Mut zum Coaching? – MacCoach


Bist Du stark genug für Coaching?

Die Frage habe ich mir selber oft gestellt. Ich habe vor Jahren eine Coachingausbildung absolviert, weil ich davon überzeugt bin, dass ich mit Coaching den besten Beruf gefunden habe, den ich mir vorstellen kann. Ich, als Coach. Das passt. Aber machen wir einmal einen Perspektivwechsel in Richtung Coachee. Dann sieht die Sache schon etwas anders aus. Ein Coach muss in der Lage sein sich in die Situation seines Gegenüber zu versetzen. Und spätestens wenn ich mir vorstelle mich selbst coachen zu lassen, habe ich meine Zweifel und stelle mir die Frage ob das in meiner Situation überhaupt einen Sinn macht. Willkommen im Club! So wie mir geht es vielen anderen. Das ist übrigens genauso, wenn es um Chefs geht oder um Nachfolge. Mein Selbstverständnis macht mich zu einem Menschen, dem man gerne folgen mag, dessen Ideen brillant sind und der von vielen anderen Menschen gemocht wird. Aber was passiert, wenn das gerade nicht der Fall ist.
Ja, ich weiß. Ich habe meine Mechanismen und Verhaltensweisen, wenn ich Ablehnung erfahre. Das sind genau dieselben “Lösungen”, die jeder Mensch beherrscht. Dazu gehören Verhaltensweisen wie Flucht, sich in sich selbst zurückziehen und natürlich Aggressivität. Womit wir wieder bei möglichen Ursachen für cholerisches Verhalten wären. Es ist auch denkbar, dass man beginnt, seine potentiellen Gegenspieler zu bekämpfen, indem man sie unfair kritisiert oder sich Taktiken zurecht legt um sie zu schlagen. Unter Umständen mit unlauteren Mitteln.

Mit Coaching hat das nur indirekt zu tun. Das ist nur das Vorspiel. Wir müssen lernen ehrlich zu uns selbst zu sein und wir brauchen einen Gesprächspartner, der sich in uns hineinversetzen und mit uns ein paar Schritte gehen kann. Ein Coach macht das genau so. Aber wo finden wir den richtigen Coach, der zu uns passt?
Es gibt ihn, diesen Menschen, der uns gut coachen kann. Wir müssen es nur zulassen. Wir müssen stark sein, für Coaching und wir müssen offen sein für einen guten Coach, der behutsam und manchmal auch offensiv mit uns umgeht. Er darf das, wenn wir ihm die Erlaubnis erteilen.
Ich zum Beispiel habe ein Ziel: Ich möchte ein ausgezeichneter Coach sein, der über seine Tätigkeit schreibt und anderen Coaches hilft, erfolgreich zu sein. Ich möchte tatsächlich meinen Lebensunterhalt damit verdienen. Ich möchte mir meine Kunden wirklich aussuchen können.
Ich bin mir sicher, dass ich das Zeug dazu habe. Aber ich muss noch besser werden. Das hat nicht nur mit Marketing zu tun. Die meisten Coaches und Berater sind permanent in der Akquise. Sie sonnen sich in ihrer Großartigkeit und beherrschen die Kunst des Selbstmarketing wie kaum ein anderer. Aber sind sie wirklich die guten Coaches, die es braucht? Ich habe meine berechtigten Zweifel. Auch das gehört dazu.

Die Frage ist immer, ob wir bereit und mutig genug sind um uns selbst einem ausführlichen Coaching zu stellen.

Soviel zu meiner Bauchnabelschau: Und nun geht es los: Ich suche Geschichten von Coaches, die bereit sind von ihren Erfolgen und Misserfolgen authentisch zu berichten. Habt nur Mut! Ich beiße nicht. Ich bin Jäger und Sammler. Ich möchte gerne Geschichten des Erfolgs, aber auch des Zweifels und der langen Wege hier lesen und möglicherweise hier auf MacCoach veröffentlichen. 

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Studierende und Studenten


Das macht Sinn. Studenten studieren und daher kann man von studierenden Studenten sprechen. Das gegenderte Wort Studierende für Studenten bewirkt eine gewisse Übelkeit in mir, eine sehr gewisse sogar. Ich weiß, dass es nicht politisch korrekt von mir ist. Aber mal ganz ehrlich: Sollte ich mir schon wieder eine Schere im Kopf ansetzen und meine unfrisierten Gedanken stutzen?
Das erinnert mich an ein Erlebnis im Studium – anderes Land, andere Zeit, lang ist es her – als mir das Wort „Zeitgeist“ fast das Genick gebrochen hatte. Uups! Dieses Wort gab es in diesem Märchenland ja überhaupt nicht. Na sowas! Ich war froh, als ich frei von derartigen Scheren im Kopf, lesen, schreiben und sprechen konnte.
Und nun das mit dem Genderismus. Ich kann es kaum glauben, was da gerade passiert. Fühlen sich Frauen tatsächlich vernachlässigt, wenn ein Wort im Deutschen einen männlichen oder weiblichen Stamm hat? Sächlich geht ja auch. Das Auto. Das sollte mich als Mann aufregen. Auto ist doch was männliches! Warum heisst das nicht: Der Auto!???? Ich müsste mich aufregen! Tue ich aber nicht. Das Auto soll das Auto bleiben. Und der Wagen bleibt der Wagen. Oder soll man den Wagen abschaffen, weil sich weibliche Wagene beleidigt fühlen?

„Ich bin Ingenieur“, kann auch eine Frau sagen. Ingenieur ist vermutlich darum männlich, weil die Männer es so eingerichtet haben. Klar, Ingenieure waren Männer. Damals. Es gab keine Verschwörungskonferenz in der sich Männer darauf geeinigt haben, Frauen runterzumachen. Zu unserer Geschichte gehört das schon. Zugegeben. Und Sprache hat sich in einer Zeit entwickelt als Frauen noch nicht selbstverständlich studieren konnten. Heute ist alles anders. Frauen sind Geschäftsführer und Politiker, Ärzte und Direktoren. Alles männliche Wörter, wie Bundeskanzler. Angela Merkel ist Bundeskanzlerin. Bundeskanzler würde mir genügen. Und es wissen doch alle, dass sie eine Frau ist. Machen wir uns das Leben doch nicht zu schwer. Adenauer war keine BundeskanzlerIn. Und die Helmuts auch nicht. Also bitte!

Neulich habe ich einen Artikel über diese neue Sammelbewegung für Unzufriedene namens AfD gelesen und es wurde deutlich, dass die AfD das Thema für sich in Anspruch nimmt. Die sind aber auch gegen alles. Das ist sicher kein Zufall. Aber ich fühle mich nicht angesprochen.
Gendersprech sollte kein Thema für Parteien sein. Also, die Nummer: “Wähle AfD! und dann hört der Spuk mit der Vergenderung der Sprache endlich auf.”,  zieht bei mir nicht. Das sollten wir doch anders hinbekommen. Ähnliche Angriffe auf Political Correctness gibt es ja auch in den USA. Donald Trump feiert Erfolge, weil er jedem nach dem Mund redet, der ihn wählen will und er braucht die Underdogs der Gesellschaft. Der Mann ist ein Thema für sich. Unglaublich, dass er so weit gekommen ist. Es bleibt zu hoffen, das Populisten wie er keine nachhaltige Chance erhalten. Obama macht doch am Ende seiner Amtszeit eine ganz gute Figur. Die Amerikaner werden längst wissen, was sie an ihm haben.
Das Thema Genderisierung und Verwissenschaftlichung von Literatur wird uns noch lange beschäftigen.
Ich bin ein Freund der freien Rede, kein Freund von Verunglimpfung und Beleidungen unter der Gürtellinie. Es darf ruhig etwas anspruchsvoller sein. Aber bitte nicht so abgehoben, wie es durch Genderisierung automatisch passiert.

Ich wäre gespannt was Mark Twain darüber sagen würde. Über die deutsche Sprache hatte er ja seine ganz spezielle Meinung. Sein beissender Witz würde mit Sicherheit auch PC und Genderlanguage treffen.
Und spätestens jetzt wird es Zeit mir endlich mal wieder diesen herrlichen Tom Sawyer vorzunehmen. Ich liebe dieses Buch! Immer noch!

 

Bitte schenkt mir keine Bücher mehr!


Bitte schenkt mir keine Bücher mehr!

Berlin, Januar 2016

Ich bin gerade mitten in einem Umzug. Der Umzug in ein neues Leben, sozusagen. Ich werde, ausser meinem Arbeitszimmer, keine Möbel mitnehmen. Aber da sind die vielen Bücher, von denen ich mich unmöglich trennen kann. Im neuen Haus steht ein großes Billy-Regal mit Glastüren. Hier werden meine literarischen Schätze gesammelt. Ausserdem habe ich noch jede Menge Platz im Arbeitszimmer. Aber mir wird langsam klar, dass ich mich von einigen Büchern trennen muss. Natürlich werde ich Hemingway, Mark Twain, Umberto Eco, Jules Verne undsoweiter mitnehmen. Es ist ja tatsächlich so, dass die Bücher, die man gelesen hat, einem erst wirklich gehören. Die absoluten Klassiker habe ich ohnehin immer auf dem KINDLE dabei. Ich arbeite an meiner persönlichen Freiheit. Projekt Freiheit bedeutet sich von unnötigem Ballast zu trennen ohne zu leiden. Ich sitze in einem Luftschiff und muss Ballast abwerfen um zu steigen.
Es ist ja unglaublich, was man in einem Leben so alles sammelt. Ein Umzug kann helfen. Als ich vor vielen Jahren hierher zog, das war 1986, hatte ich gerade soviel Besitz, dass er in einen einzigen Transporter passte. Den Umzug erledigte mit einem Handwagen. So war das damals. Ich war zu stolz um mir Hilfe zu erbitten.
Heute sind die Bücher ein echtes Problem für mich. Ich habe es nicht gelernt, Bücher wegzuwerfen. Das geht doch nicht! Aber niemand will Bücher geschenkt haben. Es gibt mehrere Internetangebote bei denen man Bücher verkaufen kann. Die Ankaufpreise stehen in keinem Verhältnis zum ideellen Wert. Das fällt also auch aus. Es ist kompliziert. Aber ich will ja endlich mit dem Ballon aufsteigen. Mir bleibt gar nichts anderes übrig als Ballast abzuwerfen – und zwar schnell.

Vorletztes Jahr zu Weihnachten hat mir meine Tochter einen dicken Loriot Band geschenkt. Bitte nicht mehr! Er steht noch völlig ungelesen im sich leerenden Bücherregal. Ich werde ihn wohl mitnehmen. Natürlich den Oscar Wilde und auch die Geheimen Tagebücher von Mark Twain und das Buch von Umberto Eco, das ich mir so sehr gewünscht habe. Diese Bücher werden mich immer begleiten, stehen sie doch für einen besonderen Abschnitt in meinem Leben. Ich lese Bücher und ich werde mich auch in Zukunft mit Büchern umgeben. Das ist völlig klar. Aber es müssen Bücher sein, die mir etwas bedeuten, die ich mir erarbeite und aneigne, indem ich sie lese. Dann gehören sie mir – für immer.

Mein allererstes Buch habe ich ohnehin aus einer Bibliothek ausgeliehen. Eine Ausgabe von Kipling mit dem Titel “Rikki Tikki Tavi” – oder so ähnlich. Es handelte sich um Geschichten aus dem Dschungelbuch. Ich habe das Buch nicht physisch in meinem Besitz, genau so wenig wie viele andere Bücher, die mich beeinflusst haben. Aber das ist nicht schlimm. Es gehört zu mir, weil ich es gelesen und mir so angeeignet habe. Ich könnte es jederzeit kaufen, wenn ich wollte. Aber wozu sollte ich das tun? Ich habe es doch schon gelesen……

Anfang der 1990er Jahre habe ich mir den SPIEGEL abonniert. Ich war froh, dass ich die Möglichkeit hatte und ich versuchte jede Ausgabe zu lesen. Dann sortierte ich die Hefte in einem Regal und hob sie auf. Bis heute lagen sie auf dem Dachboden und verstaubten. Nun habe ich mir ein Herz gefasst und die Papiertonne mit den alten Zeitschriften gefüllt. Es ist tatsächlich wahr: Ich fühle mich erleichtert und tatsächlich immer freier. Der Anfang ist getan und bald ist alles erledigt. Dann kommen noch alte Computer und HiFi-Anlagen und wahrscheinlich muss ich auch meine CD-Sammlung erheblich kürzen. Und dann sind da noch meine alten Vinyl-Schätze. Die habe ich seit der Wende aufgehoben. Aber Vinyl soll ja wieder im Aufwind sein. Ich denke, ich werde mir demnächst wohl einen richtig guten Schallplattenspieler kaufen! Wenn die alten Platten nur nicht so schwer wären……

Und Bücher? Immer wenn ich bei Dussmann oder einem anderen guten Buchhändler bin, dann sehe ich doch, was los ist. Es gibt alles, was das Herz begehrt und noch viel mehr. Es ist ein unbeschreibbarer Überfluss an überflüssigem Zeug, was sich da auch den Büchertischen stapelt. Ich suche dann immer nach dem Regal für die Klassiker und werde fündig. Es ist schön, nach Hause zu kommen und alte Bekannte zu treffen. Das ist wie ein Anker in der Brandung. Man kann Halt finden und Sicherheit.
Ich habe genau das gefühlt, als ich vor einigen Jahren einer Frau begegnet bin, die genau das verkörperte, was ich mir immer erträumt hatte. Sie war eine sehr schöne, sehr gebildete und geheimnisvolle Frau, die mich wieder mit den Klassikern der Literatur und der Musik zusammengeführt hatte. Das war sicher nicht ihre Absicht, aber ich war inspiriert und ich spürte, wie wertvoll das für mich ist. Heute lebe ich ein völlig anderes Leben als früher. Ich bin umgeben von Schönheit, Literatur, Musik und Kultur. Ich lebe in einer wahren Oase, die ich mir vor Jahren noch nicht einmal vorstellen konnte. Alles ist geordnet und anspruchsvoll. Ich arbeite als Coach und Berater und ich muss mir keine Sorgen mehr um meine Zukunft machen. Wirklich nicht. Es ist ein unglaubliches Glück! Ich kann es manchmal selbst nicht fassen.

Ich bin gerade mit dem ICE nach Heidelberg unterwegs und nutze die Zeit um zu schreiben. Meine Kollegen sind irgendwo im Zug verteilt. Ich finde es gar nicht so schlecht, dass wir uns separat Plätze reserviert haben. Nichts ich anstrengender als permanenter Small-Talk mit Menschen, die man jeden Tag auf der Arbeit um sich hat. Ich habe keine große Lust darauf, zuviel von meinem Privatleben von mir zu geben. Geht eigentlich niemand etwas an. Meine Partnerin trennt das auch kategorisch. Wenn sie gefragt wird, wer der Mann sei, mit dem sie gesehen wurde, dann entgegnet sie, dass das ja wohl ihre Privatangelegenheit sei. Sie will nicht, dass irgendjemand Rückschlüsse auf ihre professionellen Pläne ziehen könnte. Sie hält sich ihre Karriere offen. Wenn wie ein entsprechendes Angebot bekommen würde, dann würden wir einfach nach Zürich, London oder New York gehen. Auch das sind Möglichkeiten, an die ich früher nie gedacht hatte. Alles ist möglich. Manchmal kann ich es nciht glauben. Aber auch ich kann überall arbeiten.

Meine Coachings werden immer interessanter. Mit der Praxis kommt die Sicherheit. Seitdem ich Akademiker coache, die auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind, merke ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe das am Anfang meiner Coachingausbildung geanhnt und dann konsequent umgesetzt. Im Augenblick mache ich einen Spagat zwischen arbeitslosen JobcenterKunden und mehreren Akademikern, die einfach ihre Bremsen lösen wollen. Meist liegen die Ursachen von Blockaden in der Kindheit. Das weiß jeder Therapeut. Coaching ist so etwas wie eine Therapie, aber mit gesunden Menschen. Richtig krank ist kaum jemand, soweit ich das beurteilen kann. Psychiater und Psychologen haben manchmal einen anderen Blick auf die Dinge. Immer wenn ich höre, dass viel zu schnell irgendwelche Medikamente verschrieben werden, schüttelt es mich. Natürlich ist es einfach, Psychopharmaka zu verschreiben. Aber ich bleibe skeptisch. So etwas müsste wirklich gut diagnostiziert werden. Ich bin mir nicht sicher, ob das immer der Fall ist.

Mein Erfolg ist das Feedback meiner Klienten. Das alte Qualitätsmanagementsprichwort wirkt:
Der Kunde soll wiederkommen – nicht das Produkt! – Das habe ich mir gemerkt, “Onkel Horst” sei es gedankt!
Wobei der Vergleich natürlich hinkt. Welches Produkt sollte denn bei einem Coaching denn zurückkommen? Aber der erste Teil stimmt. Die Klienten kommen nur wieder, wenn sie es wirklich wollen. Sie kommen nur, wenn sie etwas davon haben. Und das ist in zunehmenden Maße der Fall. Das macht mich glücklich.

Eigentlich wollte ich hier keinen Tagebucheintrag machen. Das ist eine andere Tasse Tee. Aber nun wird es doch sehr persönlich. Ein Umzug in ein neues Leben. Die Vergangenheit. Die Menschen, die mir etwas bedeuten und denen ich dankbar sein kann. Menschen die mich begleitet haben, die mich beflügelt und gebremst haben. Ich bin dankbar für jeden einzelnen dieser Menschen. Aus die mir weniger zugeneigten Zeitgenossen haben irgendetwas beigetragen, was mir genutzt hat. Sogar der Gärtner.

Jeder soll für sich glücklich werden. Jeder soll in seiner Welt glücklich werden, möglichst ohne andere zu schädigen. Ich habe meinen Frieden gemacht mit den Menschen meiner Vergangenheit, besonders wenn sie mir Ärger bereitet und mir Steine in den Weg geworfen haben. Jeder Umweg war eine Chance etwas Neues zu pobieren. Heute ist mir längst klar, dass ich vieles, was ich sein wollte nicht sein konnte. Ich hatte einfach nicht genug Motivation und Können um bestimmte Jobs so auszufüllen, wie ich es gerne gewollt hätte. Warum auch immer. Ich war nie ein Elektronikspezialist, obwohl ich inzwischen eine Menge von der Materie verstehe. Schliesslich habe ich das studiert. Als ich mit dem Studium fertig war hätte ich bei einem Halbleiterfertiger anfangen können. Allerdings war damals die gesamte Industrie im Umbruch. Ich war froh einen anderen, interessanten Job zu haben, der meine junge Familie ernähren konnte. Ich war stolz darauf niemals arbeitslos gewesen zu sein. Viele Jahre später erst begriff ich, dass ich viel Zeit und Geld verschwendet hatte. Das ich mich irgendwann umorientieren würde, konnte ich damals nicht ahnen. Damals war ich ein anderer Mann. Ich war nicht der Mann, der ich heute bin. Ich war ängstlich, zurückhaltend und sehr unsicher. Das ist heute ganz anders. Heute ist vieles ganz anders geworden. Ich habe in den vergangenen Jahren ein paar ganz große Schritte nach vorn gemacht. Das alles steckte allerdings schon in mir. Die Anlagen waren vorhanden. Es musste nur noch freigesetzt werden. Die Bremsen mussten gelöst werden um aus einem klapprigen Trabant einen schnittigen Porsche zu machen. Oder einen Audi. Der gefällt mir besser.

Irgendwann hat ein kluger Mann gesagt, dass wir uns in einem Umbruch befinden. In Zukunft werden wir nicht mehr auf Besitz setzen, sondern Zugang wird wichtig sein. Das stimmt genau: Access ist wichtig. Was nützt mir das schönste Schloss im Wald ohne Zugang zum Internet? Was nützt mir meine schöne Schallplattensammlung und Bibliothek, wenn ich mich woanders aufhalte?

Erich Fromm hat ein sehr gutes Buch geschrieben: Haben und Sein. Darauf kommt es tatsächlich an: nicht was man hat, sondern wer man ist. Es ist egal, was ich habe, wenn ich jemand bin. Ich habe das begriffen, als ich diese wundervolle Frau kennenlernte. Es war egal wieviel ich hatte, wenn ich nur ich war. Sie wollte nicht meinen Besitz, sondern den Mann, den sie in mir erkannte. Und der konnte so übel nicht gewesen sein. Im Gegenteil! Er weiß längst, was in ihm steckt. Es ist wichtig das zu wissen. Es hat etwas mit Persönlichkeit zu tun.

Coaching ist Persönlichkeitsentwicklung. Das beste Coaching ist selbst Coach zu werden. Ich habe nicht. Ich bin. Darauf kommt es an.

 

 

Erst ein Blog, dann ein Buch?


Suchanfrage bei Googe, die auf meinen Blog führte: „Kann man erst einen Blog und dann ein Buch veröffentlichen?“

Gute Frage! Meiner Meinung nach ja! Wenn ich mir heute ansehe, was alles veröffentlicht wird, stellt sich mir die Frage, wer das alles lesen soll? Das wird sich ändern. Ich glaube daran, dass ein guter Blog den Autor bekannt machen kann. Wenn ein Blog oft gelesen wird, dann erkennt man das an der Klickzahl. Wenn die über 1000 pro Tag steigt, dann wird es langsam interessant. Das Beste daran ist die Tatsache, dass ein Blog in der Regel nichts kostet. Da ist dann immer noch das Problem von Plagiaten. Aber auch das kann man sportlich sehen. Wenn man oft zitiert wird, dann ist das zuerst einmal ein Kompliment! Manch ein Autor schreibt jahrelang im stillen Kämmerlein und hat keinerlei Feedback zu erwarten. Wenn er dann sein Werk veröffentlichen will, ist er zuerst abhängig vom Wohlwollen der Verlage. Was sich nicht verkauft, wird nicht unter Vertrag genommen. Aber es geht auch anders. Immer mehr Künstler veröffentlichen ihre Werke auf Youtube und werden zuerst sehr bekannt. Man wird auf sie aufmerksam und dann geht alles sehr schnell. Das kann auch passieren, wenn man einen richtig guten, viel gelesenen, Blog schreibt. Der Vorteil liegt auf der Hand. Ich erhalte sehr viel Feedback. Wenn nichts kommt, dann ist das unausgesprochene Kritik. So sehe ich das jedenfalls. Jeder, der mir etwas zum Lesen gibt und fragt, ob mir das gefällt, kann das auch gleich in einem Blog veröffentlichen. Ich empfehle das sogar! Keine Angst vor Datendieben! Jede Veröffentlichung wird mit einem Zeitstempel versehen. Alles was später kommt, ist ein Plagiat. So einfach ist das. Ein Blog ist die einfachste Möglichkeit etwas zu veröffentlichen. Wir brauchen heute keine Zeitungsredaktion oder einen Verlag mehr um etwas zu veröffentlichen. Das hat zunächst einmal nichts mit Qualität zu tun. Es gibt richtig gute Artikel, die man noch in keiner Zeitung lesen kann. Aber es gibt gute Blogs, die andere Blogs empfehlen. Es ist wie beim Aschenputtel: Die Guten ins Näpfchen und die Schlechten ins Töpfchen. Das sortiert sich alles von ganz allein. Nur die interessierten Leser entscheiden, was ihnen gefällt und was nicht. Toll wäre eine Art Micropaiment: Jeder angeklickte Artikel erhält automatisch einen Cent. Da würde ich sofort mitmachen. Davon könnte ich leben.

Ich bin davon überzeugt, dass man aus einem Blog ein Buch machen kann. Aus meinem Blog hier kann ich gleich mehrere Bücher machen. Wir werden sehen…..

Klassiker – Nie waren sie so wertvoll wie heute


journalismus

journalismus (Photo credit: dream4akeem)

PRISM – wir werden uns daran gewöhnen – mit Sicherheit! 😉
Es ist nicht zu fassen! Unsere gesamte Kommunikation im Internet kann aufgefangen und gespeichert werden. Eigentlich ist das überhaupt nichts Neues. Genau das haben Geheimdienste immer schon gemacht: Informationen gesammelt. Was uns heute schockiert ist das schiere Ausmaß. Die Dimensionen sprengen alle Grenzen. Die technischen Möglichkeiten über die wir heute verfügen, übersteigen selbst die Vorstellungskraft von erfahrenen Informatikern. Und es geht immer weiter. Die Komplexität übersteigt jeden Erfahrungshorizont. Es dient unserer Sicherheit, heißt es. Dieser Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen. Wer über alle Informationen verfügt, hat die Macht, heißt es. Wissen ist Macht. Das haben wir doch schon in der Grundschule immer wieder zu hören bekommen. Informationen sind zunächst einmal unstrukturiertes Wissen. Informationen werden gesammelt, sortiert und ausgewertet. Und dann landen diese Informationen in digitalen Archiven, die nur darauf warten ausgewertet zu werden. Die Datensammelwut der Stasi war nur der Anfang. Die Archive der Staatssicherheit der DDR umfassen nur noch einen kleinen Bruchteil der heute zur Verfügung stehenden Informationsmengen. Es kommt auch darauf an, wer Daten und Informationen sammelt und wer über die Mittel und die rechtlichen Grundlagen verfügt, das zu tun. Wir leben in einer Demokratie und das sollte Grund genug sein um sich in Sicherheit zu wiegen, hört man immer wieder. Das zu bewerten übersteigt die Möglichkeiten des Einzelnen. Vermutlich sollten alle die sich mit derartigen Informationsbeschaffungsmaschinen beschäftigen regelmäßig auf ihre ethische und moralische Eignung testen lassen. Die Freiheit der Demokratie ist auch immer die Freiheit der Presse und des Journalismus. Die Redaktion des britischen Guardian hat gerade sehr deutlich zu spüren bekommen, dass genau diese Freiheit bedroht ist. Journalisten werden sehr oft als unangenehme Gegner wahrgenommen, die nur stören. Genau das ist ihre Aufgabe. Der freie Journalismus ist mehrfach bedroht. Immer mehr Zeitungsredaktionen geraten unter wirtschaftlichen Druck. Ausgerechnet das Internet macht es ihnen immer schwerer, Geld zu verdienen. Die Bürger trauen den offiziellen Verlautbarungen von Regierungen oft mehr, als der freien Presse. Wir haben uns längst daran gewöhnt. Die Welt verändert sich mit einer rasenden Geschwindigkeit. Wir können nicht einfach aussteigen. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Ethik und Moral sind immer noch die einzige Grundlagen, auf die wir uns verlassen müssen. Die Dichter der Aufklärung haben ihre Wahrheit und ihren Glanz nie verloren. Nie waren Shakespeare, Goethe, Schiller und Heine so wertvoll wie heute. Das Gute und Schöne ist zeitlos. Besonders in Zeiten wie diesen.

Google!


Zeitverschwendung


zeit

zeit (Photo credit: apicula Zanetti)

Wir neigen dazu unsere Zeit so effektiv wie möglich einzusetzen und fürchten uns vor einer gedankenlosen Verschwendung dieser wertvollen Ressource. Nichts erscheint uns schlimmer, als Zeit zu verschwenden. Zeitverschwendung ist ein böses Wort, Müßiggang eine große Sünde. Die Angst vor einem sorglosen Umgang mit der Zeit ist ein Elternteil von Burnout und Depression. Niemand sagt uns, wie Zeit sinnvoll zu verwenden ist. Wenn zwei Menschen, die sich lieben, Zeit miteinander verbringen und sich nahe sind, dann sieht das für einen Außenstehenden wie pure Zeitverschwendung aus. Was könnte man in dieser wertvollen Zeit nicht alles schaffen? Ja, was denn eigentlich? Was ist wichtig und was ist unwichtig? Am Wochenende dröhnen in meiner Straße die Rasenmäher und überall ist Bewegung und Leben. Wenn ich mich jetzt in die Sonne setzte, ernte ich die strafenden Blicke der Helden des Vorgartens. Bei diesem Krach kann ich mich sowieso nicht entspannen. Also setze ich mich auf mein Rad und entfliehe der hektischen Betriebsamkeit. In einem Park treffe ich andere Menschen, die ihre Zeit anders verbringen. Sie genießen die Sonne, spielen, verbringen Zeit miteinander. Das sieht gar nicht wie Zeitverschwendung aus.
Ich könnte meine wertvolle Zeit allerdings auch anders einsetzen. Ich könnte Fenster putzen, Rasen mähen, Hecke schneiden….Aber warum eigentlich? Es macht mir keinen Spaß, es ist Arbeit und wenn ich es erledigen muss, dann mache ich es schnell und effektiv. Aber nicht heute. Heute brauche ich die Zeit für andere Dinge. Ich muss auf mich achten. Allerdings ist es auch ein gutes Gefühl, wenn ich vorher noch ein paar Arbeiten erledigt habe die auf mich warten. Es ist keine schlechte Idee Dinge nicht aufzuschieben und einfach zu erledigen. Die Unterlagen für das Finanzamt warten und eigentlich muss ich noch ein paar Rechnungen bezahlen. Auch dafür wird wertvolle Zeit benötigt. Wenn ich mich jetzt aus dem Staub mache, dann verfolgen mich diese Dinge, bis ich sie endlich erledigt habe.
Zeit braucht Deutung. Wenn wir Dinge erledigen und uns mit anderen Menschen treffen, miteinander kommunizieren und einfach leben, dann ist das niemals Zeitverschwendung. Ich habe eben einen Artikel über Albert Schweizer gelesen. Es ist unglaublich, was dieser Mann vor seiner Zeit im Urwaldhospital geleistet hatte. Er hatte Theologie studiert und er war ein Orgelspezialist, ein ausgebildeter Musiker und ein Missionar. Schweizer war Philosoph und Theologe und studierte dann noch, scheinbar nebenbei Medizin um sich dann im Alter von etwa 30 aufzumachen und das berühmte Urwaldhospital in Lambarene zu gründen. Er war dann mal weg – in Afrika. Schweizer kümmerte sich in einem Akt der Menschlichkeit um Menschen, die ohne sein Engagement keine Chance gehabt hätten. Seine Leistung reicht über seine eigene Lebenszeit hinaus, weil er ein Zeichen gesetzt hat. Zu seinem Vermächtnis gehört es auch, dass wir unsere Zeit optimal nutzen müssen. Alles hat seine Zeit, heißt es in der Bibel. Sähen und ernten, geboren werden und leben und sterben.

Im Coaching ist es entscheidend, sich auf den Gegenüber einzulassen und auch Pausen auszuhalten. Es ist wichtig, Zeit miteinander zu verbringen. Ein gutes Coaching muss nicht immer von sprühenden Gedanken strotzen und rhetorische Höchstleistungen sind nicht immer der Königsweg. Die Qualität eines Coachings hängt nicht von der Anzahl der gesprochenen Worte oder der Frequenz der Aha-Effekte ab. Zeit läuft für jeden Menschen anders ab. Ein guter Coach stellt sich auf das Zeitgefühl seines Gegenübers ein und entwickelt ein Gefühl für seinen Klienten. Erst dann funktioniert Coaching.
Wie verbringen wir unsere Zeit? Wie viele Jahre haben wir schon in irgendeinem Büro verbracht und den Zeitvorstellungen anderer Menschen entsprochen? Warum tun wir das? Wie geht es uns dabei? Haben wir das Gefühl Zeit zu verschwenden oder setzen wir unsere Zeit so ein, dass es uns gut tut? Was würden wir jetzt eigentlich tun, wenn wir es uns aussuchen könnten?
Denken Sie doch einfach mal darüber nach und schreiben es auf ein leeres Blatt Papier. Was würden Sie jetzt gerne machen, wenn Sie es selbst in der Hand hätten?
Kleine Pause.

Und dann: Wie fühlt sich das an? Wir schmeckt es, wie klingt es? Wie fühlen Sie sich jetzt? Atmen Sie tief ein und langsam aus. Wir haben eben ein wenig Zeit miteinander verbracht. Schön, Sie kennen zulernen!
Das war ganz bestimmt keine Zeitverschwendung, denn ich habe genau das getan, was ich gerne mache: Kommunizieren, reden, schreiben und auch schweigen.
Alles zu seiner Zeit!

Wann ist ein Coach, ein Coach?


Ein Coach ist kein Yuppi, der anderen die Welt erklären will und glaubt, bereits alles zu wissen, fertig zu sein. Coaching ist kein Kinderspiel für Anfänger oder Leute die sich für einen guten Coach halten. Man ist es oder man ist es nicht. Es ist wie ein guter Riserva. Zu einem guten Coach gehören Risse und Brüche, der Umgang mit Erfolg und – ja – auch Mißerfolg. Coaching ist psychologische Beratung. Psychologen und Therapeuten können sehr gute Coaches werden, vorausgesetzt, sie nehmen sich zurück und konzentrieren sich auf das Coaching. Der Unterschied von Psychologie und Psychotherapie  auf der einen Seite und Beratung auf der anderen Seite der Skala ist klar. Ein Coach arbeit genau dazwischen. Coaching bedeutet: keine Therapie von Krankheit, keine Beratung, keine Ratschläge, Erfahrung, Zuhören, Fragen. Fachliche Erfahrung und Lebenserfahrung sind die wichtigsten Bausteine für einen guten Coach. Die besten Coaches sind gute Geschichtenerzähler, Storyteller. Sie hören aufmerksam zu und erzählen die Geschichte, die sie gerade gehört haben. Ein anderer Blickwinkel, ein anderer Rahmen. Alles wird sich ändern, mit einem guten Coach. Talent und Berufung gehören zu einem guten Coach genau so selbstverständlich dazu wie bei einem Schriftsteller, Sänger oder Schauspieler. In den USA hat Coaching einen völlig anderen Stellenwert als in Deutschland. Es ist der kulturelle Unterschied. Die Deutschen sind es gewohnt kühl, präzise und kontrolliert zu arbeiten. Dafür werden sie bewundert und gefürchtet, aber nicht geliebt. Die menschliche Dimension fehlt sehr oft, obwohl es in Deutschland üblich ist über soziale Dinge zu reden und zu schreiben. Die Amerikaner gelten als oberflächlich und werden oft für eiskalte Moneymaker gehalten. Aber ausgerechnet bei ihnen spielt Coaching eine große Rolle. Das scheint alles nicht zusammen zu passen. Aber genau an dieser unscharfen Schnittstelle ist die Wahrheit zu finden. Vorurteile sind dazu da, sie zu erkennen, zu reflektieren und beiseite zu schieben. Das ist ein leiser Prozess. Coaching kann dabei helfen, die Perspektive des Anderen zu erkennen. Nicht im Sinne von – Ich erkläre die die Welt, sondern im Sinne von – Ich bin an deiner Seite, wenn du deine Welt neu entdeckst. Ich begleite dich! Kennen Sie das Geheimnis von guten Rednern und Moderatoren und Schauspielern? Es ist auch das Geheimnis wirklich guter Coaches. Richtig gute Künstler lieben ihr Publikum. Empathie ist das Zauberwort. Das Publikum spürt instinktiv, ob ein Redner es tatsächlich ernst nimmt und liebt! Ein Coach muss offen für seinen Mandanten sein und sich sehr auf ihn konzentrieren können. Eine Handbewegung, ein Zucken der Augenbraue, ein falscher Blick und schon kann der Zugang zum Coachee verloren gehen. Coaching ist harte und intensive Arbeit. Mehr als 2 oder 3 Coachings am Tag sind kaum realisierbar. Coaches sind ständig auf der Suche nach neuen Anregungen und sie lernen täglich etwas Neues um das Beste bieten zu können. Es ist ein anstrengender Job, kein Spaziergang.

Kommentar eines witzigen Zeitgenossen: Wann ist ein Coach, ein Coach? Wenn er nicht als Coach einen Coach-Coach braucht und auf die Couch muss. 😉

Ich lasse das einfach mal so stehen. Coaching ist ein Buzzword. Also: Wer braucht einen Coach? Vermutlich ist das nur was für die Leute, die zumindest eine Ahnung davon haben, was Coaching ist. Ein guter Grund um diesen Blog hier zu betreiben.