Die dunkle Seite der Macht


Zeitenwende 141115

91101 hat eine Zeitenwende eingeleitet. Die Angst greift mit kalten Fingern nach unserer Zukunft. Wir haben es in der Hand uns zu entscheiden, in welcher Welt wir morgen leben wollen. In einer Welt mit Mauern und Stacheldraht, Überwachung, Argwohn, Fremdenfeindlichkeit und Angst – oder in einer Welt der Menschlichkeit und Hoffnung. Wir haben es in der Hand, ob wir auf die dunkle Seite der Macht wechseln wollen oder nicht.

Zyniker ziehen sich zurück und beobachten, was passieren wird. Sie sitzen wie Hasen in ihrem Loch und zittern ängstlich ihrem Tod entgegen. Früher oder später müssen wir alle sterben.

Es ist ein Fakt, dass wir mehr sind, als diejenigen die Angst verbreiten wollen.

Warum sollten wir, die Mehrheit uns einer mikroskopisch kleinen Minderheit beugen? Das ist der Punkt. Wir sind mutig uns stark, wenn wir uns der Menschlichkeit verpflichtet fühlen und uns nicht durch Angst besiegen lassen. Wir müssen uns entscheiden, auf welcher Seite wir stehen wollen. Voller Angst und Hass auf der dunklen Seite oder mutig uns stark im Licht.

Das, was da gerade in Paris passiert ist, geschieht jeden Tag im Irak und in Syrien. Es kann auch bei uns geschehen. Es gibt keine 100% Sicherheit. Mit Mauern uns Stacheldraht werden wir uns nicht schützen können. Erst wenn die Benachteiligten erkennen, dass sie eine Chance für die Zukunft und ein Recht auf Bildung, Sicherheit und Wohlstand haben, dann wird klar werden, wie widersinnig Terror und Angst sind.

Wir haben es in der Hand. Nehmen wir gemeinsam unsere Zukunft in Angriff. Es soll eine Welt voll Licht und Hoffnung uns Glück sein. Nein, ich bin kein Träumer. Ich bin ein Realist, der Kerzen anzünden möchte.

Imagine…..

Peace and Prosperity!

  

Angstfreie Zone


Angstfreie Zone

Angst gehört zum Leben. Es gibt keine völlig angstfreie Zone. Es ist eine Illusion zu glauben, dass menschliches Leben ohne Angst möglich ist. Angst ist ein Spiegelbild unserer Anbhängigkeit und das Wissen um unsere Sterblichkeit. Wir kommen nicht darum herum, Angst begleitet uns immer. Angst gehört dazu. Ob es uns nun gerade bewusst ist, oder nicht. Wir können Ängste betäuben, versuchen sie zu verdrängen, zu überspielen und zu ignorieren. Das Wissen und das Erleben von Angst gehört zu jeder gesunden Persönlichkeit.

Angst ist negativ besetzt. Ein Held hat keine Angst. Ein toter Held nützt nur in seiner Rolle als Märtyrer.

Ich kannte einmal einen sehr lauten, extrovertierten Mann, der sich vor nichts zu fürchten schien. Zugegeben: Der Mann hatte mich irgendwie beeindruckt. Der Mann schien tatsächlich keine Angst zu haben.  Andererseits war mir von Anfang an klar, dass ich ihn nicht zum Freund haben wollte.
Aber der Mann hatte Angst. Wovor auch immer. Ein scheinbarer Widerspruch. Wenn ich ihn damals konkret nach seinen Ängsten gefragt hätte, dann wäre das Gespräch sofort beendet gewesen. Angst kommt in den meisten Biografien nicht vor. Es ist ein absolutes Tabuthema. Darüber spricht man nicht und wenn man jemals Angst hatte, dann hat man sie, selbstverständlich! längst! überwunden. Denn dazu sind doch Ängste da: Um sie zu überwinden!

Lautstarke Menschen ähneln ängstlichen Leuten, die laut singen, wenn sie nachts im Wald unterwegs sind. Schreien hilft Angst zu überwinden. Manche Menschen benehmen sich wie Elefanten im Porzellanladen, weil sie im Grunde unsicher sind und nicht genau wissen, wie sie sich verhalten sollen. Da hilft ein lautes und nach Selbstvertrauen aussehendes Verhalten scheinbar weiter: Sehr her! Ich kann mich benehmen wie ich will!

Das Problem liegt aber auf der Hand: Wer keine Angst haben will, weil er Angst davor hat Angst zu haben, hat bereits verloren. Ganz ähnlich ist es mit dem Begriff Demut, den starke Leute nicht kennen wollen, weil sie annehmen, dass sie dann nicht mehr erfolgreich sein können. Sie haben Angst vor dem bloßen Begriff der Demut. Sie wollen es nicht akzeptieren, dass sie nicht alles aus eigener Kraft erledigen können.

Ein demütiger Mensch weiß, dass viele Dinge nicht in seiner Macht liegen. Demut macht stark und ist nichts für schwache Charaktere.

Ein glücklicher Mensch kann etwas mit seinem Glück anfangen, weil er Glück nicht als selbstverständlich betrachtet. Wer glaubt, dass er immer nur auf der Sonnenseite des Lebens stehen wird, sollte wissen, dass es auch mal anders kommen kann um nicht sofort umzufallen, wenn der Wind aus einer anderen Richtung weht. Aber wenn es gut läuft, dann erkennt der Glückliche es und nimmt es mit vollem Herzen an.

Angst ist immer im Spiel. Wir sind Menschen und müssen mit unseren Ängsten umgehen lernen: an guten, wie an schlechten Tagen.

Vorteilsübersetzung


Vorteilsübersetzung –  wieder ein neues Wort gelernt

Während meiner Tätigkeit für die Agentur für Arbeit habe ich ein neues Wort kennengelernt. VORTEILSÜBERSETZUNG

Ist das bereits BEAMTENDEUTSCH oder nur ein Wort?

VORTEILSÜBERSETZUNG stellt einfach ein paar Fragen. Was wäre anders, wenn Du dieses Angebot nutzen würdest? Was passiert, wenn Du es tatsächlich so machst, wie es dir vorgeschlagen wird? Was passiert, wenn Du es nicht tust? Wie ist es, wenn Du es getan hast? Wie geht es Dir, wenn Du es vor Dir herschiebst und keine Entscheidung dafür triffst?

Vielleicht kann ich es im Coaching verwenden. Es hat was. Ich kann es nutzen und jeder kann es sich leicht merken. Probieren wir es einfach mal aus:

Fall EINS

Ich habe irgendwie keine Lust darauf eine Rechnung zu bezahlen – Ich lasse so etwas gerne liegen und habe ein schlechtes Gewissen und irgendwann eine Mahnung. Zahlen muss ich am Ende sowieso. Also….

VORTEILSÜBERSETZUNG: Wenn Du jetzt sofort Deine Rechnung bezahlst, dann belastet es zwar Dein Konto, aber Du hast ein gutes Gewissen und eine bessere Übersicht über Deine Verbindlichkeiten und Möglichkeiten. Du musst kein schlechtes Gewissen haben, wegen einer ausstehenden Mahnung oder der nächsten Eskalationsstufe. Du zahlst keine Mahngebühren! Du bist frei, wenn Du diese Rechnung sofort bezahlst! Du bist ein pflichtbewusster Mensch und Du kannst stolz darauf sein, nichts liegenzulassen. Rechnungen zahlen ist ja wohl eine einfache Übung. Das ist ja wohl das Mindeste, was du leisten kannst!

Fall ZWEI

Die Steuererklärung muss noch gemacht werden.

VORTEILSÜBERSETZUNG: (kannst Du mal selber probieren, mein lieber Coachee!)

Fall DREI

Ich muss mal wieder Sport machen. Das Wetter ist nicht sooo toll und eigentlich habe ich keine richtige Lust.

Ein typischer FALL für VORTEILSÜBERSETZUNG! Ich liebe dieses Wort! Ursprünglich hat es micht aufgeregt. Aber nun beginne ich es tatsächlich zu lieben. Also VORTEILSÜEBRSETZUNG: Wenn Du Dich jetzt aufraffst und Dir Zeit für Deinen Körper nimmst, dann geht es auch Deine SEELE besser! Du weisst doch ganz genau, wie gut es sich anfühlt, wenn Du nach einer Stunde auf dem Rad wieder Zuhause ankommst, ein Glas Wasser trinkst, schwitzt und angenehm erschöpft bist! Du weisst es genau! Erinnere Dich an das letzte Mal! Du brauchst das! Unbedingt! Es wird Dir viel besser gehen!

Schau Dir die Leute an, die kein Sport mehr machen (können): Sie werden faul und haben schlechte Laune, weil sie sich selber nicht mehr leiden können!

Schau in den Spiegel! Was siehst Du da? (Ich sehe einen Mann, der beginnt ernsthaft dick zu werden) Mist! Nun aber los! -> Ich bin dann mal weg!

Fall VIER

Ich muss meine Freundschaften pflegen und darf mich nicht hinter meiner Arbeit verstecken!

Ich habe es lange vor mir hergeschoben. Nun muss ich meine Freunde anrufen. Mein Bruder und meine Schwester. Oh! Himmel! Meine Freunde und Verwandten! Was müssen die nur von mir denken?!

Was passiert, wenn ich einfach zum Telefon greife oder einfach mal vorbeifahre?

Ich denke an meinen kranken Freund, der ernsthaft erkrankt ist. Ich habe mich schon seit Jahren nicht mehr bei ihm blicken lassen. Warum nur? Wegen der Trennung von meiner Frau? Wegen meiner anstrengenden Arbeit? Warum nur? Und dann vergeht die Zeit und man wird sich immer fremder und irgendwann ist es zu spät.

VORTEILSÜBERSETZUNG: Es ist nie zu spät KONTAKT aufzunehmen! Wie oft hast Du in der Vergangenheit gehört: Du hast Dich nicht gemeldet, ich will Dich nicht mehr sehen!

Das Gegenteil wird der Fall sein: Schön, dass Du Dich meldest! Ich habe oft an Dich gedacht und mich gefragt, ob es Dir gut geht!

Vorteil: Soziale Netzwerke sind gut für die psychische und physische Gesundheit. Ohne diese Kontakte werden Menschen eindam und krank. Bist Du ein Einsiedler, der keine Freunde hat, nur weil er zu FAUL war um seine Freundschaften zu pflegen? Nein! Das bist DU nicht! Denk mal nach, wie viele Menschen es gibt denen Du persönlich wichtig bist!

Fall FÜNF

Abo-Kündigen! Aber schnell!

Du hast ein Zeitschriftenabonement abgeschlossen und Du schaffst es nicht diese Zeitschrift zu lesen. Was machst Du? – Aufschieben und abwarten?

VORTEILSÜBERSETZUNG: Mach es sofort! Kündige! Weil: Du dann GELD sparen wirst. Keinen überflüssigen Ballast mehr sammelst, den Du dann aufwändig wieder entsorgen musst. Erinnerst Du Dich an die SPIEGEL Jahrgänge ab 1990 die immer noch auf dem Dachboden schmoren? Wie oft hast Du diese wertvollen Beiträge in den vergangenen 10 Jahren gelesen und ausgewertet?

Das ist wieder ein Fall für VORTEILSÜBERSETZUNG. Aber fangen wir einfach damit an, dass Du die überflüssigen Abos anschaust und dich ihrer entledigst!

Wie wäre es, wenn Du Deine STRATO Abos kündigen würdest? Du brauchst das nicht! Es kostet nur Geld!

Auch hier wirst Du Dich besser fühlen, wenn Du es hinter Dich gebracht hast!

Fall SECHS

Mal wieder richtig aufräumen…..

Fall SIEBEN

Renovieren…..

Fall ACHT

Fenster putzen (lassen)

Fall NEUN

Auto reinigen

Fall ZEHN

Rasen mähen

Fall ELF

Die hast ein Volontariat übernommen. Man braucht Dich! Du bist genau die Richtige für dieses AMT! Du bist der richtige Mann für dieses AMT! Du hast einmal JA! gesagt und nun wäre ein NEIN! der Zusammenbruch Deines ganzen Lebens. Wenn Du nun einmal NEIN sagen würdest, dann wäre alles was Du bis jetzt getan hast UMSONST gewesen! Überleg noch mal!

VORTEILSÜEBRSETZUNG: Sag EINMAL NEIN! Sag was Du fühlst! Du kannst doch nicht mehr! Du bist überfordert. Sie wollten den kleinen Finger und haben längst deine ganze Person in Besitz genommen!

Sag NEIN! mein Freund! Du bist ein freier Mann! Du bist eine freie Frau! NIEMAND kann dich derart und absolut vereinnahmen.

Niemand darf das! Wenn Du NEIN sagst, dann schau mal was passiert.

Es wird sich vieles klären, was Du Dich nur nicht getraut hast anzusprechen!

Man wird das Gespräch mit Dir suchen und Du wirst GEFRAGT werden, was DU DENKST. Du wirst ihnen keine RATSCHLÄGE aufdrängen. Sie werden DICH fragen!

Du bist auch nur ein Mensch! Man kann Dich nicht nur über das definieren, was Du täglich für ANDERE tust! Du bist genau so wertvoll, wenn Du Dich mal zurückziehst und etwas für DICH tust!

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Fall EINTAUSENDSIEBENHUNDERTACHTUNDNEUNZIG …….

 

Geld – Das Mittel mit dem man sich FAULHEIT kaufen kann


Geld – Das Mittel mit dem man sich FAULHEIT kaufen kann

Wir haben es von Kindheit an verinnerlicht. Arbeit ist wichtig im Leben. Ohne Arbeit ist der Mensch arm und hoffnungslos.

Aber stimmt das? Ist Erwerbsarbeit tatsächlich das Maß aller Dinge? Müssen wir uns nicht im Gegenteil in Zukunft darauf einstellen die Arbeit den Maschinen zu überlassen und andere Dinge zu tun, die uns gesund und glücklich machen? Leben wir um zu arbeiten? Oder müssen wir arbeiten um zu leben?

Denken wir die Sache mal andersherum:

Nehmen wir an, Du hättest geerbt und das Geld würde für den Rest Deines Lebens ausreichen. Nehmen wir an, Du müsstest nicht mehr für Deinen Lebensunterhalt arbeiten und könntest Dir alles leisten, was Du immer schon gerne haben wolltest.

Reisen wohin und wie lange Du willst.

Ein Haus mit einem kleinen Park darum.

Ein tolles Auto für Dich, Deine Frau und für Dein Kind.

Du kannst zu Deinem Chef gehen und ihm sagen, dass Du viel lieber etwas anderes machen würdest. Er kann dich gerne kündigen, wenn er Dir nichts anbieten kann.

Du kannst studieren. Du kannst jeden Tag Sport machen, wenn Du willst. Du kannst Dich an einem Unternehmen beteiligen wenn Du es willst.

Du kannst einfach mal so richtig faul sein, wenn Du Lust dazu hast.

Du musst nicht arbeiten, wenn Du es nicht willst. Du kannst alles tun, was Du gut kannst und was Du immer schon tun wolltest.

Alles wird möglich, wenn man nicht mehr jeden Tag Geld für den Lebensunterhalt verdienen muss.

Geld. Darum geht es. Leider, möchte man meinen. Aber so einfach ist das nicht. Die meisten Deutschen arbeiten wie die Ameisen um sich einen gewissen Standard leisten zu können und sehnen sich nach der Rente. Einige wollen schon zeitiger aussteigen. Sie fühlen sich krank und arbeitsunfähig. Sie können nicht mehr. Sie wollen nur noch die EU-Rente. Viele wissen nicht einmal wie hoch die ist.

Ich behaupte: Die meisten Menschen würden frei und gesund sein, wenn sie es sich leisten könnten. Sie würden sich mit Sicherheit nicht jeden Tag dem mörderischen Berufsalltag aussetzen. Cholerische Chefs wären ab sofort ein unverkäufliches Auslaufmodell. Faulheit wäre eine Option, die natürlich niemand lange durchhalten würde. Geld ermöglicht Freiheit. Niemand würde einen Multimillionär für asozial halten, wenn der keinen festen Job hat und einfach nur das tut, was ihm Freude bereitet. Das ist gar nicht so einfach. Bill Gates “vertreibt” sich heute die Zeit mit der Unterstützung von Menschen. er kämpft gegen Armut und Krankheiten in der Dritten Welt. Eigentlich hätte er sich zur Ruhe setzen können. Aber das ist für Menschen seines Schlages keine Option.   

In Deutschland kann man, wenn man wirklich nichts mehr hat, Hilfe vom Staat in Form von ALG II beantragen. ALG II bekommt man, wenn man arbeitslos ist und keinen Anspruch mehr auf ALG I hat.

HARTZ IV ist nicht das Ziel aller Träume

Hartz IV bedeutet – Hosen runter und ab in die ALIMENTIERUNG durch den Staat. Das ist würdelos. Niemand, der etwas auf sich hält kann sich mit dieser Situation zufrieden geben. Und das tut auch niemand. Die ALG-II Empfänger leben entweder in einer Parallelwelt und nehmen das vom Staat was ihnen zusteht oder sie sind zutiefst unglücklich.

Ich habe schon viel mit Menschen gesprochen, die froh waren aus dem System wieder heraus zu kommen. Sie arbeiten und bekommen am Ende weniger Geld. Sie fallen also faktisch unter das Hartz IV Niveau. Das ist vom Staat gewollt. Anders ist es nicht erklärbar, dass jedes noch so kleine angegebene Zusatzeinkommen dazu führt, dass man Geld zurückzahlen muss. Abgesehen von der Tatsache, dass jeder ALG-II Empfänger nachweislich vorher seine Ersparnisse aufbrauchen muss, wird das Ganze zu einem wirtschaftlichen und sozialen Abstieg, der nicht reversibel ist. Es ist faktisch viel leichter einfach nur ALG-II zu kassieren und tatsächlich NICHTS zu tun, als zu versuchen ETWAS zu tun und damit Gefahr zu laufen, Geld zurückzahlen zu müssen. Das ist jedenfalls der Eindruck den die Betroffenen haben. Die Wirklichkeit ist komplexer. In Wirklichkeit geht es nur um Geld. Es geht niemals um Menschenwürde, psychische Gesundheit, Perspektiven, Chancen.  

Wir träumen von Sicherheit und Unabhängigkeit

Aber zuerst von Sicherheit! Das ist das wichtigste in unserem Leben. Dafür verkaufen wir unsere Zeit, unseren Körper und unsere Seele. Ja: wir verkaufen unsere Seele, denn sie leidet zuerst, wenn wir uns in Gefahr begeben einen Burnout und soziale Ausgrenzung zu erfahren.  
Für Geld sind wir in der Lage alles zu verkaufen; Sprichwörtlich: Sogar die eigene Großmutter. Es muss sich nur lohnen.

Ist das jetzt zu zynisch? Oder ist es einfach nur die brutale Realität? Manchmal hasse ich die Realität.

Denken wir um: FAULHEIT ist nicht per se schlecht. Man muss sie sich einfach leisten können. Das fällt mir Oscar Wilde ein. Er war ein Dandy, der zeitlebens nie einer geregelten Arbeit nachgegangen ist(*!). Aber was für wundervolle Gedanken hat er uns hinterlassen! 

(*! Oscar Wilde war ein begnadeter Schriftsteller. Er musste keiner geregelten Erwerbsarbeit nachgehen. Er lebte von seiner künstlerischen Tätigkeit)

Panikattacken


Panikattacken – Angstschübe aus heiterem Himmel

Ein erfahrener Manager meldete sich telefonisch um herauszufinden, ob Coaching etwas für ihn sei und ob ich ihm helfen könne. Er wollte nicht über einen möglichen Coachinganlaß oder Ziele sprechen. Das wolle er im Erstgespräch klären.
Ich schickte ihm meinen Anamnesebogen und die Konditionen und vereinbarte ein Erstgespräch mit ihm.

Wenn ich Termine vereinbare, dann ist auch ganz klar, dass ich ab der ersten Stunde ein Honorar vereinbare. Es gibt Kollegen, die das anders handhaben, aber ich habe einfach keine Zeit zu verlieren. Ich habe keinen Grund an meinen Fähigkeiten und Kompetenzen zu zweifeln. Wenn Klienten das anders sehen, dann ist das nicht mein Problem. Ab und zu höre ich von Kollegen, dass sie mehrfach zu VorGesprächen in Unternehmen eingeladen wurden. Sie bereiteten aufwändige Präsentationen über ihr Coachingmodell vor und mussten mehrfach ihren kompletten Terminkalender vollständig umkrempeln. Am Ende stellte sich heraus, dass die Unternehmen das als eine Art Vorstellungsgespräch verstanden und sich für einen anderen Kandidaten entschieden hatten. In ähnlicher Form habe ich das auch schon erlebt. Es kommt immer auf die Situation an, aber in der Regel mache ich dieses Spiel nicht mehr mit. Darum mache ich meinen potentiellen Kunden sofort klar, wie ich arbeite. Dazu gehört, dass von Anfang an Geld fließen muss. Versuchen Sie mal bei einem Rechtsanwalt “ganz unverbindlich” vorbeizusehen und einen Rat einzuholen. Entweder Sie legen sofort eine AdvoCard auf den Tisch, oder Sie erhalten sofort nach Aufnahme der Personalien eine Rechnung. Jedes seriöse Unternehmen hat klare Regeln, wie Dienstleistungen eingekauft werden.

Der besagte Manager kam zum Termin und wir konnten sofort mit dem Coaching beginnen. Wir brauchten die Zeit um uns aufeinander einzustellen. Die Beziehung Coach –  Coachee ist die wichtigste Grundlage für einen erfolgreichen CoachingProzess. Für mich war die Lektüre von Carl Rogers (TIPP!) eine Offenbarung. Der humanistische Ansatz ist nach der Verhaltenstherapie eine wichtige Grundlage für jeden Coach. Ich selbst nutze jede Möglichkeit um Originalliteratur dieser Schulen zu lesen. Coaching entwickelt sich, wenn man es ernsthaft betreibt immer in Richtung Therapie. Aber Achtung!: Ein Coach ist kein Psychotherapeut! Er darf niemals heilen oder Heilung versprechen. Coaching ist, wenn ich das mal etwas anders ausdrücken darf: “Niederschwellige Therapie für Gesunde”. Wobei der Begriff: Gesund, ein spezielles Thema ist.
Vielleicht hilft hier der Hinweis auf den Begriff Salutogenese. Aber dazu später mehr.

Der Manager, nennen wir ihn Max Herrmann, erzählte mir im Laufe der ersten Sitzung über Panikattacken, die ihn in unregelmäßigen Abständen überkommen würden.

Ich ließ mir die Symptome ausführlich beschreiben und überprüfte, ob der Mann tatsächlich ein Coaching brauchte ober besser einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen sollte. Glücklicherweise habe ich Zugang zu guten Ärzten und das ist eine wichtige Grundlage um als Coach wirklich professionell arbeiten zu können. Sozialpsychologische Diagnose gehört zu den wichtigen Kompetenzen eines Coach. Max war ein erfolgreicher Manager in einem bekannten mittelständischen Konzern und er hatte keine Befürchtungen in nächster Zeit seinen Job zu verlieren. Er gehörte zum Mittelstand und besaß alles, was dazugehört. Das Haus war abgezahlt, die Frau arbeitete im öffentlichen Dienst und die beiden Kinder hatten gerade das Abitur geschafft und die ältere Tochter hatte begonnen zu studieren. Alles war in bester Ordnung.

Ich konzentrierte mich auf das Problem mit den Panikattacken. Es ist nicht notwendig, den Coachee tiefenpsychologisch zu betrachten. Das ist nicht das Geschäft eines Coachs. Also Finger davon!, auch wenn es sich manchmal förmlich anbietet ein längeres therapeutisches Verhältnis aufzubauen. Das ist dann kein Coaching mehr!

Max erzählte mir detailliert wie seine Panikattacken abliefen. Ich stellte vertiefende Fragen zu konkreten Gefühlen und Wahrnehmungen.

Ich nahm der Attacke ihre Wucht, indem ich sie langsam und ausführlich in kleine Einzelteile zerlegte. Was waren die Auslöser? Wie fühle sich das an? Woran dachte Max, während das passierte?

Es ist nicht wichtig jedes Detail mitzuteilen. In der Regel reicht es völlig aus wenn der Klient sich die Fragen merkt und im Fall einer Attacke nacheinander abarbeitet.

Wichtig ist in diesen Fällen sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Es gibt sehr wirksame Lösungen um einer Attacke die Kraft zu nehmen.

Atemübungen und die Konzentration auf sich selbst sind ein wichtiger Schlüssel.

Es gibt Menschen, die spüren ganz plötzlich Angst vor einem Unfall, einem Unglück, einem Verlust oder auch direkt vor dem eigenen Tod. Wir können das Schicksal nicht ändern. Was passieren wird, wird passieren. Wichtig ist eine gewisse Gelassenheit und Zufriedenheit im eigenen Leben zu finden. Wovor fürchten wir uns?

Die meisten Menschen fürchten sich vor den Dingen, die sie nicht versucht haben. Es sind die Gelegenheiten und Chancen, die wir nicht genutzt haben. Was stand uns im Weg? Sie werden es nicht glauben: Es sind immer genau die Ängste, die uns im Weg stehen, die uns schon immer begleitet haben. Wenn wir keine Möglichkeit finden uns auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, dann werden wir diese Ängste nie überwinden.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nicht auch für die Zukunft planen und vorsorgen sollten. Eine sichere finanzielle Zukunft ist ein wichtiger Baustein um Ängste abzubauen. Aber es ist nur ein Baustein. Wichtig sind unsere sozialen Kontakte und das Vertrauen in die Menschen die uns umgeben. Eine gute und sichere Bindung in den ersten Lebensjahren ist die beste Voraussetzung für ein sicheres und glückliches Leben. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Zu alt für den Job?


Zu alt für den Job? Das ist momentan ein sehr beliebter CoachingAnlaß. Diese Frage beschäftigt alle. Wie gehen wir mir dem Älterwerden um? Wie gehen wir mit anderen um? Wo ist unser Platz? Sobald Manager, Techniker und andere Spezialisten in die Jahre kommen, baut sich eine immer größer werdende Mauer auf. Spätestens ab dem 45sten Lebensjahr beginnen viele, sich über ihre Zukunft Sorgen zu machen. Richtig gelesen: Sie machen sich Sorgen. Unabhängig davon, ob man das akzeptiert oder nicht: Es ist eine nicht zu verleugnende Tatsache, die uns alle beschäftigt. Es sei denn wir haben es geschafft und haben eine Karriere als Beamter realisieren können. Beamte sollten eigentlich glücklich sein, was die Sicherheit des Arbeitsplatzes betrifft. Die meisten Beamten wissen ganz genau, warum sie diese Laufbahn anstreben. Es ist vielleicht gar keine schlechte Entscheidung, einen Beruf mit Beschäftigungsgarantie zu wählen. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema. Für den Rest von uns  steigt die Angst vor dem Verlust des gut dotierten Arbeitsplatzes. Auf der anderen Seite beginnen Gedanken über eine mögliche Alternative. Diese Gedanken sind oft bereits am Beginn der beruflichen Karriere vorhanden. Auch hier gilt: Augen auf bei der Berufswahl! Junge Absolventen können sich nicht vorstellen, was sie in 20 oder 30 Jahren machen werden. Sie blenden das aus und konzentrieren sich auf den Einstieg in eine berufliche Karriere.

Auch wenn es kaum jemand zugeben mag: Diese Gedanken stecken in uns allen. Wir verdrängen es, aber es beschäftigt uns. Egal in welcher Phase wir uns gerade befinden. Im Coaching werden Fragen gestellt. Jeder kann sich diese Fragen stellen und auf diese Art und Weise durch seinen eigenen Gedankengarten wandern. Es ist sehr wichtig für Coachees – Klienten beim Coaching – zu erkennen wer man ist und wer man sein will. Ein 25jähriger Student hat eine etwas andere Vorstellung, als ein 60jähriger, der ganz genau weiß, was er bereits erreicht hat und was er noch schaffen will. Aber warum werden wir zu Sklaven eines engen Zeitfensters? Schaffen wir uns damit nicht selbst ein Gefängnis für unsere Gedanken? Wer sagt denn, dass ein 40jähriger nicht mehr studieren kann? Warum sollte man es nicht mehr schaffen, Englisch zu lernen? Überlegen wir mal, auf welche Möglichkeiten wir verzichten, wenn wir diese Sprache nicht beherrschen? Englisch ist wichtig für jeden, der sich für die Zukunft unserer Welt interessiert. Was hindert uns eigentlich daran, besser Englisch zu lernen? Das ist ein Thema für alle Berufsgruppen. Die meisten Klienten mit denen ich zu tun habe, begrenzen sich selbst. Niemand sonst ist verantwortlich dafür. Ich höre immer wieder von Menschen über 50, dass sie in der Schule nicht so gut in Englisch waren und es deshalb nie richtig gelernt haben. Jetzt sei es längst zu spät damit anzufangen:

“Was Hänschen nicht gelernt hat- lernt Hans nimmermehr.” (altes deutsches  Sprichwort)

Das ist Unfug! Streichen Sie diese Gedanken aus Ihrem Leben! Ich behaupte:

“Es ist niemals zu spät etwas Neues zu lernen!” und “Fangen wir heute noch an!”

Lebenslanges Lernen ist nicht nur eine Idee, sondern Realität. Ein 60jähriger Vertriebsmanager wurde vor einem Jahr entlassen. Das Unternehmen musste Personal reduzieren und so entschloss man sich die älteren Mitarbeiter zu entlassen, weil die ja bald in Rente gehen könnten. Der Mann hatte gute Arbeit geleistet und nun war plötzlich Schluss. Er hatte nichts mehr zu tun. Die Karriere war vorbei. Jedenfalls glaubten das alle Beteiligten. Der Mann wurde auf mein Angebot für ein Coaching aufmerksam gemacht und er kam neugierig zu mir. Er war tatsächlich gespannt, was ich ihm raten würde. Er hatte keine Vorstellung, wie so ein Coaching tatsächlich ablaufen und was es ihm bringen würde.

Ich stellte ihm am Beginn nur einige Fragen, notierte mir die Fragen und machte mir Notizen.

“Wie haben Sie sich Ihre Zukunft vorgestellt, als Sie mit dem Studium begonnen haben?”

“Welche Ihrer Ziele haben Sie realisieren können?”

“Was würden Sie heute anders machen?

“Wer sind Sie heute?”

“Wer wollen Sie in 20 Jahren sein?”

“Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine zweite Karriere starten. Was würden Sie gerne tun?”

Jedes Coaching ist individuell. Der Coach ist nur ein Begleiter. Er stellt Fragen und bringt Prozesse in Gang. Manchmal stelle ich mir vor, dass ich als Coach ein Gärtner bin, der den Lebensgarten meiner Klienten kennenlernt. Ich grabe hier und gieße dort ein wenig. Dann beschneide ich einen Obstbaum und pflanze eine Hecke und ein paar Sträucher. Der Garten entwickelt sich und ich stelle mir vor, wie es in einigen Jahren aussehen wird. Mein Klient wollte Ratschläge. Die bekommt er aber nicht von einem Profi. Es ist nicht die Aufgabe eines Coaches, Ratschläge zu geben.

Die Antworten liegen immer im Klienten. Coaching gräbt nur verschüttete Ressourcen aus und legt sie frei.

Glauben Sie immer noch, zu alt für eine neue Aufgabe zu sein?