflektieren, nachzudenken und zu reden. Auch Momente der Stille und scheinbare Ratlosigkeit gehören zu einem Coaching. Hier ist das Einfühlungsvermögen des professionellen Coach gefragt. Empathie.
Ich definiere den coachenden Fachmann gerne als Trainer, wobei ein gewisses Hintergrundwissen natürlich kein Hinderungsgrund für einen Coach ist. Er muss sich dieser Tatsache nur sehr bewusst sein und als Führungspersönlichkeit arbeiten. Das spezielle Training kann viel besser von anderen Trainern durchgeführt werden. Ein Coach ist kein Trainer. Aber er ist eine Art Lehrer. Denn Coaching ist anlassbezogenes Lernen.

Coachingverbände


Italiano: Author, life coach, and motivational...

Italiano: Author, life coach, and motivational speaker Tony Robbins. (Photo credit: Wikipedia)

“Die ICF definiert Coaching als „partnerschaftlichen und anregenden Prozess, der Menschen und Organisationen kreativ dabei unterstützt, ihr persönliches und professionelles Potential zu steigern.“ Wir sehen Klienten als Experten ihres eigenes Lebens und sind der Überzeugung, dass sie über genügend Ressourcen verfügen, ihre Ziele eigenverantwortlich zu erreichen.” (ICF Webseite http://www.coachfederation.de/)

Coaching ist eine nicht geschützte Berufsbezeichnung. Im Prinzip kann sich jeder als Coach bezeichnen, der meint das Zeug dazu zu haben. Es gibt den Personal Coach, den Fitness Coach, den Business Coach, den Life Coach. Die Reihe lässt sich problemlos fortführen. Ein professioneller Coach investiert sehr viel Zeit und Geld für seinen Beruf. Die Mitgliedschaft in einem Coachingverein oder Coachingverband ist ein Kennzeichen für Professionalität. Allerdings gibt es sehr viele solcher Vereinigungen. Wir beobachten eine Entwicklung, in der die konkurrierenden Verbände um die Vorherrschaft auf dem Markt kämpfen. Die Coachingverbände stehen auch in Konkurrenz zu den sehr gut ausgebildeten Psychologen und Psychotherapeuten. Warum gibt es so viele psychologische Quereinsteiger, die sich als Coach begreifen und mehr oder weniger erfolgreich ihre Dienste anbieten? Was macht einen guten Coach aus? Skeptiker werden weder einen geeigneten Psychologen für sich finden, noch einen Coach suchen. Aufgeschlossene Zeitgenossen werden Bücher zum Thema lesen und sich ein eigenes Bild machen. Schließlich sind sie ja “Experten ihres eigenen Lebens”, wie es beim Coaching immer so schön heißt. Was also kann professionelles Coaching überhaupt leisten? Die Frage steht immer im Raum, wenn es um Coaching geht. Ein Coach muss sich immer als vertrauenswürdiger Fachmann und professioneller Gesprächspartner positionieren. Jeder Kontakt zu einem Klienten ist wichtig für die weitere Entwicklung eines Coaches. Wenn es sich herumspricht, dass man ein ernst zu nehmender Partner ist, der in der Lage ist ein Coaching zu einem positiven Abschluss zu bringen, dann ist es der nächste Schritt für die Arbeit mit weiteren Klienten. Viele Klienten sind in Wahrheit unechte Klienten. Sie wissen nicht viel von Coaching und sie möchten den hart arbeitenden Coach auf die Probe stellen. “Na dann mach mal so ein Coaching mit mir! Ich bin ja gespannt, ob du das hinbekommst!” Vielleicht wollen sie den Coach auf die Probe stellen, ihn in Versuchung führen, Sie zu retten. Sie sind das unschuldige Opfer, das nach Hilfe ruft. Natürlich kennen Sie das Opfer-Retter-Verfolger-Spiel. Sie kennen es nicht? Dann wird es Zeit sich mit dem Thema zu beschäftigen. Vielleicht fragen Sie den Coach Ihres Vertrauens. Ich komme vom Thema ab. Es geht um den Sinn und die Aufgaben von Coachingverbänden. Sie sind wichtig, weil sie eine Abgrenzung vornehmen und Maßstäbe setzen. Ein Blick auf die Webseiten des ICF International Coach Federation kann nicht schaden. Jeder, der sich mit dem Thema Coaching beschäftigt, sollte wissen was Coaching ist und was nicht. Die Orientierung an den Werten des ICF ist eine gute Grundlage.

Wer einen guten Coach sucht, sollte einen anderen Coach fragen, was der von ihm hält. Ein guter Coach hat keine Angst vor dem Urteil seiner Kollegen.

Persönlichkeit


Am Anfang und am Ende jeder erfolgreichen Karriere steht vor allem eins: Persönlichkeit. Eine gute Kinderstube ist sehr hilfreich für einen Coach. Die Persönlichkeit eines Coach ist entscheidend für seinen nachhaltigen Erfolg. Die Entwicklung von Persönlichkeit ist ein wichtiges Ziel beim Coaching. Das Verhalten des Coachs trägt entscheidend für den Erfolg des Coachings bei. Persönlichkeit und natürlichen Charme hat man, oder man hat es nicht, wird oft behauptet. Diese Eigenschaft eines Coach kann nur in engen Grenzen trainiert werden.

Ein Coach hat Werte und Fähigkeiten, ist an seinem Verhalten erkennbar und er ist in der Lage unterschiedliche Identitäten anzunehmen. Er ist Resonanzperson, Begleiter, Regieassistent, Transformator, Provokateur, Spiegel, Ratgeber und Mitspieler. Ein guter Coach ist ein Mensch auf den man sich zu 100 Prozent verlassen kann. Er unterliegt bei der Ausübung seines Berufes der Schweigepflicht und er macht sich nicht gemein. Ein Coach holt seine Klienten da ab, wo sie sind. Er kommuniziert erwachsen und er bildet sich ständig weiter.
Irvin D. Yalom hat die Grundaufgaben eines Therapeuten beschrieben. Ein Coach ist zwar kein Therapeut, die Aufgaben und Fähigkeiten sind aber sehr ähnlich.

Die wichtigsten Fähigkeiten, die ein Coach – und natürlich auch ein Therapeut – haben sollte sind Fachkompetenz, Analytische Kompetenz, Sprachkompetenz, Prozesskompetenz, Führungskompetenz, Progresskompetenz und Bewertungskompetenz.

F.A.S.P.F.P.B. wäre hier ein folgerichtiges Akronym. Vergessen Sie es gleich wieder 😉

Fachkompetenz wird von einem Coach vor allem im Businesscoaching erwartet. Ein Coach sollte sich im Unternehmensumfeld auskennen. Ein Coach sollte über Erfahrungen bei der Führung von Teams und Unternehmen verfügen. Fachkompetenz in angrenzenden Gebieten ist durchaus hilfreich. Jeder Mensch ist ein Fachmann und ein Spezialist. Musiker haben eine völlig andere Sprache als Ingenieure und Softwareentwickler. Unternehmerpersönlichkeiten sprechen und denken völlig anders als Politiker und Beamte. Fachkompetenz ist aber nicht die wichtigste Eigenschaft eines guten Coaches. Er muss aber über eine fundierte Ausbildung und Wissen auf einem Gebiet verfügen. Daher ist Fachkompetenz essentiell für einen guten Coach.

Analytische Kompetenz ist eine weitere wichtige Fähigkeit im Coaching. Ein Coach stellt Fragen und analysiert anhand der Antworten das Anliegen und Wesen des Klienten. Ein guter Coach muss in der Lage sein zu erkennen, ob der Coach die Wahrheit sagt und sich ihm anvertraut.

Ein Coach ist ein Meister von Sprache. Darum ist die Sprachkompetenz sehr wichtig. Sprachkompetenz erwirbt man nicht so nebenbei, sondern aktiv durch Reden, Sprechen, Lesen, Schreiben. Ein guter Coach ist ein ausgezeichneter Redner. Er arbeitet mit Bildern und Metaphern und stellt sich auf seine Klienten ein. Ein Coach ist in der Lage, sich auf die Sprache seines Klienten einzustellen und ihn in seiner eigenen Welt anzusprechen.

Prozesskompetenz bedeutet, dass der Coach den Ablauf des Coachings beherrscht und genau weiß, was zu tun ist. Es ist egal wie sich ein Coachingprozess entwickelt. Das kann sehr unterschiedlich sein. Ein Coach hat den Prozess immer im Griff und verliert das Ziel niemals aus den Augen.

Coaching bedeutet Führung auf höchstem Niveau. Coaching fördert Führungskompetenz.

Ein weiterer Punkt ist Progress, eine positive Entwicklung. Coaching startet eine positive Entwicklung beim Klienten und beim Prozess. Außerdem muss sich ein Coach permanent weiterentwickeln und weiterbilden. Das betrifft sowohl Persönlichkeit und fachliche Kompetenz.

Der Coach muss immer in der Lage sein, das Coaching inhaltlich neu zu bewerten. Er analysiert die Aussagen des Klienten und baut das Puzzle wieder neu zusammen. Das entstehende Bild ist oft ein völlig anderes, als die vom Coachee beschriebene Ausgangssituation. Coaching bedeutet Zusammenhänge zu erkennen und neu zu ordnen. Das gilt gleichermaßen für den Coach und den Coachee.

English: Clarence Vaughn is depicted here coac...

English: Clarence Vaughn is depicted here coaching and speaking with one of his players on the field of Bluffton University in Ohio. (Photo credit: Wikipedia)

Verallgemeinerungen


Albert Einstein during a lecture in Vienna in 1921

Albert Einstein during a lecture in Vienna in 1921 (Photo credit: Wikipedia)

“Früher war alles besser!”

ist ein typischer Satz, den wir alle schon mal auf den Lippen hatten. Wir alle? Natürlich nicht! Einerseits gibt es kein Wir – jeder Mensch ist anders. Andererseits war nicht alles besser. Es ist auch egal darüber zu philosophieren. Es ist nur eine populäre Aussage, die so nicht stimmt. Wir neigen zu Verallgemeinerungen um Zusammenhänge zu verstehen. Und wir neigen zu einem gewissen Hordentrieb. Wenn alle um uns herum glücklich verheiratet sind, dann sind wir es eben auch. Wenn sich die für langjährige Ehen bekannte Paare plötzlich trennen, dann beobachten wir oft einen Dominoeffekt. Scheinbar wie aus dem Nichts stellt sich heraus, dass “alle unglücklich sind” und kaum hat man so richtig darüber nachdenken können, trennen sich “alle”! Verdutzt schauen wir uns das an und wenn wir Pech haben, stehen wir ganz plötzlich vor den selben Problemen, wie all die “glücklichen” Pärchen. Verallgemeinerungen, wohin man auch schaut. Statistiken dienen oft dazu, bereits feststehende Aussagen zu fundamentieren. “Das reiche Deutschland!” “Die reichen Russen!” “Die armen Spanier, Italiener, Griechen……” Es zeigt sich, dass keine dieser Aussagen richtig ist. Es gibt reiche Deutsche, reiche Russen und arme Spanier und Italiener. Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille. Wir sind ein Opfer von Verallgemeinerungen.  Oft sind es unsere eigenen Vorurteile, die uns das Leben schwer machen.

Im Coaching spielen derartige scheinbar festgefügte Verallgemeinerungen eine wichtige Rolle. Es sind so genannte Glaubenssätze, die es uns schwer machen können, Ziele zu erreichen. Viele Menschen neigen dazu sich Betonschuhe anzulegen. Glaubenssätze sind solche Betonschuhe. wenn man sie erst einmal zertrümmert hat, belasten und begrenzen sie uns nicht mehr. Plötzlich wird alles federleicht. Wir schweben auf Wolke 7 und nichts scheint uns mehr unmöglich. Ein gutes Coaching ist in der Lage so etwas zu leisten. Jeder Coach ist bestrebt, die begrenzenden Glaubenssätze seiner Klienten aufzuweichen und zu zertrümmern.

“Ich habe zwar eine gute Ausbildung, aber das ist lange her und wahrscheinlich hätte ich etwas Anderes studieren sollen…..” Der Coachee hatte einen festgefügten Glaubenssatz ausgesprochen. Das war der Kernpunkt, der jede Entwicklung einschränken konnte. Der Mann war auf dem falschen Gleis. Er lief in die falsche Richtung. Der Mann hatte kein Ziel, dass er wirklich erreichen wollte. Der Zug fuhr in die falsche Richtung. “Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wünschen Sie sich etwas völlig anderes zu machen. Ihre Ausbildung steht ihren Zielen im Weg. Kann man das so beschreiben?” Der Coachee nickte heftig mit dem Kopf und begann sich zu öffnen. Er war der Ansicht, dass seine fundierte technische Ausbildung im Gegensatz zu seinen künstlerischen und literarischen Ambitionen stand. Er glaubte ganz fest daran, dass er sich in einer Sackgasse befand aus der es kein Entrinnen gab. Diese Vorstellung hatte ihn vollkommen im Griff. Er verallgemeinerte und wiederholte gebetsmühlenartig seine festgefügten Glaubenssätze. Ein Coach stellt Fragen, die derartige Glaubenssätze in Frage stellen können. “Gibt es Ausnahmen?” “Kann es nicht durchaus sein, dass eine technische Ausbildung Vorteile für Ihre zukünftigen Ambitionen hat?” “Wissen Sie, dass Einstein ein sehr guter Musiker war?” Einstein kann für so gut wie alles herhalten. Der Mann war angeblich ein schlechter Schüler und er hatte nach seinem Umzug (Flucht) in die USA keine bemerkenswerten Erfolge mehr aufzuweisen. Einstein war ein Popstar seiner Zeit und er lebte ganz gut damit. Er hatte die Spitze seines Ruhmes zeitig erreicht und beschäftigte sich für den Rest seines Lebens mit noch höheren Zielen, die er selbst niemals erreichen konnte. Vermutlich wusste Einstein das. Vermutlich ist auch das eine unzulässige Verallgemeinerung. Grund genug sich mehr mit Einstein auseinanderzusetzen. Verallgemeinerungen begrenzen uns.

Es ist schwerer ein Vorurteil zu zertrümmen, als ein Atom! (Albert Einstein)

DER COACH – ROMAN – Auftrag in L.A.


Auftrag in L.A.

Der beste Weg herauszufinden, ob man jemandem vertrauen kann, ist ihm zu vertrauen. (Ernest Hemingway)

Ich hatte mal wieder einen gähnend leeren Terminkalender und klickte mich gelangweilt und ein wenig beunruhigt durch meine eMails, als ich auf die Anfrage eines deutschen IT Managers stieß, der ein Unternehmen im Silicon Valley hatte. Ich traute meinen Augen nicht und glaubte zuerst an einen schlechten Scherz. Aber wie ich es auch drehte und wendete, ich hatte eine Anfrage aus den USA auf dem Schreibtisch. Die Firma gab es wirklich und ein Mann mit dem Namen Markus Wegener stand als Chef im Impressum der Webseite von “GlobalTechnology”.
Zuerst wusste ich nicht so richtig, was er von mir erwartete, dann wurde es mir klar. Der Mann brauchte einen Gesprächspartner für neue Ideen. Er war der Meinung, dass ich der Richtige für ihn sei. Er lud mich nach Los Angeles ein und wollte mit mir eine Woche intensiv arbeiten. Ganz sachlich und trocken. Das war ja unglaublich! Genau so hatte ich mir das immer vorgestellt! Bingo!
Die Konditionen stimmten. GlobalTechnology übernahm die Reisekosten und Spesen und würde bei Vertragsabschluss komplette Honorar sofort auf mein Konto überweisen. 25.000,-EURO plus Spesen für eine Woche Abenteuer. Ich sagte zu und stand eine Woche später am LAX International.
Wegener hatte einen Coach gebucht und hier war ich! Markus Wegener holte mich persönlich ab und einige Minuten später saß ich in einem schwarzen Chevrolet mit dunkel getönten Scheiben. Ich hatte nur eine leichte Reisetasche mitgenommen. Viel brauchte ich nicht. Wir hatten im Vorfeld vereinbart, dass ich keinen Nadelstreifenanzug mitbringen müsste. Wir fuhren auf dem Lincoln Boulevard in Richtung Santa Monica. Ich fühlte mich wie Zuhause. Vor ein paar Jahren hatte ich ein paar Tage privat in Los Angeles verbracht, einfach nur um zu sehen, wie es sich anfühlt, hier zu sein. Es fühlte sich gut an. Schon damals hatte ich davon geträumt hier zu arbeiten. Aber dafür erschien mir mein Englisch nicht gut genug. Nun hatte ich es mit einem Mandanten zu tun, der nichts wollte als eine Woche lang mit einem Deutschen deutsch zu sprechen. Insgeheim war ich auf alles vorbereitet. Vielleicht war es eine Falle und ich tappte als naiver Vollidiot ahnungslos in mein Verderben. Ich hatte zu viele Krimis gesehen. Amerika, das Land der Schusswaffen und Kriminellen? Nein, so war es nicht. Ich hatte genügend intelligente und kluge Menschen kennengelernt um zu wissen, dass es dort wie überall auf der Welt war. In Berlin muss ich auch aufpassen, wann ich mit der U-Bahn fahre und wenn ich nach Brandenburg fahre, stehen auch keine Typen mit Glatze und Baseballschläger an den Ausfallstraßen und warten auf Fremde. Grace hatte immer große Angst gehabt die Stadt zu verlassen. Sie konnte sich nie so richtig entspannen, wenn wir einmal ein Konzert in der Provinz besuchten. Aber uns ist nie etwas passiert. Vorurteile sind dazu da widerlegt zu werden.
Die Wahrheit war, dass Wegener in einer Sackgasse steckte. Er hatte ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und er begann daran zu zweifeln, dass es so erfolgreich weitergehen würde. Er fühlte sich einsam, umgeben von strahlenden Yuppies, die ihm alles mögliche erzählten aber nicht die Wahrheit. Wegener war ein cleverer junger Mann, aber er brauchte ehrliches Feedback. Er hatte das begriffen und seine Fühler ausgestreckt. Coaching kannte er schon aus den Staaten. Er wollte einen guten deutschsprachigen Coach. “Deutsch ist eine einmalige Sprache!”, erinnerte er mich bei unserer ersten Begegenung. Wir standen auf seiner Terrasse mit dem Blick auf den Pool und das atemberaubende Panorama von Los Angeles am frühen Abend. Ich kannte diesen Blick aus unzähligen Filmszenen im Kino und Fernsehen und ich wusste in diesem Augenblick, dass das von nun an zu meinem Leben gehören würde. es war mein erstes Mandat als deutscher Coach in L.A. und das wurde mein Markenzeichen. Heute werde ich hauptsächlich von Amerikanern gebucht. Aber ich bin immer noch DER DEUTSCHE. Das ist mein Markenzeichen. Seit Christoph Waltz ist das kein Problem. Die Amerikaner lieben ihre Deutschen. Waltz ist Österreicher. Aber das spielt in L.A. nun wirklich keine Rolle.
Wegener hatte mir ein Gästezimmer in seiner Villa einrichten lassen. Ich war sein Gast. Wir verbrachten den Abend miteinander und redeten viel über ihn und seine Erlebnisse in den Staaten. Wegener könnte mein Sohn sein. Er war knapp über 30 und hatte alles erreicht, was er sich erträumt hatte. Er war am Ziel seiner Träume angekommen. Nun suchte er instinktiv nach einer neuen Herausforderung. Alle seine Gesprächspartner erzählten ihm immer nur das, von dem sie annahmen, dass er es hören wollte. Ihm war das völlig klar. Das brachte ihn nicht weiter. Er hatte sich schon mit einigen professionellen Coaches unterhalten. In Kalifornien wimmelte es nur so vor Gurus und Lebensberatern. Es gab Personal Trainer für einen perfekten Körper und Mind Master für die Karriere. Wegener war anders sozialisiert. Viele Dinge konnte er einfach nicht glauben. “Wissen Sie, ich glaube an Erfolg und frische Ideen, aber nicht an UFO’s und Geister!” Wir lachten herzlich über die teilweise kindischen Vorstellungen der unbeschwerten Amerikaner. Ich versuchte mich in seine Lage zu versetzen. Ich konnte es mir leisten ihm sehr viel Zeit zu widmen und nicht auf die Uhr zu sehen. Mein junger Mandant hatte mir jeden Druck genommen. “Erzählen Sie mir von den Coaches, mit denen Sie schon zusammengearbeitet haben!”, schlug ich ihm vor und er begann sofort von seinen Erfahrungen zu berichten. Das erste Eis war gebrochen. Ich konnte es deutlich spüren. Ich merkte aber auch, das er einige Dinge bewusst zurückhielt. Er wollte nicht über alles sprechen. Ich bin immer bestrebt Metaprobleme zu finden, denn hinter jedem offensichtlichen Problem stehen viele kleine Probleme.
Der nächste Morgen begann mit einem Lauf. Frühsport. Markus und ich joggten durch die parkähnliche Landschaft. Die Sonne stieg. Der blaue Himmel war perfekt. Über Downtown hing ein leichter Smogschleier. In der Ferne konnte ich den Pazifik sehen. Nebelbänke lagen über dem Meer, wie so oft.
Wir sagten Markus und Paul zueinander. Markus schien sich auf mich eingestellt zu haben. Heute wollte er mir sein Unternehmen und seine Mitarbeiter vorstellen. Ich würde ihn in den kommenden Tagen begleiten und wir würden sehr viel miteinander reden. Markus Wegener hatte seinen Coach gefunden. ich war mir sicher, dass ich ihn in der Zukunft noch oft sehen würde. Wenn er mich weiter empfehlen würde, dann hätte ich in der kommenden Zeit sehr viel zu tun. Ich freute mich auf die kommende Zeit. Eigentlich konnte ich es immer noch nicht fassen. Ich hatte lange darauf hingearbeitet mit Coaching Geld zu verdienen. Nun schien es fast so, als könne ich mir meine Aufträge aussuchen. Das fing gar nicht mal so schlecht an.

Ich brauchte tatsächlich eine ganze Woche um zu verstehen, was sich um Markus herum abspielte und was sein Problem war. Er war so klug mich nicht sofort mit Problemen und vorgeschobenen Anlässen zu überschütten. Markus wusste schon vorher, was ein Coach leisten konnte und was nicht. Er suchte nicht nach irgendwelchen Problemen die schnell geklärt werden mussten. Er hatte es nicht eilig und das war die beste Voraussetzung für mich. Das, was er mir zahlte waren Peanuts für ihn. Was er von mir bekam, war eine Menge mehr wert. Das war ihm klar. Ich musste ihn nicht überzeugen.

Ich begleitete ihn und lernte sein ganzes Leben kennen. Nach 5 Tagen war klar, dass ich wiederkommen würde. Wir würden uns schreiben und skypen, aber ich würde garantiert wiederkommen und ihn mindestens eine weitere Woche begleiten. Auch das ist Coaching. Ein Coach muss sehr viel Geduld mitbringen, Sicherheit vermitteln und wissen was er tut. Ich weiß genau was ich tun muss und ich habe die nötige Gelassenheit.

Das eigentliche Problem war seine amerikanische Familie. Ich brauchte eine ganze Weile um das herauszufinden. Aber das behielt ich vorerst für mich. Ich war möglicherweise auf der richtigen Spur, konnte es aber noch nicht völlig verstehen. Markus war ein Feingeist. Er dachte und träumte mit der deutschen Sprache. Seine amerikanische Frau war einfach umwerfend schön und klug. Sie war asiatischer Herkunft, hatte grüne Augen und lange schwarze Haare und sie war Anwältin. Sie war eine echte Traumfrau. Sie sprach neben Englisch, fließend Spanisch und Italienisch und sehr gut Französisch. Deutsch konnte sie verstehen, aber kaum sprechen. Markus hatte hier niemand, der ihn wegen seiner scharfzüngigen Bemerkungen und Metaphern bewunderte. Es sprudelte förmlich aus ihm heraus. Seit ich hier war redete er ununterbrochen in seiner Muttersprache. Ich spürte, dass ich auf der richtigen Spur war und beobachtete weiter. Glücklicherweise fragte Markus Wegener nicht ständig nach, ob ich schon Lösungsvorschläge für ihn hätte und wie weit ich sei. Ich brauchte die ganze Woche um zu wissen was da los war. Ein Coach ist auch immer ein Detektiv, erinnerte ich mich. Nichts ist so, wie es erzählt wird und das Offensichtliche ist oft das Falsche. Hier war nichts offensichtlich, nicht einmal sein Anliegen. es war sehr gut, dass er mich einfach nur so verpflichtet hatte ohne mich mit einem allzu offensichtlichen falschen Anliegen zu drängen. Wegener hatte immerhin bereits eine Menge Erfahrungen mit Coaching. Er hatte ein mehrwöchiges Führungskräftetraining gemeinsam mit seinen wichtigsten Managern erlebt und er wusste ziemlich genau was ein guter Coach leisten kann und was nicht. Coaching kommt aus Amerika, das war mein Vorteil. Ich musste ihm nicht erst lange erklären, was ich tun und wie ich es tun würde. Markus Wegener wusste genau, dass ich Zeit brauchte um mich auf ihn einzustellen. Er vertraute mir von Tag zu Tag mehr. Das war eine gute Grundlage für eine Zusammenarbeit.

Seine Firma hatte ihre Zentrale in Los Angeles, weil sie sich mit Software für die Filmindustrie beschäftigte. Auch das war ein Traumjob. Er war Marktführer in seiner Branche. Eigentlich gab es überhaupt keinen Grund, unzufrieden zu sein. Aber Markus fühlte sich trotzdem ausgebrannt. Er hatte keinen Burnout im klassischen Sinn. Er langweilte sich eher. Markus Wegener brauchte neue Ziele. Und er brauchte seine Muttersprache als sein schärfstes Werkzeug.

Der Durchbruch kam, nachdem wir uns den neuen Tarrantino in seinem Heinkino angesehen hatten. Wir saßen in gemütlichen Kinosesseln im klimatisierten Keller der Familie und tranken Cola. Das saßen wir nun mit Basecaps auf dem Kopf und sahen den neuen Tarrantino auf deutsch. Er hatte mit eine Kappe mit der Aufschrift “Coach” gegeben und für sich hatte er ein “Coachee” Cape besorgt.

Django – Unchained war ein Meisterwerk. Tarrantino hatte in Christoph Waltz seine neue Muse gefunden. Und er hatte sich in Deutschland verliebt.

Wir sahen den Film und begriffen sofort, das dieser Film eine Chance war. Das Böse hatte, spätestens seit dem furchtbaren industriellen Massenmord an den europäischen Juden, eine Sprache. Deutsch war eine tödlich präzise Sprache. Der Holocoust überdeckte lange Zeit die Schönheit der deutschen Sprache. Goethe und Schiller, Rilke und Thomas Mann, Albert Einstein hatten das nicht verdient. Englisch war auch eine schöne Sprache, aber deutsch war eine Klasse für sich.

In den 2000er Jahren war Englisch zur Werksprache in fast allen deutschen Konzernen und größeren mittelständischen Unternehmen geworden. Niemand bemerkte, dass diese Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil ohne Not über Bord warfen.

Irgendwo hatte ich gelesen, dass bei Porsche die Firmensprache Deutsch geblieben wäre. Ausländische Manager, die bei Porsche anfangen wollten, müßten Deutsch lernen und alle originalen Konstruktionsdokumente wären deutsch. Ich weiß bis heute nicht, ob das tatsächlich so ist, aber mir gefällt die Idee vom Wettbewerbsvorteil durch Sprache. Wenn man diese Idee weiterentwickelte, dann kam der Erfolg der chinesischen Autobauer erst durch die Verpflichtung deutschsprachiger Manager und Ingenieure und eine Firmenkultur, die den Chinesen sehr exotisch vorkommen musste. In Südkorea waren es übrigens auch deutsche Ingenieure, die Hyundai und Co. auf die Erfolgsschiene brachten. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die genannten Automobilfirmen Deutsch als Werkssprache einführen werden.

DER COACH – ROMAN – Berufung


Berufung

„Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast,
umso besser wird sie bezahlt!“
(Mark Twain)

Es gibt Berufe, die als Synonym für eine erfolgreiche Karriere gelten. Ärzte und Rechtsanwälte, Finanzmanager und Ingenieure. Künstler, Schriftsteller und Journalisten haben es “per se” schwerer Anerkennung zu gewinnen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein erfolgreicher Künstler ist etwas völlig anderes als eben ein x-beliebiger Künstler, der von der Hand im Mund lebt. Schriftsteller gehören so lange zu den Verlierern bis ihnen der große Wurf gelingt. Künstler gelten vor allem als Überlebenskünstler, bis sie Erfolg haben. Viele warten ihr ganzes Leben auf kommerziellen Erfolg.
Coach ist ein Beruf, den es eigentlich gar nicht gibt. Es gibt ihn noch nicht wirklich, aber er ist notwendig und sinnvoll. Ein Coach ist ein Begleiter, ein Motivator und Fragensteller. Mir gefällt die Idee, durch Coaching andere Menschen voranbringen zu können. Ich liebe diesen Gedanken und ich habe mir vorgenommen, aktiv dazu beitragen, dass Coaching die Bedeutung bekommt, die es verdient.

Der Unterschied zwischen einem professionellen Coach und einem der gerne als Coach arbeiten würde, ist einzig und allein das Geld, das er damit verdient. Am Ende entscheidet immer der Kunde, ob er seinen Coach weiterempfehlen will oder nicht. Referenzen und Zertifikate nützen überhaupt nichts. Das ist eine klare Erfahrung. Es geht um das gewisse Etwas. Es geht um den Geruch des Erfolges.

Irgendwann hatte ich mir abgewöhnt, mich nach immer neuen Zertifizierungen und Mitgliedschaften bei Coaching-Verbänden umzusehen. Ich hatte einfach keine Lust mehr darauf immer mehr Zeit und Geld aus dem Fenster zu werden für immer mehr ähnliche Seminare und Kurse, an deren Ende immer ein mehr oder weniger wertloses Zertifikat winkte. Ich hatte eine mehrjährige Ausbildung zum Life Coach absolviert und nun war klar, dass ich praktizieren musste um mein erworbenes Wissen anzuwenden. Es war klar zu erkennen, dass sich die sogenannte Coaching-Industrie zu einem unübersichtlichen System entwickelt hatte. Ich beschloss erst einmal, mit meinem erworbenen Wissen und meinen Erfahrungen direkt an den Markt zu gehen und Geld zu verdienen. Also ging ich zurück zu meinen Wurzeln und kümmerte mich vordergründig um IT-Themen. Der Rest kam dann ganz von alleine. Informationstechnologie rückt immer mehr in den Hintergrund und wird für den Normalverbraucher unsichtbar. Wir kaufen bereits heute keine Server und Software mehr ein, sondern Services in Form von funktionierenden Strukturen in denen wir unsere Daten ablegen und von denen wir ausgehen, dass sie einfach zur Verfügung stehen. Die Konfiguration und Wartung von IT-Strukturen verschwindet zur Zeit in der sogenannten Cloud und spätestens in drei oder vier Jahren werden wird uns nicht mehr für Server und Software interessieren. Gerade verschwindet Microsoft aus unserem Bewusstsein. Es ist inzwischen vollkommen egal, mit welchem Betriebssystem ein PC oder ein Tablet ausgestattet ist. Es kommt ganz alleine auf Geschwindigkeit, klare Bedienung und den sicheren Zugriff auf Ressourcen an.

Der Job als Coach passt in diese verwirrende Zeit. Ein Coach kann uns aus alten Denkmustern, Teufelskreisen und Vorurteilen befreien. Ein Coach ist ein Begleiter auf Zeit. Ein Coach ist kein Psychiater, sondern eher ein Freund. Allerdings muss dieser Freund bezahlt werden. Alles hat seinen Preis, vor allem der Erfolg.

Motivationsmangel ist Chefsache


Wenn Angestellte keine Freude bei ihrer Arbeit haben, liegt das meist an den Vorgesetzten. Einer Gallup-Studie zufolge fühlen sich oft ältere Mitarbeiter vom Chef vernachlässigt. Das kostet in deutschen Unternehmen Milliarden.
Unternehmer, die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln, tun sich keinen Gefallen. Das Klima im Unternehmen wird schlechter und die Produktivität der Firma sinkt. Die emotionale Bindung von Mitarbeitern zu ihren Arbeitgebern spielt eine sehr große Rolle. Wer das nicht berücksichtigt, hat ein Problem. Die Gruppe der Mitarbeiter, die innerlich längst gekündigt hat und Dienst nach Vorschrift macht, ist größer als angenommen. Sie sind eine echte Bedrohung für Unternehmen und sie wirken ansteckend auf ihre Kollegen. Dabei handelt es sich oft um Mitarbeiter auf die man dringend angewiesen ist. Es lohnt sich diese Mitarbeiter abzuholen und mitzunehmen. Der Motivationsmangel von Mitarbeitern kann vermindert, wenn nicht sogar vollständig beseitigt werden. Persönliche Zuwendung und die Aufmerksamkeit für die Mitarbeiter ist Chefsache. Gerade die erfahrenen Mitarbeiter in einem Unternehmen können ein Motor für Veränderungen und Fortschritt sein. Das Einarbeiten von jungen Mitarbeitern dauert lange und ist aufwändiger als es auf den ersten Blick erscheint. Gerade die älteren Mitarbeiter können als Mentoren dienen und so in notwendige Veränderungsprozesse eingebunden werden.
Die Hauptverantwortung für innere Kündigung liegt eindeutig beim Management. Viele Chefs sind fachlich hervorragend aufgestellt, haben aber deutliche Defizite bei der Personalführung. Besonders im Mittelstand geht es vordergründig um praktische technische Fähigkeiten. Die Kunst Mitarbeiter zu führen wird oft völlig unterschätzt. Erfahrene Manager wissen, dass konstruktive Zusammenarbeit und Kritik gut für das Geschäft sind. Sie schätzen es, wenn Mitarbeiter offen sind und ihnen auch mal den Spiegel vorhalten. Erwachsene Kommunikation und fundierte Kenntnisse in der Kommunikationspsychologie sind unverzichtbar für den geschäftlichen Erfolg. Transaktionsanalyse – “Ich bin OK – Du bist OK” ist ein möglicher Einstieg.