Beamen

Wie funktioniert BEAMEN?

2040. Ich saß in einer Bar am Alexanderplatz und blickte auf die zackige Skyline, die den Fernsehtum umrandeten. Der Mann neben mir war vor einer Stunde aufgetaucht und hatte sich ohne zu fragen neben mich gesetzt. “Was trinken Sie?” “Pepsi-Whisky” Ich trinke lieber Pepsi als Coke. Das erinnert mich an den Cola Krieg der 1980er und Michael Jackson hatte damals, als er noch schwer angesagt war ebenfalls für Pepsy geworben. Der Mann winkte der Barfrau und bestellte zwei davon. Wir unterhielten und ein wenig und natürlich kamen wir auf verschiedene Dinge zu sprechen, die wir für interessant hielten. “Ich frage mich die ganze Zeit, wie das mit dem Beamen funktioniert!”, meinte er und da hatte er eines meiner Lieblingsthemen angesprochen. Beamen war genau so schwer zu begreifen wie die Relativitätstheorie oder die Raum-Zeit. „Ganz einfach: Man zeigt auf den Zielort und wählt die Zielzeit und sagt:  „ENERGIE!“ Nichts einfacher als das! Ich mache das immer so. Wo liegt das Problem?“ Mein Gegenüber rutschte ein wenig nervös auf seinem Barhocker herum und schaute mich an, wie einen Außerirdischen. Irgendeinen sehr fremd aussehenden Außerirdischen, meine ich. Denn auch Aliens sind in meinem Universum keine echte Rarität. Im Grunde geht alles so, wie man es sich nur wünschen kann. Mein Gesprächspartner war immer noch sehr verwirrt. Ich hatte keine Ahnung, warum. „Ach so funktioniert das!“, erwiderte er. „Wirklich so einfach! Toll!“ Ich wusste nicht, was er meinte. Ich hatte wirklich keine Ahnung. Und es sah auch nicht danach aus, dass er es mir verraten würde. Er blickte mich immer noch aufmerksam an und seine nervösen Rutschbewegungen hatte er auch eingestellt. Er wollte ganz normale alltägliche Dinge wissen. Ich erzählte ihm alles was er wissen wollte. Und während ich seine Fragen beantwortete, stellten sich mir immer mehr neue Fragen. War es wirklich so selbstverständlich, wie das hier alles funktionierte? Ich fühlte mich, wie alle Anderen hier wie ein Gott. Wir konnten alles tun, was wir wollten und mussten uns um nichts kümmern. Wir hatten uns nur innerhalb der Gesetze zu bewegen. Und die waren nicht besonders kompliziert. Jeder konnte sich daran halten. Kein Problem!

Ich wandte mich dem Barmann zu, der hier nur der Optik wegen hinter der Theke stand und bestellte zwei weitere Single-Malt mit Pepsi ohne Eis. Als ich mich meinem neugierigen Gesprächspartner zuwenden wollte, war der verschwunden. Ich schaute mich um und wunderte mich weil er nirgends mehr zu sehen war.  Er hatte sich zum ersten Mal in seinem Leben weggebeamt. Ein Anfänger! Er hatte sich nicht einmal von mir verabschiedet. Wie unhöflich! Er blieb verschwunden, als hätte ihn die Erde verschluckt.