Die Narzissmusfalle


Die Narzissmusfalle

Donald Trump war gerade 100 Tage im Amt. Man staunt über ihn, man macht sich Gedanken über seinen Geisteszustand. Es sind deutliche Anzeichen eines ausgeprägten Narzissmus sogar für Laien deutlich erkennbar. Die Welt blickt fasziniert und verängstigt auf diesen Mann, der wie kein anderer den ZEITGEIST unserer Generation so einzigartig reflektiert.

Der Psychiater Reinhard Haller hat sich intensiv mit Narzissmus beschäftigt und ein Buch geschrieben: Die Narzissmusfalle. Aber das nur am Rande. Er hat im WDR ein Interview gegeben. Dieses Interview hat mich inspiriert einige Gedanken aufzunehmen, zusammenzufassen und zu reflektieren.

Die Goldwater Regel besagt, dass man keinen Menschen aus der Ferne diagnostizieren darf. Allerdings gibt es gewisse Ausnahmen, die es geradezu zwingend erfordern näher hinzuschauen. Der Narzissmus des Donald Trump ist eine Ausnahme.

Weiterführend: interessanter Artikel in DIE ZEIT

Donald Trump zelebriert seinen Narzissmus ganz bewusst. Man kann nicht anders, als zu sagen: Das ist eindeutig narzisstisch! Es ist so eindeutig erkennbar. Ein Musterbild eines Narzissten. Es ist also keine ärztliche Ferndiagnose, sondern eine Analyse seines Verhaltens. Solange Trump nicht in ein bösartiges Syndrom des Narzissmus gleitet, ist alles in Ordnung. Despoten und Serienmörder sind typische Vertreter des bösartigen Narzissmus. Es ist also von Seiten der Psychologen und Psychiater geboten, genauer hinzusehen und Hinweise auf gefährliche Entwicklungen zu dechiffrieren und zu publizieren. Es ist geradezu die Pflicht der Psychiatrie darauf hinzuweisen, wenn etwas aus dem Ruder läuft.

Narzissten sind NICHT GEISTESKRANK – Narzissmus ist erst einmal keine Krankheit – Es ist, zunächst nur, eine Charaktereigenschaft; wenn auch eine unangenehme.

Narzissten kennen wir alle: Sie sind beratungsresistent – lassen den nötigen Anstand vermissen – und sie sind extrem schnell und tief kränkbar. Das ist die Achillesferse dieser Menschen. Daran können wir sie erkennen.

Betrachten wie das Phänomen Narzissmus doch einmal anders. Wir sind, wenn wir stolz auf uns sein können, alle irgendwie narzisstisch eingestellt. “Ich!-Icher!-am Ichesten!” Was wären wir, wenn unser Ich keine so große Rolle spielen würde? Wir leben in einer ausgesprochen narzisstischen Gesellschaft. Es ist geradezu zum Gesellschaftsideal  geworden, so zu sein . Jeder möchte heute so sein, wie Donald Trump; reich, mit einer wunderschönen Frau verheiratet, mit dem größten Turm in der Stadt. Nun ja, wir würden mit dem Reichtum vielleicht anders umgehen und ein wenig zurückhaltender bei der Wahl unserer Frisur und unserer peinlichen Auftritte sein. Aber wenn wir ehrlich sind: so ein kleiner Donald steht uns doch ganz gut. Die Gesellschaft will das so. Punkt.

Der Orgasmus des Narzissten beruht auf Erfolg, Lob, Zuwendung von möglichst vielen Menschen. Er ruft ständig nach mehr: I cant’t get no satisfaction! But I try, but I try….
Es ist wie bei einer Droge. Die Dosis muss ständig erhöht werden. Sonst droht der Kater danach. Je stärker die Droge um so dröger die Befindlichkeit nach dem Höhepunkt.

Ein echter, typischer Narzisst bedient die 5 E: Egozentrik, Eigensucht, Empathiemangel, Entwertung anderer Menschen und Empfindlichkeit. Sind diese 5 Punkte beieinander, handelt es sich bei der beobachteten Person höchstwahrscheinlich um einen Narzissten. Der Grat zum krankhaften und zerstörerischen Narzissmus ist sehr schmal.

Alles dreht sich um ihn, den Egozentriker. Wenn sich einmal etwas nicht um ihn dreht, dann wird er nervös. Eigensucht ist nicht zu verwechseln mit Eigenliebe. Eigenliebe gehört zu jedem gesunden Menschen. Ich möchte niemand an meiner Seite wissen, der sich nicht selbst liebt. Das ist furchtbar und gefährlich.
Empathiemangel ist ein wichtiger Punkt bei Menschen, die Entscheidungen treffen müssen, wie Entlassungen oder andere Dinge, die gefährlich für Leib und Leben sein können. Ein General im Krieg kann keinerlei Empathie gebrauchen, wenn er Menschen in den sicheren Tod schicken muss. Ein Hedgefondsmanager ist gut beraten, keinerlei Empathie für die Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen zu entwickeln. Ein Versicherungsvertreter braucht alles, aber keine Empathie, wenn er Lieschen Müller eine Versicherung oder eine Anlage verkauft, die sie überhaupt nicht braucht, und ihr nur viel Geld kostet. Ein Mangel an Empathie ist also nicht unbedingt der entscheidende Punkt bei einem Narzissten. Ein Chirurg muss auch professionell arbeiten und beherzt schneiden, obwohl er weiß, dass der Patient anschließend Schmerzen haben wird. Wenn ein Patient die Operation nicht überlebt, dann muss der Arzt einfach weitermachen und den Todesfall ausblenden. Zu hohe Empathie würde ihm bei seiner Arbeit im Wege stehen.
Ein viel entscheidenderer und wirklich schlimmer Punkt bei Narzissten und Cholerikern ist seine Neigung andere Menschen abzuwerten. Es ist typisch für ausgeprägte Narzissten Menschen zu beleidigen und sich immer ein wenig über sie zu stellen. Abwertende Bemerkungen unter vier Augen oder vor Publikum sind ihr Tagesgeschäft. Allerdings tun sie das nur bei Menschen, die ihnen nicht gefährlich werden können. Hinter dem Rücken der Vorgesetzten sprechen sie natürlich auch schlecht über sie. Denn sie sind schließlich diejenigen, die auch den Job des Oberbosses am allerbesten machen könnten, wenn man sie nur lassen würde. Der abwertende Narzisst umgibt sich häufig mit Mitarbeitern und Partnern, die ihm nicht das Wasser reichen können (so glaubt er es zumindest) und er ist immer der “Einäugige unter den Blinden”, was sich dann auch in der Performance des Unternehmens niederschlägt.

Die Empfindlichkeit von Narzissten ist ein weiteres typisches Beispiel. Narzissten sind hart im Austeilen und sehr zart und empfindsam, wenn es um sie selbst geht. Sie haben plötzlich einen Sinn für Empathie; aber nur für sich selbst. Sie spüren leiseste Kritik schon in der Stimme des Vortragenden obwohl etwas ganz anderes besprochen wird. Sie ahnen dass alle anderen es nicht gut mit ihnen meinen (Deshalb ist es ja auch gut, dass sie so sind wie sie sind: hart und laut und kompromisslos und stark!)

Ich! Icher! Am Ichesten! –  Das ist das Motto der Narzissten.

Wenn Sie ein Gefühl für andere Menschen haben und ein Gespür für Win-Win Situationen, wenn Sie sich gut fühlen, wenn es den Menschen um sich herum gut geht, dann sind Sie definitiv kein Narzisst.

Und dann gibt es noch die bösartige Form des Narzissmus. Despoten sind ein typisches Beispiel. Serienkiller haben ein ähnliches Persönlichkeitsprofil wie Despoten. Das Syndrom des bösartigen Narzissmus wurde durch Otto Kellenberg beschrieben.

Diese Menschen bleiben selbst nur Durchschnitt. Sie sehnen sich nach Einfluß und umgeben sich mit willfährigen Paladinen, die ihnen nicht widersprechen. Gleichzeitig entwerten sie alle anderen Menschen – verfolgen und zerstören.

Donald Trump ist noch lange kein Despot. Das darf nicht vergessen werden. Er ist im Rahmen seiner Möglichkeiten lernfähig, prosozial; und er ist ein ziemlich guter Psychologe, obwohl er wahrscheinlich keine psychologische Ausbildung hat. Er hat einen sehr guten Instinkt für die Massen und ein Gespür für die Grundstimmung der Bevölkerung.

Trump instrumentalisiert den Narzissmus und er spielt damit ganz bewusst. Schließlich wurde er gerade deswegen gewählt. Eine leichte Form der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung – ist heute geradezu ein Ideal geworden. Zeitgeist.

Es sind die modernen Zeiten nach der Jahrtausendwende – Narzissmus braucht der Mensch; um selbstbewusst zu sein, sich durchzusetzen; am besten Superstar zu werden und von allen bewundert, ohne sich jemals angestrengt zu haben. Ob es uns gefällt oder nicht: Viele unserer Mitmenschen lieben Menschen wie Donald Trump, Dieter Bohlen und was es da sonst noch so geben mag.

Aber es ist längst zuviel des GUTEN! Es sind großartige Fassaden und nichts dahinter. Heute werden mehr Selfies gemacht als je zuvor. Tendez steigend.
“ICH ICH ICH! Ich muss mich der Welt präsentieren!”

Das führt zu emotionaler Kälte und gesellschaftlicher Entemotionalisierung. ZEITGEIST.

In den mythologischen Geschichten endet der Narzisst immer im Absturz, wird verlassen und isoliert von Freunden, es wird einsam um ihn herum.

Höhenrausch, Absturz. Am Ende geht er an sich selbst zugrunde und zieht alle die ihm nahe sind mit sich in den Abgrund. Das gehört zwingend dazu.

Der geschickte Umgang mit Narzissten setzt immer voraus ihn nicht heilen zu wollen.

Die Frage ist nur: “Wie ertrage ich den Narzissten?” – “Kann ich es überhaupt aushalten?”
Nur darum geht es:  Eigene Grenzen abstecken. Sich dem Duft des Narzissmus entziehen. Man fühlt sich schuldig und weiß nicht warum. Flucht ist der einzige Weg um das zu überleben.

Man kann einen Narzissten nur vorsichtig einen Spiegel vorhalten. Das Reflektieren des Verhaltens dieser Menschen ist gefährlich. Lob ist wie ein Suchtmittel. Bleibt das Lob aus, reagiert der Narzisst mit Entzugserscheinungen.  Lob ist also langsam herunterzudosieren 

Ein Ich-schwacher Mensch (schreiender Boss = jammerndes Kind), ein Narzisst fürchtet das Lachen wie der Teufel das Weihwasser. Man könnte ja ihn meinen und auslachen. So etwas ist für ihn nicht akzeptabel. Er fühlt sich tatsächlich angegriffen und tödlich beleidigt. Wenn man das weiß, kann man auch verstehen, warum er so reagiert wie er reagiert: Ohne Humor, mit vollem Ernst und ganzer Kraft, brutal und rücksichtslos, ohne einen Hauch von Mitgefühl.  

Wenn alles nichts nützt, gibt es nur eins: die Flucht ergreifen und niemals wiederkehren.

Achtsames Begegnen auf Augenhöhe ist die gesellschaftliche Gegenbewegung zum krankhaften Narzissmus. Das müssen wir alle wieder lernen. Es geht darum, die krankhafte Veränderung unserer Gesellschaft wieder zu regulieren. Erwachsen kommunizieren gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die Führungskräfte beherrschen müssen. Sich selbst führen, sich führen lassen und dann erst den Anspruch erheben andere führen zu können. Choleriker und Narzissten jagen andere nur vor sich her. Mit guter Führung hat das überhaupt nichts zu tun. Aber es scheint irgendwie zu funktionieren. Stop! 
Die Grundlagen eines Gegenentwurfs finden wir nach wie vor in der Religion. Insbesondere Christen haben gelernt, sich vor eigenem überschäumenden Narzissmus zu schützen, indem sie sich Jesus von Nazareth vor Augen halten. Er war alles andere als ein Narzisst und er war wirklich der Größte. Seine Gelassenheit und seine Liebe zu den Menschen ist ein wahres Vorbild. Das war und ist revolutionär. Das macht Mut und das schenkt Kraft.

Narzissmus, in gewissem Maße ist gar nicht so schlecht. Erst die Dosis macht das Gift. Menschen, die überhaupt nicht narzisstisch sind, werden sehr wahrscheinlich neurotisch.

Zusammenfassend können wir feststellen, dass gefühlskalte, überhebliche Arroganz fast ausschließlich in männlicher Form des Narzissmus vorkommt: hart, kalt, machohaft.

Weiblicher Narzissmus erscheint in einer anderen Form, er in der weiblichen Ausprägung eher kokettierend mit sich selbst. “Spieglein Spieglein an der Wand….” Man kann es aushalten, wenn es im Rahmen bleibt.

Problematisch wird Narzissmus, wenn jemand leiden muss. Sie oder Er oder ihre Umwelt.

Sucht und Narzissmus hängen sehr eng zusammen. Ein Motiv für den Konsum von Suchtmitteln liegt im Narzissmus: Man will andere übertreffen, sich besser fühlen, am besten großartig und einzigartig. Daher spricht man auch von narzisstischen Drogen. Narzissmus an sich ist bereits eine starke Droge. Narzissmus=Eigensucht

Narzissten entwickeln selten so viel Leistungsdruck, als dass sie sich therapieren lassen. Sie kommen selten in die Therapie – Gott sein Dank!

Und wenn sie in die Therapie oder ein Coaching kommen, dann versuchen sie augenblicklich die Führung zu übernehmen und sich mit dem Coach oder Therapeuten zu verbinden: “Wie wir zwei wissen, sie die da….(nichts wert)”
Oder der Narzisst geht sofort zur Abwertung des Therapeuten über. “Was wollen Sie mir schon sagen, was ich nicht längst weiß? Leute wie Sie, kenne ich doch!” usw.

Wir alle kennen den vorübergehenden Narzissmus.  Ein starkes Auto verleitet uns zu Allmachtsfantasien auf der Autobahn. Der typische Autobahnraser ist mit erhöhter Geschwindigkeit auf der linken Spur unterwegs und ärgert sich über alle, die nur 160 km/h fahren. Alle anderen sich zu langsam und müssen zwingend überholt werden. Wer kennt das nicht. Und dann kommt das Korrektiv, der Radarblitzer und holt uns wieder auf den Boden der Tatsachen.

Bei Donald Trump – sieht man offensichtlich den Narzissmus  in Reinkultur. Es liegt ein hoher Unterhaltungswert bei den Aktionen die Trump macht. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnten wir alle sehr viel lernen und natürlich herzlich darüber lachen.

Ich werde das Buch: Die Narzissmusfalle von Reinhard Haller, bestellen und lesen. Der Vortrag hat mir sehr gut gefallen: http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-redezeit/audio-der-narzissmus-des-donald-trump-100.html

http://www.zeit.de/2016/36/psychologie-donald-trump-ferndiagnose

 

 

Advertisements

Gaselan Rettung


http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2013_04/Protest_gegen_geplante_Schliessung_von_RMG_Gaselan.html

 

The car-free zone in front of the town hall of...

The car-free zone in front of the town hall of Fürstenwalde/Spree, Brandenburg, Germany. (Photo credit: Wikipedia)

 

Ich persönlich würde es begrüßen, wenn ein Traditionsunternehmen wie Gaselan in Fürstenwalde überleben würde. Die Weichen scheinen aber bereits gestellt zu sein. Das Mutterunternehmen braucht Gaselan offensichtlich nicht mehr. Weder als Technologieträger noch als Zulieferer. Die einzige Alternative wäre ein Management-Buy-Out. Und dann stellt sich die Frage, wer die laufenden Kosten und die Löhne und Gehälter zahlen kann und will. Die nächste Frage betrifft den Kundenstamm. Wem gehören die Kunden von RMG? Klare und eindeutige Antwort: RMG und Honeywell. Das ist ja ein wichtiger Grund, warum man Unternehmen übernimmt und in Konzerne eingliedert. Oft genug ist das der einzige Grund.
Also, was ist die Alternative? Neugründung mit einer kleinen Kernmannschaft und Konzentration auf das Wesentliche. Anlagenbau und Flammensperren. Aber auch das wird kein Spaziergang, weil sämtliche Werkzeuge und Zertifikate neu angeschafft werden müssen. Und das kann dauern. Das kostet sehr viel Zeit und Geld. Wenn die Politik einem Startup hier unter die Arme greifen würde, hätte sie meine ganze Sympathie. Aber das wird vermutlich nicht funktionieren. Es müssen Investoren her, die an das Projekt glauben. Mein Tipp: macht das! Es lohnt sich! Das sind gute Leute und gute Produkte! Qualität, die man woanders lange suchen muss!

 

Coachingverbände


Italiano: Author, life coach, and motivational...

Italiano: Author, life coach, and motivational speaker Tony Robbins. (Photo credit: Wikipedia)

“Die ICF definiert Coaching als „partnerschaftlichen und anregenden Prozess, der Menschen und Organisationen kreativ dabei unterstützt, ihr persönliches und professionelles Potential zu steigern.“ Wir sehen Klienten als Experten ihres eigenes Lebens und sind der Überzeugung, dass sie über genügend Ressourcen verfügen, ihre Ziele eigenverantwortlich zu erreichen.” (ICF Webseite http://www.coachfederation.de/)

Coaching ist eine nicht geschützte Berufsbezeichnung. Im Prinzip kann sich jeder als Coach bezeichnen, der meint das Zeug dazu zu haben. Es gibt den Personal Coach, den Fitness Coach, den Business Coach, den Life Coach. Die Reihe lässt sich problemlos fortführen. Ein professioneller Coach investiert sehr viel Zeit und Geld für seinen Beruf. Die Mitgliedschaft in einem Coachingverein oder Coachingverband ist ein Kennzeichen für Professionalität. Allerdings gibt es sehr viele solcher Vereinigungen. Wir beobachten eine Entwicklung, in der die konkurrierenden Verbände um die Vorherrschaft auf dem Markt kämpfen. Die Coachingverbände stehen auch in Konkurrenz zu den sehr gut ausgebildeten Psychologen und Psychotherapeuten. Warum gibt es so viele psychologische Quereinsteiger, die sich als Coach begreifen und mehr oder weniger erfolgreich ihre Dienste anbieten? Was macht einen guten Coach aus? Skeptiker werden weder einen geeigneten Psychologen für sich finden, noch einen Coach suchen. Aufgeschlossene Zeitgenossen werden Bücher zum Thema lesen und sich ein eigenes Bild machen. Schließlich sind sie ja “Experten ihres eigenen Lebens”, wie es beim Coaching immer so schön heißt. Was also kann professionelles Coaching überhaupt leisten? Die Frage steht immer im Raum, wenn es um Coaching geht. Ein Coach muss sich immer als vertrauenswürdiger Fachmann und professioneller Gesprächspartner positionieren. Jeder Kontakt zu einem Klienten ist wichtig für die weitere Entwicklung eines Coaches. Wenn es sich herumspricht, dass man ein ernst zu nehmender Partner ist, der in der Lage ist ein Coaching zu einem positiven Abschluss zu bringen, dann ist es der nächste Schritt für die Arbeit mit weiteren Klienten. Viele Klienten sind in Wahrheit unechte Klienten. Sie wissen nicht viel von Coaching und sie möchten den hart arbeitenden Coach auf die Probe stellen. “Na dann mach mal so ein Coaching mit mir! Ich bin ja gespannt, ob du das hinbekommst!” Vielleicht wollen sie den Coach auf die Probe stellen, ihn in Versuchung führen, Sie zu retten. Sie sind das unschuldige Opfer, das nach Hilfe ruft. Natürlich kennen Sie das Opfer-Retter-Verfolger-Spiel. Sie kennen es nicht? Dann wird es Zeit sich mit dem Thema zu beschäftigen. Vielleicht fragen Sie den Coach Ihres Vertrauens. Ich komme vom Thema ab. Es geht um den Sinn und die Aufgaben von Coachingverbänden. Sie sind wichtig, weil sie eine Abgrenzung vornehmen und Maßstäbe setzen. Ein Blick auf die Webseiten des ICF International Coach Federation kann nicht schaden. Jeder, der sich mit dem Thema Coaching beschäftigt, sollte wissen was Coaching ist und was nicht. Die Orientierung an den Werten des ICF ist eine gute Grundlage.

Wer einen guten Coach sucht, sollte einen anderen Coach fragen, was der von ihm hält. Ein guter Coach hat keine Angst vor dem Urteil seiner Kollegen.

Wann ist ein Coach, ein Coach?


Ein Coach ist kein Yuppi, der anderen die Welt erklären will und glaubt, bereits alles zu wissen, fertig zu sein. Coaching ist kein Kinderspiel für Anfänger oder Leute die sich für einen guten Coach halten. Man ist es oder man ist es nicht. Es ist wie ein guter Riserva. Zu einem guten Coach gehören Risse und Brüche, der Umgang mit Erfolg und – ja – auch Mißerfolg. Coaching ist psychologische Beratung. Psychologen und Therapeuten können sehr gute Coaches werden, vorausgesetzt, sie nehmen sich zurück und konzentrieren sich auf das Coaching. Der Unterschied von Psychologie und Psychotherapie  auf der einen Seite und Beratung auf der anderen Seite der Skala ist klar. Ein Coach arbeit genau dazwischen. Coaching bedeutet: keine Therapie von Krankheit, keine Beratung, keine Ratschläge, Erfahrung, Zuhören, Fragen. Fachliche Erfahrung und Lebenserfahrung sind die wichtigsten Bausteine für einen guten Coach. Die besten Coaches sind gute Geschichtenerzähler, Storyteller. Sie hören aufmerksam zu und erzählen die Geschichte, die sie gerade gehört haben. Ein anderer Blickwinkel, ein anderer Rahmen. Alles wird sich ändern, mit einem guten Coach. Talent und Berufung gehören zu einem guten Coach genau so selbstverständlich dazu wie bei einem Schriftsteller, Sänger oder Schauspieler. In den USA hat Coaching einen völlig anderen Stellenwert als in Deutschland. Es ist der kulturelle Unterschied. Die Deutschen sind es gewohnt kühl, präzise und kontrolliert zu arbeiten. Dafür werden sie bewundert und gefürchtet, aber nicht geliebt. Die menschliche Dimension fehlt sehr oft, obwohl es in Deutschland üblich ist über soziale Dinge zu reden und zu schreiben. Die Amerikaner gelten als oberflächlich und werden oft für eiskalte Moneymaker gehalten. Aber ausgerechnet bei ihnen spielt Coaching eine große Rolle. Das scheint alles nicht zusammen zu passen. Aber genau an dieser unscharfen Schnittstelle ist die Wahrheit zu finden. Vorurteile sind dazu da, sie zu erkennen, zu reflektieren und beiseite zu schieben. Das ist ein leiser Prozess. Coaching kann dabei helfen, die Perspektive des Anderen zu erkennen. Nicht im Sinne von – Ich erkläre die die Welt, sondern im Sinne von – Ich bin an deiner Seite, wenn du deine Welt neu entdeckst. Ich begleite dich! Kennen Sie das Geheimnis von guten Rednern und Moderatoren und Schauspielern? Es ist auch das Geheimnis wirklich guter Coaches. Richtig gute Künstler lieben ihr Publikum. Empathie ist das Zauberwort. Das Publikum spürt instinktiv, ob ein Redner es tatsächlich ernst nimmt und liebt! Ein Coach muss offen für seinen Mandanten sein und sich sehr auf ihn konzentrieren können. Eine Handbewegung, ein Zucken der Augenbraue, ein falscher Blick und schon kann der Zugang zum Coachee verloren gehen. Coaching ist harte und intensive Arbeit. Mehr als 2 oder 3 Coachings am Tag sind kaum realisierbar. Coaches sind ständig auf der Suche nach neuen Anregungen und sie lernen täglich etwas Neues um das Beste bieten zu können. Es ist ein anstrengender Job, kein Spaziergang.

Kommentar eines witzigen Zeitgenossen: Wann ist ein Coach, ein Coach? Wenn er nicht als Coach einen Coach-Coach braucht und auf die Couch muss. 😉

Ich lasse das einfach mal so stehen. Coaching ist ein Buzzword. Also: Wer braucht einen Coach? Vermutlich ist das nur was für die Leute, die zumindest eine Ahnung davon haben, was Coaching ist. Ein guter Grund um diesen Blog hier zu betreiben.

RMG Gaselan – verschenkte Chancen


Es hätte auch alles ganz anders kommen können. RMG Gaselan wurde ursprünglich als eigenständiges Unternehmen gegründet. Eine zuverlässige Quelle, die nicht genannt werden will, hat mir folgende Informationen gesendet:

„Bei der Gründung von Gaselan gab es eine Firmenstrategie eines eigenständigen Betriebes innerhalb einer Firmengruppe, in der die Verantwortlichen in der Firma plaziert waren. Der Betrieb war nicht als „verlängerte Werkbank“ konzipiert. Die Verantwortlichen vor Ort haben für einen gesunden Geschäftsverlauf gesorgt.

Nachdem man diese Strategie verlassen hatte oder besser gesagt: nachdem diese Strategie innerhalb Gaselan nicht mehr verfolgt wurde (-wohl auch, weil man sie nicht so recht begriffen hatte) konnte man machen was man wollte. Die Erfolgmachenden Leute waren nicht mehr an Bord. Was jetzt geschieht, ist nur das konsequente Ergebnis davon. Egal wem dieser Betrieb nun gehört. Nun ist das die Verantwortung der jetzigen Eigner. Und die haben auch eine Strategie.“

Ich bin mir sicher, dass es einige Leute gibt, die jetzt vor Wut schäumen. Dumm, wenn man sich selbst erkennt. Aber auch das gehört zu dieser traurigen Geschichte voller nicht genutzter Möglichkeiten.

EURO-CLOUD


Immer wieder hören wir den Ruf nach der EURO-Cloud. Was steckt dahinter und was sind die Ziele? Ich kann diese Forderungen nachvollziehen. Und ich weiß auch, dass genau das nicht funktionieren wird. Der Ruf nach der Euro-Cloud hat einen interessanten Aspekt. Vor nicht allzulanger Zeit gab es den Ruf nach „in Deutschland gehosteten Systemen“. Inzwischen weiß jeder, dass wir uns im EU-Rechtsraum befinden. Jeder EU-Bürger, der seine Daten bei Apple, Facebook, Amazon, Microsoft, Oracle und Google speichert „verläßt den Datenschutzbereich der EU“. Das ist die Realität. Das ist die Ursache nach der Forderung nach einer EU-Cloud. Nennen wir sie der Einfachheit so. EU-Cloud versus US-Cloud, also. Genau das wird nicht funktionieren. Was spricht denn eigentlich gegen die US-Cloud? Es handelt sich um leistungsfähige Datacenter, in Deutschland sagen wir Rechenzentren, abgekürzt RZ ;-). Wer sich mit dem Thema beschäftigt, weiß, dass es keinen Weg an automatisierten Rechenzentren vorbei gibt. Die Flexibilität und Kostenstruktur der Public-Cloud ist nicht zu schlagen. Die US-Unternehmen sind nicht umsonst die erfolgreichsten IT Unternehmen der Welt. Das hat etwas mit der Agilität und Mentalität amerikanischer Unternehmen zu tun. Unternehmergeist, Freiheit, Jugendlichkeit. Die Revolution im DataCenter hat einen Namen: CloudComputing. Das bedeutet unglaubliche Leistungssteigerungen und Flexibilität. Cloud bedeutet, dass ein Startup-Unternehmen mit derselben IT starten und dann extrem schnell wachsen kann. Die Möglichkeiten sind einfach unglaublich! Ein Traum für jeden Unternehmer! Kosten runter, Leistung rauf, Sicherheit ist eingebaut, sowohl die Ausfallsicherheit als auch der Datenschutz. Das einzige ernste Problem ist das legale „Ausleiten aller Datenströme“ aus der US-Cloud direkt in den Überwachungsapparat der US-Regierung. Als EU-Bürger wird man so schnell zum Menschen zweiter Klasse. Es handelt sich um ein politisches Problem. Wenn wir in nicht allzu ferner Zukunft in einer westlichen Freihandelszone arbeiten und begreifen, dass die Wirtschaftsräume eine Einheit darstellen, wird sich auch wieder der Blick über den Teich aufklären. Das Ziel der Zusammenarbeit zwischen EU und der USA ist eine Gleichbehandlung der Bürger. EU-Bürger werden US-Bürger sein und umgekehrt. Wir hatten bereits ein solches Selbstverständnis. 2001 hat leider vieles verändert. Auch diese Phase werden wir gemeinsam überwinden. Wer heute wissen will, was in der Cloud möglich wird, kann es tun. Ein einfacher Account bei Google zeigt bereits, was geht. Das ist die Zukunft! Wenn es eine vergleichbare Plattform in Europa geben würde, würde ich es sofort ausprobieren. GMX und Web.DE und 1&1 hätten das Zeug dazu. Google ist besser. Hey Leute! Das ist nicht negativ zu betrachten! Es ist ein Ansporn! Es ist wie immer: Der Bessere möge gewinnen! Wenn die EU-Cloud funktionieren sollte, werden wir davon hören. Was Datensicherheit angeht, so werden die entsprechenden Behörden auch weiterhin Datenströme sammeln und auswerten. Egal aus welcher Cloud die Daten sind. Ist das nicht furchtbar?

Und dann gibt es ja auch noch UBUNTU aus Südafrika. UBUNTU-Rechenzentren in der EU-CLOUD und UBUNTU PC/Notebook/Tablett/Smartphone wären eine echte Alternative für die EU und auch gleich noch für Afrika. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Was das mit Coaching zu tun hat? Reframing? Future Pace? So was alles…..