Wege zum Coaching


Wege zum Coaching

Der deutsche Coaching-Pionier Dr. Wolfgang Looss veröffentlichte 1991 Jahre ein Buch mit dem bezeichnenden Namen: “Coaching für Manager – Problembewältigung unter vier Augen”. 1986 veröffentlichte er einen Beitrag im “Manager Magazin”: “Partner in dünner Luft”. Looss erläuterte in einem Interview die Geschichte seiner “Erfindung”. Er war seit den frühen 1980er Jahren als Management-Trainer unterwegs…. Es kam häufiger vor, dass nach dem Abendessen Teilnehmer auf ihn zu kamen, die ihn noch einmal unter vier Augen sprechen wollten. Das zeigte ihm, so Looss, eine enorme Bedürftigkeit, mal mit jemand über ungewohnte Themen – oft an der Schamgrenze und um Ausdruck ringend – zu reden. Themen wie unaussprechliche Dinge wie steigender Stress, Leistungsverschärfung, Uni-Absolventen, die gegen alte Hasen aufgestellt wurden und die weit verbreitete Kommunikationslosigkeit im Unternehmen. Das waren Themen, für die Looss damals noch keinen Ort fand um sie weiterzubearbeiten. (Looss und Webers 2008, S.7)

Eberhard Hauser, ein weiterer deutsche Coaching-Pionier wurde direkt nach dem Studium beim nordamerikanischen Computerhersteller Digital Equipment in Augsburg HR-Spezialist. Dort versuchte er ein Format zu implementieren, “um Managern zu helfen, über sich selbst zu reflektieren – ähnlich wie Therapie, aber mit einem anderen Fokus” (Hauser und Webers, 2012, S.11)

Genau das ist die Idee, die mich seit Mitte der 1990er Jahre immer mehr beschäftigt hat. Ich war damals IT Spezialist in einem mittelständischen Unternehmen und ich war offen für neue Ideen. Meine Beobachtung war, dass Manager oft einfach zu überheblich waren um sich selbst zu reflektieren und wenn, dann versteckten sie es gerne unter einer undurchdringlichen, harten Schale. Das tat den Tätern, wie ich sie damals oft empfand, selbst nicht gut. Aber sie wollten keine Weicheier sein und viele der Manager die ich damals kennenlernen musste, waren geprägt durch die Kaderpolitik der kommunistischen Einheitspartei der ehemaligen DDR. Ich spürte, dass sie ein Klima von Geheimniskrämerei und inneren Zirkeln – Seilschaften – sowie eine eigenartige konspirative Atmosphäre förderten, die auf keinen Fall zielführend sein konnte. Sie hatten diese Führungsform so verinnerlicht, dass keine anderen Methoden für sie in Frage kamen. Schließlich hatten sie es weit damit gebracht und sogar die Wende überstanden, weil sie von ihren westdeutschen Managementkollegen als die einzig kompetenten Ansprechpartner wahrgenommen wurden. Sie waren geeignet für den Job, weil sie ihn machten ohne zu fragen und weil sie gelernt hatten, wie man Karriere machte. Zur Not gingen sie auch über Leichen. Von Coaching waren wir damals noch Lichtjahre entfernt. Ich selbst hatte noch einige lange Jahre als IT-Chef vor mir, die mir deutlich machten, dass Management nicht nur das kalte Abarbeiten von Projektaufgaben ist, sondern vor allem die Arbeit mit Menschen. Kommunikation und Zieldefinition. Projektmanagement im weitesten Sinne.

Der ehemalige britische Rennfahrer Sir John Whitmore lernte am Esalen-Institute in Kalifornien den Tennislehrere Tim Gallway und dessen “Inner Game” kennen. Withmore ware fasziniert. Als er nach England zurückkehrte gründete er eine Tennis- und eine Ski-Schule. “Und dann geschah es, dass Geschäftsleute in meine Schulen kamen, mich fragten, ob ich nicht auch in deren Unternehmen tätig werden könnte” (Whitmore und Webers 2009, S. 13)

Coaching als Variante der Positiven Psychologie war im Gespräch. Ich selbst hatte mein Erweckungserlebnis in Sachen Coaching nach einer Begegnung mit einem Coach bei den Toast Masters in Berlin. Ich fragte ihn nach dem Abend, was ich tun müsse um dahin zu kommen, wo er meiner Meinung nach schon wäre. Er lud mich ein, eine Coaching-Ausbildung zu absolvieren; was ich dann auch tat.   

 

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7 Gründe für Unternehmen, auf Coaching zu verzichten


7 Gründe, warum Unternehmen auf Coaching verzichten

Es gibt viele gute Gründe für Coaching. Dieser BLOG ist voll davon. Es gibt aber auch gute Gründe, auf Coaching zu verzichten. Warum? Ist besser so. Ein Coaching könnte ein Unternehmen komplett durcheinanderbringen. Das ist nicht gut, wenn man Angst vor Veränderung hat. Und es ist ganz und gar nicht gut, wenn man fürchtet, dass herauskommt, dass Anspruch und Wirklichkeit in einem Unternehmen so krass auseinanderklaffen, dass es kaum eine Chance gibt, den Abgrund jemals zu schließen oder auch nur zu überbrücken.

Die meisten Unternehmen haben einen Anspruch, der weit über das nackte Überleben hinausreicht. Sie verkörpern eine MARKE, die möglichst glänzend und anziehend auf Kunden, Shareholder und Mitarbeiter wirken soll. Unter der Oberfläche sieht es oft ganz anders aus. Kritik wird nicht oder nur unter vorgehaltener Hand geübt. Ein Coach erkennt derartige Diskrepanzen sehr schnell. Es liegt auf der Hand, was Fakt ist. Und es macht zuerst überhaupt keinen Sinn, diese Dinge sofort und unreflektiert auf den Tisch zu knallen. Fingerspitzengefühl ist gefragt, wenn man als Coach wirklich etwas voranbringen möchte. Die Probleme kennt das Unternehmen längst. Coaching ist ein Format um einen optimistischen Spirit ins Unternehmen zu bringen. Es führt am Ende dazu, die Firma erfolgreicher und besser zu machen. Das geht nicht nur über bessere Roboter und Computer, schönere Gebäude und Hochglanzbroschüren, sondern hauptsächlich über zufriedene Mitarbeiter, die gerne für den Kunden arbeiten, weil sie wissen, was es für sie und das Unternehmen bewirken kann. Mitarbeiter, die ohnehin keinen Sinn in der Unternehmenspolitik sehen oder sogar offensichtliche Fehler sehen und sich damit arrangiert haben, bringen ein Unternehmen nicht voran.

Grund #1 – Coaching bringt nur noch Unruhe

Der erste Grund, warum ein Unternehmen keinen Coach einsetzt ist dieser: Es gibt große Probleme in der Unternehmenskultur, die jeder kennt. Ein Coach bringt nur noch mehr Unruhe in das Unternehmen.

Grund #2 – Keine Zeit für Coaching

Wir müssen Geld verdienen und wir haben keine Zeit für so einen Quatsch. Wenn überhaupt, dann ist Coaching was für unsere Führungskräfte. Aber die haben auch keine Zeit dafür. Sie sind so damit beschäftigt das Tagesgeschäft zu erledigen, dass wirklich keine Zeit für Coaching bleibt.

Grund #3 – Kein Budget für Coaching

Was soll das bringen? Coaching kostet doch nur Geld. Wir werden jetzt auf keinen Fall zusätzliche Gelder für Coaching, Supervision oder so etwas einplanen. In Zeiten knapper Kassen werden wir nicht noch mehr Geld ausgeben.  

Grund #4 – Das machen wir selbst

Wir haben eine eigene HR-Abteilung und jeder Leiter ist selbst Coach seiner Mitarbeiter.

Grund #5 – Das bringt nichts

Was soll das bringen? Es ist doch nur eine zusätzliche, sinnlose Belastung für unsere Mitarbeiter.

Grund #6 – Das ist egal

Es ist dem Unternehmen grundsätzlich wirklich egal, was die Mitarbeiter denken und fühlen. Wenn sie unzufrieden sind, dann sollen sie doch selbst zum Therapeuten gehen. Da draußen warten jede Menge Interessenten.

Grund #7 – Das haben wir noch nie gebraucht

Warum sollten Unternehmen jetzt damit beginnen, Coaching für sich zu nutzen? Das kostet nur viel Geld und bringt Unruhe. “Das haben wir doch schon immer so gemacht. Warum sollten wir jetzt unsere bewährten Abläufe in Frage stellen?”

Es gibt mehr als SIEBEN GRÜNDE, auf Coaching zu verzichten. Es gibt viel mehr Gründe ein Coaching zu wagen.

Unternehmen sind nicht demokratisch


Man kann es drehen und wenden. Eins ist FAKT: In Unternehmen gibt es keine Demokratie

In den meisten Unternehmen gilt die Entscheidung des Geschäftsführers, Inhabers oder des CEO. Das war eines der ersten Erkenntnisse, die ich in den frühen 1990ern lernen musste. Insofern war nach der Wende alles beim Alten geblieben. Nur die Vorzeichen hatten sich geändert. Das System der Marktwirtschaft war eindeutig leistungsfähiger als das der Planwirtschaft. Wobei mir von Anfang an klar war, dass Planwirtschaft nicht automatisch eine Katastrophe sein musste. Wir sehen heute in China, dass es keinen zwingenden Grund gibt, die Planwirtschaft als alleinigen Grund für den wirtschaftlichen Niedergang in der Sowjetunion und den osteuropäischen Staaten zu sehen. Das Problem der Planwirtschaft und der politischen Nomenklatura war ein völlig anderes. Bei einer besseren Auswahl der Verantwortlichen durch Qualifikation, Bildung und Assessments wäre es vermutlich anders gelaufen. Natürlich spielen auch Beziehungen eine große Rolle. Das ist immer so. So wie es in der Geschichte gute und schlechte Herrscher und Könige gab, gibt es in der Wirtschaft gute oder schlechte Leiter oder Führungskräfte. Ich bin davon überzeugt, dass Demokratie in der Gesellschaft ein Garant für einen möglichen Wechsel bei den nächsten Wahlen ist.

Ab und zu muss ich darüber schreiben. Ich war 27, als alles anders wurde und ich habe noch bewusst erlebt, wie es vor der Wende war. Allerdings hatte ich das Privileg schon damals mit modernster IT umgehen zu können. Außerdem hatte ich kluge und leistungsfähige Kollegen, die gesellschaftlich sehr kritisch und fachlich sehr gut aufgestellt waren. Für mich war es genau der richtige Zeitpunkt, als die Mauer fiel. Und ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukam. Ich wusste nicht einmal, was der Begriff Mehrwertsteuer bedeutet und warum man die Mehrwertsteuer abziehen kann. Es gab viel zu lernen und ich war einfach froh einen guten Job zu finden und nicht arbeitslos zu werden. Der kaufmännische Geschäftsführer des Unternehmens kam aus dem Westen und eine der ersten Lektionen die ich aufmerksam lernte, war die, dass es in Unternehmen keine Demokratie gibt. Es muss eine Führungsentscheidung geben und alle Versuche von untergeordneten Mitarbeitern dem Chef das Leben schwer zu machen oder ihn gar in Frage zu stellen, kam bei den übergeordneten Chefs im Konzern überhaupt nicht gut an.

Das ist alles kein Problem, wenn der Chef, die Chefin, tatsächlich immer und überall die richtigen Entscheidungen treffen können. Aber sie sind Menschen und machen Fehler. Sie sind mächtige Menschen, die mächtig große Fehler machen können. Das ist dann wirklich ein Problem. Wenn man gewohnt ist, aus dem Bauch heraus zu entscheiden, spielen Tatsachen nicht mehr die wichtigste Rolle. Also muss man irgendwie versuchen aus den vorliegenden Zahlen etwas zu machen.

ERP-Systeme geben einen relativ guten Überblick darüber, wo das Unternehmen gerade steht. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie die Entwicklung war und ein vorsichtiger Forecast zeigt sogar den Auftragsbestand und den Cash-Flow, den Wert des Unternehmens. Die allerwichtigste Ressource, die Menschen in einem Unternehmen, ist allerdings immer noch ein sehr unbekanntes Wesen. Psychologen und HR-Manager können ein Lied davon singen.

Also muss man aus dem Bauch heraus entscheiden und am Ende ist es oft der Chef eines Unternehmens, der die letzte Unterschrift leistet. Wenn bei einer Personalentscheidung irgendwelche Zweifel vorhanden sind, dann zieht sich die Sache hin und kann am Ende sogar noch platzen.

Ich wünsche mir gute und verantwortungvolle Führungspersönlichkeiten, die eine gute Kinderstube und eine gute Ausbildung genossen haben. Ausserdem wünsche ich mir die Weisheit dieser Personen sich professionell coachen zu lassen. Die Begleitung durch einen erfahrenen Coach ist aus meiner Sicht immer das beste Zeichen von Autorität und Führungsverantwortung. Der Coach beeinflusst keine Entscheidungen, aber er macht den Auswahlprozess transparent und professionell. Ein Coach ist immer die richtige Wahl. Ich kenne Unternehmen, die haben die besten Coaches des Landes unter Vertrag. Ob sich die Führungspersönlichkeiten regelmäßig coachen lassen?

 

 

Coach me – if you can!


„Na dann komm! Ich habe ein Problem. Coach mich!“ Mir fällt sofort der Untertitel dieses Blogs hier ein. COACH ME, IF YOU CAN!

Natürlich kann ich, aber was ist das Ziel dieses Coachings? Soll ich nur zeigen, was ich kann, oder ob ich ein guter Coach bin? Nein. Das wäre der falsche Ansatz. Die Frage ist tatsächlich, ob ich denke, dass ein Coaching angebracht ist. Ein Coaching kommt per Vertrag zustande. Ein Coach arbeitet nicht einfach so, ohne darauf zu achten, was dabei heraus kommen kann. Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, dann geht es eben nicht. So einfach ist das. Wenn alles passt, kann Coaching durchaus ein sinnvolles Format sein. Einfach nur zu sagen: „Nun coach mich mal!“ funktioniert nicht.

Ein Coach ist in erster Linie ein Dienstleister. Prinzipiell kann jeder diese Dienstleistung auch irgendwie selbst erbringen. Man kann Bücher lesen oder ein Seminar über Führung,  Psychologie, Work-Live-Balance oder The Big 5 for Live oder über Neurolingustische Programmierung NLP besuchen. Prinzipiell kann jeder sich selbst coachen. Worauf es beim professionellen Coaching ankommt, ist die Zeit die man dafür benötigt um ans Ziel zu kommen. Ein Coach ist in erster Linie ein Mensch, der die notwendigen Werkzeuge beherrscht und dem man vertrauen kann. Ein Steuerberater ist dafür da in Sachen Steuern zu beraten und die Steuererklärung so schnell wie möglich und so vollständig wie nötig zu erstellen. Im Prinzip kann man das auch selbst erledigen. Aber warum soll man zu viel Zeit in so etwas investieren, wenn man das mit Geld schneller erledigen kann? Wenn man sein Haus neu einrichten will, dann kann man zum Baumarkt und zum Einrichtungsmarkt gehen und alles selber machen. Man kann aber auch einen professionellen Einrichtungsberater nutzen, der sich um alles kümmert. Wer der Meinung ist, es selbst besser erledigen zu können, der kann das gerne tun. Jemand der wirklich keine Zeit hat, fragt einen Berater.

Beim Coaching ist das ganz ähnlich. Selbermachen geht. Das nennt man Selbstcoaching. Das funktioniert mehr oder weniger gut und hängt vom individuellen Wissen des Einzelnen ab.

Ich habe eine interessante Beobachtung gemacht. Am Anfang glaubt fast jeder, dass er alles selbst erledigen kann. Nach einem erfolgreichen Coaching sieht das meistens ganz anders aus. Dann wird aus der unbewussten Inkompetenz – bewusste Inkompetenz und die Überzeugung, dass Selbermachen zu aufwändig und zu wenig zielgerichtet ist. Mit dem Coaching ist es wie mit einer guten Massage. Man kann alle möglichen Hilfmittel zur Hand nehmen um sich zu massieren, aber nichts ersetzt den professionell ausgebildeten Masseur oder Physiotherapeuten. Den Unterschied muss man einfach selbst feststellen.

Es gibt in den USA eine Reihe von Coachinglegenden, die ganze Hallen füllen. Ein persönliches Coaching bei diesen Leuchttürmen der Coachingszene kann leicht mehrere 1000 Dollar kosten. In Deutschland wächst die Coachingszene in letzter Zeit auch sehr schnell. Auch hier finden wir eine Reihe sehr erfolgreicher und bekannter Coaches.

Christopher Rauen, Sabine Asgodom, Boris Grundl, Daniel Schäfer – um nur einige Namen zu nennen.

Es gibt auch eine Reihe bekannter Persönlichkeiten, die sich eher der Mediation, Mentoring und Supervision zugehörig fühlen.  Wenn man diesen Leuten erzählen wurde, dass man das mit dem Coaching mal eben ausprobieren wolle, dann würden sie vermutlich freundlich lächeln und ein Wochenendseminar empfehlen. Thema: Coaching. Ziel: Erwerben eigener Coachingkompetenz, eine Art Coaching Pass. Darüber habe ich schon mal geschrieben und mir eine Menge Kritik geholt. Aber ich bleibe dabei: eine gewisse Grundkompetenz für ein Coaching braucht jeder. Es ist wie ein professionelles Mountainbiketraining für erfahrene Biker, die die Alpen überqueren wollen. Fahrradfahren müssen sie bereits können, sonst funktioniert das nicht. Wer in der Mathematik ANALYSIS betreiben will, muss die Grundrechenarten beherrschen und mit Brüchen umgehen können, sonst funktioniert das nicht. Genau so ist es mit dem Coaching. Ein Coachee ohne Grundkenntnisse kann mit einem ProfiCoach nicht viel anfangen. Er wird allenfalls beeindruckt sein, mehr passiert bei der ersten Begegnung möglicherweise nicht.

Das Motto dieses Bogs hier ist provokativ: “Coach me – if you can!”  – ist genau das, was viele Klienten von einem Coach erwarten. Aber darum geht es im Grunde gar nicht. Am Anfang muss geklärt werden, was Coaching ist und wie es funktioniert. Erst dann sollte man mit Coaching anfangen.

Choleriker handeln unprofessionell


Choleriker sind ein überaus beliebtes Thema. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht nach diesem Begriff gesucht wird. Choleriker haben es uns offensichtlich angetan. Sie sind ständig dabei anderen etwas anzutun. Ab heute wird zurückgeschlagen! Umarmt eure Choleriker und informiert sie! Warnt sie vor ihren unüberlegten Taten und helft ihnen ein neues und schönes Leben zu führen. Zugegeben, das ist etwas ironisch gemeint, aber warum eigentlich nicht?
Cholerisches Verhalten ist in aller erster Linie ein äußerst unprofessionelles Verhalten. Wer als Choleriker unterwegs ist, zeigt, dass er sich nicht im Griff hat. Damit hat er oder sie ein erhebliches Problem. So ein Verhalten wird in Zukunft nicht mehr toleriert werden. Arrogantes, beleidigendes und aufbrausendes Verhalten von Mitarbeitern wird eindeutig als negatives Ereignis registriert und schadet der Karriere. Jeder Mitarbeiter weiß, dass er professionell mit Konflikten umgehen sollte. Es gibt immer noch Chefs, die glauben, dass ihre hemmungslosen Ausfälle ihr gutes Recht sind. Sie glauben tatsächlich, dass das zum Job dazu gehört. „Chefs sind halt so….“

Aber das ist nicht richtig. Der Typ „Hemdsärmeliger, aufbrausender Chef“ wird in Zukunft immer weniger Chancen auf eine aussichtsreiche Karriere haben. Typen wie der aktuelle Microsoft Chef Steve Ballmer, haben in Zukunft (hoffentlich) keine Chance mehr. Ausnahmen bestätigen die Regel. Professionelles Verhalten ist mindestens genau so durchsetzungsstark wie cholerisches und chaotisches Verhalten. Ich rede von Führungskräften. Genies können sich nach wie vor so aufführen wie sie wollen. Die dürfen das! Allerdings ist man noch lange kein Genie, wenn man sich nicht im Griff hat.

Mindmap-Organigramm Rollenklärung


Lebens-Berufs-Wege-Coach
Rollenklärung von Führungskräften

Wo stehe ich als Führungskraft? Welche Möglichkeiten und Spielräume habe ich? Wie kann ich auf die vielschichtigen Herausforderungen verantwortlich reagieren, im Sinne von Finden der angemessenen Antworten?

Klären Sie, welche Rolle zu Ihnen passt.

Sie sind ganz alleine. Wo genau stehen Sie eigentlich? Wer erwartet was von Ihnen und was erwarten Sie von Anderen. Wer ist ihr direkter Vorgesetzter? Wer sind Ihre Untergebenen? Wer sind ihre Unterstützer und wer Ihre Gegenspieler? Was ist Ihre Aufgabe? Was wollen Sie eigentlich erreichen? Gehen Sie ein paar Schritte beiseite und sehen Sie sich um. Betrachten Sie sich und Ihre Umgebung mit den Augen eines analytischen Roboters. Schauen Sie sich die Zeitlinie an. Wo werden Sie in einem Jahr stehen und was werden Sie in 10 Jahren machen?
Schauen Sie sich die Rollen an, die Sie und Andere spielen und skizzieren Sie das mit einem Mindmap-Organigramm. Was ein Organigramm ist, wissen Sie. Eine Mindmap kennen Sie auch. Ein Mindmap-Organigramm ist zunächst eine hierarchische Darstellung der Verantwortlichkeiten in einem Unternehmen. Dazu kommen Querverbindungen und Notizen zu den unsichtbaren Fäden, die eine Organisation zusammenhalten.
Nehmen Sie sich jede einzelne Person in Ihrem Organigramm vor und beschreiben Sie die Rollen, die diese Person spielt. Lassen Sie sich einfach Zeit und lassen Sie Ihre Gedanken frei! Sie werden schnell feststellen, das Ihr Unternehmen ein wenig anders aussieht, als es auf dem ersten Blick erscheint.
Ein Wirtschaftsdetektiv erzählte mir folgende Geschichte. Sie ist synonym für unsichtbare Rollenspiele in Organisationen und Unternehmen. In einer Firma wurden regelmäßig Gegenstände und Material entwendet. Der Firmeninhaber wollte natürlich wissen, wer der Dieb war. Es kam zu einer aufwändigen Untersuchung die dem Inhaber eine 5-stellige Summe kostete. Als dann herauskam, wer der Dieb war, stellte der Unternehmer die Untersuchungen ein und ließ alles im Sand verlaufen. Er wollte weder eine Strafanzeige stellen, noch den Missetäter rauswerfen. Die Beweislage hätte für eine fristlose Kündigung mit Strafanzeige ausgereicht. Es stellte sich heraus, dass der Unternehmer den Dieb brauchte. Das glaubte er jedenfalls. Ohne ihn wäre das Unternehmen nicht überlebensfähig gewesen. Der Missetäter war der beste und einzige Freund des Unternehmers. Sie waren ein ungleiches Paar. Ein erster Blick auf das Unternehmen hätte das niemals ergeben. Der Unternehmer ließ also alles beim Alten und verpflichtete den Detektiv zu Stillschweigen. Die Geschichte zeigt deutlich, dass es in Unternehmen Hierarchien gibt, die auf dem ersten Blick nicht zu erkennen sind. Manchmal sind es nur Sympathie oder Abneigung, die eine größere Rolle spielen als man annimmt.
Wer will was erreichen? Wem nützt es? Nehmen Sie sich Zeit, die Rollen zu klären! Öffnen Sie die Augen und lassen sich nicht täuschen vom scheinbar Offensichtlichen. Lassen Sie sich nicht beeinflussen und schreiben Sie sich alles auf. Sehen Sie sich in der Rolle eines analytischen Roboters. Beschreiben Sie auf Ihre eigene Rolle leidenschaftslos aus dem Blick ihres Chefs und ihrer Mitarbeiter. Was denkt Herr X, Y, Z von Ihnen? Was für eine Rolle sollen Sie spielen? Was für eine Rolle wollen Sie spielen? Wer wollen Sie sein?
Sie werden sich wundern, was Sie alles entdecken werden! Viel Glück bei einem spannenden Detektivspiel!

/aktualisiert am 05.05.2017/

Coaching und Seelsorge


Stained glass at St John the Baptist's Anglica...

Stained glass at St John the Baptist’s Anglican Church http://www.stjohnsashfield.org.au, Ashfield, New South Wales. Illustrates Jesus‘ description of himself „I am the Good Shepherd“ (from the Gospel of John, chapter 10, verse 11). This version of the image shows the detail of his face. The memorial window is also captioned: „To the Glory of God and in Loving Memory of William Wright. Died 6th November, 1932. Aged 70 Yrs.“ (Photo credit: Wikipedia)

Preisfrage: Was haben Coaching und Seelsorge gemeinsam? – Beides sind Beratungsformate wie Mentoring, Mediation, Supervision und klassische psychologische Beratung. Seelsorge stützt sich hauptsächlich auf Aufmerksamkeit und Hinwendung zum gläubigen Menschen. In der Seelsorge spielt der Mensch die Hauptrolle. Christliche Seelsorger, sind sehr oft mit einem Missionsauftrag unterwegs. Das ist der Grundauftrag des Evangeliums. „Gehet hin in alle Völker und lehret sie….“ Eine fundierte Ausbildung wird nicht zwingend vorausgesetzt. Ein gutes Herz und Hinwendung zu den Menschen sind die Grundlagen von Seelsorge. Oft wird folgendes Argument benutzt: „Jesus und seine Jünger waren doch auch ohne jede Ausbildung!“ und „Wichtig ist, dass man ein offenes Ohr und ein gutes Herz besitzt!“ – „Ein starker Glaube ist wichtig!“ Das mag alles richtig sein. Demut hat jedoch nichts mit Unwissenheit zu tun. Jesus wurde immer wieder als Rabbi angesprochen. Das lässt darauf schließen, dass er nicht nur ein einfacher Zimmermann war, sondern ein Gelehrter und Lehrer. Immerhin hat er schon im zarten Alter von 12 Jahren die Gelehrten im Tempel mit scharfsinnigen Gedanken überrascht. Es ist also davon auszugehen, dass Jesus über eine exzellente Ausbildung verfügte. Er wird gewusst haben, welche Potentiale in den Männern die er aufforderte ihm zu folgen und ihn zu begleiten, steckten. Er bereitete sie darauf vor ihm auch dann zu folgen, auch wenn er nicht mehr bei ihnen wäre. Er machte sie zu Menschefischern, zu Führungskräften. Sie lernten so zu denken und zu handeln wie er und dazu gehörte es auch, die Seelsorger auszubilden und auf den Ernstfall, die Mission, vorzubereiten. Seelsorger brauchen eine fundierte Ausbildung. Eine Ausbildung als psychologischer Berater ist eine gute Grundlage. Denn genau das ist Seelsorge: ein psychologisches Beratungsformat. Mit einer guten Ausbildung kann vieles verhindert werden, was wir oft als „gut gemeint!“ benennen. Gut gemeint ist meistens einfach nur schlecht gemacht. Es gibt keine Entschuldigung für „gut gemeintes“ Versagen. Es geht um Menschen. Wer mit Menschen arbeitet muss wissen, was er tut. Fundierte Ausbildung von Seelsorgern ist wichtig, ganz besonders, wenn es sich um einflussreiche Organisationen handelt, in denen Laien Seelsorge betreiben. Ich selbst habe viele Jahre als Seelsorger gearbeitet und einen reichen Erfahrungsschatz sammeln dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das hat mir persönlich den Weg hin zum Coaching geöffnet. Nach meiner Coaching-Ausbildung erkenne ich viele Probleme, die ich früher nur aus dem Bauch heraus spüren konnte. Es sind zu viele engagierte aber unzureichend ausgebildete Laien unterwegs, wenn es um Seelsorge geht. Ein Freund von mir stand vor dem selben Dilemma. Er hatte ein höheres Amt in einer Freikirche und er hatte eine professionelle Managementausbildung. Das half ihm weiter. Dann bot er der Telefonseelsorge seine Mitarbeit an und absolvierte dort einen Grundkurs. Auch das führte ihn weiter auf seinem Weg zur professionellen Seelsorge. Coaching und Seelsorge haben noch etwas gemeinsam. Ein Coach ist sehr bemüht seinem Klienten niemals Ratschläge zu geben. Ein Seelsorger sollte es genau so halten.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch. Ratschläge sind nicht hilfreich.

Es wäre schön, wenn diese Nachricht an der richtigen Stelle ankommen würde. Es ist so einfach, seine Leute gut auszubilden. Man muss nur erkennen, wie wichtig das ist. Und es hätte noch einen wichtigen Effekt: Es wird viel mehr freiwillige Mitarbeiter geben, die gerne von einer guten Ausbildung profitieren und ihre Erfahrungen in der Praxis anwenden wollen.

Coaching und Seelsorge sind nicht zuletzt deshalb so eng verwandt, weil sofort klar wird, dass ein guter Seelsorger kein Psychologe oder Therapeut sein muss. Bei einem Coach ist es ganz ähnlich.

Arschloch-Faktor


Wenn du regieren willst, darfst du die Menschen nicht vor dir herjagen, du musst sie dazu bringen, dir zu folgen. (Charles de Montesquieu)

Es gibt Führungskräfte, die tatsächlich meinen, ihre Untergebenen müssten sie hassen um zu funktionieren. Dabei offenbaren sie mit ihrem Verhalten nur sehr deutlich, dass sie vollkommen ahnungslos oder total überfordert sind. Berater und Coaches erkennen sehr schnell, mit welchem Führungstyp sie es zu tun haben. Ein Arschloch-Chef ist niemand, mit dem wir uns frontal anlegen würden. Es hat keinen Sinn. Solche Leute ändern wir nicht. Das ist auch gar nicht unsere Aufgabe. Man muss die Menschen da abholen wo sie sind. Wir beobachten das und können gut damit umgehen. Wir geben keine Ratschläge, aber wir beobachten natürlich, was dieser Führungsstil anrichtet. Erfolgreiche Unternehmer sehen anders aus. Ein Fiesling hat noch nie ein erfolgreiches Unternehmen angeführt. Ausnahmen bestätigen die Regeln, aber dann ist oft die zweite Führungsebene sehr gut. Meist setzt man solche Leute ein, um ein Unternehmen gegen die Wand zu fahren. Auch das ist eine oft beobachtete Tatsache. Egal ob Sie auf der einen oder anderen Seite stehen, schauen Sie sich um. Sind Sie als Chef tatsächlich der Meinung dass nur die Peitsche hilft? Haben Sie als Mitarbeiter das Gefühl, dass es sich um einen guten Führungsstil handelt? Das Gegenteil ist der Fall. Gute Führung, Leadership ist eine Kunst, die eine gute Kinderstube voraussetzt. Natürlich gibt es Chefs vor denen die Mitarbeiter Respekt und eine gewisse Furcht haben. Sie haben es nicht nötig Mitarbeiter zu beleidigen, vor anderen bloß zustellen oder sie anzubrüllen. Gute Chefs werden nicht nur gefürchtet, sie werden bewundert. Sie achten sehr sorgfältig darauf nicht in den Arschloch-Modus zu fallen. Denn das ist weit unter ihren Möglichkeiten. Nur Verlierer verhalten sich die Axt im Walde. Gewinner haben sich und den Prozess jederzeit unter Kontrolle.

Ich rasple kein Süßholz, sondern rede Klartext!

Das ist ein beliebtes Argument, von forsch auftretenden Chefs. Sie hassen Weicheier, die sich nicht trauen, Dinge offen anzusprechen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Es kommt immer darauf an wie man Dinge anspricht. Wer Mitarbeiter beleidigt, herumbrüllt und alle verdächtigt kleine faule Lumpen zu sein, ist kein Klartextredner, sondern einfach nur ein Arschloch. Diese Leute sind definitiv nicht coachbar. Aber das ist auch gut so. 

Crashkurs Führung


Führungskräfte werden häufig völlig überraschend eingesetzt und finden sich plötzlich in einer ungewohnten Rolle wieder. Eben noch ein sehr kompetenter Mitarbeiter und Kollege und plötzlich der Teamleiter oder Chef. Jetzt heißt es die Ärmel hochrempeln und alles so machen, wie man es schon immer haben wollte. Doch vorher müssen noch ein paar grundlegende Hausaufgaben geklärt werden. Wer noch nie in der Rolle als Führungskraft zu tun hatte, könnte grundlegende Fehler machen, die sich nie wieder beseitigen lassen. Auch Führungskräfte die glauben genau zu wissen, was zu tun ist und wie Führung funktioniert, sollten über folgendes Angebot nachdenken. Leisten Sie sich einen Crashkurs Leadership Management! Es muss nicht unbedingt ein Kurs im Schloss Diedersdorf sein. Im Grunde ist es vollkommen egal, mit wem Sie zusammenarbeiten. Aber tun Sie es! Reden Sie mit einem Sparringspartner Ihres Vertrauens. Suchen Sie sich einen externen Profi, mit dem Sie über alles reden können. Sie werden schnell feststellen, wie wertvoll das sein kann. Sie können nur gewinnen! Suchen Sie sich den Coach, der zu Ihnen passt. Alles, was Sie Ihrem Coach erzählen unterliegt der Vertraulichkeit. Sie werden sehr schnell erkennen, was das für Vorteile hat. Sie werden garantiert mehr Sicherheit und Führungskompetenz gewinnen. Verlassen Sie die Einsamkeit in der oberen Führungsetage. Suchen Sie sich einen kompetenten Gesprächspartner. Mein Tipp: The International Coach Federation. Aber darauf komme ich später noch ausgiebig zurück.  

Deutschland im Coaching Wahn


Sonntag, 6.Januar 2013 auf RTL

Die Große Reportage: Deutschland im Coaching Wahn

Nie gab es mehr Coaches, jeder kann „becoached“ und alles kann gecoached werden, so scheint es. Sind wir zu verzettelt um in einer immer unübersichtlicheren Welt den Überblick zu bewahren?

Es werden beispielhaft drei Coaches vorgestellt. Ein Verkaufstrainer, eine Dame die Kindern gutes Benehmen bei Tisch beibringt und ein echter Life Coach, der auf Grund seiner starken Sehbehinderung zum Coaching gefunden hat. Die Reportage zeigt vor allem wie verwirrend der Begriff Coaching heute benutzt wird. Das man vor allem dann einen Coach braucht, wenn man „in der Scheiße sitzt“, darf bezweifelt werden.

Was ist also Coaching genau? Wer braucht das? Was bringt das?

Ein Blick auf die großen Coachingverbände ist sicher keine schlechte Idee. Training, Mentoring und Beratung sind definitiv kein Coaching, sondern schlicht andere verwandte Beratungsformate der psychologischen Beratung. Es gibt dann auch noch Seelsorge, Supervision und Mediation…..

Tipp: http://www.coachfederation.de/ und speziell die Kernkompetenzen http://www.coachfederation.de/icf-d/icf-kernkompetenzen.html

Coaching für Skeptiker


Sie kennen das. Mit einem strahlenden Lächeln betreten Sie Ihr Büro und bestellen sich einen Kaffee. Sie sind der strahlende Leader in Ihrem Unternehmen. Ich verkneife mir das modische LeaderIn… Frauen sind oft die besseren Chefs. Aber das nur mal so am Rande. Sie sind der Chef im Ring. Wenn Sie sich die Zahlen ansehen und die Beschwerden Ihrer Kunden, dann kommen Ihnen Zweifel. Haben Sie wirklich die richtigen Leute? Haben Sie die richtige Strategie? Wo werden Sie in 5 Jahren stehen? Alles verändert sich. In welche Richtung sollen Sie eigentlich gehen? Aber weg mit den dunklen Gedanken! Wir sind auf Erfolg programmiert. Wer wenn nicht wir? Oder? Was kann also Coaching für Sie bringen? ehrlich gesagt, kann ich derartige Gedanken nachvollziehen. Das könnte ein guter Anlaß für ein Coaching werden! Skeptiker sind oft die besten Klienten. Voraussetzung ist lediglich die Bereitschaft für ein gutes Gespräch und natürlich Neugier.

„Stellen Sie sich vor, dass Coaching wider Erwarten doch etwas für Sie sein könnte: Was wäre denn der Bereich mit dem Sie am meisten unzufrieden sind?“

Hier könnte ich mir ein richtig gutes Coaching vorstellen. Machen wir uns nichts vor. Die meisten Unternehmer wissen, was sie tun. Sie brauchen niemand, der ihnen sagt wo es langgeht. Das ist doch völlig klar. Und doch sind genau diese erfolgreichen Manager meine persönliche Zielgruppe. Sie wissen doch ganz genau, wo es klemmt und woran Sie besser nicht denken wollen. Sie brauchen einen anspruchsvollen Gesprächspartner der alles was Sie ihm erzählen für sich behalten kann und das auch muss. Sie brauchen einen Coach! Skeptisch? Gut! Das gehört für mich einfach dazu.

Stellen Sie sich vor, dass Sie ausgetretene Pfade verlassen und neue Wege finden werden.

Darum geht es beim Coaching. Andere, neue Perspektiven. Ausbrechen aus Denkmustern. Zertrümmern von begrenzenden Glaubenssätzen.

Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom! (Albert Einstein)

Coaching macht genau das. Und das kann nicht jeder! Viel Spaß beim Coaching!

 

 

Mein Selbstverständnis als Coach


McStudy Hausaufgabe innerhalb der Life Coach Ausbildung 2010-2012

Mein Selbstverständnis als Coach: Warum will ich Coach werden?

Ein Coach ist ein Taxifahrer, der einen Passagier sicher an ein Ziel bringt,
das zu Beginn der Reise noch nicht bekannt sein muss. (Ralf Zöbisch, 2011)

Einleitung

Während meiner Ausbildung bei der X-Group von Daniel Schäfer in Berlin habe ich einige erstaunliche Entdeckungen gemacht. Zu Beginn der Life Coach Ausbildung glaubte ich ziemlich genau zu wissen, was Coaching ist und wie es funktioniert. Ich war mir sicher, dass ich das Zeug zu einem guten, ja hervorragenden Coach bereits mitbringen würde. Nun käme es für mich nur noch darauf an, die notwendigen Voraussetzungen für ein Zertifikat zu erlangen, um dann als vollwertiger Coach arbeiten zu können. Ich erkannte sehr schnell, dass ich mich geirrt hatte und schreibe es meiner unbewussten Inkompetenz zu. Ich habe sehr schnell gelernt, dass ich noch viel zu lernen habe. Ich bin ein neugieriger, wissbegieriger Mensch. Mich interessiert die Zukunft und zwar eine positive Zukunft. Diese Zukunft muss erarbeitet werden. Es ist kein Spaziergang. Als Coach habe ich die Fähigkeit, die Möglichkeit und die Berufung eine bestmögliche Zukunft zu erarbeiten und zu gestalten. Coach zu sein bedeutet für mich “Von der Zukunft her führen”, wie es einer meiner Vorbilder Otto Scharmer in seiner “Theorie U” beschreibt. Coaching ist für mich die Öffnung des Denkens, Fühlens und des Willens. Coaching ist eine Mischung von individueller Beratung, persönlichem Feedback und praktischem Training. Coaching ist ein Kommunikationsprozess zwischen einem, für Veränderung offenen, echten Klienten, dem Coachee und einem erfahrenen und engagierten Coach.
Ich fühle mich wohl in meiner Rolle als Coach. Dadurch wird es mir auch möglich, selbst Coachee bei einem erfahrenen Kollegen zu werden, um meine Kompetenzen und meinen Horizont zu erweitern. Ein Coach behandelt Fragestellungen mit seinem Klienten, die sowohl berufliche Herausforderungen und Veränderungen, als auch private Bereiche und die Persönlichkeit betreffen. Im Coaching werden Fragen gestellt, die den Coachee in die Lage versetzen, gemeinsam mit dem Coach, geeignete Problemlösungen und Umsetzungsstrategien zu entwickeln, das eigene Verhalten zu analysieren und weiterzuentwickeln. Es werden Rollen geklärt und Positionen bestimmt.  Komplizierte Entscheidungsprozesse werden möglich. Coaching hilft bei der Entwicklung von Visionen und Zielen.

Definitionen

Coaching ist inzwischen ein inflationär benutzter und teilweise irreführender Begriff. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Begriff Coach und Coaching klar zu definieren.

Nach Babak Kaweh ist Coaching – anlassbezogenes Lernen. Der Klient nennt einen Anlass, oder auch ein Problem, das er lösen will. Der Coach übernimmt den Prozess und hilft bei der Neupositionierung und Neuorientierung. Ratschläge wird ein guter Coach niemals geben.

Auf der Webseite des DBVC ist Coaching wie folgt definiert:

“Coaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- / Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen / Organisationen. Zielsetzung von Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bzgl. primär beruflicher Anliegen. Als ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform dient Coaching der Steigerung und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit. Als ein auf individuelle Bedürfnisse abgestimmter Beratungsprozess unterstützt ein Coaching die Verbesserung der beruflichen Situation und das Gestalten von Rollen unter anspruchsvollen Bedingungen.“

Durch die Optimierung der menschlichen Potenziale soll die wertschöpfende und zukunftsgerichtete Entwicklung des Unternehmens / der Organisation gefördert werden.

Inhaltlich ist Coaching eine Kombination aus individueller Unterstützung zur Bewältigung verschiedener Anliegen und persönlicher Beratung. In einer solchen Beratung wird der Klient angeregt, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Coach ermöglicht das Erkennen von Problemursachen und dient daher zur Identifikation und Lösung der zum Problem führenden Prozesse. Der Klient lernt so im Idealfall, seine Probleme eigenständig zu lösen, sein Verhalten / seine Einstellungen weiterzuentwickeln und effektive Ergebnisse zu erreichen.

Ein grundsätzliches Merkmal des professionellen Coachings ist die Förderung der Selbstreflexion und -wahrnehmung und die selbstgesteuerte Erweiterung bzw. Verbesserung der Möglichkeiten des Klienten bzgl. Wahrnehmung, Erleben und Verhalten.”

# Definition Coaching DVBC

Für mich ist ein Coach ein professioneller Gesprächspartner, ein einfühlsamer Beobachter und ein guter Zuhörer. Der Coach führt durch Fragen und holt seinen Klienten dort ab wo er ist. Ein Coach stülpt dem Klienten niemals eine Meinung über oder versucht ihn in eine bestimmte Richtung zu drängen. Ein Coach hilft bei der Formulierung von Zielen und der Entwicklung von Visionen. Ein guter Coach verliert aber niemals das Ökosystem seines Coachees aus den Augen. Als Coach kann ich in schwierigen Entscheidunsgssituationen bei der Positionsbestimmung und Klärung von Rollen die der Coachee einnimmt, helfen. Coaching ist für mich eine fortgeschrittene Form der Beratung mit mehr oder weniger starken Berührungspunkten zu anderen Formen der Beratung wie zum Beispiel Mediation, Supervision, philosophische Lebensberatung, Seelsorge und Mentoring. Im Gegensatz zur Psychotherapie werden im Coachingprozess keine Störungen mit Krankheitswert behandelt. Mein Verständnis als Coach ist eine positive Sicht auf die möglich werdende Zukunft des Coachees und nicht das Wiederholen von Problemen und deren Ursachen. Als Coach habe ich die Möglichkeit dem Klienten neue Perspektiven zu eröffnen und ihm neutraler Feedbackgeber zu sein. Viele Unternehmer vermissen zum Beispiel in ihrer Umgebung diese Art der Kommunikation. Offenes Feedback von Untergebenen ist in den meisten Fällen nicht zu erwarten. Um so wichtiger ist ein neutraler Partner, der in der Lage ist genau diesen Part zu übernehmen. Der Klient gewinnt im Coachingprozess Klarheit, neue Perspektiven und die Kompetenz zu handelt und Probleme zu erkennen und zu bewältigen.

Ein guter Coach erarbeitet gemeinsam mit seinen Klienten neue Perspektiven. Er zeigt Rollen auf, die der Coachee eingenommen hat und klärt mit ihm die möglichen Rollen, die er unbewusst eingenommen hat oder zunehmend bewusst einnehmen kann. Er erweitert gemeinsam mit seinem Klienten dessen Perspektiven und Möglichkeiten und führt ihn so aus einer begrenzten Sicht heraus. Ein Coach führt durch Fragen.

Ich habe Coaching als Führungsinstrument und wichtiges Kommunikationswerkzeug schätzen gelernt. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Gespräch automatisch ein Coaching ist. Ganz im Gegenteil. Bevor man einen Coachingprozess einleitet, müssen die Rahmenbedingungen geklärt werden, Erlaubnis für offenes Feeback eingeholt werden. Nichts ist schlimmer, als ungefragt einen Coachingprozess zu starten.

Ich möchte ein professioneller Coach werden, weil mich die Idee des Coaching fasziniert und ich festgestellt habe, dass ich alle meine in mir wohnenden Fähigkeiten und Ziele in diesem Tätigkeitsumfeld weiterentwickeln und perfektionieren kann. Es ist mir ein Bedürfnis Menschen bei ihrer Entwicklung zu helfen und deren Fortschritte zu beobachten. Ein Coach stößt Prozesse an, die Menschen helfen zu sich zu finden und neue Ziele zu erkennen und zu erreichen.

Vor einigen Wochen fand ich bei Barnes&Noble in Baltimore ein interessantes Buch:
LEARN FROM THE BEST – JESUS – Life Coach von Laurie Beth Jones.

In diesem Buch wird Jesus von Nazareth in seiner Rolle als Coach dargestellt. Der Einfluß einer einzigen Persönlichkeit auf die gesamte nachfolgende Geschichte ist beeindruckend. Die Prozesse, die sich aus dem Wirken von Jesus, als Coach ergeben haben, sind überzeugend und nachvollziehbar. Er tat genau das, was ein Coach tut. Er öffnete den Menschen eine mögliche Zukunft und stieß so Prozesse an, die die gesamte Geschichte bis zum heutigen Tag beeinflussen. Jesus als Coach, eine interessante Idee!

Als ich vor einigen Jahren nach meiner beruflichen Tätigkeit gefragt wurde, lautete die Antwort ungefähr so: “Ich bin IT-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen”. Mir war klar, welches Bild sich bei meinem Gegenüber dabei aufbaute. IT-Profis sind in den Augen der Mitarbeiter oft elitäre “Fachidioten”, Mitarbeiter die mit modernster Technologie hantierten und nicht mit Menschen umgehen konnten. Diesem Klischee konnte und wollte ich irgendwann nicht mehr entsprechen. Wenn ich mich heute um einen Job als Manager und Berater bewerbe, wird immer zuerst nach dem Profil gefragt. Mit Profil ist in den allermeisten Fällen der Blick zurück gemeint. Ausbildung, Abschlüsse, berufliche Stationen und Weiterbildungen ergeben das Bild eines IT Managers. Aus dieser Rolle wollte ich heraustreten. Ich fühlte instinktiv, dass ich etwas anderes wollte als es mir mein erlernter und ausgeübter Beruf ermöglichte. Ich wollte Menschen und Organisationen bewegen Neues zu denken und Zukunft zu entwerfen.
Das war der Ausgangspunkt meiner persönlichen Entwicklung bis zum heutigen Tag und weit darüber hinaus. Ich erkannte damals, dass es für mich persönlich keine entscheidende Rolle spielt, mit IT-Spielzeugen zu hantieren, obwohl mir das immer noch sehr viel Spaß macht. Viel wichtiger war der menschliche Faktor. Ich lernte Projektgruppen zu führen und hatte Spaß daran Menschen zu begleiten und voranzubringen. Besonders herausfordernd war es Skeptiker zu überzeugen und alle Aspekte zu beleuchten. Wir können die perfektesten Technologien einsetzen und scheitern, wenn es um die Umsetzung vor Ort mit realen Menschen geht. Fast ohne es zu bemerken, wechselte ich in die Rolle eines Coaches. Ich hatte eine Mannschaft unterschiedlichster Charaktere zum Ziel zu führen. Das war mir damals nicht klar. Ich hatte keine Ahnung was ein Coach ist. Aber die Grundlagen für meine Entwicklung hin zum Coach sind dort zu finden. Bei der Entwicklung der komplexen IT übernahm ich immer mehr die Rolle einer Führungskraft, die alle Aspekte komplexer Unternehmen berücksichtigt und nicht nur die Technik betrachtet. Der Umgang mit unterschiedlichen Interessensgruppen erweiterte meinen Horizont. Es ist ein Unterschied ob man sich mit einem angestellten Geschäftsführer, einem Shareholder, Abteilungsleiter, Entwicklungsingenieur, IT-Anbieter, Programmierer, Controller, Fibu-Mitarbeiter oder Personalmanager auseinanderzusetzen hat. Ein Perspektivwechsel in die jeweilige Rolle erleichtet die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Interessengruppen und ist eine der zentralen Fähighkeiten eines Coaches. Ich hatte mich längst über die Rolle eines IT-Spezialisten hinaus entwickelt. Ich arbeitete an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Interessengruppen. Geschäftsführung und Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, Projektteams und Mitarbeiter, die möglichen Veränderungen eher skeptisch gegenüberstehen. Bei der täglichen Arbeit mit diesen Gruppen wurden Themen der Kommunikationspsychologie und Führungskräfteentwicklung zu meiner täglichen Arbeit. Eine wichtige Grundlage dafür ist der Ausgleich zwischen den Interessengruppen und eine ausgeprägte Zielorientierung. Veränderungsmanagement und Projektmanagement wurden zu meinen Kernkompetenzen. Diese Fähigkeiten müssen meiner Auffassung nach immer mit einem professionellen Umgang mit Menschen gepaart sein um nachhaltigen Erfolg zu generieren.

Konfliktmanagement, Supervision und Mediation

Ein Wochenendseminar zum Thema Konfliktmanagement war für mich der Auslöser mich mit Themen wie Supervision und Mediation, Training und Beratung näher zu befassen.

Den Begriff Coach kannte ich lange Zeit nur aus dem Sport. Ein Coach war für mein Verständnis immer der Trainer einer Mannschaft oder eines einzelnen Spitzensportlers.

Wie oft im Leben sind es Kontakte zu anderen Menschen, die dazu führen neue Perspektiven zu erkennen und sich neue Ziele zu setzen. In meinem Fall war es die Empfehlung eines Kollegen, der mich mit einem Coach zusammenführte. Es handelte sich um eine junge Frau, die Führungskräftetrainings organisierte und durchführte. Sie stellte sich dem Team als Business-Coach vor und erklärte, was das bedeutet und wie sie arbeitet. Coaching, das begriff ich instinktiv, war genau das, was ich in Zukunft machen wollte. Ich wollte ein Coach werden, denn ich erkannte, dass ich bereits viele Voraussetzungen für einen guten Coach mitbrachte. Berufserfahrung und Lebenserfahrung sind eine wichtige Grundlage.

Ich will Coach werden, weil ich es als meine Berufung erkannt habe, Menschen durch professionelle Gesprächen voranzubringen. Ich möchte nicht nur einem Trend folgend eine neue Berufsbezeichnung adaptieren. Ein Coach ist ein Mensch, der sich permanent weiterentwickelt und niemals aufhört zu lernen. Das gehört bereits lange zu meinem Leben, eine gute Voraussetzung um ein guter Coach zu werden.

Ich fing damit an Gespräche zu führen, im Internet zu recherchieren und Bücher zum Thema Coaching zu lesen. Ich stellte überrascht fest, dass die Grundlagen, Ziele und Techniken des professionellen Coaching sehr viel mit meiner bisherigen Tätigkeit an der Schnittstelle der unterschiedlichen Interessengruppen zu tun haben.
Bei einem Gastbesuch im Rhetorikclub Toastmasters in Berlin-Adlershof traf ich Sven Albinus, der sich selbst als Coach vorstellte. Ich sprach ihn in einer Pause an und fragte ihn, was ich zu tun hätte um dorthin zu kommen, wo er bereits war. Ich wollte Coach werden. Sven Albinus stellte den Kontakt zu Daniel Schäfers X-Group her und ich besuchte das erste Wochenendseminar “Life Coach”. Damit begann die professionelle Ausbildung bei der X-Group.

Im ICF Ethik Code fand ich ein Regelwerk und ein Leitbild, das meinen Zielen entspricht.

Auf der Webseite der Coachfederation ist Folgendes zu lesen: “Die International Coach Federation (ICF) ist die weltweit größte Ressource für professionelle Coaches und Klienten, die Coaching-Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten. Die ICF ist eine gemeinnützige Organisation für individuelle Mitglieder, die professionelle Managercoaches, Führungscoaches, Lebenscoaches und Coaches zahlreicher weiterer Fachrichtungen aus der ganzen Welt vereint.
Die 1995 gegründete International Coach Federation (ICF) ist heute mit über 16.000 Mitgliedern die führende internationale Organisation zur Förderung des Berufsfelds Coaching durch die Festlegung höchster Standards, Vergabe unabhängiger Zertifizierungen und den Aufbau eines Netzwerks zertifizierter Coaches. Unser Ziel ist es, den Berufsstand des Coaches durch Programme und Standards, die von unseren Mitgliedern unterstützt werden, zu stärken und zu fördern sowie der Öffentlichkeit eine verlässliche Quelle für Informationen und Forschungsergebnisse zum Thema Coaching zu bieten.

Was ist Coaching?
Die ICF definiert Coaching als eine partnerschaftliche Beziehung mit Klienten, die sie zum Nachdenken anregt und ihnen mit kreativen Verfahren hilft, ihre persönlichen und beruflichen Potenziale bestmöglich zu nutzen.”

(Quelle http://www.coachfederation.org/deutsch)

Es ist mein erklärtes Ziel den hohen Ansprüchen der Coachfederation gerecht zu werden und als erfahrener Coach aktiv daran beizutragen, diese Grundsätze und Anschauungen zu vertreten und zu verbreiten.

Coaching und andere Formen von Beratung

Coaching ist eine beratende Tätigkeit, wobei Beratung nicht im Bereitstellen von fertigen Lösungen oder dem Verteilen von Ratschlägen zu verstehen ist.

Folgende Beratungsformen haben eindeutige Schnittstellen zum Coaching:

Mediation, Training, Supervision, Philosophische Lebensberatung, Seelsorge, Mentoring und Freundschaft. Darüber hinaus überschneidet sich Coaching mit der Moderation, der Begleitung von Gruppen oder Teams.

Coaching erfordert die Freiwilligkeit des Klienten, einen definierten Anlass, die Lernbereitschaft und das aktive Engagement des Coachees, eine Zielorientierung, den Blick in Richtung Zukunft und eine zeitliche Begrenzung.

Coaching sollte niemals eine längerfristige Abhängigkeit zwischen Coach und Coachee hinauslaufen. Das wäre dann kein Coaching mehr, sondern eher eine beratende Begleitung. Sollten sich derartige Konstellationen und Wünsche des Klienten ergeben, so ist dieser auf die notwendige zeitliche Begrenzung des Coachings hinzuweisen.

Coach für Unternehmer und Manager

Seit 2009 bin ich als selbständiger Unternehmensberater speziell im IT-Umfeld tätig.
Ich sehe in meiner Tätigkeit einen engen Zusammenhang mit den Prinzipien des Coaching. Marketingstrategien und Verkaufgespräche beginnen mit dem ersten Eindruck. Ich betrete einen Raum und muss mich blitzschnell auf den Gesprächspartner einstellen. Der Geschäftspartner entscheidet sich in den ersten Sekunden ob er eine weitere Zusammenarbeit anstreben wird.
Es erfolgt eine Anpassung an den Gesprächspartner als Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. Die Kenntnis dieser Prozesse und ihrer souveräne Beherrschung gehört ganz klar zu den Kompetenzen eine guten Coaches. Dabei sind meine Gesprächspartner nicht automatisch mein Klient oder Coachee. Aber auch bei ganz normalen Gesprächen mit Menschen kommt es zu kommunikationspsychologischen Prozessen, die wir vom Coaching kennen.
In Unternehmen können Werkzeuge des Coaching eingesetzt werden um Führungskräften geeignete Werkzeuge an die Hand zu geben. Der Umgang mit der wichtigsten Ressource in unserer modernen Dienstleistungsgesellschaft ist der Mensch. Dank der zunehmenden Automatisierung ist der Mensch nicht mehr nur ein hilfloses Glied in einem komplexen Produktionsprozess, sondern ein bewusster Gestalter seiner Umwelt geworden.
Die zentrale Aufgabe eines Managers ist es, Organisationsstrukturen und letztlich Mitarbeiter zu mobilisieren und Ergebnisse zu produzieren. In den letzten Jahren ist im Bereich Management ein Wechsel der Perspektive zu beobachten. Die erste Änderung ist der Wechsel vom reinen Wie auf das Was. Nicht was Manager tun rückt in den Blickpunkt, sondern wie sie etwas tun. Der zweite Perspektivwechsel erfolgte vom Wie hin zum Woher? Es geht hier um die Frage nach dem inneren Ort, aus dem heraus Manager und Systeme handeln. Die Konzentration aus dem inneren Ort der Beweggründe des einzelnen Managers wird immer wichtiger. Es genügt nicht mehr etwas zu tun, sondern herauszufinden, warum man etwas tut? Diese Form der Wahrnehmung verbessert Gesamtprozesse in Unternehmen entscheidend. Menschen zu diesem inneren Punkt zu bringen, kann eine interessante Aufgabe eines Coaches sein. Es geht um den inneren und wahrhaftigen Antrieb von Menschen, die mit Menschen arbeiten. Wenn der innerste Antrieb nur aus harten Fakten wie Karriere und persönlichem Erfolg besteht, dann wird die Organisation insgesamt nicht die optimalen Ergebnisse erzielen. Eine Führungsmannschaft die nur aus egozentrischen Managern besteht, wird sich in den allermeisten Fällen höchstwahrscheinlich mit sich selbst beschäftigen. Was das für Unternehmen, Mitarbeiter und für die Kunden bedeutet, liegt auf der Hand. Wäre es nicht von Vorteil herauszufinden, dass es über die reine Karriere hinaus noch andere Werte und Ziele gibt, die es zu kultivieren gilt? Nachhaltigkeit und eine zukunftsfähige Weiterentwicklung von Unternehmen ist da eine mögliche Motivation. Allerdings muss es sich um eine tiefe Grundüberzeugung der führenden Persönlichkeiten handeln. Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein modernes Konzept.

Coaching als Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeit ist der einzig mögliche Weg in eine positive Zukunft. Nachhaltigkeit ist ein Synonym für eine positive Zukunft. Wir leben in einer Welt, die vorhandene Ressourcen ausbeutet und nicht über die Zukunft nachfolgender Generationen nachdenkt. Wenn wir darüber nachdenken, dann erkennen wir eine düstere, aussichtslose Endzeitwelt ohne Happy End. Wir sägen an dem Ast auf dem wir sitzen. Es handelt sich um ein Szenario, das als genaues Gegenteil einer nachhaltigen Handlungsweise betrachtet werden muss. Nachhaltigkeit bedeutet verantwortliches Wirtschaften mit vorhandenen Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen. Wenn wir erkennen, welche Möglichkeiten uns zur Verfügung stehen, werden wir nachhaltig mit allen unseren Ressourcen umgehen. Ressourcen sind nicht nur Öl, Gas, Kohle, Stahl, Beton, Nahrung, Kleidung und ein Leben in materiellen Wohlstand. Die wichtigste Ressource, die wir haben ist der Mensch. Es sind die Menschen um uns herum und die Mitarbeiter und Kollegen in den Unternehmen, unsere Kunden und Zulieferer. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Gesellschaft. Wir müssen zurückfinden zu einem Weltbild, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Das erscheint besonders schwierig im Angesicht eines global agierenden, rücksichtslosen und seelenlosen Wirtschaftssystems, in der Wachstum und maximale Ausbeutung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen ein nicht beherrschbarer Prozess geworden ist. Wir sind in den vergangenen Jahren mehrfach Zeuge von katastrophalen Beinahe-Katastrophen in der Finanzwelt geworden. Gigantische Spekulationen gefährden heute nicht mehr nur Unternehmen und Nationen, sondern den ganzen Planeten. Wir müssen heute einen neuen Weg finden um wieder den gesunden Menschenverstand in den Mittelpunkt zu stellen. Dieser Weg ist gekennzeichnet durch einen offenen Dialog und eine wertschätzende Haltung dem Nächsten gegenüber. es geht nicht nur um Friede, Freude, Eierkuchen. Es geht letztendlich um den Bestand der menschlichen Zivilisation. Es geht um uns und unsere Kinder und Enkel.
Die Möglichkeiten, die wir haben sind beeindruckend. Wenn wir sie vernünftig – nachhaltig! – nutzen, dann können wir einen unglaublichen Sprung in der Entwicklung der Menschheit erleben. Wenn wir es nicht schaffen, dann wird unser Scheitern mindestens ebenso grandios und furchtbar zugleich sein. Wir haben es in der Hand!
Nachhaltigkeit ist für mich eine ganz konkrete und handhabbare Größe. Unternehmen arbeiten mit Rohstoffen und Arbeitsplänen, sie haben Maschinen, Computer und Büros. Die wichtigste Ressource ist der Mensch. Es ist bemerkenswert, dass genau diese wichtige Grundlage erfolgreichen Denken und Handelns sehr oft Zielen unterworfen wird, die den Interessen der Menschen entgegengesetzt sind. Eine nachhaltige Gesellschaft stellt den Menschen in den Mittelpunkt allen Handelns. Eine nachhaltige Gesellschaft ist eine Bürgergesellschaft in der die Gewinnmaximierung des Einzelnen durchaus akzeptiert wird, der Wohlstand des Gesamtsystems aber immer eine Rolle spielen muss. Eine Gesellschaft, die nur darüber nachdenkt, was dem Anderen nicht zusteht, wird nicht überleben können.
Ich habe einen großen und sehr allgemeinen Bogen geschlagen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass nicht jeder meinen Ideen folgen wird, ist doch unsere Wirklichkeit wesentlich komplexer als man das hier mit wenigen Strichen aufzeigen kann.
Wenn wir aber begreifen, dass wir bereits einen Weg in eine nachhaltige Zukunft gefunden haben und ihn auch gehen können, werden wir Erfolg haben.

Der Coach als Wegweiser in einer immer komplexer werdenden Welt

Wachsende Komplexität in der Wirtschaft, Globalisierung, Fachkräftemangel und Schlagzeilen über die Unsicherheit von Daten in Unternehmen sind Dinge mit denen sich jeder Unternehmer heute beschäftigen muss. Das geht an niemand spurlos vorüber. Wie sicher ist mein Unternehmen aufgestellt? Wie zufrieden und dementsprechend effektiv sind meine Mitarbeiter? Stimmen meine Ziele und Visionen noch mit den Möglichkeiten die sich ergeben überein? Wo stehe ich als Unternehmer und Mensch? Was kann ich tun um mir mehr persönliche Sicherheit in einer sich ständig zu ändernden Welt zu verschaffen? Was ist mit der Informationstechnologie? Das ist ja offensichtlich immer noch die Schlüsseltechnologie des neuen Jahrhunderts. Was ist möglich und wo sollte man sich zurückhalten? Wie steht es mit den Sicherheitsstandards? Was ist möglich und was ist sinnvoll?

Als Coach möchte ich ein Wegweiser in dieser komplexen Welt sein. Ich möchte Menschen helfen Klarheit und Übersicht zu schaffen und ihren Platz zu finden.

Wie steht es mit Freunden und Verwandten? Wie gut sind wir in unserer Familie integriert und was bedeutet uns die optimale Entwicklung unserer Kinder? Wo sind unsere Wurzeln und wo stehen wir selbst?

Ein Coach kann und wird ein Wegbereiter und Begleiter in einer immer komplexer werdenden Welt sein. Jeder Mensch braucht einen Halt, einen Menschen auf den er sich verlassen kann. In diesem Sinne wird Coaching zu einem wichtigen Faktor werden. Es gibt aber den entscheidenden Unterschied zu klassischen Beratungsformen der aus meiner Sicht darin zu sehen ist, dass der Coach keinesfalls die MeinungsHoheit an sich reißen darf. Ein professioneller Coach bewegt sich in einem ökologischen Umfeld und ist sich durchaus seiner moralischen Funktion bewusst. Er wird unter keinen Umständen den Klienten in eine Richtung drängen oder ihm die eigene Meinung aufzwingen. Sollte sich im Coachingprozess ergeben, dass der Coachee Dinge vertritt, die der Coach nicht teilen kann und darf, dann muss das Coaching abgebrochen werden

Persönlichkeit

Der vielleicht wichtigste Grund, ein Coach zu werden, ist die einmalige Möglichkeit der permanenten Selbstreflexion. Coaching bedeutet nicht zuletzt Persönlichkeitsentwicklung par Excellence. Das gilt für mich, meine Umwelt und insbesondere meine Coachees und Gesprächspartner. Ein Coach zu werden bedeutet Identität und Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen, die in der Lage sind andere Menschen voranzubringen. Persönlichkeit wird als Kunst sich selbst zu erkennen beschrieben. Das ist genau der Punkt auf den es ankommt. Das ist der Punkt auf den es für mich ankommt. Ich möchte eine sich selbst erkennende Persönlichkeit sein und weiterentwickeln und ich will anderen Menschen dabei helfen eine Persönlichkeit zu werden und zu sein. Genau in diesem Sinne: Selbsterkenntnis und gesunde Selbstreflexion.

(Auszüge aus einem Focus-Artikel)

Was macht den menschlichen Charakter aus? Welche Persönlichkeitstypen gibt es? Und wie kann ich an meinem Charakter arbeiten? „Erkenne dich selbst“ stand schon auf dem Fries des Tempels von Delphi.

Wie wir sind, hängt auch mit unseren genetischen Anlagen zusammen. Der Charakter eines Menschen wird jedoch in den ersten Lebensjahren durch Erziehung in der Familie geprägt. Und zwar nachhaltig. „Es ist eine Tatsache, die mir in meiner praktischen Arbeit immer wieder überwältigend entgegen tritt, dass der Mensch nahezu unfähig ist, einen anderen Standpunkt als seinen eigenen zu begreifen und gelten zu lassen“, stellte der Psychoanalytiker C. G. Jung, ein Zeitgenosse von Sigmund Freud, fest. Eine Langzeitstudie der Universität Otago aus dem Jahr 2000, die Kinder aus der Stadt Dunedin vom dritten bis zum 21. Lebensjahr begleitete, kam zum Ergebnis, dass der Mensch schon mit drei Jahren charakterlich festgelegt ist und seine Lebenskurve einer Art innerem Programm folgt.

Die moderne Neurowissenschaft geht davon aus, dass unsere neuronale Architektur bestimmt, was wir fühlen und wer wir sind. Das Gerüst, die neuronalen Bahnen, verzweigen sich seit dem Kleinkindesalter. Über die Nervenzellen werden wichtige Informationen zum Gehirn transportiert. Ein bestimmtes Denken, das durch Erziehung und Umwelt beeinflusst wird, bahnt sich oft dieselben neuronalen Wege durch das Gehirn – gern werden immer wieder die ausgetretenen Pfade genommen. Wir können uns aber dennoch verändern „Das Gehirn ist ein permanent lernendes System“, sagt Joachim Bauer, Professor für Psychoneuroimmunologie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum Freiburg. „Jede markante Erfahrung verändert die synaptischen Verschaltungen im Nervenzellen-Netzwerk“, sagt der Neurobiologe. Diese Verschaltungen beeinflussen dann, wie wir uns beim nächsten Mal verhalten. Neue Erfahrungen führen zum weiteren Ausbau der Netzwerke. „Dieser Prozess, den man ,neuronale Plastizität’ nennt, geht lebenslang weiter“, erklärt Bauer. Der Mensch kann also durch Erfahrung und Lernen an seiner neuronalen Architektur permanent bauen.

„Wir können unseren Charakter auch noch später formen“, ist der Psychotherapeut Mathias Jung überzeugt. Einerseits sei der Charakter zwar Schicksal – weil man sich sein Elternhaus nicht aussuchen könne. Andererseits sei es in einem Entwicklungsprozess die große Aufgabe des Menschen, sich zu erkennen und zu verändern. Zurückzuschauen und zu fragen: Wie bin ich das geworden, was ich bin? Aber auch sich von Altem zu verabschieden, um Neues zu beginnen: „Eine Schlange, die sich nicht häutet, stirbt“, sagte Friedrich Nietzsche.

Wie erkenne ich meinen Charakter? Meistens im Spiegel des anderen. Fragen Sie nur Ihren Partner. Sie bekommen eine präzise Schilderung, was er an Ihnen mag, aber auch, was ihm auf die Nerven geht. Und gerade in Beziehungen wird es oft nötig, sich über das eigene Selbst klar zu werden, um zu verstehen, worüber sich der andere aufregt. Vor allem unterschiedliche Charaktere haben hier größere Reibungsflächen. Aber auch im positiven Sinne – mehr Spannung.

Oft helfen uns die anderen dabei, unsere Schattenseiten zu erkennen, wenn sie uns den Spiegel vorhalten. Schatten sind nach Persönlichkeitszüge, die wir nicht an uns mögen und verleugnen. Deshalb sollten wir genau hinhören, wenn uns andere versuchen, etwas über unsere blinden Flecken zu erzählen. Die Bedeutung der Schatten für die eigene Persönlichkeit hat Verena Kast, Dozentin am C.G. Jung Institut in Zürich und Professorin an der Universität Zürich, tiefenpsychologisch untersucht. Ihre Ausgangsthese: Wer die eigenen Schatten erkennt und akzeptiert, kann in seinem Charakter reifen. „Schattenakzeptanz und Schattensensibilität bringen meistens auch einen Zuwachs an Selbsterkenntnis, Vitalität, Toleranz sich selber und den anderen gegenüber“, schreibt Kast. Beispiel: Wenn es mich ärgert, dass sich eine Person in den Mittelpunkt stellt – und ich mich selbst eher bescheiden gebe – dann liegt vielleicht der Grund der Ablehnung darin, dass das eigene Bedürfnis nach mehr Beachtung ein Schattendasein fristet. Hinter der Verachtung steckt also oft das Begehren.“

Können wir unsere Persönlichkeit aktiv verändern? Unsere Identität wird ständig neu gebildet, in allen unseren Beziehungen wird daran gebaut, in all unseren Bezügen zur Welt wird sie umgebaut – und bleibt im Kern doch auch konstant.Ein Umbau der Identität, eine Veränderung, findet vor allem statt, wenn zwei große Triebfedern im Spiel sind: „Leid und Liebe“. Wird ein Mensch bereits zum dritten Mal von Partnern ausgenutzt und verlassen, wird er sich fragen: Wieso gerade ich? Was sind meine eigenen Anteile daran? Durch unsere Krisen machen wir Reifungsprozesse durch. Wenn wir uns gegen die Entwicklung stemmen, verkalkt unser Charakter. Die Charakterformung in der ersten Lebensphase leisten Eltern, Geschwister, Freunde und Lehrer. Die “zweite Erziehung” geht von uns selbst aus. Sie macht uns reif und souverän.

Als Coach kann ich selbst bewusst von dieser Entwicklung profitieren, indem ich mich selbst diesen Möglichkeiten der Charakterformung stelle,meine eigene Persönlichkeit erweitere und mir so neue Möglichkeiten schaffe. Ich kann und werde anderen Menschen dabei helfen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Es geht um eine Erweiterung von Möglichkeiten und das Heraustreten aus der Box.

Ein Coach ist kein Psychologe – Coaching vs. Psychotherapie

Wenn von Coaching die Rede ist, dann kommt es automatisch zu der Frage, wie sich ein Coach von einem Psychotherapeuten unterscheidet.

Die Unterscheidung ist eindeutig. Der Coach darf im Gegensatz zu Therapeuten nicht heilen oder Heilung versprechen. Coaching und psychologische Beratung weisen große Überschneidungen auf. Man kann diese Begriffe kaum voneinander trennen. Das gilt sowohl für den Denkansatz als auch für bestimmte Werkzeuge die bei beiden Schulen identisch sind. Coaching ist für mein Verständnis durchaus psychologische Beratung, allerdings ohne Erfüllung therapeutischer Anliegen.

Demografischer Wandel – Fachkräftemangel

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Das klassische Modell von der Altersrente mit 65 ist längst nicht mehr aufrecht zu erhalten. Auf der einen Seite fehlen den Unternehmen kompetente Fachkräfte. Auf der anderen Seite suchen Unternehmen permanent gut ausgebildete junge Mitarbeiter und vergessen die Menschen, die zu Verfügung stehen. Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Bedeutung des demografischen Wandels auf unser Leben wird in den kommenden Jahren zunehmen. Wie gehen wir damit um? Wie kann es uns gelingen die älteren Arbeitnehmer fit für die Zukunft zu machen und gleichzeitig in der Gesellschaft einen grundlegenden Wandel bei der Wahrnehmung der vor uns liegenden Herausforderungen zu erzeugen?

Angesichts der aktuell aufgeflammten Diskussion um den Mangel an qualifizierten Fachkräften kann ich mir vorstellen auch in diesem Bereich als Coach tätig zu werden. Unternehmer möchten gerne neue Mitarbeiter einstellen. Stichwort: Fachkräftemangel.
Wie werden die neuen Mitarbeiter rekrutiert und welche Voraussetzungen erfüllen diese Mitarbeiter? Wie werden die fachlichen Voraussetzungen an die Forderungen des Unternehmens angepasst? Wird der neue Mitarbeiter gezielt an die Standards und Abläufe des Unternehmens herangeführt und schnell eingearbeitet? Die Erfahrung zeigt, dass neue Mitarbeiter oft sehr lange Einarbeitungszeiten benötigen um alle Feinheiten des operativen Geschäfts zu beherrschen.

Ein interessanter Nebeneffekt, der sich immer wieder einstellt, ist ein anderer Blickwinkel auf die Geschäftsprozesse. Bei der Begleitung neuer Mitarbeiter kommt es immer wieder zu erstaunlichen Beobachtungen. Etablierte und scheinbar notwendige Prozesse werden durch neue Mitarbeiter immer wieder in Frage gestellt. Man kann einfach eine Strichliste führen um genau die Prozesse im Unternehmen zu finden, die auffällig werden. Aber dazu später, an anderer Stelle.

Unternehmen klagen heute zunehmend über Fachkräftemangel. Nach dem Fall der Mauer und der politischen Wende in Ostdeutschland gab es einen Effekt, der sich auf die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften negativ ausgewirkt hat. Es gab einen Überschuss an motivierten und gut qualifizierten Facharbeitern. Der Maschinenbau hat davon überdurchschnittlich profitieren können. Die Ausbildung von Fachkräften in den Unternehmen wurde in den vergangenen 20 Jahren sehr oft vernachlässigt und ausgelagert. Dabei ging wertvolles Wissen verloren. Viele Unternehmer, die zunehmend über den Fachkräftemangel klagen, haben den Wunsch, fertig ausgebildete Fachleute einzustellen und sofort einsetzen zu können. Das ist ein Wunschtraum, der nicht mehr realistisch ist. Neue Mitarbeiter kommen als Rohdiamanten in ein Unternehmen. Sie müssen veredelt, also spezialisiert und weiter ausgebildet werden. Die Entwicklung guter Mitarbeiter hört im nie auf. Die ständige Begleitung von Mitarbeitern bei ihrer Aus- und Weiterbildung ist ein wichtiges Instrument in modernen Unternehmen. Die Begleitung durch einen Coach ist eine Möglichkeit, den Prozess der Entwicklung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern optimal zu gestalten. Diese Arbeit wird heute noch sehr unterschätzt. Es genügt nicht, Mitarbeiter einzustellen und dann zu hoffen, dass sie ihr Bestes geben. Mitarbeiter benötigen eine starke Führung. Das gilt sowohl für die Kollegen, die einfach nur ihre Arbeit machen wollen, als auch die diejenigen die selbst gute Ideen mitbringen und sich einbringen wollen. Dabei können die Werkzeuge und Fähigkeiten des Coachings hervorragend eingesetzt werden. Unternehmen sind gut beraten, wenn sie das erkennen und die Potentiale ihrer Mitarbeiter optimal nutzen. Ein guter Mitarbeiter weiß was er an seinem Unternehmen hat und das Unternehmen weiß was es an seinen Mitarbeitern hat. Wenn Mitarbeiter optimale Bedingungen für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung vorfinden, entsteht eine Win-Win-Situation. Beide Parteien profitieren voneinander.

Das Zusammenspiel von Erfahrung älterer Arbeitnehmer und der Neugier und dem Tatendrang der jungen Mitarbeiter und Manager ist eine ganz besondere Herausforderung.
Ein russisches Sprichwort sagt, dass ein perfektes Pferdegespann aus einem jungen und einem alten Pferd zusammengesetzt werden sollte. Das ist eine weise Entscheidung. Tatendrang und Erfahrung werden dazu führen, die angespannte Kutsche sicher und zügig ans Ziel zu bringen. Kutsche, Kutscher, Coaching. Das ist Coaching pur!

Coach, Journalist und Schriftsteller

Als Coach kann ich meine Fähigkeiten und Interessen voll entfalten. Es geht beim Coaching darum, Dinge voranzubringen und Menschen und Organisationen zu bewegen. Es geht mir um Nachhaltigkeit und das Wissen um lebenslanges Lernen, und es geht mir um die innere Weisheit anderen Menschen helfen zu können. Ich habe etwas zu sagen und das möchte ich möglichst in die Tat umsetzen. Als Coach habe ich die Möglichkeit auch journalistisch und publizistisch arbeiten. Die Fähigkeiten als Coach ermöglichen mir einen intensiven Zugang zu anderen Menschen. Interviews und Gespräche, das Beobachten von Interaktionen zwischen Menschen und das Erkennen von Emotionen haben für mich bereits heute einen völlig anderen Stellenwert, als das vor meiner Ausbildung der Fall war. Ich kann heute wesentlich professioneller damit umgehen, wenn andere Menschen sich unbeherrscht oder gar verletzend verhalten. Sie zeigen damit lediglich ihren inneren Zustand und ein guter Rapport zu dieser Gruppe von Menschen wirkt sehr oft Wunder.

Coaching hat mir die Tür zu einem neuen Leben aufgetan. Ich gehe durch diese Tür und komme in einem neuen Leben an. Dafür bin ich froh und dankbar. Ich glaube, dass jeder Mensch eine grundlegende Wende in seinem Leben vollziehen kann und werde diese Botschaft verbreiten und anderen helfen diesen Weg zu erkennen und zu gehen.

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung: Mein Verständnis von Coaching, warum will ich Coach werden?
  • Definitionen
  • Konfliktmanagement, Supervision und Mediation
  • Coaching und andere Formen von Beratung
  • Coaching ist eine beratende Tätigkeit, wobei Beratung nicht im Bereitstellen von fertigen Lösungen oder dem Verteilen von Ratschlägen zu verstehen ist.
  • Coach für Unternehmer und Manager
  • Coaching als Nachhaltigkeitsstrategie
  • Der Coach als Wegweiser in einer immer komplexer werdenden Welt
  • Persönlichkeit
  • Ein Coach ist kein Psychologe – Coaching vs. Psychotherapie
  • Demografischer Wandel – Fachkräftemangel
  • Coach, Journalist und Schriftsteller
  • Fokussierung, USP
  • Inhaltsverzeichnis