Verhaltensanalyse – Cholerischer Chef


Der Klient beschrieb den Vorfall wie folgt: “Ich hatte einen Termin beim Chef. Ich wollte mit ihm über eine Gehaltserhöhung sprechen, die er mir bei der Einstellung versprochen hatte. Mir war klar, dass es nicht einfach werden würde, mit dem Chef zu reden, denn er ist im Unternehmen als unberechenbarer Choleriker bekannt……” Ich hörte aufmerksam zu. Cholerische Chefs sind längst so eine Art Spezialdisziplin für mich geworden. Ich habe derartige Ausfälle schon selbst erlebt und ich denke, dass es zwei Sorten von cholerischen Chefs gibt. Es gibt tatsächlich die pathologische Variante der extravertierten Menschen, die sich nicht im Griff haben und völlig unkontrolliert ausrasten. Interessant ist aber auch die zweite Sorte cholerischer Chefs. Sie haben gelernt, dass ihr Umfeld zurückschreckt und sie sich Probleme vom Hals halten können, wenn man sie nicht berechnen kann. Hier scheint es sich um eine Form von geheimen Managementwissen zu handeln. Zumindest glaubt eine spezielle Sorte von Führungskräften, dass es hilfreich ist, sich so zu verhalten.

Ich sammle derartige Erlebnisse und Vorfälle. Die Choleriker selbst bekomme ich meistens nicht einmal zu Gesicht. Sie brauchen keinen Coach. Choleriker sind wie Alkoholiker. Sie sehen in der Regel überhaupt nicht ein, dass sie Hilfe brauchen und dringend an sich arbeiten müssen. Man kann ihnen kaum helfen und jeder aus dem sozialen Umfeld wird schmerzhaft feststellen, dass der Patient sich selbst und sein Umfeld schwer in Mitleidenschaft ziehen kann.  Choleriker und Coaching, das passt nicht zusammen. Das ist genau der Typ Mensch, der unglaublich beratungsresistent, aber oft auch sehr einsam ist. Choleriker leben in einer Art selbstgebautem Hochsicherheitsgefängnis. Sobald sich jemand nähert, beginnen sie sich lautstark zu verteidigen.  Sie schießen sofort, ohne vorher zu fragen. Choleriker handeln unberechenbar und affektiv. Genau das ist das Problem, mit dem diese Menschen umzugehen haben. Choleriker haben eine Reihe von Problemen. Das Umfeld von Cholerikern ist wirklich nicht zu beneiden. Choleriker selbst sind ebenfalls nicht zu beneiden.
Mein Klient fuhr unterdessen fort, sein Erlebnis zu beschreiben: “Ich hatte schon davon gehört, dass der Chef noch nie eine Gehaltserhöhung vorgenommen hatte. Das war in dem Unternehmen ein Tabu-Thema. Aber ich musste es versuchen, denn er hatte es mir doch versprochen. Er saß an seinem Schreibtisch. Ein kompletter Flügel des Schreibtischs war voller Akten. Vor ihm stand ein großer Flachbildschirm und ein Telefon. Er ahnte wohl, was ich von ihm wollte, bat mich Platz zu nehmen und als ich saß, konnte ich sehen, wie sein Puls zu steigen begann. Er fixierte mich und wurde langsam rot, seine Halsschlagader begann anzuschwellen. Zunächst noch einigermaßen ruhig, erklärte er mir, dass er noch nie eine Gehaltserhöhung vorgenommen hätte. Ich erwiderte mutig, dass wir ja bei meiner Einstellung über eine Gehaltserhöhung gesprochen hätten….. Unversehens explodierte der Mann. Von einem Augenblick auf den anderen hatte er sich nicht mehr ihm Griff. Er wurde puterrot und schrie mich an: ‘Sie haben mich nicht verstanden! Ich habe noch nie…..’ Im selben Augenblick sprang er auf wie ein wildes Tier und räumte seinen Schreibtisch leer. Rechts –  der Stapel mit den Unterlagen flog durch den Raum und dann links – das Telefon zerschellte an der Wand. Der Monitor wackelte bedenklich, blieb aber am Leben. Ich war erschüttert, stand auf und verließ den Raum. Dem Mann war nicht zu helfen und ich würde ganz sicher hier kündigen. Eine Gehaltserhöhung bekam ich hier nicht und es war nie mein Plan gewesen, für dieses kleine Einstiegsgehalt weiter meine Zeit zu verschwenden. Am nächsten Tag war der Chef ganz normal und tat so als wäre nie etwas geschehen. Ich verließ das Unternehmen noch in derselben Woche. Das war eine sehr gute Entscheidung.” Mein Gesprächspartner schaute mich ruhig an. Er hatte die Ereignisse offensichtlich gut verarbeitet. Ich nickte. Der Mann hatte die einzig richtige Entscheidung getroffen. Der Rest der Belegschaft würde noch lange unter diesem Chef leiden. Der cholerische Chef hatte sein Verhalten sehr lange konditioniert und er lebte gut damit. Die Mitarbeiter duckten sich und versuchten alles zu veremeiden, was den Chef in diese Situation bringen würde. Vermutlich haben sie gute Gründe, sich so etwas gefallen zu lassen.

Um das Verhalten von Chef und Mitarbeitern zu erklären, bietet sich die Verhaltenstherapie an. Ich werde versuchen anhand des sogenannten SORKC-Schemas zu erklären, wie ein cholerische Anfall abläuft und was da genau passiert. Das SORKC-Schema wurde von G.A. Saslow entwickelt. Es gilt in der Psychologie mittlerweile als STANDARD für die Erklärung pathopsychologischen Verhaltens und einer Beschreibung des Ablaufs in einer konkreten Situation.
Das SORKC- Modell wurde von Frederick Kanfer im Zuge der kognitiven Orientierung der Verhaltenstherapie in den 1970er Jahren um Burrhus Frederic Skinner entwickelt. Kanfer selbst wollte das SORKC-Modell eher als Arbeitshypothese verstanden wissen.  Er versuchte immer auch auf andere Ansätze und Entwicklungen hinzuweisen. Die axiomhafte Anwendung des SORKC-Schemas bekämpfte er entschlossen.

Cholerischer Anfall

  • S: Der Chef wird vor eine Entscheidung gestellt, die er nicht lösen kann (externe auslösende Situation).
  • O: Sich Sorgen zu machen, Probleme zu verdrängen und sich über “unfähige” Mitarbeiter aufzuregen gehört zum Denkstil des Chefs. Er fühlt sich einsam unter vielen unfähigen und unmotivierten Mitarbeitern, die alle nur faule Nichtsnutze sind.
  • R(kognitiv): „Was bildet sich der Mitarbeiter eigentlich ein? Wer ist hier der Chef?“
  • R(emotional): steigende Wut, starke Beunruhigung
  • R(physiologisch): Anspannung, Unruhe, steigender Puls, wird rot.
  • R(motorisch): Er springt auf, brüllt den Mitarbeiter an, schlägt mir der Faust auf den Tisch und verliert völlig die Kontrolle über sich und die Situation.
  • C-/: Als Konsequenz (C) tritt bei der Person eine Spannungsreduktion auf, jedoch verstärkt sich hierdurch der heilsame Zwang zur Entspannung (R(motorisch)). Die Reduktion der unangenehm empfundenen Spannung wird als negative Verstärkung (C-/) bezeichnet.
  • K: Nach dem Kontrollieren (R) entspannt er sich (C-/) mit hoher Wahrscheinlichkeit. Bei untergeordneten Mitarbeitern hat das keinerlei negative Konsequenz für den Chef. Im Gegenteil. Er hat seine Macht demonstriert und das tat ihm gut. Die Wut läßt nach und das Machtgefühl fühlt sich angenehm an.

Soweit zum beobachteten Verhalten. Es dürfte in den meisten Fällen schwierig sein, den Choleriker persönlich direkt in eine Therapie zu bekommen. Das wird nur möglich, wenn dem Choleriker sein krankes Verhalten klar wird und er andere Konsequenzen zu spüren bekommt. In den meisten Fällen ist es für Opfer von cholerischen Anfällen – hier die Mitarbeiter – immer angeraten, nicht sofort auf die Situation einzugehen und sich schnell aus dem Schussfeld zu begeben. Nur wenn es gelingt, das Muster der scheinbaren Erfolges und der positiven Konsequent für den Choleriker (keine kritischen Fragen mehr, peinliches Schweigen, erfolgreiche Machtdemonstration wird nicht mehr erlebbar) zu durchbrechen, kann es zu einem anderen Lerneffekt kommen. Im beschriebenen Fall ist der ERFOLG des Chefs lange und wiederholt konditioniert worden. Der erfolgreiche Chef kann so etwas tun, weil es keine negativen Konsequenzen für ihn hat. Interessanterweise handeln chlorische Chefs gegenüber Vorgesetzten ganz anders. Ich habe noch nie einen Choleriker beobachtet, der gegenüber einem Besitzer, Kapitalgeber oder einem Gleichgestellten so austicken würde, wie bei einem Untergebenen. Es stellt sich der Verdacht ein, dass Choleriker vielleicht doch nicht so unberechenbar handeln, wie es den Anschein hat.

Frust ist Energie


Frustration ist pure Energie!

Manager sind oft UNGEDULDIG. Sie wissen genau, was sie wollen und können es nicht sofort bekommen. Da baut sich Frust auf. Es ist wie Heißhunger, der nicht sofort befriedigt werden kann. Jetzt ein Stück Zucker oder eine Cola! Aber nicht einmal das ist greifbar. Da kann man schnell zum, Choleriker werden.

Erwachsene Menschen  verlieren plötzlich die Kontrolle über sich und beginnen sich wie unerzogene Kinder zu fühlen und aufzuführen. Manager dürfen das, glauben sie. Manager haben geradezu die Pflicht sich so aufzuführen! Das ist ein unumstößliches Gesetz. Ein Teufelskreis. Manager, die nachgeben sind: Logisch! Weicheier!

Unbeteiligte Beobachter fragen sich ratlos: Warum macht der/die das? Antwort: Weil ER/SIE es kann!
Ein Vertriebsmanager der neu in das Unternehmen gekommen war, stellte eine Art Minigolf in sein Arbeitszimmer auf. Der Controller, ein typischer Schwabe (“Denken Sie an die Koschten!”), schüttelte verständnislos den Kopf. Was bildete der NEUE sich eigentlich ein? Warum macht der das? Ganz klar: Weil er es konnte! Er begründete es nicht einmal. Jeder konnte sich seine eigene Interpretation zurechtlegen. Es war pures Machtverhalten. Wenn das jemand im mittleren Management versucht hätte, dann war es klar, was mit dem Mann passieren würde. Seine Tage wären gezählt.

You can’t always get what you want! – gilt nur für Menschen, die es nicht besser wissen. ODER?

Sie haben in der Wirtschaftszeitung einen Artikel gelesen. Eine Lösung für alte Probleme scheint greifbar. Leider haben Sie keine geeigneten Mitarbeiter für die professionelle Umsetzung. Ihr IT-Chef erklärt Ihnen, was alles nicht geht, wie lange es dauern würde und wie hoch die Mehrkosten wären. Dabei haben Sie gerade gelesen, dass es eine ganz andere Lösung gibt, die die Hälfte der Kosten sparen würde.

Ein Berater wird bestellt. Er braucht einige Zeit um die Problemlage zu sondieren und Informationen zu sammeln. Der Mann braucht Zeit um eine brauchbare Analyse zu erstellen. Schnelle Lösungen sind sehr oft der falsche Ansatz. Gute Lösungen brauchen Zeit. Ungeduldige Manager glauben keine Zeit zu haben: Durchstarten ist schließlich das Gegenteil von Geduld! Die besten Projekte sind die gut durchdachten und perfekt geplanten Projekte.

Manchmal muss man auch einfach abwarten können, um den richtigen Zeitpunkt zu finden. Es ist wie beim Fußball. Zwei starke Teams treffen aufeinander. Es gibt kaum Schwachpunkte. Starke Verteidigung und starke Sturmspitzen. Wer den ersten Fehler macht, hat verloren. Jetzt die Geduld zu verlieren, wäre ein fataler Fehler.

Frust ist Energie, die krankmachen kann.

Es geht aber auch anders. Wie wäre es, wenn es Ihnen gelingt Ihre überflüssige Energie sinnvoll einzusetzen? Wie wäre es, wenn Sie in den Phasen des Energieüberschusses Dinge tun würden, die Ihnen langfristig nützlich sein werden?

Sprechen Sie einfach mit dem Coach Ihres Vertrauens. Jeder Mensch ist anders. Es gibt keine universellen Lösungen. Aber es gibt Coaching.

Hier ein Denkansatz:

The more people you serve, the greater you become. (LF Leadership Freak)

Jähzorn – Wenn ein Choleriker explodiert


unbeherrscht – wütend – Kontrollverlust -KURZSCHLUß

Jähzorn ist Wut, die nicht mehr beherrschbar ist

Jähzorn hat seine Wurzeln tief in unserem Ich. Es ist ein Urgefühl, dass uns früher einmal nützlich war um unsere Art zu erhalten. Immer wenn unsere Vorfahren sich bedroht fühlten, brach es plötzlich hervor und half bei der Verteidigung. Der Jähzornige brüllte und wehrte sich, schützte seinen Clan und stürzte sich ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben auf den Feind. Häufig starb der “mutige” Verteidiger dabei. Im Normalzustand hätte er niemals sein Leben riskiert.

Fight – Flight – Freeze

Die Fight-Flight-Freeze Theorie stellt eine interessante Vertiefung dieses Themas dar. Aber dazu später mehr.

Psychologen und Therapeuten werden meist von den Opfern jähzorniger Menschen aufgesucht, denn Jähzornige leiden nicht an ihrem Verhalten. Für sie ist es ein Ventil für unterdrückte Gefühle. Nachdem sie Dampf abgelassen haben, geht es ihnen gut. Eine Thematisierung des Verhaltens lehnen sie meist ab, weil sich sofort wieder Druck aufbaut. Und das wollen sie unter allen Umständen vermeiden.

Ein Coach, Psychologe oder Therapeut weiß mit dem Phänomen umzugehen.

Ein Coach arbeitet selbstverständlich mit einem aus der NLP bekannten Dialogmodell, dem Kochplattenmodell.

Jeder Herd hat Kochplatten, deren Temperatur durch Bedienungselemente gesteuert wird. Genau so, wie ein Kochfeld können auch die Emotionen zwischen Gesprächspartnern erhitzt oder abgekühlt werden.
Wenn der Klient aufgeregt und emotional betroffen wirkt, dann kühlt der erfahrene Coach durch Fragen ab. Wenn ein Klient emotional fern wirkt, dann kann ein Erhitzen den Dialog wieder intensivieren.

Wenn ein Jähzorniger einen Ausbruch hat, dann ist es kontraproduktiv die Situation durch vertiefende Fragen entspannen zu wollen. Hier heißt es einfach: Den Topf auf eine kalte Zone schieben und abwarten. Die Situation ist außer Kontrolle und nicht mehr steuerbar. Wenn allerdings zu erkennen ist, dass der Inhalt des Kochtopfes zu brodeln beginnt, dann hilft ein rechtzeitiges Herunterregeln.

Erhitzen und Abkühlen erfolgt durch vertiefende oder verallgemeinernde Fragen. Das Kochplattenmodell gehört zur Werkzeugkiste (Toolbox) eines jeden Coach.

Probieren Sie es einfach anhand von alltäglichen Ereignissen aus. Fragen Sie sich bei einem Meeting, wie die Situation durch Fragen abgekühlt oder aufgeheizt werden kann. Das Kochplattenmodell eignet sich bestens für SelbstCoaching.

Jähzornige die die Situation erkennen und beherrschen wollen, können sich einfach eine kalte Dusche nehmen und dann ganz kontrolliert ihren Ausbruch fortsetzen.

vulkan

Übrigens sind es – entgegen der Überschrift – weniger die bekennenden Choleriker als vielmehr die beherrscht wirkenden ruhigen Charaktere, die zu unvorhersehbaren und sehr zerstörerischen Ausbrüchen neigen können, ohne dass wir es auch nur bemerken würden.

Ein Vulkan, der als erloschen gilt, ist viel gefährlicher als ein aktiver Vulkan, der unter Beobachtung steht.

ruhender vulkan

Choleriker-Coaching


Es ist unglaublich. Seit meinem ersten Artikel über Choleriker entwickelt sich das Thema zu einem Dauerbrenner. Der Leidensdruck für Betroffene ist offensichtlich sehr groß. Ich kann das nachvollziehen. Choleriker sind unangenehme Lebenspartner, Freunde, Kollegen und Chefs. Es gibt allerdings einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der sozialen und finanziellen Situation von Menschen und dem Verhalten. Ich kenne keinen einzigen sogenannten Choleriker, der (oder die) gesund ist, sicher sozial verankert ist, finanzielle Freiheit genießt und eine ausgeprägte Identität, Zugehörigkeit und hohe ethische Werte besitzt. Bei ungünstigen Konstellationen kann beinahe Jeder zum Choleriker werden. Besonders durchsetzungsstarke Typen neigen zu Ungeduld und unangemessenem Verhalten, wenn etwas nicht nach Plan läuft oder Schwierigkeiten aufreten. “Ich bin ungeduldig, mir dauert alles viel zu lange!”, kann ein Hinweis sein. Manchmal ist es tatsächlich besser, ein wenig länger über ein Projekt nachzudenken und eine ausgiebige Planungsphase zu ermöglichen, als am Ende Getriebener von unrealisierbaren Traumterminen zu sein.

Cholerisches Verhalten ist eindeutig gestörtes Verhalten. Aber Choleriker ist nicht gleich Choleriker. Es gibt keine eindeutige ICD-10 Einstufung. Aber das hat nicht viel zu bedeuten, denn ICD-10 ist nur eine recht grobe Klassifikation die auf Kostenträger zielt.

Betrachten wir angrenzende Störungen, dann können wir sehr schnell feststellen, dass Choleriker Anzeichen von mehr oder wenige ausgeprägten Störungen haben. Manisch depressive Episoden sind ebenso festzustellen wie Anzeichen von bipolare Störungen.

“Bereits in der griechischen Antike unterschied man das hyperthyme Temperament (Sanguiniker), gekennzeichnet durch seine Vitalität, das melancholische Temperament mit der Neigung zu Traurigkeit und Pessimismus, das reizbare Temperament (Choleriker) mit Ausbrüchen von Jähzorn sowie das juengste zyklothyme Temperament mit starken Schwankungen von Stimmungslage und Vitalenergie. Hierbei handelt es sich um energische und sensible Personen, die sehr stark auf äussere Reize reagieren. Mit dem letzten, dem phlegmatischen Temperament, beschäftigt sich die Psychiatrie nicht, denn emotional unsensible, nichtreaktive Personen sind für psychische Störungen nicht anfällig. Auf sensible und reaktive Temperamente können neben den tages- und jahreszeitlichen Veränderungen der Umwelt auch chemische (Substanzmissbrauch) und psychische Reize (Stresserlebnisse) einwirken und zum Krankheitsausbruch führen. Problematisch ist, dass gerade manischdepressive Patienten eine Neigung zu allem haben, was die Krankheit auslöst, z. B. Substanzmissbrauch und ein bewegter, oft stürmischer und leichtsinniger Lebensstil. “ (Die Seele aus dem Gleichgewicht: Was ist bipolare Störung?“ Athanasios Koukopoulos http://www.selofoundation.ch/resources/Bipolare_Koukopoulos.pdf)

Der eindeutige Vorteil von unabhängiger psychologischer Beratung ist der, dass man nicht erst krank nach ICD-10 sein muss um einen Berater zu treffen.(Die Krankenkasse zahlt in der Regel nicht für eine vorbeugende Behandlung. Es muss zumindest der Verdacht einer psychischen Erkrankung vorhanden sein.) Die Spanne zwischen Krankheit und Gesundheit ist riesengroß. Im Prinzip ist jeder Mensch krank, heißt es unter Medizinern und Psychologen, man muss nur lange genug suchen. Menschen sind mehr oder weniger gesund. Eine gute Balance ist sehr wichtig. Hier ist mir persönlich das Salutogenes Modell von Antonowsky sehr nahe.

Salutogenese (lat. salus ‚Gesundheit‘, ‚Wohlbefinden‘ und -genese, also etwa „Gesundheitsentstehung“) bezeichnet zum einen eine Fragestellung und Sichtweise für dieMedizin und zum anderen ein Rahmenkonzept, das sich auf Faktoren und dynamische Wechselwirkungen bezieht, die zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit führen.[1]Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) prägte den Ausdruck in den 1980er Jahren als komplementären Begriff zu Pathogenese. Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.

Ein Coach sucht nicht nach Krankheiten, sondern nach Ressourcen. Dazu gehört aber auch eine ausgesprochen gute Diagnosearbeit. Ein Coach darf nicht heilen oder Heilung versprechen. Er (oder sie) sollte allerdings genau wissen, ob der Klient nicht doch besser zu einem Arzt geschickt werden sollte. Die gute Nachricht ist, dass Choleriker meist keine kranken Leute sind. Eine kleine psychische Störung oder Depression erleben viele Menschen. Es handelt sich nicht gleich um eine Krankheit. Ein wichtiger Hinweis auf eine Krankheit ist die Dauer der Störung. Ein Alptraum oder eine kurzzeitige depressive Phase von einem Tag ist noch lange keine Krankheit. Coaching kann helfen, das zu thematisieren und herauszufinden. Ein guter Coach ist auch immer ein guter psychologischer Diagnostiker.

Die Mobbingfalle


Die Mobbingfalle

Mobbing ist extrem gesundheitsschädlich, grausam und völlig unnötig. In einem geeigneten Coaching entwickeln Klienten oft selbst Fähigkeiten, sich aus der Mobbingfalle zu befreien. Die meisten echten Mobbing-Probleme sind oft durch die Klienten selbst lösbar. Ein Coach wird seinem Klienten eine Reihe von Fragen stellen:

  • Was genau ist das beobachtete Verhalten?
  • In welchem Zusammenhang steht das beobachtete Verhalten?
  • Welche Ziele verfolgen die Mitspieler?
  • Was denken Sie, was mit dem Verhalten der Mitspieler erreicht werden soll?
  • Wie sehen das Aussenstehende, andere?
  • Was ist bisher in der Kommunikation schiefgelaufen?
  • Wie sieht das Problem aus der Perspektive der Täter aus?
  • Wie ist das eigene Verhalten, wenn es zu derartigen Vorfällen kommt?

Echtes Mobbing ist sehr selten. Die Akteure eines solchen Verhaltens sind oft nicht greifbar. Führen Sie ein Mobbingtagebuch. Das hat mehrere Vorteile. Sie sind in der Lage die Vorfälle durch einen Filter laufen zu lassen und ihn aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Ein detailliertes Mobbingtagebuch ist die Grundlage für die Lösungsfindung. Interessanterweise wird Mobbing nicht nur von oben ausgeübt. Es gibt auch viele Vorgesetzte, die durch Untergebene gemobbt und getrieben werden. Hier bietet sich ein Coaching an um das Set zu klären und die eigenen Führungsfähigkeiten zu stärken und weiterzuentwickeln.

Choleriker. Unbekannte Hirnstörung


Eine bisher unbekannte Hirnstörung plagt Choleriker.

Ich hatte es geahnt. Gesucht und gefunden. Der Sache werden wir nun näher auf den Grund gehen:

Choleriker leiden möglicherweise unter einer bisher übersehenen Hirnstörung, berichten Forscher im Magazin „Proceedings“ der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Forscher vom Kinderkrankenhaus Philadelphia haben Menschen mit unkontrollierten Wutausbrüchen auf Schäden im Vorderhirn getestet. Bei den psychologischen Tests mussten die Betroffenen etwa Entscheidungen in riskanten Situationen treffen und Gerüche wahrnehmen. Die von den Forschern getesteten Menschen mit unkontrollierten Wutausbrüchen erzielten schlechtere Ergebnisse als gesunde Menschen. Dies lasse auf eine Fehlfunktion im Vorderhirn schließen, schreiben die Wissenschaftler. [Link: Quelle: dk]

Choleriker Therapie?


Das Thema Choleriker begleitet mich seit vielen Jahren. Seit 2013 habe ich mehrere Artikel zu diesem Thema auf meinem Coaching-Blog veröffentlicht. Der Blog beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Coaching. Das am meisten gelesene Thema ist aber tatsächlich das Thema Choleriker. Ich komme einfach nicht an diesem Thema vorbei. Das Thema ist ein Dauerbrenner. Der Bedarf scheint tatsächlich sehr groß zu sein.

Die wichtigste Frage ist, wie man mit diesen Menschen klarkommen und mit ihnen leben kann. Wenn man mit einem Choleriker zusammenlebt, dann gerät man sehr schnell in eine Opferrolle. “Der Klügere gibt nach……” Ist es wirklich klug, Cholerikern nachzugeben? Im Gegenteil ist es wichtig, intelligent Grenzen zu setzen und so die cholerische Energie des gegenüber geschickt ins Leere laufen zu lassen.

Es gibt aber auch Fragen von Cholerikern, wie sie mit dem Problem umgehen sollen. Was macht eigentlich einen Choleriker aus? Bin ich als Choleriker krank? Ist das heilbar? Was kann ich tun?
Eines der größten Mißverständnisse ist, dass durchsetzungsstarke Manager und Macher cholerisch veranlagt sein müssen um ihre Stärken effektiv ausspielen zu können. Choleriker sind keine starken Menschen. Im Gegenteil.

Ein echter Choleriker pokert nicht. Er kann seine Emotionen nicht für sich behalten und ist nicht in der Lage, wirkungsvoll zu pokern. Natürlich kann ein extravertierter Mensch ein anstrengender und erfolgreicher Pokerpartner sein. Sein Pokerface ist einfach seine Unberechenbarkeit, seine permanente Gewaltbereitschaft, mit der er alle anderen Emotionen erfolgreich überdecken kann.  Das kann auch Methode sein. Es gibt auch Schauspieler, die den Choleriker nur spielen, um ihre Ziele durchzusetzen. Theatralische Auftritte vor Publikum sind ihre Methode. Aber auch hier gibt es Grenzen des guten Geschmacks. Eine gute Kinderstube macht in jedem Fall den entscheidenden Unterschied.

Extravertierte Menschen sind nicht automatisch unbeherrschte Choleriker. Laute und aufdringliche Menschen sind nicht zwingend erfolgreicher als ruhige Charaktere.

Woran erkennt man selbst, dass man ein Choleriker ist? Muss man dagegen angehen? Warum sollte man überhaupt etwas daran ändern?

Es liegt auf der Hand, dass cholerische Ausbrüche in den allermeisten Fällen sehr verstörend auf alle Beteiligten wirken. Mitarbeiter leiden unter cholerischen Chefs. Mobbing ist naheliegend. Das Ergebnis sind Burnout und Depressionen. Somit besteht eine direkte Verbindung zwischen einem Fehlverhalten extravertierter Persönlichkeiten und schweren Schäden in Unternehmen. Auch im privaten Bereich sind die Auswirkungen cholerischer Streubomben katastrophal.

Was kann man dagegen tun? Ein Gespräch mit einem Psychologen, einem Mediator oder einem Coach kann helfen. Der erste Schritt  ist immer ein anderer. Man muss darüber sprechen. Erst wenn Choleriker begreifen, dass ihr Verhalten nichts mit Eigenschaften wie clever oder erfolgreich zu tun hat, werden sie bereit sein, etwas zu ändern. Choleriker sind keine erfolgreichen Gewinnertypen. Choleriker sind einfach nur Menschen, die sich nicht im Griff haben. Wer das erkannt hat, kann auch etwas ändern.

Fragen Sie einfach den Coach Ihrer Wahl! Choleriker sind nicht automatisch krank. Es ist ein unangenehmes Fehlverhalten. Dagegen kann man etwas tun. Und das ist eine gute Nachricht.

7 Regeln zum Umgang mit einem Choleriker


Regeln für den Umgang mit cholerischen Chefs

Ein Wort zum Anfang: Choleriker sind nicht die schlechtesten Chefs. Ich habe viel lieber einen aktiven und ungeduldigen Macher an der Spitze des Unternehmens, als einen unsicheren und nicht entscheidungsfähigen Schnarchsack. Choleriker kann man gut einschätzen. Sie machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Viel schwieriger sind Phlegmatiker und Melancholiker. Und noch etwas: Es stimmt, dass sehr viel mehr Männer cholerisch veranlagt sind als Frauen. Darum ist es für Frauen auch so schwer zu verstehen, wie so ein Choleriker tickt.
Der Umgang mit einem Choleriker kann zu einem spannenden Erlebnis werden, wenn man ein paar einfache Regeln beachtet.

#1 Vorsicht mit Ironie!
Treiben Sie den Choleriker nicht zur Weißglut, wenn er sowieso schon stark unter Dampf steht! Achten Sie sorgfältig darauf, eine neutrale und unbeeindruckte Sprache zu pflegen. Das gilt auch für die Körpersprache! Tipp: Körpersprache kann man gut trainieren. Suchen Sie sich ein gutes Buch oder besuchen Sie ein Training zum Thema.

#2 Keine Rechtfertigungen!
Rechtfertigen Sie sich nicht, auch wenn der Choleriker glaubt, Sie in die Ecke getrieben zu haben. Vertagen Sie eine eindeutige Antwort und warten Sie auf das Ende des cholerischen Anfalls.

#3 Warten, bis der Anfall vorüber ist.
Das geht ganz schnell. Choleriker kommen in der Regel sehr schnell wieder runter. Versuchen Sie mal sich so richtig aufzuregen und andere sinnlos zu beschimpfen. Das kostet richtig Kraft!

#4 Nicht übel nehmen!
Nehmen Sie einem Choleriker nicht übel, was er während eines Anfalls von sich gegeben hat. Das kann er sich in der Regel selbst nicht verzeihen. Es ist unangenehm und peinlich, aber es ist nicht nachhaltig.

#5 Perspektivwechsel
Choleriker sind meist arme Würstchen. Denken Sie immer daran, dass es einem Choleriker im Grunde peinlich sein muss sich so zu verhalten. Andere Menschen achten sehr sorgfältig darauf bei sich zu bleiben und sich im Griff zu haben. Einem Choleriker gelingt das nicht und das macht ihn zutiefst unsicher.

#6 Ernst bleiben!
Bleiben Sie ernst und versuchen nicht, die Ursache des cholerischen Ausbruches zu verharmlosen. Denken Sie immer daran, dass der Choleriker sich völlig im Recht wähnt. Alles was Sie jetzt sagen kann und wird er gegen Sie wenden! Bleiben Sie ruhig und zeigen Sie ihm, dass Sie den Ernst der Lage verstanden haben.

#7 Ich bin OK, Du bist OK – ER ist OK!
Transaktionsanalyse. Versuchen Sie die Spiele der Erwachsenen zu analysieren und zu verstehen. Dann vergeuden Sie keine Energie um zum Beispiel darüber nachzudenken, warum ein Choleriker das tun, was er eben tut. Er ist im Grunde seines Herzens OK. Vergessen Sie das nicht! Sie haben einen entscheidenden Vorteil: Sie wissen, dass Sie es mit einem Menschen zu tun haben, der sich ab und zu nicht im Griff hat. Gehen Sie achtsam mit diesem Wissen und mit diesem Menschen um. Denken Sie immer daran: Er ist auch OK!

The four temperaments - (L-R) choleric, melanc...

The four temperaments – (L-R) choleric, melancholic, sanguine and phlegmatic – on the wall of a house at the corner of Am Dornbusch and Eschersheimer Landstraße in Dornbusch, Frankfurt am Main, Germany. Artist unknown. The picture is a composite of four close-ups. (Photo credit: Wikipedia)