ICO Integrationscoaching


ICO Integrationscoaching – Was ist, was soll Integrationscoaching?

Sie sind arbeitslos. Sie melden sich bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter. Die Berater der Agentur haben eine Stunde Zeit um Sie kennenzulernen und über eine berufliche Perspektive zu sprechen. Sie werden kurz informiert, welche beruflichen Chancen es gibt und wie Sie am besten einen neuen Job finden. Den Rest müssen Sie in der Regel alleine erledigen. Es sei denn, Sie lassen sich helfen und vermeiden Umwege zum neuen Job. Ich spreche von Job, nicht von Arbeit oder Berufung, weil es letztendlich immer zuerst um die Erfüllung von Grundbedürfnissen geht. Viele Kunden der Agentur für Arbeit glauben, dass sie zuerst genau den richtigen Job für sich finden müssen und lassen sich viel Zeit bei der Suche. Aber von alleine funktioniert das nicht. Niemand wartet auf Sie. Vergessen Sie das bitte niemals!
Da draussen warten jede Menge Arbeitgeber, die “händeringend” neue Mitarbeiter suchen. Vielleicht sind Sie genau der richtige Mitarbeiter? Oder Sie liegen total daneben und laufen immer wieder ins Leere. Wer kann Ihnen ein neutrales und achtsames Feedback liefern? Wer steht Ihnen zur Verfügung, wenn es um eine Beurteilung Ihrer Bewerbungsunterlagen geht? Wer hilft Ihnen sich auf ein Bewerbungsgespräch vorzubereiten?

Gehen wir noch einen Schritt weiter. Wie erklären Sie einem Vermittler bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter, dass Sie einen beruflichen Wechsel planen? Das ist momentan ein NoGo-Thema. Wenn Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung als Salatpflücker vorweisen können und immer als Salatpflücker gearbeitet haben, dann wird Ihre berufliche Zukunft höchstwahrscheinlich in der Salatpflückerbranche liegen. Es handelt sich um einen gefragten Job. Es herrscht Fachkräftemangel und Sie finden auf Anhieb einen neuen Job als Salatpflücker. Warum sollten Sie Unterstützung für eine Umschulung, Umorientierung oder eine Weiterbildung bekommen? Es gibt keinen offensichtlichen Grund und der Vermittler bei der Agentur müsste schon sehr tief in die Trickkiste greifen um ausgerechnet eine Umschulung vom Salatpflücker zum IT Systemkaufmann zu unterstützen. Wenn Sie Sicherheitsfachkraft oder Altenpflegehelfer werden wollen, dann geht das sofort. Vorausgesetzt, Sie sind gesundheitlich fit und haben keine Einschränkungen. Wenn Sie als ausgebildeter Salatpflücker aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, dann ist eine Umschulung in greifbare Nähe gerückt. Aber was ist das Richtige für Sie? Wissen Sie es schon? Oder brauchen Sie Hilfe?

Wenn Sie Hilfe brauchen, Fragen haben oder sich neu orientieren wollen, dann ist ein Integrationscoaching genau das Richtige für Sie. Fragen Sie einfach den Coach Ihres Vertrauens.

 

 

 

Hartz IV: Bachelor muss als Hilfskellner jobben?


Bericht aus dem Hartz IV Universum

Hartz IV: Bachelor muss als Hilfskellner jobben

Die Klientin befand sich in der Zwischenzeit zwischen ihrem Bachelor-Studium und ihrer ersten Anstellung. Sie hatte bisher keinen Anspruch auf ALG-I erarbeiten können, da sie nach dem Abitur sofort studiert hatte.
Nun hatte sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und wartete auf ihren ersten Job als Sozialarbeiterin. Sie meldete sich beim JobCenter und spürte sehr unangenehm den Druck, der dort erzeugt wurde. Die junge Frau wusste genau, was da psychologisch ablief. Es war für sie einfach nur falsch. Der Berater im JobCenter sah sich einfach nur ihren Lebenslauf an und steckte sie zunächst in eine Maßnahme. Sie sollte 4 Wochen lang Bewerbertraining machen. Parallel dazu sollte sie sich als Servicekraft bewerben und bis zur Aufnahme einer Stelle in einem Restaurant jobben. Das hatte sie während des Studiums gemacht. Der Berater war der Auffassung, dass die Klientin nicht arbeiten wolle und faul sei. Er drohte mit Sanktionen. Die Klientin verstand überhaupt nicht, was das solle, denn sie hatte ihren Arbeitsvertrag schon in der Tasche. In drei Monaten würde sie sich aus dem JobCenter verabschieden und Punkt.

Ich hörte mir das alles aufmerksam an. Erstens war das Bewerbertraining kompletter Unfug, denn die Klientin hatte ihre sehr guten Bewerbungsunterlagen dabei. Es gab nichts dagegen auszusetzen. Dann hatte sie gerade ein Studium anbgeschlossen und einen Arbeitsvertrag in der Hand. Das Berufsziel war definitiv nicht Servicekraft. Natürlich könnte sie bis zum Berufsstart weiter als Kellnerin jobben. Allerdings bereitete sie sich gerade intensiv auf ihren ersten Job vor. Alles was sie jetzt brauchte war Stabilisierung ihrer finanziellen Situation und die Bezahlung der Krankenkasse. Warum das JobCenter sie sofort so hart rannahm, konnte sie nicht verstehen.
Eine Förderung durch das JobCenter sollte gezielt erfolgen. Es ist schon schlimm genug, wenn Studenten nach dem Studium zum JobCenter gehen müssen. Hier ist die Politik gefragt. Aber das ist ein anderes Thema. Mein Wunsch: Nach dem Studium müsste Anspruch auf ALG-I anerkannt werden und die Studenten mit einer fiktiven Einstufung auf den ersten Arbeitsmarkt gehen können. Eine intensive Bewerbung in Richtung des Zielberufs wäre die bessere Variante. Aber: Wenn schon Hartz-IV, dann bitte intelligent und zielführend! Es besteht der Eindruck, dass der Mitarbeiter des JobCenters nicht mehr deutlich differenziert mit seinen Kunden umgehen kann.

Tipp für Betroffene: Fragt nochmal nach, lasst Eure Widersprüche vom Vermittler dokumentieren und verlangt nach einem Vorgesetzten. Ich bin mir sicher, dass die Förderung vor Sanktionen steht. Die Mitarbeiter müssen sich strikt an das SGB II halten. Jede Entscheidung muss sorgfältig dokumentiert werden.

Aus meiner Sicht wäre eine Weiterbildung in Richtung Zielberuf sinnvoll. Dagegen ist nun wirklich nichts einzuwenden.